You know the drill: Alle Jahre wieder bat ich die werte Blogozese um Gebet, wenn es hart auf hart mit meiner Diplom- oder Doktorarbeit zuging.
Ich befinde mich gerade in einer Art, sagen wir mal "Selbstfindungsphase". Mein Beruf, obschon nicht wirklich schlecht, zeigt mir, daß das Dasein als Arbeitnehmer in der freien Wirtschaft nicht so wirklich meins ist. Zwar macht es mir riesig Spaß, mit Simion Elektronen- und Ionenbahnen zu simulieren, auch einiges von dem, was ich über Produktentwicklung und Projektmanagement gelernt habe, ist durchaus interessant, am in der Brust des alten Berliners schlägt nicht nur ein Berliner Herz (ja, meine Lieben, ich habe Heimweh...), sondern auch ein Wissenschaftlerherz.
Ich habe in den letzten Monaten mit meinem Vater über einen Kalibrationssensor nachgedacht und seine Halterung am Ende mit FreeCAD gezeichnet. Das hat mir wahnsinnig viel Spaß gemacht, so viel, daß ich mich nun mehr mit Python (ua in Form der Enthought Python Distribution) beschäftigen will. Und mir gezeigt, daß ich mir durchaus vorstellen kann, etwas in Sachen ich-AG in Sachen Meßtechnik zu tun.
Zusätzlich dazu hat mein ehemaliger Diplomant mich vor einigen Wochen angeschrieben und nach einigen Details zum Thema Analyse von thermischen Desorptionsspektren gefragt. Da habe ich wieder Blut geleckt, und seitdem ist das Wissenschaftsfieber wieder da.
Es gibt zwei, drei Dinge, die ich meinethalben auch in der Freizeit machen kann (alte Paper fertigschreiben bzw Co-Autoren in den Hintern treten, ihren Teil der Vereinbarung einzulösen, eine Idee weiterverfolgen und sehne, ob sie papertauglich wird), und generell würde ich, zumindest für einige Zeit, als Postdoc wieder in die Wissenschaft zurückkehren, mit einer Stelle in Berlin.
In der Hinsicht, in Tradition der Frontberichte von 2007 und 2012 bitte ich hiermit um Rückversetzung an die Front! Und um euer Gebet, daß aus diesem Ziel was wird.
Sonntag, September 15, 2013
Donnerstag, September 05, 2013
Das verweigerte Heil
Ich war nun eine ziemlich lange Zeit nicht beichten. Das ist zu einem großen Teil meine Schuld, da ich am Samstag es immer wieder nicht schaffte, zur Beichte zu gehen. Man kann mir dabei sicherlich eine gewisse Lauheit vorwerfen. Ein weiteres Problem ist sicherlich, daß ich hier in Jena nicht den Beichtvater habe, den ich in Berlin kennen- und schätzenlernte (Grund zur Rückkehr nach Berlin Nr 321).
Jedoch gab es nun auch einige Gründe, bei denen ich nicht auf meiner Seite die Schuld sehe, und darüber würde ich gerne heute meckern:
- Vor einigen Wochen war ich mit meiner Liebsten in München. Wir waren rechtzeitig zu einer Beichtzeit in einer Gemeinde, jedoch waren vor uns zwei ältere Damen, die anscheinend ihre Lebensbeichten ablegen mußten. Das kann ich ihnen nicht verübeln, jedoch fand ich es dann doch schade, daß der Priester nach der zweiten Beichtenden an uns vorbeiging, wissend, daß wir nicht einfach so da sitzen. Ja, natürlich, die Beichtzeit war vorbei, aber hm... hätte er nicht mal fragen können, ob wir Lebensbeichten planen?
- Letztes Wochenende waren wir in Köln und wollten eine Beichtgelegenheit in einer Gemeinde wahrnehmen. In der Gemeinde fand jedoch eine Taufe und eine goldene Hochzeit statt. Das ist sicherlich Ausnahmesituation, aber auch schade. Kam man wieder nicht dazu.
- Heute war ich zu einem neu eingerichteten Beichttermin in meiner Gemeinde. Es hieß, daß es nun auch am Donnerstag nachmittags, 17:30-17:50 eine Beichtgelegenheit geben würde. Ok, Philmän war da, hörte bei dem Rosenkranz zu, betete mit, der Priester betrat um halb sechs wie erwartet die Kirche UND.... ... dann bereitete er die Messe vor. Er hat sich nicht in das Beichtzimmer gesetzt oder ähnliches. Ich dachte mir, daß ich warte, vielleicht setzt er sich später in das Beichtzimmer bzw den Beichtstuhl, aber Fehlanzeige. Klar, natürlich, jeder kann jetzt sagen "hätteste ihn mal angesprochen", aber erstens konterkariert das dem Gedanken einer anonymen Beichte, zweitens sehe ich in einer eingerichteten Beichtgelegenheit etwas anderes als eine "Möglichkeit nach Anfrage", die es ja angeblich immer gibt.
Ich möchte den jeweiligen Priestern absolut nicht das schlimmste unterstellen, und ja, Taufen, goldene Hochzeiten etc pp, das sind alles wichtige Daten. Aber in der Beichte geht es um die Versöhnung mit Gott, darum, daß die Seele wieder weißer als Schnee sein kann - und ja, letztendlich um das Seelenheil des Beichtenden. Ist es wirklich so unwichtig, daß man immer wieder Beichtwilligen die Tür vor der Nase zuknallt, wegen gesellschaftlichen Verpflichtungen überhaupt nicht kann (nota bene: nicht wenige Gemeinden haben neben dem Priester einen Kaplan) oder selber zum Beichttermin eigentlich nicht erscheint (bzw so als würde es einen selbst nicht kümmern)? Was soll das?
UPDATE: Grandiose Episoden in der Geschichte der Menschheit müssen sich wiederholen, weshalb es heute auch keine Beichte gab. Sicher, es gab viel vorzubereiten - eine Firmung und eine Taufe gab es heute in der Vorabendmesse - aber nochmal: Es gibt zwei Priester in der Gemeinde. Streng genommen sogar drei. Und diesmal war der ehemalige Kaplan zu Gast. Also gab es letztlich vier.
Jedoch gab es nun auch einige Gründe, bei denen ich nicht auf meiner Seite die Schuld sehe, und darüber würde ich gerne heute meckern:
- Vor einigen Wochen war ich mit meiner Liebsten in München. Wir waren rechtzeitig zu einer Beichtzeit in einer Gemeinde, jedoch waren vor uns zwei ältere Damen, die anscheinend ihre Lebensbeichten ablegen mußten. Das kann ich ihnen nicht verübeln, jedoch fand ich es dann doch schade, daß der Priester nach der zweiten Beichtenden an uns vorbeiging, wissend, daß wir nicht einfach so da sitzen. Ja, natürlich, die Beichtzeit war vorbei, aber hm... hätte er nicht mal fragen können, ob wir Lebensbeichten planen?
- Letztes Wochenende waren wir in Köln und wollten eine Beichtgelegenheit in einer Gemeinde wahrnehmen. In der Gemeinde fand jedoch eine Taufe und eine goldene Hochzeit statt. Das ist sicherlich Ausnahmesituation, aber auch schade. Kam man wieder nicht dazu.
- Heute war ich zu einem neu eingerichteten Beichttermin in meiner Gemeinde. Es hieß, daß es nun auch am Donnerstag nachmittags, 17:30-17:50 eine Beichtgelegenheit geben würde. Ok, Philmän war da, hörte bei dem Rosenkranz zu, betete mit, der Priester betrat um halb sechs wie erwartet die Kirche UND.... ... dann bereitete er die Messe vor. Er hat sich nicht in das Beichtzimmer gesetzt oder ähnliches. Ich dachte mir, daß ich warte, vielleicht setzt er sich später in das Beichtzimmer bzw den Beichtstuhl, aber Fehlanzeige. Klar, natürlich, jeder kann jetzt sagen "hätteste ihn mal angesprochen", aber erstens konterkariert das dem Gedanken einer anonymen Beichte, zweitens sehe ich in einer eingerichteten Beichtgelegenheit etwas anderes als eine "Möglichkeit nach Anfrage", die es ja angeblich immer gibt.
Ich möchte den jeweiligen Priestern absolut nicht das schlimmste unterstellen, und ja, Taufen, goldene Hochzeiten etc pp, das sind alles wichtige Daten. Aber in der Beichte geht es um die Versöhnung mit Gott, darum, daß die Seele wieder weißer als Schnee sein kann - und ja, letztendlich um das Seelenheil des Beichtenden. Ist es wirklich so unwichtig, daß man immer wieder Beichtwilligen die Tür vor der Nase zuknallt, wegen gesellschaftlichen Verpflichtungen überhaupt nicht kann (nota bene: nicht wenige Gemeinden haben neben dem Priester einen Kaplan) oder selber zum Beichttermin eigentlich nicht erscheint (bzw so als würde es einen selbst nicht kümmern)? Was soll das?
UPDATE: Grandiose Episoden in der Geschichte der Menschheit müssen sich wiederholen, weshalb es heute auch keine Beichte gab. Sicher, es gab viel vorzubereiten - eine Firmung und eine Taufe gab es heute in der Vorabendmesse - aber nochmal: Es gibt zwei Priester in der Gemeinde. Streng genommen sogar drei. Und diesmal war der ehemalige Kaplan zu Gast. Also gab es letztlich vier.
Dienstag, August 13, 2013
Franziskus einordnen
Wie der werte Leser sicherlich mitbekommen hat, bereitet es mir Schwierigkeiten, mit Papst Franziskus warm zu werden. Ich bin als guter Papist natürlich dankbar für jedes kleine Feuerchen, was mir eben diese Wärme geben kann.
Jeder hat ja seinen Weg zu so einem Ziel; manche waren von der demütigen Haltung am ersten Tag seines Pontifikat sofort hin und weg, andere fanden sein schlichtes Auftreten gut, wieder andere beriefen sich auf die wichtige Grundwahrheit, daß er der Nachfolger Petri ist... ich denke, das alles sind gute Gründe, mir hat, zur Einordnung gerade sehr geholfen, darüber nachzudenken, aus was für einer Welt der Heilige Vater stammt. In der Hinsicht fand ich einen Artikel von Fr. Dwight Longenecker sehr lesenswert und hilfreich.
Jeder hat ja seinen Weg zu so einem Ziel; manche waren von der demütigen Haltung am ersten Tag seines Pontifikat sofort hin und weg, andere fanden sein schlichtes Auftreten gut, wieder andere beriefen sich auf die wichtige Grundwahrheit, daß er der Nachfolger Petri ist... ich denke, das alles sind gute Gründe, mir hat, zur Einordnung gerade sehr geholfen, darüber nachzudenken, aus was für einer Welt der Heilige Vater stammt. In der Hinsicht fand ich einen Artikel von Fr. Dwight Longenecker sehr lesenswert und hilfreich.
!!!SCIENCE!!! und andere Unsinnigkeiten
Ich habe ein nettes T-Shirt von xkcd. Fairerweise sei gesagt, daß ich es kaum noch anziehe - nicht, weil ich was gegen Wissenschaft habe, sondern einfach, weil man meine Plautze drunter durchgucken sieht - es ist etwas eingegangen. Als Schlafanzug-Shirt taugt es aber noch.
An sich habe ich nichts gegen solche Nerdsprüche, es ist auch schön, hinten eine Boltzmann-Verteilung zu sehen. Cool, cool.
Aber irgendwie kann ich mich mit dieser Überhöhung von Wissenschaft nicht mehr identifizieren. Es gibt Gruppen auf Facebook mit Namen wie "I fuckin love SCIENCE!" und "I believe in SCIENCE" - und das finde ich Schwachsinn, mit Verlaub.
"Hurr Durr, Phil, das liegt doch nur daran, daß Du Katholik bist" - Nö, um ehrlich zu sein, eher weniger. Es liegt vielmehr daran, was man mitbekam, wenn man im Wissenschaftsbusiness (jawohl, die Wissenschaftler arbeiten seit langem nicht mehr frei in ihren Einsteintürmchen) einige Jahre gearbeitet hat; wenn man mitbekam, wie in bestimmten Forschungsgebieten - weil sie "high-impact-science" sind - extreme Low-Level-Publikationen wahrscheinlich hektarweise Regenwald in Papierform verwandeln oder zumindest wichtigen Serverspace blockieren, wenn man sieht, was für Billig-Korrelationen zu Wissenschaft gemacht werden oder wenn man einfach sieht, wie viel Show-Business in der ach so objektiven Wissenschaft (verzeihung: !!!SCIENCE!!!) vorhanden ist. Da gibt es dann "Studien" (oh Gott, don't get me started on "Studien haben bewiesen"-Artikeln!), in denen mit Statistiken auf der Basis von kleinsten Stichproben ein kausaler Zusammenhang dahergemogelt wird, subjektive Interpretation wird mit objektiver Analyse verwechselt (Balance von dynamischen Systemen wird als intelligentes Verhalten von Objekten dargestellt) - und manchmal, wenn die Nacht lang ist, fangen auch schon mal Wissenschaftler an zu träumen (Ich denke hier an einen NASA-Wissenschaftler, der sich zu Träumereien hinreißen läßt, daß vielleicht Außerirdische uns helfen, den Wahn Religion hinter sich zu lassen).
Oder mein aktueller Liebling: "Everything makes sense in the light of evolution". Ein Satz, den ich in verschiedenen Zusammenhängen - von Biologie über Sport,Lifestyle und Ernährung - gehört habe. "Everything makes sense in the light of evolution"... was sagt das genau aus? Oder anders gefragt: Für welche Formen von Denkstrukturen gilt das? Richtig: Für Religionen und Ideologien. Statt obigen Satz kann ich als Katholik behaupten "Everything makes sense in the light of Christ". Jeder Astrologe, der was auf sich hält, wird mir sagen, daß alles - zwischenmenschliche Beziehungen, Gemütszustände, die Politik und die Wirtschaft - im Licht der Sterne Sinn macht. Was lernen wir daraus? Wenn im Licht der Evolution (oder der !!!SCIENCE!!!) alles Sinn macht - ist es, als naturwissenschaftliche These, nicht wirklich brauchbar. Theorien, die an Grenzen stoßen, sind anfechtbar und damit falsifizierbar.
Hasse ich nun Wissenschaft? Nö, überhaupt nicht. Was ich liebe, was ich verehre, ist gute Wissenschaft. Gute Wissenschaft bringt die Welt voran, erweitert die Grenzen unserer Kenntnis von der Welt, bekämpft Probleme auf der Welt - wunderbar. Gute Wissenschaft wird uns helfen, unsere Energieprobleme zu lösen, uns den Flug zum Mars ermöglichen und uns erklären, warum Erdnußbutter und Schokolade so grandios zusammenpaßt. Grandios.
Gerade aber weil ich gute Wissenschaft nicht nur liebe, sondern sie für die Weiterentwicklung der Menschheit für essentiell erachte, hasse ich schlechte Wissenschaft. Deshalb bekomme ich schon bei dem Satzanfang "Studien haben bewiesen" regelmäßig einen Hals (analog bei englischen Artikeln, wenn es "Science says" heißt. Diese Dünnbrettwissenschaft, diese mangelhaften Studien, die tendenziös bis zum Umfallen sind, diese als Naturwissenschaft mißinterpretierte Ideologie sehe ich als Grund dafür, daß es nicht nur unter Christen, sondern auch immer mehr unter Atheisten Mensche gibt, die mit Naturwissenschaft nichts anfangen können. "Ja, ja, Rauchen ist gesund, gezeichnet Doktor Marlboro!", "Ist mir egal, was Wissenschaftler xyz sagt, ich halte an meiner Meinung fest", "Wie sollen Leute den Gasgehalt vom Sirius erkennen - die waren doch nie da!" - solche Sprüche kommen durch schlechte Wissenschaft auf.
Die Ablehnung von Naturwissenschaft, die sich mancherorts breitmacht, kommt durch die Überhöhung von !!!SCIENCE!!!, die von manchen Leuten betrieben wird. Leute, setzt euch für gute Wissenschaft ein, aber nicht für einen Götzen namens Wissenschaft!
Aber irgendwie kann ich mich mit dieser Überhöhung von Wissenschaft nicht mehr identifizieren. Es gibt Gruppen auf Facebook mit Namen wie "I fuckin love SCIENCE!" und "I believe in SCIENCE" - und das finde ich Schwachsinn, mit Verlaub.
"Hurr Durr, Phil, das liegt doch nur daran, daß Du Katholik bist" - Nö, um ehrlich zu sein, eher weniger. Es liegt vielmehr daran, was man mitbekam, wenn man im Wissenschaftsbusiness (jawohl, die Wissenschaftler arbeiten seit langem nicht mehr frei in ihren Einsteintürmchen) einige Jahre gearbeitet hat; wenn man mitbekam, wie in bestimmten Forschungsgebieten - weil sie "high-impact-science" sind - extreme Low-Level-Publikationen wahrscheinlich hektarweise Regenwald in Papierform verwandeln oder zumindest wichtigen Serverspace blockieren, wenn man sieht, was für Billig-Korrelationen zu Wissenschaft gemacht werden oder wenn man einfach sieht, wie viel Show-Business in der ach so objektiven Wissenschaft (verzeihung: !!!SCIENCE!!!) vorhanden ist. Da gibt es dann "Studien" (oh Gott, don't get me started on "Studien haben bewiesen"-Artikeln!), in denen mit Statistiken auf der Basis von kleinsten Stichproben ein kausaler Zusammenhang dahergemogelt wird, subjektive Interpretation wird mit objektiver Analyse verwechselt (Balance von dynamischen Systemen wird als intelligentes Verhalten von Objekten dargestellt) - und manchmal, wenn die Nacht lang ist, fangen auch schon mal Wissenschaftler an zu träumen (Ich denke hier an einen NASA-Wissenschaftler, der sich zu Träumereien hinreißen läßt, daß vielleicht Außerirdische uns helfen, den Wahn Religion hinter sich zu lassen).
Oder mein aktueller Liebling: "Everything makes sense in the light of evolution". Ein Satz, den ich in verschiedenen Zusammenhängen - von Biologie über Sport,Lifestyle und Ernährung - gehört habe. "Everything makes sense in the light of evolution"... was sagt das genau aus? Oder anders gefragt: Für welche Formen von Denkstrukturen gilt das? Richtig: Für Religionen und Ideologien. Statt obigen Satz kann ich als Katholik behaupten "Everything makes sense in the light of Christ". Jeder Astrologe, der was auf sich hält, wird mir sagen, daß alles - zwischenmenschliche Beziehungen, Gemütszustände, die Politik und die Wirtschaft - im Licht der Sterne Sinn macht. Was lernen wir daraus? Wenn im Licht der Evolution (oder der !!!SCIENCE!!!) alles Sinn macht - ist es, als naturwissenschaftliche These, nicht wirklich brauchbar. Theorien, die an Grenzen stoßen, sind anfechtbar und damit falsifizierbar.
Hasse ich nun Wissenschaft? Nö, überhaupt nicht. Was ich liebe, was ich verehre, ist gute Wissenschaft. Gute Wissenschaft bringt die Welt voran, erweitert die Grenzen unserer Kenntnis von der Welt, bekämpft Probleme auf der Welt - wunderbar. Gute Wissenschaft wird uns helfen, unsere Energieprobleme zu lösen, uns den Flug zum Mars ermöglichen und uns erklären, warum Erdnußbutter und Schokolade so grandios zusammenpaßt. Grandios.
Gerade aber weil ich gute Wissenschaft nicht nur liebe, sondern sie für die Weiterentwicklung der Menschheit für essentiell erachte, hasse ich schlechte Wissenschaft. Deshalb bekomme ich schon bei dem Satzanfang "Studien haben bewiesen" regelmäßig einen Hals (analog bei englischen Artikeln, wenn es "Science says" heißt. Diese Dünnbrettwissenschaft, diese mangelhaften Studien, die tendenziös bis zum Umfallen sind, diese als Naturwissenschaft mißinterpretierte Ideologie sehe ich als Grund dafür, daß es nicht nur unter Christen, sondern auch immer mehr unter Atheisten Mensche gibt, die mit Naturwissenschaft nichts anfangen können. "Ja, ja, Rauchen ist gesund, gezeichnet Doktor Marlboro!", "Ist mir egal, was Wissenschaftler xyz sagt, ich halte an meiner Meinung fest", "Wie sollen Leute den Gasgehalt vom Sirius erkennen - die waren doch nie da!" - solche Sprüche kommen durch schlechte Wissenschaft auf.
Die Ablehnung von Naturwissenschaft, die sich mancherorts breitmacht, kommt durch die Überhöhung von !!!SCIENCE!!!, die von manchen Leuten betrieben wird. Leute, setzt euch für gute Wissenschaft ein, aber nicht für einen Götzen namens Wissenschaft!
Montag, August 12, 2013
#liebwargestern
Ein Klatsch- und Tratsch-Magazin namens InTouch hat ne neue Werbekampagne.
Könnse haben. Das Motto ist "lieb war gestern" - frei nach dem Motto "Gute Mädchen kommen in den Himmel, böse überall hin".
Letzteres ist auch ein unsäglich beklopptes Motto. Erstens: Ja, Böse kommen zum Beispiel auch in die Hölle, zweitens ist mir diese Glorofizierung des Arschlochdaseins zuwider. Das kommt von denselben Leuten, die "Nett ist der kleine Bruder von Scheiße" sagen. Oh ja, stimmt, wer haßt denn nicht nette Leute (Antwort: eigentlich jeder, der Freunde hat und sich auf sie verlassen kann). Aber halten wir uns nicht mit diesem Sprüchlein einer inzwischen doch in die Jahre gekommenen Emanze auf, reden wir über die Werbekampagne selbst, oder eher um einen Spruch in derselben.
In Touch machen dann mit einer selbstbewußten jungen Dame Werbung, die mit kessem Kurzhaarschnitt selbstbewußt in die Kamera blickt (so weit, so gut!), während danebem folgendes steht:
Vielleicht kommen wir in die Hölle. Aber wenn, dann mit VIP-Bändchen und Freigetränk.Aha. Also, die Hölle verleugnen, nicht für wahr haben wollen, zu sagen, daß man nicht glauben kann, daß es bei einem liebenden Gott eine solche gibt - das alles kann ich nachvollziehen. Aber damit kokettieren? Habt ihr denn sie noch alle? Dahin hat uns also alle Froh- statt Drohbotschaft gebracht? Ich wollte hier eigentlich provozierend Ausschnitte aus dem Film Event Horizon bringen, die eine, na ja, recht erschütternde Illustration der Hölle bieten. Ich wollte aber die eher sanftmütigeren unter den Besuchern nicht erschrecken - einige der Bilder in diesem Film hatte ich jahrelang nicht vergessen. Sicherlich sind diese Illustrationen nicht die Hölle, sicherlich sind sie kitschig, aber solche Bilder, wie letztlich auch die Darstellungen der Hölle in Dantes göttlicher Komödie können helfen, eine heilsame Furcht zu vermitteln, klar zu machen, daß die Hölle, das Böse, nichts ist, mit dem man spaßen sollte. Statt dieser Filmausschnitte dachte ich, poste ich mal eine Höllenpredigt, dank Frohbotschaften gibt es das ja heutzutage recht wenig: The Little Number of Those Who Are Saved by St. Leonard de Port Maurice ist eine aufschreckende Predigt, die den Ernst der Lage klar macht und (und das fand ich das genuin christliche) versöhnlich endet. Frohbotschaft statt Drohbotschaft ist eben nicht die Lösung, wohl aber Drohbotschaft und Frohbotschaft.
Verurteilung von Amtsträgern
Primär für mich und andere, die nicht 100% per du mit dem aktuellen Pontifikat sind, sei dieser Post aus den Archiven geholt: Franz von Sales über Urteile von Leuten. Darum muß man - gerade bei Amtsträgern ("Der Priester, wer immer er ist, ist ein zweiter Christus" - wie viel mehr gilt das für den Heiligen Vater!) hier wirklich sich auf die Zunge beißen, was das Urteil über die Person betrifft.
Sophophilo hat hier an eine wichtige Wahrheit erinnert, die ich mal plump so zusammenfasse: Papst bleibt Papst. Egal wer es ist, es ist der Heilige Vater, der Nachfolger Petri, der Stellvertreter Christi, der Pontifex Maximus. Da sollten wir mit Respekt und Verehrung nicht zurückstehen! Sicherlich mag es Dinge geben, die nicht gefallen, die man vielleicht auch meint, beim Namen nennen zu müssen, aber es sollte immer mit Respekt vor dem Heiligen Vater geschehen.
Unsere ästhetische Krise
Ich habe gestern über einen Strandball auf dem Altar gesprochen. Dort habe ich primär die Frage gestellt, wie wohl so mancher reagiert hätte, wenn Zollitsch diese Geste getan hätte. Ich möchte jedoch kurz klären, was ich generell an einem Strandball auf einem Altar auszusetzen habe. Sicherlich kann man sagen, daß dieser Strandball auf dem Altar ein Symbol dafür ist, daß man dem Herrn diesen Weltjugendtag bzw die Früchte desselben ihm aufopfert, ihm weiht. Dagegen ist nichts zu sagen, das ist vollkommen zu begrüßen. Ebenso ist ein kleines Detail, was in der Debatte oft ignoriert wird, mehr als nur zu begrüßen, nämlich, daß uns Heiliger Vater zehn Minuten im stillen Gebet verharrte. Das ist ein wirkliches Zeichen und hat mich sehr gefreut.
Ich muß aber sagen, daß ich mit einem Strandball als Symbol Probleme habe (und mit dem T-Shirt). Warum? Ich werde vielleicht mal ausholen.
Die Osternacht haben meine Frau und ich in der Peterskirche von Lobeda gefeiert. Das ist ein Kirchengebäude der Lutheraner und hier sieht man letztlich wirklich gelebte Ökumene: Weil unsere Pfarrkirche zu klein ist, leihen die Lutheraner uns Raum. Das ist doch wirklich schön!
A propos schön: Die Peterskirche ist auch was feines. Selbst Maria war da (Da ich mit ipohne allein photografiere und auch sonst kein guter Photograf bin, verzeihe man mir die Qualität der Photos. ):
Sicherlich, sie war leicht verwaschen, sicherlich hatten die Lutheraner mit einer großen Darstellung von Maria Schwierigkeiten.
Und Symbole für die Evangelisten(?) waren auch noch sichtbar:
Hier zeigt sich übrigens, daß die lutheranische Gemeinde ihre Kirche wirklich wieder wie früher Restaurieren will - da hoffe ich doch mal auf das Bild der Gottesmutter! Way to go, Geschwister in Christo!
Doch selbst die "rein lutheranische" Kunst von anno dazumal brauchte sich nicht zu verstecken:
Ein sehr frommes Bild, und vielleicht würden es manche strengen Lutheraner von früher ungern hören: Es hat was ikonographisches an sich. Toll! Wunderschön und tiefsinnig! Bilder, in denen man sich verlieren kann, die zum Gebet einladen! So muß es sein!
Anscheinend wollt einige Leute heutzutage auch etwas zu der Schönheit der Kirche beitragen. Und so geschah es dann auch:
Wow. I am awestruck.
Es wird noch toller. Ja, fairerweise sind die Photos von den Kindern possierlich - daß sie mit Tesafilm an die Säulen angebracht wurden, macht bloß auch hier den Eindruck nicht gerade perfekt.
Schließlich wurden auch bestehende Kunstwerke innovativ verschönert:
Nicht, daß das Kreuz nun die schönste Kreuzigungsdarstellung der Welt ist, aber glaubte man wirklich, sie durch zwei Regenbogenfarbene Banderolen zu perfektionieren?
Irgendwie fand ich das Gesehene schon damals symptomatisch für den Verlust an Kunst in unseren Kirchen. Es werden irgendwelche schnellen Pseudokunstwerke geschaffen und diese dann, wenn überhaupt, mit Billigsymbologie legitimiert. Wie hat mir ein Pfarrer mal bezüglich eines Altarbildes, was aus bunten Tupfern bestand gesagt? "Die Buntheit steht für die frühlingshafte Fröhlichkeit der Auferstehung!" Joa.
Ich mein, wir haben einen über Jahrhunderte gewachsenen Schatz an Symbolen - deutlich mehr als Wasser, Brot und Wein - und Künstler seinerzeit haben sich anscheinend, den Bildern nach zu urteilen, etwas mehr als eine halbe Stunde Zeit genommen.
Ich will ja gar nicht sagen, daß solche Bilder gar nichts in kirchlichen Bereichen zu suchen haben (bin aber nahe dran), aber mir wird diese Form von Billigkunst (die teilweise dadurch legitimiert wird, daß man sie mit den Kindern gemeinsam gemacht hat) etwas viel. Ja, es ist billig. Und uns sollte der Raum Gottes mehr wert sein. Ich mein, bitte, im Augenblick haben Comiczeichner bei DC und Marvel (oder Covergestalter für Perry Rhodan) es besser drauf, inhaltreiche Bilder zu malen als die Christen.
Um hier wieder den Bogen zurück zu spannen: Das ist es, was mich primär an der Geste mit dem Strandball und dem T-Shirt stört. Ja, sicherlich stehen dahinter Symbole, es ist sicherlich das WYD-Logo auf dem Ball drauf, aber - hätte man hier nicht etwas mehr machen können?
Dazu kommt noch folgendes: Man sollte doch versuchen, sich der Umgebung, in der das Kunstwerk entsteht, anzupassen. Mir kommen diese Zusätze aus heutiger Zeit zu altehrwürdiger Sakralkunst - seien es jetzt Strandbälle auf marmornen Altären, seien es Ballonbuchstaben in hübschen Kirchen - immer so vor wie eine katholische Version von Steven Spielbergs Star Wars Special Edition. Und das muß doch nicht sein!
Sonntag, August 11, 2013
Catholic Nerdbones == tickled
Ein Priester, der, wie Father Z. berichtet, generell wahnsinnig aktiv ist, hat eine Beicht-App herausgebracht.
Beichtapp?
BEICHTAPP?
WHAT THE CANOODLE, PHIL!?!? Hatte nicht mal irgendein Nicht-so-ganz-Katholik eine Seite geschrieben, auf der man online "beichten" konnte? Ist das wieder sowas ähnliches?
Keine Sorge, das ist was anderes: MyConfessor gibt Bescheid, ober der Priester (Fr. Heilman) gerade zum Beichtgespräch verfügbar ist. So weit, so gut, möchte man meinen, aber was interessiert mich in Lobeda, wenn ein Priester in Amerika zum Beichten verfügbar ist? Nun, das Programm ist mit Google Maps verlinkt, so daß Priester sich dort verlinken und als "verfügbar" labeln können. Das ist einerseits für mich, wenn ich auf Reisen bin, klasse, zweitens könnte das zu flexibleren Beichtzeiten führen (Sa 17-18h und Di 9-10h, wie in meiner Gemeinde sind vllt etwas knapp), drittens könnten Priester, die selbst auf Reisen sind, die nutzen, um Katholiken in der Umgebung auf das Angebot hinzuweisen.
Außerdem: Eine App, die quasi ein Social Network in Sachen Beichtgelegenheiten ist, ist so friggin geeky, daß ich es einfach unterstützen muß.
Find ich jedenfalls klasse und werde dementsprechend Elsas Bitte voll und ganz unterstützen. Elsa sei auch dafür gedankt, mich darauf aufmerksam gemacht zu haben.
Fanziskaner der Immaculata on wheels
Mal ganz von der aktuellen Ritendebatte abgesehen, das ist doch grandios!
Dubstep, Bettelorden, Skateboard... YAY!
(Quelle:Fr. Z)
Samstag, August 10, 2013
Nur mal als Gedankenspiel....
... wie würde kath.net und manche aus der Blogozese reagieren, wenn nicht Papst Franziskus, sondern, sagen wir mal Erzbischof Zollitsch (wie ich mal skizzenhaft dargestellt habe) nach dem Weltjugendtag einen Strandball auf einen Altar gelegt hätte? Und wenn das ganze, sagen wir mal vor einem Jahr geschehen wäre, noch zu Zeiten von Benedikt XVI?
Ich möchte hier weniger den Heiligen Vater angreifen - auch wenn ich die Geste nicht gut fand (bis auf das zehnminütige Gebet in Stille). Ich möchte auch weder kath.net noch meinem Lieblingsblogozesenpater Alipius vor den Karren fahren, mich wundert einfach nur, warum Dinge, die bei anderen ein Unding wären, bei Franziskus teilweise nicht nur ok, sondern manchmal auch angeblich grandios sind. Das erscheint mir wenig konsistent.
Vielleicht ist es aber auch so, daß durch das Beispiel von Franziskus man selbst sanftmütiger wird - Alipius drückt etwas ähnliches aus -, in der Hinsicht bin ich gespannt, wie man bei etwaigen Entgleisungen eines Zollitsch oä in Zukunft reagieren würde.
Poetry time!
Wenn ich auf der Arbeit am Computer sitze - was passieren kann - und Ionentrajektorien simuliere oder was sonst auf meiner To Do-List steht, höre ich gerne etwas nebenbei. Seit einigen Monaten höre ich kaum noch Musik, und so höre ich einerseits dank meiner Frau das Silmarillion, Catholic Answers - und desöfteren gerne Howl von Allen Ginsberg. Ich finde, dieser lange Text zeigt sehr gut, daß man eine Art Gedicht ohne Reime schreiben kann, ohne nach einem israelkritischen Günter Grass oder einem "spirituellen" Schreiber moderner Gedichte zu klingen. Während letztere sich lesen wie
Prosatexte,
bei denen einfach
zu häufig auf die
Returntaste
gedrückt wurde,
ist hier erstens die Sprache durchaus stark - nicht jeder Text fängt mit einem so grandiosen Opener an wie
"I saw the best minds of my generation destroyed by
madness, starving hysterical naked,
dragging themselves through the negro streets at dawn
looking for an angry fix"
Zum zweiten gibt es durchaus Strukturen; im zweiten Part, wenn gefragt wird, was die Menschen zerstörte, wird Moloch mit diversen, sich in der Struktur ähnelden Ausrufen charakterisiert und schließlich, im dritten, im versöhnlichen Part, wird auf einen dieser zerstörten Menschen - Carl Solomon - Bezug genommen:
I'm with you in Rockland
where you're madder than I am
I'm with you in Rockland
where you must feel very strange
I'm with you in Rockland
where you imitate the shade of my mother
I'm with you in Rockland
where you've murdered your twelve secretaries
I'm with you in Rockland
where you laugh at this invisible humor
Irgendwie hat mir dieser Text gezeigt, daß man durchaus ein "modernes" Gedicht schreiben kann - ohne ein Machwerk wie das damalige von Grass zu verfassen.
Und warum sowas auf diesem Weblog landet? Nun, ich könnte bemühen, daß die Beat generation, von der Ginsberg ein wichtiger Vertreter war, sich als beatified generation sah, und über Umwege versuchen, einen Bezug zum Katholischen herzustellen. Aber das wäre gelogen - ich sag ganz einfach dreist: Das ist mein Blog, ick kann machen was ick will ;) Nee, ernsthaft, ich wollte eh desöfteren wieder Schwank aus Leben-Posts bringen.
Intelligenz unbrauchbar?
In fact, that kind of reactionary anti-intellectualism is what’s driven Catholic culture into the ground, leaving us with a pietistic, Precious Moments-style faith with all the marrow sucked from it. It refuses to ask hard questions and make challenging inquiries because “intrigue is one of the enemy’s tools,” ...Quelle: God and the machine, in einem Teil der Artikelserie über die Wurzeln von (oh the horror) Tarot Ich möchte hier jetzt nichts über die Artikelserie schreiben - dazu müßte ich sie noch lesen - aber das oben genannte Zitat halte ich für generell wichtig. Vor einigen Jahren traf ich mich mit einem Freund des Opus Dei in Berlin. Jener war inzwischen Leiter eines Studentenhauses und hat mit der Truppe eine Reise nach Berlin unternommen. Wir sind also alle zusammen in eine Bar gegangen, haben uns unterhalten und gutes Bier getrunken - was man eben so als Katholik macht. Mit einem der jüngeren Leute - ein Wirtschaftsstudent, wenn ich mich recht erinnere - habe ich mich länger unterhalten - bis er die Bombe fallen ließ: Er glaube nicht an das heliozentrische Weltbild. Ich fragte ihn, auf welcher Basis er weiterhin am geozentrischen festhalte, und er erklärte mir, daß er der Bibel mehr glaube als der Wissenschaft und die Kirche habe ohnehin das Heliozentrische Weltbild als nur nicht dem Glauben widersprechend erklärt - keineswegs als das korrekte Weltbild. Als ich weiterbohrte, was zu Bessel und Struve und Henderson zu sagen ist, sagte er, diese hätten keine religiöse Autorität. Die drei genannten haben im 19. Jahrhundert durch die Entdeckung der Parallaxenbewegung von Fixsternen letztlich das Heliozentrische Weltbild bewiesen. Die Parallaxenbewegung wurde schon zu Gallileis Zeiten von einigen Jesuiten als Kritik am Heliozentrischen Weltbild angebracht: Wenn sich wirklich die Erde um die Sonne drehen würde, müßte man dann nicht eine Relativbewegung der Sterne sehen können. Gallilei hatte damals kein Gegenargument - einfach weil die immense Entfernung der Sterne für damalige Menschen noch unvorstellbar war. Jahrhunderte später konnte diese Relativbewegung detektiert werden. Vielleicht bin ich ein zu arroganter Naturwissenschaftler, aber ich habe dann das Thema gewechselt, da mir der freundliche Herr dann doch etwas verbohrt vorkam; er ließ nicht nur kein Argument von Nicht-Katholiken gelten, sondern kein Argument gegen das geozentrische Weltbild im allgemeinen. Oder nein, noch schlimmer: Er verschloß die Augen vor den Argumenten und machte aus einer Tatsache eine Meinung - gegen die er sich auch entscheiden konnte, wenn er denn wollte. Ähnliches habe ich manchmal bei einem bestimmten Typ von Kreationisten gesehen (überflüssig zu sagen, daß der zitierte Herr ein Vertreter derselben war), daß Leute, nur weil sie es schöner finden würden, daß Gott die Welt in sechs Tagen erschaffen hat, daran glauben. Sie versuchen nicht (wie andere Vertreter des Kreationismus), ihre These zu belegen, das interessiert sie nicht. Sie lassen einem sogar den "Glauben" an die Evolution und verlangen vom Gegenüber dasselbe. Nicht, daß ich etwas gegen einen gewissen Pluralismus habe und nicht, daß ich jetzt irgendwie wie ein zelotischer Wissenschaftler die Foren der Kreationisten durchkämme, aber hier sehen wir letztlich eine Art Relativismus von rechts (wenn man stupide im links-rechts-Schema denken will): Während Modernisten meinen, jeder darf halt "sein Bild von Gott" haben, gibt es unter manchen Traditionalisten und Pietisten Leute, die meinen, jeder darf halt "sein Bild von der Welt" haben. Gerade bei diesem Relativismus von rechts sehe ich da doch eine Art Zwiespalt; man glaub an einen absoluten Gott, der sich den Menschen offenbart hat und das auch immer noch tut, aber an eine Welt, die wir letztlich nicht erfassen können - weshalb jeder die Sicht der Welt halten kann wie ein Dachdecker. Ist das die Sicht der Welt, die einen Albertus Magnus oder einen Lemaitre angetrieben hat? Es gibt jedoch noch ein anderes Problem, und das ist die Glocke, die bei mir geklingelt hat, als ich obiges Zitat las: Durch eine solche Haltung wird Glaube umdefiniert. "Ich glaube halt, daß die Erde im Zentrum des Sonnensystems steht, aber du kannst gern Deiner Meinung sein" - Glaube wird Meinung. Ist das nicht der Denkfehler, den Pastafari und Konsorten tun, wenn sie meinen "Na, dann ich ja auch an ein Fliegendes Spaghettimonster glauben"? Gott ist der Schöpfer der sichtbaren und der unsichtbaren Welt - die sichtbare Welt ist sogar als erste im Credo genannt! Und glauben wir wirklich, daß dieser Gott, der die Welt erschuf, diese als unwichtig erachtet? Gott setzte alles an seinen Platz, er , der Treue und Wahrhaftige, die Wahrheit selbst - dann sollte uns doch die innere Ordnung dieser Welt interessieren! Und ich denke, daß das die katholischen Wissenschaftler durch die Jahrhunderte angetrieben hat - und keine einfache Meinung. Es wäre in der Hinsicht sehr gut und sehr wichtig, wenn innerhalb der Christenwelt sich diese Art von "Ich bilde mir meine Meinung über die Gestalt der Welt" überwunden wird.
Freitag, August 09, 2013
Tolle, lege
Ich weiß gar nicht, ob für dieses Magazin in der Blogozese schon genügend Werbung gemacht wurde, jedenfalls lest Regina!
Regina Mag versteht sich als katholisches Magazin, daß das Wahre, Gute und Schöne im Rahmen der kirchlichen Tradition und unseres Verstandes sucht. Man sollte zwar den Alten Ritus nicht gerade hassen, aber selbst wenn man kein extraordinärer Aficionado, sondern ein regulärer, konservativer Katholik ist, kommt man in den Artikeln voll auf seine Kosten. Themen? Sure they have:
- A Christ - Centerd Approach to Fitness
- The Secret Catholic Insiders Guide: Affordable, Catholic Rome
- Desire and Chastity (Suddenly being covered up is sexier than showing skin)
- Chestertons' secret people - the english catholics
- The Ancient Legend of Lindisfarne
Man sieht also, breit gestreute Themen nicht nur rund um den Glauben, sondern eher darauf, wie der Glaube auf Leben und Kultur abfärbt und jene prägen kann. Ich habe jedenfalls das Lesen bisher sehr genossen und möchte es euch nicht vorenthalten. Es haut für mich in eine änliche Kerbe wie Dappled Things - was auch sehr empfehlenswert ist.
Nun habt ihr, wenn ich schon nicht ständig was schreibe, mal wieder was zu lesen! Aber Phil, werden manche Leser jetzt fragen, was kann ich lesen, wenn ich mal Lachen will? Dann kann ich Eye of the tiber empfehlen, quasi ein Postillon der Katholiken. Ich muß zugeben, daß ich nicht bei allen Dingen lachen kann, ja, sie schießen manchmal über das Ziel hinaus, manches wirkt gezwungen - eben die KRankheiten, die Satire so an sich hat. Andere Artikel sind jedoch dann sehr lesenswert und amüsant (Liturgiemißbrauch durch Stolpern, Gottes Werk und der Gremien Beitrag, um mal zwei Beispiele), außerdem mußte ich dann doch über die Gebetsbitte schmunzeln:
"Please pray for a co-worker of mine who sneezed a moment ago, that God will bless him during this time of difficulty."
Sonntag, Juli 21, 2013
Lebenszeichen
Nein, der Weblog ist noch nicht tot! (mit der ÜBerschrift ist dieser Satz nicht ganz im Kontext zu lesen ;). Wobei ich gestehen muß, darüber nachzudenken. Ich merke, wie man leicht erkennen kann, seit Monaten quasi eine Blog-Blockade (eine Blogade sozusagen) und kann nicht wirklich was schreiben. Wenn ich es tu, bin ich größtenteils danach mit den Beiträgen unzufrieden. Wenn ich mir die Entwicklung der Beiträge ansehe, wurden diese in letzter Zeit mit Ausnahmen ernsthafter, es fehlte entweder das Feuer oder das Nerdtum. Es wäre schön, wenn sich hier wieder was tun würde.
Wenn der geneigte Leser Interesse hat, kann ich ja mal etwas von meinen Versuchen, How to host a dungeon (quasi ein Dungeon-Generator, übrigens auch von einem Katholiken) als kleine Programmierübung in Lua zu implementieren, erzählen. Hat weniger mit Glauben zu tun, ist aber immerhin vernerdet.
Ich weiß noch nicht den Weg in die Zukunft, vielleicht werde ich einfach einige Zeit weiter auf Sparflamme köcheln, vllt ein anderes Weblog-Projekt beginnen oder vielleicht den Weg des Großmeisters Scipio gehen. Letzteres würde sich aber nur auf diesen Blog beschränken; auch wenn ich bei Rosarium Virginis Mariae noch seltener schreibe, werde ich es dort weiter tun. Eine gute Betrachtung braucht länge und vor allem erstmal eine Inspiration - etwas, was ich nicht alle Tage habe.
Sonntag, Juni 09, 2013
Samstag, Mai 25, 2013
Facepalm-Zitate von großen Leuten - Einstein.
Ich muß mal als Physiker etwas Dampf ablassen: Einstein. ARGH!
Seriously, ich habe den Respekt vor Albert Einstein, den man als Physiker haben sollte; er war ein großartiger Physiker. Warum wird er dann zu so ziemlich JEDEM ANDEREN THEMA zitiert? Was sollen diese ganzen Scheißhausparolen?
"Es gibt zwei Dinge, die unendlich sind - das Universum und die Menschliche Dummheit. Aber beim Universum bin ich mir nicht sicher."
Ich frage mich, ob das Zitat nicht eher in die Sparte Not even wrong haut. Die triefende Moral, die man ihm gerne beimißt - bitte, das ist doch kein ultrakluges Statement! Es würde implizieren, daß es entweder unendlich viele Menschen gibt oder daß ein Mensch unendlich dumm sein kann.
Aber Phil, das ist doch metaphorisch gemeint! Als Anklage bezüglich der Atombombe und so weiter! Metaphorisch, schön. Dann zitiert es doch nicht immer als die "Weisheit" eines Naturwissenschaftlers, "der doch die Welt viel besser versteht als wir". Zum einen. Zum zweiten: Man mag über die Entwicklung der Atombombe viel sagen, sie als teuflisch bezeichnen, als den Abgrund des Bösen, aber Dumm war sie leider nicht. Dann hätte sie nämlich nicht funktioniert.
"Wenn Bienen verschwinden, hat der Mensch nur noch vier Jahre zu Leben; keine Bienen mehr, keine Pflanzen, keine Tiere, keine Menschen mehr" - Fairerweise gewinnt das Zitat sicherlich in jüngster Zeit an Brisanz, weshalb es auch beliebige Pinnwände/Timelines/Chroniken/wie man das auch immer nu nennt auf Facebook ziert. "Der Intelligenteste Mensch der Welt sagt das, WAKE UP SHEEPLE!" blablaargh.
Ich mein, bei aller Dramatik (ich hoffe doch, daß die Biene überlebt! Ein Leben ohne Honig ist kein Leben!) ist das schwachfug. Die Bienen verschwinden nicht auf einmal. Aussterben einer Tierart passiert nicht BUMM - knallfall. Sie würde allmählich aussterben. Und die Natur würde das machen, was sie am besten kann - sich den Umständen anpassen. Dabei würden einige Pflanzen aussterben, ja, es würde zu großen Problemen kommen. Aber es würden schon allein deshalb nich alle Pflanzen sterben, weil es noch andere Möglichkeiten der Bestäubung als durch Bienen gibt (Stichwörter Anemophilie, Hydrophilie, Ornithophilie). Das ist also, sorry, ein dummer Spruch, der, ähnlich wie der obige Spruch nur zu ner triefenden "DENK MAL DRÜBER NACH"-Moral reicht.
"Logik bringt Dich von A nach B. Phantasie überall hin" - ARGH, mein absoluter Liebling zur Zeit. Erinnert von der Struktur an "Gute Mädchen kommen in den Himmel, böse überall hin" (unter anderen in die Hölle! KLASSE!). Mit Phantasie kommt man auch gut auf den Holzweg oder in den Abgrund. KLASSE! Wollte schon immer mich mal richtig verirren.
Meine Lieben: In einem formal in sich geschlossenen System kommt man durch Logik von einem beliebigen Punkt A zu einem beliebigen Punkt B. Falls man auf Grenzen dieses Systems stößt, wird man auch bspw durch Analogieschlüsse weiter kommen. In der Hinsicht kommt man durch Logik überall hin - and lo and behold, der Clou: Man weiß, wie man zu B gekommen ist. Sagen wir mal, man fragt sich, warum man grad auf dem Holzweg ist, dann weiß man - dank Logik, welche Schritte die letzten waren. Oh, mehr noch: Dank Logik kann man Leuten erzählen, wie man zum grandiosen Punkt B hingekommen ist. Bei diesem "Phantasie überall hin" antworte ich mit Null Null Schneider:
Was also ist die Rolle der viel gepriesenen Phantasie? Phil, denkst Du etwa, sie ist unnütz? Nö. Zu Wissen, wie wir von A nach B kommen, ist ja letztlich das Ende des Strebens schon. Wie wählen wir Punkt B? Hier setzt die Phantasie ein. Wir müssen oft erst einmal eine Vision, ein Ziel definieren - und hier brauchen wir Kreativität, Phantasie, Imagination. Wenn wir das aber haben, müssen wir überlegen, wie wir dahin kommen.
Kommen wir nun zum letzten Spruch im Potpourri der nervigen Sprüche. Wobei er eigentlich ein intelligenter, jedoch oft mißverstandener Spruch ist:
"Gott würfelt nicht" - wohl einer der unverstandensten Sprüche ever. Wie oft habe ich von Glaubensbrüdern ein Jubeln und von Atheisten ein Schimpfen gehört! "OHH, DER EINSTEIN SAGT GOTT!". Atheisten verhalten sich dabei wie die Meute in das Leben des Brian "Er hat Jehova gesagt!", Theisten sehen darin anscheinend eine Kurzform des Credo.
Einstein hat sich oft genug bezüglich seines (Un-)Glaubens geäußert. Dieses Zitat handelt hat jedoch keinen Bekenntnischarakter, sondern drückt einen berechtigten Einwand Einsteins gegen manche Interpretation der Quantenmechanik aus. Einstein kritisierte die Kopenhagener Interpretation ob des Ausschließens deterministischer Aussagen in Einzelprozessen. Das widersprach dem naturwissenschaftlichen Weltbild, mehr noch: wenn über die Einzelereignisse wir schweigen müßten, so die Sorge von Einstein und anderen, stellte sich die Frage, was wir überhaupt aussagen können. Das deterministische Kartenhaus wäre zusammengebrochen. Des weiteren widerspricht die Beliebigkeit der Einzelprozesse der experimentellen Evidenz. Nehmen wir dazu mal das STM(scanning tunneling microscope oder auch Rastertunnelmikroskop), eine Mikroskopiemethode, die auf dem "gespenstischen" Tunneleffekt beruht. Daß es eine "gaaaaaanz kleine Wahrscheinlichkeit" dafür gibt, daß ein Teilchen durch eine Mauer tunnelt - wie es gerne etwas banal erklärt wird. Esoteriker fangen dann gerne an, über Teleportation zu fabulieren. Es wird dann gerne gesagt, daß ein STM eben massig viele Elektronen auf diese Mauer ballert, wodurch der Prozeß sehr wahrscheinlich wird. Das ist ein wenig komisch angewandte Statistik: Wenn es wirklich nur ein willkürliches Zufallsereignis wäre, was ziemlich unwahrscheinlich wäre, dann würden STM-Firmen kein Geld verdienen, denn die Geräte wären unvorhersehbar in ihrer Qualität. Tatsächlich sind sie jedoch so gut, daß man mit ihnen nicht nur diese Barrieren überwinden, sondern bspw auch durchmessen kann - inzwischen mit einer zeitlichen Auflösung von pikosekunden.
Die Quantenmechanik hat sich seit den Tagen Einsteins und Bohrs weiter entwickelt. Und man weiß inzwischen, daß Bohr prinzipiell recht hatte - wenn man ein klassisches Teilchenbild zugrundelegt. Teilchen sind klassisch gesehen wie Sandkörner: Abzählbar und stark lokalisiert. Nun haben sich - siehe Tunneleffekt - Effekte gezeigt, in denen diese Lokalität nicht aufrecht erhaltbar ist. Mehr noch: es haben sich "Teilchen" gefunden, die nicht stark lokalisiert sind; die man einzeln nie in eine Hand nehmen könnte. Phononen - quantisierte Gitterschwingungen in einem Kristall - sind so ein Beispiel, weshalb man sie auch gern als "virutelle Teilchen" bezeichnet. Nun, diese virtuellen Teilchen kann man mit bestimmten Methoden sehen, anregen, man kann mit ihnen eine Chemie auf einer Oberfläche induzieren - ziemlich viele reale Dinge für ein Teilchen, was nicht existiert! Was uns diese Lektion lehrt, ist, daß man das klassiche Teilchenbild etwas reduzieren muß: Teilchen sind abzählbare Zustände, "mehr nicht". Wenn man das im Hintergrund hat, kann man den Tunnelprozeß deutlich besser verstehen, man sieht, daß die Quantenmechanik nicht-lokal ist, aber auch nicht beliebig. "Gott würfelt nicht", aber Gott ist allgegenwärtig. Ich darf das sagen, da ich ohnehin als Christ schon bekannt bin.
Dienstag, Mai 14, 2013
Deo gratias
Ich habe vor einigen Tagen Euch um Gebet gebeten; meinem Beichtvater ging es sehr schlecht. Wir wurden erhört; meinem Beichtvater soll es, wenn man die Umstände bedenkt, sehr gut gehen. Er ist zwar noch sehr schwach, aber auf dem Weg der Besserung.
Deo gratias! Und euch danke für das Gebet!
Deo gratias! Und euch danke für das Gebet!
Sonntag, Mai 12, 2013
There and back again...
... ich sitze gerade neben meiner lieben Frau von der Ofenbank und komme wieder zuhause an. Unser Kater Janosch hat sich anscheinend sehr über uns gefreut - wir sind also wirklich wieder angekommen. Bevor ich mich jedoch zur Ruhe begebe (zu Dir, oh Gott mein Herz erhebe...) dachte ich, daß ich mal ein Feedback zum Bloggertreffen abgebe.
Schön wars! Ich muß ja ehrlich gestehen, daß ich, auch wenn die diskutierten Themen interessant waren, primär zum Treffen von alten Freunden gefahren bin. Vieles wurde schon von Echo Romeo und Peter geschrieben, Eindrücke, denen ich mich generell anschließen kann. Ich will hier primär nur ein paar persönliche Meinungen zum Besten geben.
- Fangen wir mit dem negativen an: Ich fand die Stimmung zwischen katholisch.de und den Bloggern etwas zu feindselig - gerade zu Beginn. Hier könnten wir uns eine etwas aufgeschlossenere Haltung angewöhnen. Und wenn ich "wir" sage, meine ich "wir" und nicht nur irgendwelche außer yours truly.
Ich denke außerdem, auf außenstehende und Neulinge können wir etwas verschlossen, elitär wirken. Dieses Thema wurde auch angesprochen; wenn man im #blognetz sich mal die Vernetzung der teilnehmenden katholischen Weblogs ansieht, scheinen wir ein durchaus beträchtlicher, aber verschlossener Verein zu sein. Nun kommen wir zum Problem: Ich frage mich (mal jans provokant), ob das so schlimm ist.
Zum einen zeigt die aus allen Nähten platzende Blogozese, daß der Anschluß an die katholischen Bloggern anderen Katholiken nicht schwer zu fallen scheint. Es gibt inzwischen Blogs, die deutlich jünger als dieser hier sind und längst die ersten Geigen vergleichsweise übernommen haben. In der Hinsicht sind wir, denk ich, durchaus aufgeschlossen. (Scheint aber nicht jede Person so zu erleben...)
Wie steht es mit der Wirkung nach außen? Na ja, hier werde ich wirklich provokant und frage: Who cares? Sicherlich muß die Kirche beizeiten auf die Menschen zugehen, aber nicht jeder Teil der Kirche, schon gar nicht jeder der Blogozese. Sicherlich könnte man nun den eigenen Saft kritisieren, und sagen, daß das Reden nur mit Leuten aus der eigenen Gruppierung dumm mache (...wobei Naturwissenschaftler nicht oft mit Crackpot Scientists reden...) - aber zumindest ich finde etwas enger geschlossene Kreise durchaus reizvoll. Ich habe mich schon auf diversen subkulturellen Foren herumgetrieben, die nicht erstmal eine Seite "xyz für dummies" boten. Man liest sich ein und ehe man sich versieht kann man mitreden. Gerade dieses ungeschönte Erleben einer Subkultur hat mich immer gereizt. Ich denke, eine große Stärke der Blogozese ist, die mit der Kirche verbundene Subkultur - mit ihren eigenen Debattenthemen, ihren Redewendungen, ihren Insidern - mal ungeschönt zu erleben.
- Grandios fand ich das Komplet- und Vesperbeten. Ich habe bei der Vesper mich (leider eher kläglich) als Glöckner versucht. Dazu brauche ich mehr Chuzpe - wahrscheinlich ist es das, was Quasimodo in seinem Buckel mit sich rumschleppt - ne ordentliche Portion Chuzpe.
Am Samstag abend haben dilettantus, echo romeo und Claudia ein Lieder-, Tanz- und Rezitationsprogramm vom Feinsten präsentiert, denn auch Dunkelkatholiken wissen zu feiern. Wenn Interesse besteht, kann ich ein Video davon hochladen. Zu mehr hat leider der Speicherplatz nicht gereicht.
Sodele - Bloggertreffen vorbei, wat nu? Ich habe schon angekündigt, daß ich vorhabe, wieder mehr zu schreiben. Mal sehen, wie gut das läuft, hehe... aber man kann ja dran arbeiten. Ich hoffe, daß ich mit dafür verantwortlich sein werde, daß man unter dem Begriff "Distributismus", "Rerum Novarum", "Katholische Soziallehre" bei google in Zukunft mehr deutschsprachiges findet (auch wenn hier manche Leute schon Pionierarbeit geleistet haben...). Ansonsten werde ich generell mal wieder mehr schreiben - hoffentlich trotz aller Widrigkeiten unserer Zeit eher fröhliches, amüsantes und (mein Spezialgebiet) nerdiges.
Man liest sich also!
Freitag, Mai 10, 2013
Dringende Gebetsbitte
Ein Priester vom Werk, der mir sehr viel bedeutet, ist im Krankenhaus. Es ist unklar, ob er jemals wieder gesund ist, ob er es überlebt...
Dieser Priester ist seit zehn Jahren mein Beichtvater gewesen. Er war, auch wenn ich beim "Sie" blieb, mir immer ein guter Freund, hatte ein offenes Ohr für meine Nöte, aber auch für meine Flausen. Ein eifriger Apple- und Tolkien-Nerd, der in Betrachtungen auch gern mal über diese Themen oder Fußball sprach.
Bitte betet für diesen guten Mann Gottes.
Dieser Priester ist seit zehn Jahren mein Beichtvater gewesen. Er war, auch wenn ich beim "Sie" blieb, mir immer ein guter Freund, hatte ein offenes Ohr für meine Nöte, aber auch für meine Flausen. Ein eifriger Apple- und Tolkien-Nerd, der in Betrachtungen auch gern mal über diese Themen oder Fußball sprach.
Bitte betet für diesen guten Mann Gottes.
Mittwoch, Mai 08, 2013
HEIEIEI
Ich lebe noch! Und so kurz vor dem Bloggertreffen sollte ich vielleicht dieses mein Leben auch mal wieder auf dem Weblog zelebrieren!
Also: Die gute Nachricht ist, daß ich noch lebe. Ebenso wird dieser Weblog weiter existieren und ich hoffe, nun endlich mal wieder zu mehr Schreiben zu kommen.
Irgendwie war ich in den letzten Monaten etwas aus der Puste. Die Vorkommnisse in der Welt, über die man schreiben könnte, überschlagen sich, man kann manchmal gar nicht so viel essen, wie man kotzen kann, und darüber dann Artikel zu schreiben war ich leid, um ehrlich zu sein. Ich habe gesehen, daß das unbeschwerte der ersten Jahre auf dem Blog etwas zurückgegangen ist. Dementsprechend hoffe ich, mal wieder mehr aus meinem Leben zu bringen.
Zweite Hoffnung ist, endlich einen Traum zu verwirklichen und mehr über Distributismus schreiben, aber mal sehen ob das was wird (Phil und Projekte, höhö).
Joa, was tat sich in dem Leben von mir und meiner Liebsten? Ich denke, wir sind inzwischen gut in Jena angekommen. Gerade sitzen wir in unserer Couchecke und surfen im Internet, ich blicke auf das kleine Auenland vor unserem Balkon herab. Ok, das Auenland ist in Wirklichkeit ein Autobahntunnel, insgesamt sieht das Panorama aber so aus, als hätten die Beutlins einen Hornbach und die Tuks ein Autohaus gebaut - wunderschöne Melange von thüringischer Idylle und Technik. Man kann in der Gegend wunderbar wandern gehen (wenn nur die FSME-verseuchten Zecken nicht wären), es gibt Weiderind hier, und wenn ich mal Heimweh habe ist Berlin nicht wirklich weit.
Wonach ich mich hier wirklich sehne ist ein etwas abwechslungsreicheres religiöses Leben. Die Gemeinde ist in Ordnung, haut mich aber bezüglich der Spiritualität nicht um. Generell fehlt mir der liturgische Reichtum, den die katholische Kirche in Berlin zu bieten hat. Aber wie gesagt, Berlin ist nicht weit.
Wie schon gesagt, ich hoffe, daß hier wieder mehr kommt, betet doch mal dafür, daß ich mitm Schreiben es etwas ernster nehme.
Und was einige von euch betrifft: Bis Freitag, dudes und dudettes!
Also: Die gute Nachricht ist, daß ich noch lebe. Ebenso wird dieser Weblog weiter existieren und ich hoffe, nun endlich mal wieder zu mehr Schreiben zu kommen.
Irgendwie war ich in den letzten Monaten etwas aus der Puste. Die Vorkommnisse in der Welt, über die man schreiben könnte, überschlagen sich, man kann manchmal gar nicht so viel essen, wie man kotzen kann, und darüber dann Artikel zu schreiben war ich leid, um ehrlich zu sein. Ich habe gesehen, daß das unbeschwerte der ersten Jahre auf dem Blog etwas zurückgegangen ist. Dementsprechend hoffe ich, mal wieder mehr aus meinem Leben zu bringen.
Zweite Hoffnung ist, endlich einen Traum zu verwirklichen und mehr über Distributismus schreiben, aber mal sehen ob das was wird (Phil und Projekte, höhö).
Joa, was tat sich in dem Leben von mir und meiner Liebsten? Ich denke, wir sind inzwischen gut in Jena angekommen. Gerade sitzen wir in unserer Couchecke und surfen im Internet, ich blicke auf das kleine Auenland vor unserem Balkon herab. Ok, das Auenland ist in Wirklichkeit ein Autobahntunnel, insgesamt sieht das Panorama aber so aus, als hätten die Beutlins einen Hornbach und die Tuks ein Autohaus gebaut - wunderschöne Melange von thüringischer Idylle und Technik. Man kann in der Gegend wunderbar wandern gehen (wenn nur die FSME-verseuchten Zecken nicht wären), es gibt Weiderind hier, und wenn ich mal Heimweh habe ist Berlin nicht wirklich weit.
Wonach ich mich hier wirklich sehne ist ein etwas abwechslungsreicheres religiöses Leben. Die Gemeinde ist in Ordnung, haut mich aber bezüglich der Spiritualität nicht um. Generell fehlt mir der liturgische Reichtum, den die katholische Kirche in Berlin zu bieten hat. Aber wie gesagt, Berlin ist nicht weit.
Wie schon gesagt, ich hoffe, daß hier wieder mehr kommt, betet doch mal dafür, daß ich mitm Schreiben es etwas ernster nehme.
Und was einige von euch betrifft: Bis Freitag, dudes und dudettes!
Freitag, April 12, 2013
Think big!
Mein Vater hat hier vor einiger Zeit angeregt, weniger darüber nachzudenken, wie man den Glauben möglichst klein-klein leben kann, sondern eine große Vision vorgestellt. Ein ähnlicher Geist, einer, den ich sehr gut finde, weht in der St. Peter Parish in Omaha, Nebraska. Als ein Priester 2004 begann, sich um diese Gemeinde zu kümmern, bot sowohl das Kirchengebäude als auch die Gemeinde selbst einen kläglichen Anblick; die Kirche war heruntergekommen, die ursprünglich gute Gegend um die Kirche hat sich zu einem sozialen Brennpunkt entwickelt und die Anzahl der Kirchenbesucher war dramatisch zurückgegangen.
Nun wäre eine Strategie gewesen, einige Gemeinden zusammenzulegen. Eine andere wäre gewesen, die Kirche in schlichtem Betongrau rein funktional aufzubauen. Das Geld kann man ja für andere, wichtigere Dinge ausgeben. Oder?
Der Pfarrer verfolgte einen anderen Plan: Er restaurierte die Kirche, die Schönheit im Fokus habend. Er bot Beichtgelegenheiten täglich an. Er bot Vespergebet täglich an. Er veranstaltete eucharistische Prozessionen.
Und die Saat geht auf.
Ich denke, diese Gemeinde in Omaha sollte uns ein Vorbild sein.
Ich jedenfalls werde mir die DVD kaufen.
Nun wäre eine Strategie gewesen, einige Gemeinden zusammenzulegen. Eine andere wäre gewesen, die Kirche in schlichtem Betongrau rein funktional aufzubauen. Das Geld kann man ja für andere, wichtigere Dinge ausgeben. Oder?
Der Pfarrer verfolgte einen anderen Plan: Er restaurierte die Kirche, die Schönheit im Fokus habend. Er bot Beichtgelegenheiten täglich an. Er bot Vespergebet täglich an. Er veranstaltete eucharistische Prozessionen.
Und die Saat geht auf.
Ich denke, diese Gemeinde in Omaha sollte uns ein Vorbild sein.
Ich jedenfalls werde mir die DVD kaufen.
Ph’nglui mglw’nafh Cthulhu R’lyeh wgah’nagl fhtagn.
In dieser Termite wartet träumend der tote Cthulhu
Sorry, fand ich aber zu awesome, als daß ich es nicht teile.
Sorry, fand ich aber zu awesome, als daß ich es nicht teile.
Sonntag, April 07, 2013
Na, Herzlichsten!
Ich lese gerade, daß Catholicism-Wow seinen zehnjährigen feiert. Da gratuliere ich herzlich und hoffe auf noch viele weitere zehnjährige Jubiläen!
Dybarts Blog war wahrscheinlich einer der ersten, die ich gelesen hab und der mich inspirierte, diesen Blog zu lesen. Des weiteren machte er mich mit katholischen Hip Hop bekannt, motivierte mich, The Grand Inquisitor und The Big book of martyrszu kaufen und zeigte immer wieder die fröhliche Seite unseres Glaubens. Oh, und machte mich mit Stones bekannt!
Dybart, Dein Blog ist gerade in letzter Zeit, in der es nicht immer einfach ist, Katholik zu sein, a breath of fresh air. Herzlichen Dank und Gottes Segen dafür!
Dybarts Blog war wahrscheinlich einer der ersten, die ich gelesen hab und der mich inspirierte, diesen Blog zu lesen. Des weiteren machte er mich mit katholischen Hip Hop bekannt, motivierte mich, The Grand Inquisitor und The Big book of martyrszu kaufen und zeigte immer wieder die fröhliche Seite unseres Glaubens. Oh, und machte mich mit Stones bekannt!
Dybart, Dein Blog ist gerade in letzter Zeit, in der es nicht immer einfach ist, Katholik zu sein, a breath of fresh air. Herzlichen Dank und Gottes Segen dafür!
Samstag, April 06, 2013
Frauen kontra Femen
Elsa hat auf Widerstand von muslimischen Frauen gegen Femen aufmerksam gemacht. Im Geiste von Nostra Aetate rufe ich: Way to go, ladies!
Ich habe vor einiger Zeit (Eigenwerbung galore (GALore, pun intended)) auf eine Art des Protests gegen Femen aufmerksam gemacht, den ich nicht teilen kann. Wenn Frauen jedoch darauf aufmerksam machen, daß sie sich von Nackten Frauen eben nicht vertreten fühlen, dann verdient das meine Unterstützung. (Mal ganz davon abgesehen, daß die Femen-Früchtchen nicht gerade ein Beispiel für Emanzipation sind....)
Ich habe vor einiger Zeit (Eigenwerbung galore (GALore, pun intended)) auf eine Art des Protests gegen Femen aufmerksam gemacht, den ich nicht teilen kann. Wenn Frauen jedoch darauf aufmerksam machen, daß sie sich von Nackten Frauen eben nicht vertreten fühlen, dann verdient das meine Unterstützung. (Mal ganz davon abgesehen, daß die Femen-Früchtchen nicht gerade ein Beispiel für Emanzipation sind....)
Donnerstag, April 04, 2013
MEIN SCHATZZZZZZ... in England gesichtet!
Sonntag, März 31, 2013
Briefe aus der Gefangenschaft
Ich habe vor einigen Tagen meine Bedenken bezüglich des Füßewaschens einer Muslimin geäußert. Never the less finde ich es sehr rührend und hoffnungsvoll zu lesen, was Insassen an den Heiligen Vater schreiben.
Christus ist auferstanden!
Er ist wahrhaft auferstanden, Hallelujah!
Ich wünsche allen Lesern ein gesegnetes Osterfest!
Meine Frau und ich kamen gerade von einer schönen Osternachtsliturgie zurück, gleich wird es beim Frühstück "ran an den Speck" heißen. Und T-Bone Steak wird es heute geben *nomnom*
Das gesamte Triduum paschale hilft mir jedes Jahr, meinen katholischen Kopf freizubekommen, zu lernen, was wirklich wichtig im Glauben ist. Es sind weder die roten Schuhe noch das schlichte Blechkreuz, es ist Christus, der Herr, der wegen unserer Sünden hingegeben, und wegen unserer Gerechtmachung auferstanden ist.
Was ist doch Ostern für eine Kraftquelle!
Zum Abschluß noch hier die Predigt des Heiligen Vaters zur Osternacht, meiner Meinung nach eine wunderschöne Predigt.
Samstag, März 30, 2013
"Der Glaube wird so klein, dass man ihn unter einen Hut stecken kann"
(Quelle: Der Robert [CC-BY-3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by/3.0)], via Wikimedia Commons)
Der freundliche Herr mit einer Pandamaske, auf der ein umgedrehtes Kreuz prangt, designt zur Zeit für H&M Klamotten. Es zeugt schon von einem ziemlich schwindenden Glauben in der Welt, wenn man in der Passionszeit in Schaufenstern Masken mit umgedrehten Kreuz dem Passanten entgegenlächeln sieht, wie es gestern zum Karfreitag geschah.
Selbst wenn Cro, wie er selbst behauptet, sich nichts dabei dächte und die geometrische Form toll findet - H&M könnte man schon etwas mehr Assoziationskraft zutrauen, als gerade zum Triduum paschale so eine Kampagne zu starten.
Freitag, März 29, 2013
mortem tuam annuntiamus domine
(By Stanislav Traykov (Own work) [GFDL (http://www.gnu.org/copyleft/fdl.html), CC-BY-SA-3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/) or CC-BY-2.5 (http://creativecommons.org/licenses/by/2.5)], via Wikimedia Commons)
(Übrigens fand ich, bei aller Kritik meinerseits an Seiner Heiligkeit Papst Franziskus, die Karfreitagsliturgie wunderschön)
(Übrigens fand ich, bei aller Kritik meinerseits an Seiner Heiligkeit Papst Franziskus, die Karfreitagsliturgie wunderschön)
Fragen von Katholiken...
... zählt schweres Kreuzheben am Karfreitag zum Tanzen oder zur Buße?
Fairerweise muß ich sagen, daß ich alle auftretenden Schmerzen aufopferte...
Fairerweise muß ich sagen, daß ich alle auftretenden Schmerzen aufopferte...
Donnerstag, März 28, 2013
An die Sakramentalien-Pros!
Sagt mal,
ich habe mir vor geraumer Zeit von einem Opus Dei Priester ein braunes Skapulier vom Berge Karmel auflegen lassen. Dieser hat damals leider vergessen, mir ein Mariengebet aufzuerlegen. Wie gehe ich jetzt vor? Lasse ich es mir neu auflegen? Vom selben Priester?
Fragen über Fragen....
ich habe mir vor geraumer Zeit von einem Opus Dei Priester ein braunes Skapulier vom Berge Karmel auflegen lassen. Dieser hat damals leider vergessen, mir ein Mariengebet aufzuerlegen. Wie gehe ich jetzt vor? Lasse ich es mir neu auflegen? Vom selben Priester?
Fragen über Fragen....
Zwischen Fanboytum und Ablehnung...
... kann der Gehorsam und das Gebet stehen.
Mich stört, wie manche Tradikreise S.H. Papst Franziskus den wahren Glauben absprechen wollen. Das geht nicht; Er ist vom Konklave gewählt worden und rechtmäßiger Papst. Ausundfertig.
Was mich aber, wie ich gestehen muß, noch mehr stört, oder zumindest noch mehr wundert, ist die teilweise vollkommen unkritische Lobhudelei um Seine Heiligkeit - vor allem, wenn diese Lobhudelei von denselben Organen kommt, die an dem vorhergehenden Pontifikat genauso wenig tadelnswertes fanden (und dem davor auch nicht). Und wenn betont wird, wie dieses und das letzte Pontifikat eine Einheit seien und Papst Franziskus das umsetze, was Benedikt XVI eigentlich immer wollte.
Ick weeß nich... polemisch gefragt: Hatte Benedikt vor, die roten Schuhe abzulegen? Ins Gästehaus zu ziehen? Habe ich nicht mitbekommen.
Außerdem frage ich mich bei allem Betonen der Bescheidenheit eines Papstes, der eben nicht in den päpstlichen Palast beziehen will, welche Bescheidenheit mir besser gefällt: Die eines Benedikt, der demütig sich mit dem Amt des Heiligen Vaters identifiziert, so stark, daß er sich nicht mal mehr die Farbe der Schuhe aussuchen kann oder die eines Franz, der sich persönlich für eher schlichte Schuhe entscheidet...
Na ja, ich bin froh, daß es neben den beiden Extrempositionen noch eine dritte gibt, nämlich die des Gehorsams: Auch wenn ich bisher nicht alle Entscheidungen des Heiligen Vater unterschreiben konnte ist er mein Papst.
Und ich werde für ihn und die Kirche beten.
EDIT: Und wenn ich höre, daß der Heilige Vater einer Muslimin am Gründonnerstag die Füße gewaschen hat, fange ich mich schon an, sehr zu wundern. Nein, noch mehr fange ich mich an zu wundern, wenn wohlmeinende Katholiken, die vor einem halben Jahr noch eine Messe in Latein einen mehr als gangbaren Weg fanden, die ständig Artikel darüber schruben, wie S.H. Benedikt XVI sanft die Kirche aus den Wirrungen des Geistes des Konzils herauslöste, nun darüber fabulieren, daß das Füßewaschen einer Ungläubigen vollkommen in Ordnung sei. Das kommt mir dann doch etwas verbogen vor.
EDIT: Und wenn ich höre, daß der Heilige Vater einer Muslimin am Gründonnerstag die Füße gewaschen hat, fange ich mich schon an, sehr zu wundern. Nein, noch mehr fange ich mich an zu wundern, wenn wohlmeinende Katholiken, die vor einem halben Jahr noch eine Messe in Latein einen mehr als gangbaren Weg fanden, die ständig Artikel darüber schruben, wie S.H. Benedikt XVI sanft die Kirche aus den Wirrungen des Geistes des Konzils herauslöste, nun darüber fabulieren, daß das Füßewaschen einer Ungläubigen vollkommen in Ordnung sei. Das kommt mir dann doch etwas verbogen vor.
Mittwoch, März 13, 2013
HABEMUS PAPAM!
HOLY SMOKES!
Papst Franziskus, Jesuit aus Lateinamerika ist nun in dreierlei Hinsicht eine Premiere: Ein Papst, der sich Fanziskus nennt, ein Jesuit und ein Papst aus Lateinamerika - wowzer!
Ich wünsche unserem Papst Gottes reichen Segen.
Papst Franziskus, Jesuit aus Lateinamerika ist nun in dreierlei Hinsicht eine Premiere: Ein Papst, der sich Fanziskus nennt, ein Jesuit und ein Papst aus Lateinamerika - wowzer!
Ich wünsche unserem Papst Gottes reichen Segen.
Samstag, März 09, 2013
KONKLAVE, OHO!
(zu singen auf der klassischen Gröhlmelodie FINAAALE, OHOH!)
Ab Dienstag beginnt das Konklave. Oh boy oh boy oh boy! Ich bin gespannt, wen der Heilige Geist zum Heiligen Vater erwählt! Beten wir für schon jetzt für den neuen Heiligen Vater. Und beten wir auch weiterhin für (und mit) Benedikt XVI.
Das Beten mit Benedikt XVI ist ein sehr tröstlicher Gedanke. Mit diesem großen Mann Gottes, der sich zu einem Leben im Gebet entschieden hat, gemeinsam zu beten, ist wunderbar.
Ab Dienstag beginnt das Konklave. Oh boy oh boy oh boy! Ich bin gespannt, wen der Heilige Geist zum Heiligen Vater erwählt! Beten wir für schon jetzt für den neuen Heiligen Vater. Und beten wir auch weiterhin für (und mit) Benedikt XVI.
Das Beten mit Benedikt XVI ist ein sehr tröstlicher Gedanke. Mit diesem großen Mann Gottes, der sich zu einem Leben im Gebet entschieden hat, gemeinsam zu beten, ist wunderbar.
Samstag, Februar 23, 2013
"Schlampen", "Huren Satans", die man "ständig prügeln" solle
Ihr alle habt die "Proteste" der Femen-aktivistinnen gegen die Kirche mitbekommen, angefangen mit dem Absägen eines Kreuzes, daß an die Verfolgung der Christen unter Stalin erinnnerte, über einen blankziehenden Protest beim Angelus und nun schließlich ihrem unsäglichen Auftreten in Notre Dame.
Diese Aktionen sind - keine Frage - antichristlich, das kann und soll man auch so benennen. Zudem fand ich bei diesen Protesten oft bedenklich merkbar, wie sehr "häßlich" vom Wort Haß kommt: Da werden Frauen zu Hyänen... diese Zorn verzerrten Fratzen, die sie haben sind wirklich erschreckend. Hier müssen natürlich die Christen Haltung zeigen und ja, ggf im Zweifelsfall bei der Aktion ihnen eine knallen (wobei ich als Mann mich zurückhalten würde - da müssen die starken Katholikinnen her. Ich schlage keine Frauen, wenn sie sich auch gerade als Furien gebärden.).
Was sich jedoch auf gewissen Facebook-Seiten für ein Fünf-Minuten Haß gegen diese unselige Feministenorganisation entlädt - bitte! - das paßt doch auch auf keine Kuhhaut! Von Schlampen und Huren Satans reden oder gar Scheiterhaufen oder ständige Züchtigung fordern - wer sind wir denn? Wie war das nochmal mit "Liebet eure Feinde"? "Wenn einer Dich schlägt, halte auch die andere Wange hin"?
Ja, Jesus hat auch eine Peitsche benutzt und wie gesagt, im Moment des Protestes sehe ich es durchaus als legitim an, wenn man das Monopol der Gewalt nicht nur auf Seiten von Femen läßt, da bin ich prollig. Aber vielmehr sollte die Kirche wieder eine eindeutige Sprache finden: Aktionen wie diese sind vom Bösen und werden am selben Ort wie der Böse enden. Und eine Kultur, die dieser Form des Protest frönt, wird auch untergehen. Tacheles, meine Brüder, äh Geschwister, im Glauben! Und ja, die staatliche Gewalt hat durchaus die Pflicht, bei solchen Protesten einzuschreiten. Eine Kirche ist kein öffentlicher Ort, dementsprechend haben sich die Damen des Hausfriedensbruches schuldig gemacht - von der Sachbeschädigung des Kreuzes ganz zu schweigen (ich argumentiere hier gerade nur weltlich, da ich das Wesentliche - die Höllendrohung - schon erwähnt habe).
Aber beizeiten frage ich mich, ob Leute auf unserer Seite der Front solche Möglichkeiten nutzen, um mal so richtig schön zu fluchen. Gibt ja nicht wenige Momente im Leben eines Christen, wo man einen Scheiterhaufen fordern darf, nich? Aber hier, da muß ja der furor romanus im Herzen eines Ultramontanen brennen - wer kann da schon an Feindesliebe denken?
Christus sagt nicht einfach "seid gegen meine Gegner", er sagt "seid vollkommen, wie der Vater im Himmel vollkommen ist" - das ist unser Auftrag, unsere Berufung! Mich erinnert das an diese neue Bewegung im rechten Spektrum, diese Identitären, die quasi durch ähnliche Aktionen wie man sie von links kennt, die Multi-Kulti-Gesellschaft erschüttern wollen. Es gibt unter Konservativen einige, die diese Aktionen gut finden; ich merke dann vor allem, daß es mir anscheinend um etwas anderes als dieser Art von Konservativismus geht. Sie träumen von einem Tag, an denen die Grünen wieder endgültig unter die fünf - Prozent - Hürde rutschen und Claudia Roth Hartz IV empfangen muß. Auch wenn ich kein Freund der Grünen bin - wenn man dabei die menschlichen Ideale aufgibt und sich wie die Axt im Walde verhält - "weil die anderen das ja auch tun" - dann gibt man den Boden auf, auf dem man steht. Dementsprechend träume ich eher von dem Tag, an dem ich eine von Claudia Roth gegründete distributistische Aktionsgruppe in ihrer Pfarrgemeinde besuche (ja, ich träume von ihrer Bekehrung! ;) ).
Doch zurück zu Femen: Eine Parole, die dann immer wieder erschallt ist "Die sollen sich das mal beim Islam trauen, aber mit den Christen kann man es ja machen!". Na wow, Newsflash. Erstens haben die Femen-Früchtchen immerhin auf dem Straßenstrich demonstriert - und das Zuhälter-Milieu soll auch nicht so friedlich sein. Aber selbst wenn dem nicht so wäre: Dem Islam ist ein Gedanke wie Feindesliebe fremd, uns nicht - natürlich traut man sich das bei uns!
Nochmal: Ich sage nicht, daß wir uns alles gefallen lassen müssen, wir müssen für die Wahrheit einstehen. Und die Wahrheit ist, daß Kirchenschändungen ein Zeichen einer Dekadenz sind, ein Zeichen, daß eine Generation Dinge wie Taktgefühl vergessen hat und damit den Boden unter den Füßen verloren hat. Eine solche Kultur ist dem Untergang geweiht. Und Verfechter einer solchen Kultur werden, wenn sie sich nicht bekehren und ihre Sünden bereuen, mit dieser Kultur im wahrsten Sinne zur Hölle fahren. Aber das gibt uns keine Rechtfertigung, von "ständig prügeln", oder Scheiterhaufen zu reden. Es ist auch kein Freibrief, sich in der Öffentlichkeit in Unflätigkeiten gegenüber den Femen-Früchtchen zu überbieten.
Diese Aktionen sind - keine Frage - antichristlich, das kann und soll man auch so benennen. Zudem fand ich bei diesen Protesten oft bedenklich merkbar, wie sehr "häßlich" vom Wort Haß kommt: Da werden Frauen zu Hyänen... diese Zorn verzerrten Fratzen, die sie haben sind wirklich erschreckend. Hier müssen natürlich die Christen Haltung zeigen und ja, ggf im Zweifelsfall bei der Aktion ihnen eine knallen (wobei ich als Mann mich zurückhalten würde - da müssen die starken Katholikinnen her. Ich schlage keine Frauen, wenn sie sich auch gerade als Furien gebärden.).
Was sich jedoch auf gewissen Facebook-Seiten für ein Fünf-Minuten Haß gegen diese unselige Feministenorganisation entlädt - bitte! - das paßt doch auch auf keine Kuhhaut! Von Schlampen und Huren Satans reden oder gar Scheiterhaufen oder ständige Züchtigung fordern - wer sind wir denn? Wie war das nochmal mit "Liebet eure Feinde"? "Wenn einer Dich schlägt, halte auch die andere Wange hin"?
Ja, Jesus hat auch eine Peitsche benutzt und wie gesagt, im Moment des Protestes sehe ich es durchaus als legitim an, wenn man das Monopol der Gewalt nicht nur auf Seiten von Femen läßt, da bin ich prollig. Aber vielmehr sollte die Kirche wieder eine eindeutige Sprache finden: Aktionen wie diese sind vom Bösen und werden am selben Ort wie der Böse enden. Und eine Kultur, die dieser Form des Protest frönt, wird auch untergehen. Tacheles, meine Brüder, äh Geschwister, im Glauben! Und ja, die staatliche Gewalt hat durchaus die Pflicht, bei solchen Protesten einzuschreiten. Eine Kirche ist kein öffentlicher Ort, dementsprechend haben sich die Damen des Hausfriedensbruches schuldig gemacht - von der Sachbeschädigung des Kreuzes ganz zu schweigen (ich argumentiere hier gerade nur weltlich, da ich das Wesentliche - die Höllendrohung - schon erwähnt habe).
Aber beizeiten frage ich mich, ob Leute auf unserer Seite der Front solche Möglichkeiten nutzen, um mal so richtig schön zu fluchen. Gibt ja nicht wenige Momente im Leben eines Christen, wo man einen Scheiterhaufen fordern darf, nich? Aber hier, da muß ja der furor romanus im Herzen eines Ultramontanen brennen - wer kann da schon an Feindesliebe denken?
Christus sagt nicht einfach "seid gegen meine Gegner", er sagt "seid vollkommen, wie der Vater im Himmel vollkommen ist" - das ist unser Auftrag, unsere Berufung! Mich erinnert das an diese neue Bewegung im rechten Spektrum, diese Identitären, die quasi durch ähnliche Aktionen wie man sie von links kennt, die Multi-Kulti-Gesellschaft erschüttern wollen. Es gibt unter Konservativen einige, die diese Aktionen gut finden; ich merke dann vor allem, daß es mir anscheinend um etwas anderes als dieser Art von Konservativismus geht. Sie träumen von einem Tag, an denen die Grünen wieder endgültig unter die fünf - Prozent - Hürde rutschen und Claudia Roth Hartz IV empfangen muß. Auch wenn ich kein Freund der Grünen bin - wenn man dabei die menschlichen Ideale aufgibt und sich wie die Axt im Walde verhält - "weil die anderen das ja auch tun" - dann gibt man den Boden auf, auf dem man steht. Dementsprechend träume ich eher von dem Tag, an dem ich eine von Claudia Roth gegründete distributistische Aktionsgruppe in ihrer Pfarrgemeinde besuche (ja, ich träume von ihrer Bekehrung! ;) ).
Doch zurück zu Femen: Eine Parole, die dann immer wieder erschallt ist "Die sollen sich das mal beim Islam trauen, aber mit den Christen kann man es ja machen!". Na wow, Newsflash. Erstens haben die Femen-Früchtchen immerhin auf dem Straßenstrich demonstriert - und das Zuhälter-Milieu soll auch nicht so friedlich sein. Aber selbst wenn dem nicht so wäre: Dem Islam ist ein Gedanke wie Feindesliebe fremd, uns nicht - natürlich traut man sich das bei uns!
Nochmal: Ich sage nicht, daß wir uns alles gefallen lassen müssen, wir müssen für die Wahrheit einstehen. Und die Wahrheit ist, daß Kirchenschändungen ein Zeichen einer Dekadenz sind, ein Zeichen, daß eine Generation Dinge wie Taktgefühl vergessen hat und damit den Boden unter den Füßen verloren hat. Eine solche Kultur ist dem Untergang geweiht. Und Verfechter einer solchen Kultur werden, wenn sie sich nicht bekehren und ihre Sünden bereuen, mit dieser Kultur im wahrsten Sinne zur Hölle fahren. Aber das gibt uns keine Rechtfertigung, von "ständig prügeln", oder Scheiterhaufen zu reden. Es ist auch kein Freibrief, sich in der Öffentlichkeit in Unflätigkeiten gegenüber den Femen-Früchtchen zu überbieten.
Zur Pille danach
Herr Reder bat in einem Artikel in der Tagespost um etwas mehr Sachlichkeit bei der Debatte um die nicht nidationshemmende Pille danach (TM). Zum einen muß ich gestehen, daß ich einen Artikel, der von "ausgesprochenen dümmlichen Lesarten" spricht, und das auch noch "höflich formuliert", leistet, nicht ganz hilfreich bezüglich einer Versachlichung der Debatte finde, aber das ist in Ordnung. Das Thema ist von beiden Seiten ein Thema, was Herzen berührt, dementsprechend schwingen Emotionen mit.
Ich kann dementsprechend auch leider keine sachliche Antwort liefern, möchte jedoch einige Punkte niederschreiben und über sie meditieren.
Erstens: "Eine „Pille danach“, die nicht nidationshemmend wirkt, kann nach einer Vergewaltigung zum Einsatz kommen." Das bedeutet nicht mehr und nicht weniger, als daß in bestimmten Fällen Verhütung erlaubt ist. Soweit ich informiert war - da darf man mich korrigieren - ist die Haltung der Kirche zur Verhütung eindeutig. Sicher, man betont die Fälle in Kenia - aber bitte, es gibt auch menschlich berechtigte Fälle, seinem Gegenüber eine zu knallen, was aber trotzdem moralisch nicht einwandfrei ist.
Was ich sagen will: Der einzelentscheid ist etwas anderes als eine Pauschalaussage der Kirche. Sicherlich kann jemand gute Gründe für eine Ohrfeige haben, und es kann sicherlich auch sein, daß Gott diese teilt, aber die Kirche kann nun keine Pauschalregel "Ohrfeigen sind bei diesen und jenen Beleidigungen erlaubt" geben.
Drittens: "Kein Arzt soll etwas tun, was er mit seinem Gewissen nicht vereinbaren kann. " Nichts für ungut, aber das Kriterium ist zu lasch. Wenn man mein obiges Ohrfeigenbeispiel zur Rate zieht - ja, gerade im politischen Tagesgeschäft gibt es Personen, bei denen ich eine nicht verpasste Ohrfeige nicht mit meinem Gewissen vereinbaren kann (polemisch gesagt). Jedoch ist nicht mein Gewissen, sondern die christliche Morallehre das Maß, an dem ich mein Verhalten messe. Gott richtet, nicht ich.
Viertens: Zum Thema Gewissen: Das ist schon jetzt so. Wenn ein Arzt es nicht mit seinem Gewissen vereinbaren kann, einer Frau keine Pille zu geben, konnte er schon vorher es entweder unterm Tisch machen oder sagen, wohin sie gehen kann.
Ich betone hier letzteren Schritt; der Arzt konnte bewußt sagen "hier kann ich guten Gewissens nicht dem Kirchengebot folgen". Er kann auch immer noch sagen "das werde ich im Schlimmsten Fall mit dem Lieben Gott selbst einst ausdiskutieren müssen".
Fünftens: Zum Gewissen noch einmal. Wie konkret hat man sich das vorzustellen? Es wird also betont, daß ein Arzt immer noch die Freiheit hat, diese Pille nicht zu geben.
Spielen wir diesen Gedanken mal an dem Fall, der den Stein ins Rollen brachte, durch: Sagen wir also, man hätte Ärzte gefragt, die es nicht mit ihrem persönlichen Gewissen hätten vereinbaren können - ihrem durch den Glauben geformten Gewissen - der Frau diese Pille zu geben. Was wäre der Mehrwert für die Kirche daraus gewesen? Entweder - wenn die Formulierung, daß es jedem Arzt weiterhin freistehe, dagegen zu sein - wäre dieser gleich null gewesen oder die freie Entscheidung des Arztes ist eine Lüge. Dann nämlich hätte man sagen können, daß die Kirche ja nichts dagegen hätte, nur die doch etwas antiquierte Ansicht des Fachpersonals wäre halt im Wege gestanden. Das wäre so, als hätte ein Arzt, der Zeuge Jehovas ist, einem Patienten die Bluttransfusion verweigert.
Sechstens: Es wird betont, daß die ovulationshemmende Wirkung natürlich nur im Fall einer Vergewaltigung angeboten werde. Das ist doch ein komischer Schnitt. Ja, es wird zu recht betont, daß eine vergewaltigte Frau vielleicht den psychologischen Druck nicht aushalten kann, dieses Kind zur Welt zu bringen (wobei diese Formulierung ja inkorrekt wäre, denn das Kind ist ja noch nicht entstanden). Aber was ist mit einer Frau, die unheilbar krank ist? Mit einer, die weiß, daß ihre Kinder höchstwahrscheinlich behindert sein werden? Was ist mit dem Ehepaar, daß meint, ein Kind zu diesem Zeitpunkt würde leiden? Lange Rede, kurze Frage: Warum dann nicht gleich diese nur ovulationshemmende Pille danach für alle erlauben?
Siebtens: ich frage mich bei der ganzen Debatte, ob es wirklich die Berufung von uns Christen ist, im Zweifelsfall eine Verhütung vorzunehmen. Ganz pluralistisch gesagt gibt es dafür eine Unmenge anderer Positionen. Sollte die Kirche nicht eher für das Leben an sich stehen? Damit meine ich nicht nur für ein potentiell Ungeborenes. Sollte die Kirche nicht generell einem Vergewaltigungsopfer zur Seite stehen? Ihm zeigen, daß Gott, der Gott, der am Kreuz gestorben und in die Hölle niedergefahren ist, in der Finsternis Licht schenken kann? Daß gerade das werdende Kind - mit guter psychologischer und seelsorgerischer Begleitung - dabei helfen und dieses Licht Gottes sein kann?
Des weiteren: Diese Debatte um eine Pille danach, die ovulationshemmend wirkt - ist das wirklich das Ziel christlicher Seelsorge? Was sagt man einer Frau, wenn das Ei sich schon eingenistet hat? Was einer Frau, die mehrere Wochen (letztlich schon eine Woche) nach der Vergewaltigung, nach vielen persönlichen Krisen, vielen Schreien zum Allmächtigen in der Nacht, nach vielem Nachdenken zu dem Schluß gelangt, daß sie das Kind nicht annehmen kann? Sagt man dann ehrlich (polemisch gesagt) "Es tut uns leid, daß Sie sich für diese Entscheidung, so schwerwiegend sie auch ist, so viel Zeit gelassen haben. Nun müssen Sie aber das Kind zur Welt bringen"?
Wichtiger ist doch, daß man einer Frau, die vergewaltigt wurde, in jeder Situation zur Seite steht (wie auch einem Mann, einem Mädchen oder einem Jungen). Der Frau kurz nach der Vergewaltigung. Der Frau, die Schwierigkeiten hat, das entstehende Leben anzunehmen. Der Frau, die abgetrieben hat. Der Frau, die schwanger ist. Der Frau, die das Kind zur Adoption geben will. Der Frau, die das Kind zwar liebt, aber der die Vergewaltigung die Beziehung schwer macht. Das alles ist "pro life" - nicht die Ausstellung einer einzigen Pille.
Versteht mich bitte nicht falsch, ich verstehe diesen Vorstoß einfach nicht. Ich kann nicht wirklich erkennen, was positiv sein soll. Vielleicht bin ich zu idealistisch, wer weiß, aber die Antworten der Kirche müssen doch anders sein.
Ich kann dementsprechend auch leider keine sachliche Antwort liefern, möchte jedoch einige Punkte niederschreiben und über sie meditieren.
Erstens: "Eine „Pille danach“, die nicht nidationshemmend wirkt, kann nach einer Vergewaltigung zum Einsatz kommen." Das bedeutet nicht mehr und nicht weniger, als daß in bestimmten Fällen Verhütung erlaubt ist. Soweit ich informiert war - da darf man mich korrigieren - ist die Haltung der Kirche zur Verhütung eindeutig. Sicher, man betont die Fälle in Kenia - aber bitte, es gibt auch menschlich berechtigte Fälle, seinem Gegenüber eine zu knallen, was aber trotzdem moralisch nicht einwandfrei ist.
Was ich sagen will: Der einzelentscheid ist etwas anderes als eine Pauschalaussage der Kirche. Sicherlich kann jemand gute Gründe für eine Ohrfeige haben, und es kann sicherlich auch sein, daß Gott diese teilt, aber die Kirche kann nun keine Pauschalregel "Ohrfeigen sind bei diesen und jenen Beleidigungen erlaubt" geben.
Drittens: "Kein Arzt soll etwas tun, was er mit seinem Gewissen nicht vereinbaren kann. " Nichts für ungut, aber das Kriterium ist zu lasch. Wenn man mein obiges Ohrfeigenbeispiel zur Rate zieht - ja, gerade im politischen Tagesgeschäft gibt es Personen, bei denen ich eine nicht verpasste Ohrfeige nicht mit meinem Gewissen vereinbaren kann (polemisch gesagt). Jedoch ist nicht mein Gewissen, sondern die christliche Morallehre das Maß, an dem ich mein Verhalten messe. Gott richtet, nicht ich.
Viertens: Zum Thema Gewissen: Das ist schon jetzt so. Wenn ein Arzt es nicht mit seinem Gewissen vereinbaren kann, einer Frau keine Pille zu geben, konnte er schon vorher es entweder unterm Tisch machen oder sagen, wohin sie gehen kann.
Ich betone hier letzteren Schritt; der Arzt konnte bewußt sagen "hier kann ich guten Gewissens nicht dem Kirchengebot folgen". Er kann auch immer noch sagen "das werde ich im Schlimmsten Fall mit dem Lieben Gott selbst einst ausdiskutieren müssen".
Fünftens: Zum Gewissen noch einmal. Wie konkret hat man sich das vorzustellen? Es wird also betont, daß ein Arzt immer noch die Freiheit hat, diese Pille nicht zu geben.
Spielen wir diesen Gedanken mal an dem Fall, der den Stein ins Rollen brachte, durch: Sagen wir also, man hätte Ärzte gefragt, die es nicht mit ihrem persönlichen Gewissen hätten vereinbaren können - ihrem durch den Glauben geformten Gewissen - der Frau diese Pille zu geben. Was wäre der Mehrwert für die Kirche daraus gewesen? Entweder - wenn die Formulierung, daß es jedem Arzt weiterhin freistehe, dagegen zu sein - wäre dieser gleich null gewesen oder die freie Entscheidung des Arztes ist eine Lüge. Dann nämlich hätte man sagen können, daß die Kirche ja nichts dagegen hätte, nur die doch etwas antiquierte Ansicht des Fachpersonals wäre halt im Wege gestanden. Das wäre so, als hätte ein Arzt, der Zeuge Jehovas ist, einem Patienten die Bluttransfusion verweigert.
Sechstens: Es wird betont, daß die ovulationshemmende Wirkung natürlich nur im Fall einer Vergewaltigung angeboten werde. Das ist doch ein komischer Schnitt. Ja, es wird zu recht betont, daß eine vergewaltigte Frau vielleicht den psychologischen Druck nicht aushalten kann, dieses Kind zur Welt zu bringen (wobei diese Formulierung ja inkorrekt wäre, denn das Kind ist ja noch nicht entstanden). Aber was ist mit einer Frau, die unheilbar krank ist? Mit einer, die weiß, daß ihre Kinder höchstwahrscheinlich behindert sein werden? Was ist mit dem Ehepaar, daß meint, ein Kind zu diesem Zeitpunkt würde leiden? Lange Rede, kurze Frage: Warum dann nicht gleich diese nur ovulationshemmende Pille danach für alle erlauben?
Siebtens: ich frage mich bei der ganzen Debatte, ob es wirklich die Berufung von uns Christen ist, im Zweifelsfall eine Verhütung vorzunehmen. Ganz pluralistisch gesagt gibt es dafür eine Unmenge anderer Positionen. Sollte die Kirche nicht eher für das Leben an sich stehen? Damit meine ich nicht nur für ein potentiell Ungeborenes. Sollte die Kirche nicht generell einem Vergewaltigungsopfer zur Seite stehen? Ihm zeigen, daß Gott, der Gott, der am Kreuz gestorben und in die Hölle niedergefahren ist, in der Finsternis Licht schenken kann? Daß gerade das werdende Kind - mit guter psychologischer und seelsorgerischer Begleitung - dabei helfen und dieses Licht Gottes sein kann?
Des weiteren: Diese Debatte um eine Pille danach, die ovulationshemmend wirkt - ist das wirklich das Ziel christlicher Seelsorge? Was sagt man einer Frau, wenn das Ei sich schon eingenistet hat? Was einer Frau, die mehrere Wochen (letztlich schon eine Woche) nach der Vergewaltigung, nach vielen persönlichen Krisen, vielen Schreien zum Allmächtigen in der Nacht, nach vielem Nachdenken zu dem Schluß gelangt, daß sie das Kind nicht annehmen kann? Sagt man dann ehrlich (polemisch gesagt) "Es tut uns leid, daß Sie sich für diese Entscheidung, so schwerwiegend sie auch ist, so viel Zeit gelassen haben. Nun müssen Sie aber das Kind zur Welt bringen"?
Wichtiger ist doch, daß man einer Frau, die vergewaltigt wurde, in jeder Situation zur Seite steht (wie auch einem Mann, einem Mädchen oder einem Jungen). Der Frau kurz nach der Vergewaltigung. Der Frau, die Schwierigkeiten hat, das entstehende Leben anzunehmen. Der Frau, die abgetrieben hat. Der Frau, die schwanger ist. Der Frau, die das Kind zur Adoption geben will. Der Frau, die das Kind zwar liebt, aber der die Vergewaltigung die Beziehung schwer macht. Das alles ist "pro life" - nicht die Ausstellung einer einzigen Pille.
Versteht mich bitte nicht falsch, ich verstehe diesen Vorstoß einfach nicht. Ich kann nicht wirklich erkennen, was positiv sein soll. Vielleicht bin ich zu idealistisch, wer weiß, aber die Antworten der Kirche müssen doch anders sein.
Sonntag, Februar 17, 2013
Was ist die katholische Identität?
Auf Badger Catholic gibt es interessante Gedanken zum Rücktritt des Heiligen Vaters zu lesen. Ein Satz stach mir dabei - nicht nur wegen der drohenden Dramatik - besonders ins Auge:
Thus, I am afraid he sees huge storm clouds on the horizon - - even perhaps a looming secularist persecution - - that the Church is not prepared to weather since her members are also infected with the bacillus of the same secularism.
Mein Vater meinte dazu gleich: Wir müssen Farbe bekennen. Meine Gegenfrage war: Was ist denn die katholische Farbe? - Sicher, ich kenne einige Standardantworten:
- Katholisch ist allumfassend, deshalb gibt es keine eigene Farbe
- Rom- und lehramtstreu ist die Farbe
- Die liturgische Farbe der jeweiligen Zeit im Jahreskreis (höhö)
Sicherlich ist an den Antworten etwas dran - auch an der eher ironischen letzteren. Mir sind sie aber etwas unvollständig. Sicher, die katholische Kirche ist allumfassend, in ihr finden unterschiedlichste Riten, Traditionen und Brauchtümer ihren Platz. Bei der Kommunion steht der Rockerproll neben dem Alten Herrn einer Studentenverbindung. Und ja, natürlich ist das verbindende Element das gemeinsame Lehramt und die Ewige Stadt etc. Aber - ist das schon Farbe im Sinne von Identität?
Vielleicht hilft ein Vergleich: Sicher, wenn man Metaller ist, wird man viel Metal hören (ich rede nun ein wenig über das Klischee, daß ich zu meinen Metallerzeiten zu leben versuchte und übertreibe dabei natürlich etwas). Man wird sich mit den Bands auskennen und eifrige Diskussionen darüber führen können, ob eine Band noch true ist oder nicht. Man wird auch sehen, daß Metaller nicht nur Leute sind, die Heavy Metal hören, sondern auch welche, die Black Metal, Death Metal, Speed Metal, Thrash Metal, Stoner, Doom und was es sonst noch gibt hören. Man wird sich über die internen Grabenkämpfe ärgern, über die Vereinnahmungsversuche im Metalcore, den Metal durch Fremdeinflüsse bis zur Unkenntlichkeit zu verfälschen, aber auf der anderen Seite wird es Orte geben (wie so ziemlich jeder Club, in dem Metal gespielt wird), in dem man zu Leuten aus gewissen anderen Szenen (Gothic, Electro, Punk, Hardcore - die "schwarze Szene" halt) kontakt aufbauen kann.
Aber man wird noch mehr. Da ist zum einen der Aspekt der Identität. Man wird mit vielen Randgebieten sich auch anfreunden können. Wahrscheinlich wird man eher mit Fantasy-Literatur und Pen&Paper Rollenspielen sich anfreunden können als mit Graffiti-Kunst und Gangster-Filmen Marke "Menace 2 Society". Man wird wahrscheinlich Bierkonsum psychoaktiven Drogen vorziehen. Man wird gewisse ideologische Präferenzen haben, im metallischen Freundeskreis wird man eher Okkultisten und Wicca-Anhänger finden als, sagen wir mal Five percenter und Castaneda-Fans. Außerdem wird es sich in der Kleidung niederschlagen: Kutte mit Aufnähern, Springer, Lange Haare, Patronengurt und Nietenarmbänder, wenn man auf ein Konzert geht, im Alltag wahrscheinlich unscheinbare Chucks, Jeans und einen Kapuzenpulli.
Ein Metaller wird also nicht einfach über seine primären Trademarks sich mit Metal identifizieren, ein längerer Rattenschwanz wird dazu gehören. Was ist unser Rattenschwanz? Was kann sich dort tun?
Ich habe den Eindruck, daß das ein großes Problem ist. Mir kommt es so vor, daß wir einerseits entweder unser Erbe vergessen oder nur noch als Museumsobjekte am Leben erhalten und andererseits zu viel Zeit darauf vertun, zu zeigen, daß sich katholisch sein und was auch immer nicht ausschließt. Wie oft habe ich von "coolen Surfern", Wissenschaftlern, Rappern, Metallern, Sportlern und wem auch immer gelesen, daß er voll die tollen Vorträge hält (verzeihung, ich meine "Zeugnisse ablegt"), darüber, wie er im Alltag sein cool sein und katholisch sein unter einen Hut bringt. Aber letztlich sagt das zwei Dinge aus:
1. ) Katholisch sein ist nicht cool
2.) Cool sein ist wichtig
Ich denke, daß mindestens eine der Thesen falsch ist. Ich denke, wir sollten mehr betonen, daß unser Leben eine Einheit ist. Natürlich kann man als Katholik auch so einiges anderes sein, aber man muß es nicht immer so mit der Welt anbiedernd Marke "Guckt mal, ich bin auch mit Jesus cool" vor sich hertragen.
Was ich sagen oder eher fragen will ist ein Thema, was schon desöfteren seinen Weg auf den Weblog gefunden hat: Was ist unsere Identität? Was macht uns sonst noch aus, bis auf das gemeinsame Lehramt? Was könnte sich hier entwickeln bzw entwickelt sich hier?
Meine zwei cent bezüglich der Antwort sind folgende:
1.) Ich denke, daß "think big" ein guter Ansatz ist. Mein Vater hat vor einiger Zeit hier über neue Kathedralen geschrieben. Nun wird man sicherlich nicht morgen eine aufbauen, aber man kann in die Richtung sich entwickeln. Neben der Gründung von Stiftungen etc., die Geld für ein solches Mammutprojekt sammeln könnte man sich wieder um neue katholische Kunst (mit Betonung auf allen drei Worten) bemühen. Was gibt es hier für Ansätze? Was könnte man verfolgen? Ich denke, Dappled Things leistet hier ganz gute Arbeit.
2.) Ein Ansatz in Sachen neue Musik, der mir gut gefällt (wenn auch quasi dreiste Fremdannektion ist), ist einiges, was sich im katholischen Hip Hop tut, allen voran Akalyte aka MC Just und Apologist AKA D-Major. Es geht mir bei beiden weniger um das kuhle Gerappe - da muß ich fair sein und sagen, daß Wu Tang das besser machen -, sondern um das Einfangen einer katholischen Stimmung und der Ahnung der Farbe, über die ich hier philosophiere.
So, und nun seid ihr dran: Was ist katholische Farbe?
Montag, Februar 11, 2013
:(
Ich bin mir sicher, daß der Heilige Vater gute Gründe für seinen Rücktritt hat. Trotzdem hat mich die Nachricht heute komplett aus der Bahn geworfen.
Nach dem Mittagessen guckte ich mal nebenbei auf mein Handy - ich glaub, um Musik zuhören. Zu Musik läßt es sich, gerade wenn im Büro die Arbeitskollegen sich unterhalten, besser arbeiten. Auf meinem Handy waren zwei SMS von Freunden und eine von meiner Frau, die mir die Neuigkeiten überbrachten. Es hat mich vollkommen aus der Bahn geworfen, weshalb ich heute auch früher gegangen bin.
In einem anderen Büro hörte ich einige Zeit später einen ITler über Religion lästern und zwei - an sich recht nette - Kollegen debil dazu lachen. Das gab mir noch zusätzlich den Rest.
Ich danke dem Heiligen Vater für die Zeit. Nicht nur für die, in der er als Benedikt XVI wirkte, sondern auch für die Zeit vorher, in der er mit Johannes Paul II das die Kirche leitende Zweiergespann war, daß ich bei meiner Konversion kennenlernen durfte. Der Heilige Vater hat durch seine scharfsinnigen Äußerungen, seine vielschichtigen Texte und seine barmherzigen Urteile über die Welt der Menschheit viel mitgegeben, was auch in der Zukunft noch weiter rezipiert werden wird.
Egoistisch muß ich jedoch auch anfügen "Warum jetzt?" Die Vernunft sagt mir, daß es so sicher besser war, aber gerade im jungen Jahr 2013, in dem eine antiklerikale Sau nach der anderen durch das mediale Dorf getrieben wird (jetzt benutze ich schon zum zweiten mal die Formulierung!), in dem, wie man an der Debatte um die Pille danach erkennt, auch im kirchentreuen Volk Uneinigkeit herrscht (gestern schrieb der von mir an sich sehr geschätzte Herr Rohnheimer mMn wenig hilfreiches zur Debatte), gerade jetzt muß uns der Heilige Vater verlassen? Ich habe vorgestern gesagt, daß ich den Druck, den die antiklerikale Stimmung erzeugt, kaum noch aushalte und weiß ich, wie sich verlorene Schafe ohne Hirten fühlen...
Ich will jedoch nicht ganz negativ enden, deshalb einen versöhnlichen und einen eher amüsanten Abschluß. Fangen wir mit dem amüsanten an:
- Ich habe heute nach Feierabend mit meiner Schwägerin telefoniert. Diese ist eine Vorzeigenichtkatholikin: Zwar leider nicht gläubig, aber durchaus offen für das Katholische. Eine sehr liebe, tolerante und intelligente Frau. Ich erzählte ihr, wie ich mich fühle und sie war vollkommen aus dem Häuschen, da sie die Nachrichten nicht gehört hat. Sie fragte mich "Darf man das denn überhaupt". Ich antwortete jein, es ist technisch möglich, ist aber, dieses Mal mitgezählt, zwei Mal geschehen, das letzte Mal vor siebenhundert Jahren (ok, zweimal vollkommen freiwillig ohne daß es ein Schisma gab etc pp). Sie antwortete mit einem ehrfürchtigen "wow" (nicht wortwörtlich, aber war ob des historisch fast einzigartigen Momentes durchaus angetan). Mir ging es dann auch besser; nicht jede Generation kann von sich sagen, den freiwilligen Rücktritt eines Papa Angelicus zu erleben. Das ist schon cool.
- Papst Benedikt XVI hat bekannt gegeben, daß er sich in ein Kloster zurückziehen wird. Ich bin mir sicher, daß er, der große Mann Gottes, für seine Kirche viel beten wird. Und ich denke, daß wir es brauchen können.
Heiliger Vater, ich danke Euch!
Nach dem Mittagessen guckte ich mal nebenbei auf mein Handy - ich glaub, um Musik zuhören. Zu Musik läßt es sich, gerade wenn im Büro die Arbeitskollegen sich unterhalten, besser arbeiten. Auf meinem Handy waren zwei SMS von Freunden und eine von meiner Frau, die mir die Neuigkeiten überbrachten. Es hat mich vollkommen aus der Bahn geworfen, weshalb ich heute auch früher gegangen bin.
In einem anderen Büro hörte ich einige Zeit später einen ITler über Religion lästern und zwei - an sich recht nette - Kollegen debil dazu lachen. Das gab mir noch zusätzlich den Rest.
Ich danke dem Heiligen Vater für die Zeit. Nicht nur für die, in der er als Benedikt XVI wirkte, sondern auch für die Zeit vorher, in der er mit Johannes Paul II das die Kirche leitende Zweiergespann war, daß ich bei meiner Konversion kennenlernen durfte. Der Heilige Vater hat durch seine scharfsinnigen Äußerungen, seine vielschichtigen Texte und seine barmherzigen Urteile über die Welt der Menschheit viel mitgegeben, was auch in der Zukunft noch weiter rezipiert werden wird.
Egoistisch muß ich jedoch auch anfügen "Warum jetzt?" Die Vernunft sagt mir, daß es so sicher besser war, aber gerade im jungen Jahr 2013, in dem eine antiklerikale Sau nach der anderen durch das mediale Dorf getrieben wird (jetzt benutze ich schon zum zweiten mal die Formulierung!), in dem, wie man an der Debatte um die Pille danach erkennt, auch im kirchentreuen Volk Uneinigkeit herrscht (gestern schrieb der von mir an sich sehr geschätzte Herr Rohnheimer mMn wenig hilfreiches zur Debatte), gerade jetzt muß uns der Heilige Vater verlassen? Ich habe vorgestern gesagt, daß ich den Druck, den die antiklerikale Stimmung erzeugt, kaum noch aushalte und weiß ich, wie sich verlorene Schafe ohne Hirten fühlen...
Ich will jedoch nicht ganz negativ enden, deshalb einen versöhnlichen und einen eher amüsanten Abschluß. Fangen wir mit dem amüsanten an:
- Ich habe heute nach Feierabend mit meiner Schwägerin telefoniert. Diese ist eine Vorzeigenichtkatholikin: Zwar leider nicht gläubig, aber durchaus offen für das Katholische. Eine sehr liebe, tolerante und intelligente Frau. Ich erzählte ihr, wie ich mich fühle und sie war vollkommen aus dem Häuschen, da sie die Nachrichten nicht gehört hat. Sie fragte mich "Darf man das denn überhaupt". Ich antwortete jein, es ist technisch möglich, ist aber, dieses Mal mitgezählt, zwei Mal geschehen, das letzte Mal vor siebenhundert Jahren (ok, zweimal vollkommen freiwillig ohne daß es ein Schisma gab etc pp). Sie antwortete mit einem ehrfürchtigen "wow" (nicht wortwörtlich, aber war ob des historisch fast einzigartigen Momentes durchaus angetan). Mir ging es dann auch besser; nicht jede Generation kann von sich sagen, den freiwilligen Rücktritt eines Papa Angelicus zu erleben. Das ist schon cool.
- Papst Benedikt XVI hat bekannt gegeben, daß er sich in ein Kloster zurückziehen wird. Ich bin mir sicher, daß er, der große Mann Gottes, für seine Kirche viel beten wird. Und ich denke, daß wir es brauchen können.
Heiliger Vater, ich danke Euch!
Sonntag, Februar 10, 2013
Pogromstimmung? Welche Pogromstimmung?
Ich hatte gerade die Ehre, mitzubekommen, wie auf einer Facebook-Seite eine Horde sich tolerant denkender Damen und Herren bezüglich der Causa Lohmann (der "zur Hölle fahren" solle) über meine Frau hergefallen ist. Dabei hat es persönliche Beleidigungen gehagelt, die katholische Kirche wurde - nein, die Katholiken wurden als "Lügenbrut" und "katholische Brut" bezeichnet - und da, muß ich gestehen, hat yours truly, ein feiger Mann, aufgehört, mitzulesen. Meine Frau war von diesem Ansturm an Haß und Ablehnung durchaus geschockt, ebenso meine Wenigkeit. Ich hätte vor zwei, drei Jahren nicht gedacht, daß in einem Internet jenseits eines, sagen wir mal freien Geisterhauses (winkwink) einem derart offene Ablehnung entgegenweht. Sicher, Diskussionen um den Glauben, um die Kirche und den Papst, über Kondome und den ganzen Kanon der Kritik gab es schon immer. Aber ich hatte den Eindruck, daß man vor einiger Zeit den Menschen noch etwas im Blick hatte.
Gestern haben Kommentatoren bei einem Artikel in der Welt vorgeschlagen, man solle mit Priestern so verfahren wie im spanischen Bürgerkrieg. Generell wird in seit Jahresbeginn eine romfeindliche Sau nach der anderen durch unsere Medienlandschaft getrieben, eifrig angetrieben durch eine Unmenge an Äußerungen, die nicht mehr nur gegen "die Institution" Kirche gerichtet sind.
Ich zähle acht Kirchenschändungen im Jahr 2013. Nein, ich habe mich nicht vertippt, zweitausendfriggindreizehn.
Die Verfolgung von Christen aufgrund ihres Glaubens wird nivelliert oder, noch besser, als gerechte Strafe für das Leid, was "die Kirche" getan hat, gewertet.
Ich muß echt sagen, daß dieser Druck kaum zum aushalten ist. Ich frage mich, was können wir machen außer aushalten, ausharren, beten und unsere Leben weiterleben. Gottlob blieb in meinem beruflichen Umfeld mir sowas erspart, jedoch muß ich an dieser Stelle feige gestehen, daß ich auch Diskussionen über den Glauben aus dem Weg gehe und nicht offen vor mir herumtröte, welcher Kirche ich angehöre.
Was kann man also tun? Ich weiß es nicht, aber ich denke, daß ein noch stärkeres Bemühen um eine starke katholische Identität könnte viel bringen.
Johannes meinte vor einiger Zeit, daß eine gute katholische Zeitschrift fehlt, eine Neuauflage der Weißen Blätter oder des Hochlands (kann mir jemand dazu etwas Info geben?). Sicher, das wäre gut. Ich blicke deswegen (wenn es auch in eine ganz andere Richtung geht) mit Neid über den großen Teich und sehe dort Zeitungen wie "Dappled Things" oder "Catholic Answers".
Eine andere Sache - ja, der Post mutiert gerade zu einer johanneischen Werbepause, aber die hat er verdient - ist das Liedgut. Ich bin fest davon überzeugt, daß man im Kampf seine Lieder braucht, um es etwas militaristisch zu sagen. Früher gab es das auch: Wie eben Johannes auf seinem Zweitblog Cäcilia erwähnt, war beispielsweise "Ein Haus voll Glorie schauet"in Zeiten des Kulturkampfes gedichtet worden. Ebenso klingt in "Unüberwindlich starker Held" letztlich der dreißigjährige Krieg an. Die Dichter sind in diesen Liedtexten Gott und den Heiligen mit ihren Bitten entgegengetreten.
Ich möchte nun kein Lobpreisbashing betreiben - es gibt Ort und Zeit für diese Lieder (Stichwort Nightfever bspw). Manchmal jedoch, wenn ich mir beispielsweise den doch recht seichten Sacropop der Weltjugendtagshymnen anhöre, kommen mir die Katholiken vor wie die Eloi: Sorglos, glücklich, kindisch - während sie gefressen werden.
Ähnlich geht es mir beim Marsch für das Leben. Warum wird auf einen Schweigemarsch so wert gelegt? Warum singt man nicht, von einem Posaunenchor begleitet, "Fest soll mein Taufbund immer stehen"? Einer der größten Momente auf einem der Märsche war für mich bei meinem ersten Marsch, als wir 2009 den Gegendemonstranten am Ende ein "Großer Gott, wir loben Dich" entgegenschmetterten.
Ich sage nicht, daß dadurch die Stimmung gegen die Kirche sofort besser werden würde, aber ich denke, daß wenigstens wir uns dabei besser fühlen würden, wenn wir ein gemeinsames Liedgut hätten, daß die Fähigkeit hat, uns zu stärken.
NACHTRAG: Gestern war ich in etwas zu düsterer Stimmung, weshalb ich meine Aussage bzgl meines beruflichen Umfeldes in ein etwas korrekteres Licht rücken muß: Es ist nun nicht so, daß ich im tiefsten Babylon arbeite, Leute, denen ich sagte, wo ich im Glauben stehe, nehmen das durchaus wohlwollend entgegen. Es ist nur so, daß ich, wenn ich merke, daß die Gespräche meiner Büronachbarn in eine gewisse Richtung gehen könnten, die Grundsatzdiskussion meide. Das ist nicht nur bei religiösen Themen so, sondern bspw auch beim Verbreiten von Halbwissen über Amerika. Wenn ich merke, daß eine Diskussion sowieso schon mit Scheuklappen geführt wird, mach ich eher die Tür zu als mitzudiskutieren.
Das soll kein Vorwurf gegenüber den Scheuklappenträgern sein. Jeder hat solche irgendwo. Und sicherlich sollte man mit Leuten mit Vorurteilen auch reden, aber ich frage mich, ob das dann der richtige Zeitpunkt ist.
Gestern haben Kommentatoren bei einem Artikel in der Welt vorgeschlagen, man solle mit Priestern so verfahren wie im spanischen Bürgerkrieg. Generell wird in seit Jahresbeginn eine romfeindliche Sau nach der anderen durch unsere Medienlandschaft getrieben, eifrig angetrieben durch eine Unmenge an Äußerungen, die nicht mehr nur gegen "die Institution" Kirche gerichtet sind.
Ich zähle acht Kirchenschändungen im Jahr 2013. Nein, ich habe mich nicht vertippt, zweitausendfriggindreizehn.
Die Verfolgung von Christen aufgrund ihres Glaubens wird nivelliert oder, noch besser, als gerechte Strafe für das Leid, was "die Kirche" getan hat, gewertet.
Ich muß echt sagen, daß dieser Druck kaum zum aushalten ist. Ich frage mich, was können wir machen außer aushalten, ausharren, beten und unsere Leben weiterleben. Gottlob blieb in meinem beruflichen Umfeld mir sowas erspart, jedoch muß ich an dieser Stelle feige gestehen, daß ich auch Diskussionen über den Glauben aus dem Weg gehe und nicht offen vor mir herumtröte, welcher Kirche ich angehöre.
Was kann man also tun? Ich weiß es nicht, aber ich denke, daß ein noch stärkeres Bemühen um eine starke katholische Identität könnte viel bringen.
Johannes meinte vor einiger Zeit, daß eine gute katholische Zeitschrift fehlt, eine Neuauflage der Weißen Blätter oder des Hochlands (kann mir jemand dazu etwas Info geben?). Sicher, das wäre gut. Ich blicke deswegen (wenn es auch in eine ganz andere Richtung geht) mit Neid über den großen Teich und sehe dort Zeitungen wie "Dappled Things" oder "Catholic Answers".
Eine andere Sache - ja, der Post mutiert gerade zu einer johanneischen Werbepause, aber die hat er verdient - ist das Liedgut. Ich bin fest davon überzeugt, daß man im Kampf seine Lieder braucht, um es etwas militaristisch zu sagen. Früher gab es das auch: Wie eben Johannes auf seinem Zweitblog Cäcilia erwähnt, war beispielsweise "Ein Haus voll Glorie schauet"in Zeiten des Kulturkampfes gedichtet worden. Ebenso klingt in "Unüberwindlich starker Held" letztlich der dreißigjährige Krieg an. Die Dichter sind in diesen Liedtexten Gott und den Heiligen mit ihren Bitten entgegengetreten.
Ich möchte nun kein Lobpreisbashing betreiben - es gibt Ort und Zeit für diese Lieder (Stichwort Nightfever bspw). Manchmal jedoch, wenn ich mir beispielsweise den doch recht seichten Sacropop der Weltjugendtagshymnen anhöre, kommen mir die Katholiken vor wie die Eloi: Sorglos, glücklich, kindisch - während sie gefressen werden.
Ähnlich geht es mir beim Marsch für das Leben. Warum wird auf einen Schweigemarsch so wert gelegt? Warum singt man nicht, von einem Posaunenchor begleitet, "Fest soll mein Taufbund immer stehen"? Einer der größten Momente auf einem der Märsche war für mich bei meinem ersten Marsch, als wir 2009 den Gegendemonstranten am Ende ein "Großer Gott, wir loben Dich" entgegenschmetterten.
Ich sage nicht, daß dadurch die Stimmung gegen die Kirche sofort besser werden würde, aber ich denke, daß wenigstens wir uns dabei besser fühlen würden, wenn wir ein gemeinsames Liedgut hätten, daß die Fähigkeit hat, uns zu stärken.
NACHTRAG: Gestern war ich in etwas zu düsterer Stimmung, weshalb ich meine Aussage bzgl meines beruflichen Umfeldes in ein etwas korrekteres Licht rücken muß: Es ist nun nicht so, daß ich im tiefsten Babylon arbeite, Leute, denen ich sagte, wo ich im Glauben stehe, nehmen das durchaus wohlwollend entgegen. Es ist nur so, daß ich, wenn ich merke, daß die Gespräche meiner Büronachbarn in eine gewisse Richtung gehen könnten, die Grundsatzdiskussion meide. Das ist nicht nur bei religiösen Themen so, sondern bspw auch beim Verbreiten von Halbwissen über Amerika. Wenn ich merke, daß eine Diskussion sowieso schon mit Scheuklappen geführt wird, mach ich eher die Tür zu als mitzudiskutieren.
Das soll kein Vorwurf gegenüber den Scheuklappenträgern sein. Jeder hat solche irgendwo. Und sicherlich sollte man mit Leuten mit Vorurteilen auch reden, aber ich frage mich, ob das dann der richtige Zeitpunkt ist.
Sonntag, Februar 03, 2013
Los Wochos - Teeniehits
Johannes ruft dazu auf, mal seine Hits und Antihits aus den Teenie-Tagen zu posten.
Ick war ja, merkt man auch an einigen Stellen der Lektüre dieses Weblogs, dem Metal durchaus zugewandt. Dementsprechend läßt sich ja die Frage stellen: "Phil, welches Stück Musik hat Dich verdorben?"
Well, über Dog eat Dog und Biohazard kam ich endgültig auf den harten Trichter (vorher waren die Ärzte sicherlich für einen Weg in Richtung Gitarrenbetonte Musik verantwortlich). Bei letzterer Band war ich auch auf dem ersten Konzert seit ich mal als kleines Kind bei der EAV war - aber das heb ich mir für "Los Wochos - was hörten wir als Kiddies" auf. Und war noch jung genug zu pogen. Alter, war das ein Pit...
Jedoch muß man streng genommen sagen, daß wir schon vorher eine Kassette von einem Freund bekamen, auf der drei Lieder von Paradise Lost drauf waren, alle drei vom Album Icon. Wenn ich mich recht erinnere die drei ersten. Er hat uns dann noch das ganze Album auf Kassette gegeben.
Zu Beginn war ich fasziniert, dann fand ich es zu hart und dann, dank Dog Eat Dog und Biohazard, fand ich es wieder grandios. Und so kams zum Metal.
Hier ein Lied vom Album, leider in einer ziemlich schlechten Live-Version, was wenig von der Atmosphäre einfängt, die mich an dem Lied so faszinierte.
So, was waren meine Antihits? Ich fand damals Hip Hop - als guter Metaller etc. - tierisch scheiße. Dementsprechend fand ich Wu-Tang blöd - ehrlich gesagt, ohne sie wirklich zu kennen! Ich konnte kaum vor mir selbst zugeben, daß ich Brooklyn Zoo und Deadly Medley schon ziemlich gut fand - dafür war ich doch zu freiwillig uncool! Inzwischen muß ich gestehen, daß ich Wu durchaus öfter als alle oben genannten Bands höre. In dem Sinne, Spin it:
Ick war ja, merkt man auch an einigen Stellen der Lektüre dieses Weblogs, dem Metal durchaus zugewandt. Dementsprechend läßt sich ja die Frage stellen: "Phil, welches Stück Musik hat Dich verdorben?"
Well, über Dog eat Dog und Biohazard kam ich endgültig auf den harten Trichter (vorher waren die Ärzte sicherlich für einen Weg in Richtung Gitarrenbetonte Musik verantwortlich). Bei letzterer Band war ich auch auf dem ersten Konzert seit ich mal als kleines Kind bei der EAV war - aber das heb ich mir für "Los Wochos - was hörten wir als Kiddies" auf. Und war noch jung genug zu pogen. Alter, war das ein Pit...
Jedoch muß man streng genommen sagen, daß wir schon vorher eine Kassette von einem Freund bekamen, auf der drei Lieder von Paradise Lost drauf waren, alle drei vom Album Icon. Wenn ich mich recht erinnere die drei ersten. Er hat uns dann noch das ganze Album auf Kassette gegeben.
Zu Beginn war ich fasziniert, dann fand ich es zu hart und dann, dank Dog Eat Dog und Biohazard, fand ich es wieder grandios. Und so kams zum Metal.
Hier ein Lied vom Album, leider in einer ziemlich schlechten Live-Version, was wenig von der Atmosphäre einfängt, die mich an dem Lied so faszinierte.
So, was waren meine Antihits? Ich fand damals Hip Hop - als guter Metaller etc. - tierisch scheiße. Dementsprechend fand ich Wu-Tang blöd - ehrlich gesagt, ohne sie wirklich zu kennen! Ich konnte kaum vor mir selbst zugeben, daß ich Brooklyn Zoo und Deadly Medley schon ziemlich gut fand - dafür war ich doch zu freiwillig uncool! Inzwischen muß ich gestehen, daß ich Wu durchaus öfter als alle oben genannten Bands höre. In dem Sinne, Spin it:
Mittwoch, Januar 30, 2013
Wurst bekommen ;)
Ich hatte vor kurzem euch um Gebet gebeten. Wie vielleicht der eine oder andere schon ua bei kath.net nachlesen konnte, hat sich das Bundesverfassungsgericht (KORREKTUR: BUNDESVERWALTUNGSGERICHT, ARGH) für die Jungenschule entschieden.
Deo Gratias kann man da nur sagen! Und Euch für das Gebet danken! Begleitet doch das Vorhaben weiter mit - ich werde es auch tun - denn ich bin mir sicher, daß es noch mindestens einen medialen Sturm geben wird.
Deo Gratias kann man da nur sagen! Und Euch für das Gebet danken! Begleitet doch das Vorhaben weiter mit - ich werde es auch tun - denn ich bin mir sicher, daß es noch mindestens einen medialen Sturm geben wird.
Dienstag, Januar 22, 2013
Es geht um die Wurst!
Liebe Lesende, ihr verhaltet euch ähnlich still wie ich ;) Aber falls ihr das lest, würde ich Euch gerne um ein wenig Gebet bitten.
Am 30.1.2013 wird per Bundesverwaltungsgericht letztlich entschieden, ob eine Elterninitiative eine monoedukative Jungenschule in Potsdam gründen darf. Da diese Schule "Opus Dei-nah" ist, ist das natürlich aus der Sicht gewisser Leute eine Frechheit; man kann auch sagen, daß gewisse Organe des Landes Brandenburg auf Steuergelder dagegen klagen.
Vor den Instanzen unterhalb des BVG wurde zugunsten der Jungenschule entschieden, nun wäre das eine letzte juristische Hürde. Falls hier gegen die Jungenschule entschieden wird, müßte diese Initiative sämtliche Gerichtskosten tragen (von der ersten Instanz an), was das Ende dieser Idee bedeuten würde. Da dieser Prozess von Freunden und Gegnern der Monoedukativen Schulen im ganzen EU Raum beobachtet wird, geht es bei diesem Prozeß anscheinend sogar um deutlich mehr als diese Schule.
Ich selbst bin koedukativ "beschult" worden und mir geht es, genau so wie den Initiatoren der Schule, nicht darum, zu behaupten, Koedukation wäre des Teufels. Es sollte doch aber in einem angeblich pluralistischen Land die Möglichkeit geben, ein Kind auf eine monoedukative Schule zu schicken, falls Eltern dies wünschen. Dementsprechend bete ich für ein "Ja" bezüglich der Jungenschule und lade den werten Leser ein, es mir gleich zu tun.
Am 30.1.2013 wird per Bundesverwaltungsgericht letztlich entschieden, ob eine Elterninitiative eine monoedukative Jungenschule in Potsdam gründen darf. Da diese Schule "Opus Dei-nah" ist, ist das natürlich aus der Sicht gewisser Leute eine Frechheit; man kann auch sagen, daß gewisse Organe des Landes Brandenburg auf Steuergelder dagegen klagen.
Vor den Instanzen unterhalb des BVG wurde zugunsten der Jungenschule entschieden, nun wäre das eine letzte juristische Hürde. Falls hier gegen die Jungenschule entschieden wird, müßte diese Initiative sämtliche Gerichtskosten tragen (von der ersten Instanz an), was das Ende dieser Idee bedeuten würde. Da dieser Prozess von Freunden und Gegnern der Monoedukativen Schulen im ganzen EU Raum beobachtet wird, geht es bei diesem Prozeß anscheinend sogar um deutlich mehr als diese Schule.
Ich selbst bin koedukativ "beschult" worden und mir geht es, genau so wie den Initiatoren der Schule, nicht darum, zu behaupten, Koedukation wäre des Teufels. Es sollte doch aber in einem angeblich pluralistischen Land die Möglichkeit geben, ein Kind auf eine monoedukative Schule zu schicken, falls Eltern dies wünschen. Dementsprechend bete ich für ein "Ja" bezüglich der Jungenschule und lade den werten Leser ein, es mir gleich zu tun.
Sonntag, Januar 06, 2013
Lasst uns neue Kathedralen bauen!
Phil: Dies ist ein meiner Meinung nach sehr guter Denkanstoß von meinem Vater. Er hat auch schon vor fast drei Jahren diesen Artikel beigesteuert. Doch nun übergebe ich an den Autoren.
Der Berliner Erzbischof Kardinal Woelki hat am 1. Advent einen Hirtenbrief zur Gründung von „pastoralen Räumen“ verlesen lassen, die schließlich bis 2020 die Bildung neuer Großpfarreien mit weniger Pfarrern zum Ziel haben.
Die Feier der Eucharistie tritt in den Hintergrund - wenn weiterhin „nur“ unsere kleinen „Dorfkirchen“ zur Verfügung stehen. Sie reichen für die großen Gemeinden der Zukunft nicht aus. Die Zahl der Gottesdienstbesucher wird weiter zurückgehen; nach meiner Beobachtung hat sie schon nach den letzten Zusammenlegungen in meinem Bistum abgenommen.
Hochgebet und Eucharistie sind Kern unserer fast 2000 Jahre alten Liturgie, die auf den Gottesdiensten in den Synagogen und dem Tempel in Jerusalem gegründet ist.
Wenn es in Zukunft weniger Priester gibt, muss die Feier der Eucharistie - unser Allerheiligstes - in neuen Kathedralen stattfinden, deren erste in einer langen Reihe nach den Worten ihres Architekten Antoni Gaudí die „Sagrada Familia“ in Barcelona ist.
Wenn wir uns solche Bauten zum Ziel setzen, sind kleinlichen Streitereien um konservative und liberale Haltungen, alte und neue Liturgie u.s.w. vergessen. Wir alle - alte und junge, Laien, Priester und Ordensleute - wirken an Planung, Finanzierung, Bau und damit der Überwindung der zweifellos großen Schwierigkeiten mit.
Vergessen ist die Resignation, die der Kölner Weihbischof Schwaderlapp am 2. Advent sinngemäß eine Hauptsünde der heutigen Zeit nennt und aufgrund derer viele Christen heute meinen, dass die Zahl der Gläubigen immer weiter schrumpfen muss. Muss sie aber nicht: Es gibt Leute die behaupten, dass die Christen spätestens Ende dieses Jahrhunderts die substantielle Mehrheit der Weltbevölkerung stellen werden.
Unser Glaube führt uns mit dem Bau von Kathedralen in eine Zeit, die fast vergessen ist: die des Fortschritts - nicht mehr „Sparen“ = Einschränkung ist das Ziel, sondern „bevölkert die Erde, unterwerft sie euch“. Wir haben nicht nur „die eine Erde“, sondern auch die Meere, andere Planeten und vor allem den Himmel.
Und hier auf dieser Erde suchen viele, viele Menschen Christus; sie sehen aber nur unsere kleinen von der atheistischen, pseudowissenschaftlichen Welt abgekapselten Gemeinden und wissen nicht, wie sie ihn finden können. Wir brauchen sichtbare Zeichen zur Ehre Gottes für uns, unseren Glauben und die vielen, die sich gerade hier in Europa von der Kirche abgewandt haben.
Glaube heißt doch nicht „Du musst nur glauben“, sondern Glaube ist Wahrheit, ist Liebe, die sich nicht nur mit der Bibel beweisen lässt. Die Wahrheit, die Liebe sind universell. Wir müssen sie strahlen lassen mit und durch den Bau von neuen großartigen Kathedralen, die sich mit neuen revolutionären bisher undenkbaren Materialien und Berechnungen verwirklichen lassen.
„Und das Licht leuchtet in der Finsternis /
und die Finsternis hat es nicht erfasst.“
und die Finsternis hat es nicht erfasst.“
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