Samstag, Mai 25, 2013

Facepalm-Zitate von großen Leuten - Einstein.

Ich muß mal als Physiker etwas Dampf ablassen: Einstein. ARGH! 

Seriously, ich habe den Respekt vor Albert Einstein, den man als Physiker haben sollte; er war ein großartiger Physiker. Warum wird er dann zu so ziemlich JEDEM ANDEREN THEMA zitiert? Was sollen diese ganzen Scheißhausparolen? 

"Es gibt zwei Dinge, die unendlich sind - das Universum und die Menschliche Dummheit. Aber beim Universum bin ich mir nicht sicher."
Ich frage mich, ob das Zitat nicht eher in die Sparte Not even wrong haut. Die triefende Moral, die man ihm gerne beimißt - bitte, das ist doch kein ultrakluges Statement! Es würde implizieren, daß es entweder unendlich viele Menschen gibt oder daß ein Mensch unendlich dumm sein kann. 
Aber Phil, das ist doch metaphorisch gemeint! Als Anklage bezüglich der Atombombe und so weiter! Metaphorisch, schön. Dann zitiert es doch nicht immer als die "Weisheit" eines Naturwissenschaftlers, "der doch die Welt viel besser versteht als wir". Zum einen. Zum zweiten: Man mag über die Entwicklung der Atombombe viel sagen, sie als teuflisch bezeichnen, als den Abgrund des Bösen, aber  Dumm war sie leider nicht. Dann hätte sie nämlich nicht funktioniert. 

"Wenn Bienen verschwinden, hat der Mensch nur noch vier Jahre zu Leben; keine Bienen mehr, keine Pflanzen, keine Tiere, keine Menschen mehr" - Fairerweise gewinnt das Zitat sicherlich in jüngster Zeit an Brisanz, weshalb es auch beliebige Pinnwände/Timelines/Chroniken/wie man das auch immer nu nennt auf Facebook ziert. "Der Intelligenteste Mensch der Welt sagt das, WAKE UP SHEEPLE!" blablaargh. 
Ich mein, bei aller Dramatik (ich hoffe doch, daß die Biene überlebt! Ein Leben ohne Honig ist kein Leben!) ist das schwachfug. Die Bienen verschwinden nicht auf einmal. Aussterben einer Tierart passiert nicht BUMM - knallfall. Sie würde allmählich aussterben. Und die Natur würde das machen, was sie am besten kann - sich den Umständen anpassen. Dabei würden einige Pflanzen aussterben, ja, es würde zu großen Problemen kommen. Aber es würden schon allein deshalb nich alle Pflanzen sterben, weil es noch andere Möglichkeiten der Bestäubung als durch Bienen gibt (Stichwörter Anemophilie, Hydrophilie, Ornithophilie). Das ist also, sorry, ein dummer Spruch, der, ähnlich wie der obige Spruch nur zu ner triefenden "DENK MAL DRÜBER NACH"-Moral reicht. 

"Logik bringt Dich von A nach B. Phantasie überall hin" - ARGH, mein absoluter Liebling zur Zeit. Erinnert von der Struktur an "Gute Mädchen kommen in den Himmel, böse überall hin" (unter anderen in die Hölle! KLASSE!). Mit Phantasie kommt man auch gut auf den Holzweg oder in den Abgrund. KLASSE! Wollte schon immer mich mal richtig verirren. 
Meine Lieben: In einem formal in sich geschlossenen System kommt man durch Logik von einem beliebigen Punkt A zu einem beliebigen Punkt B. Falls man auf Grenzen dieses Systems stößt, wird man auch bspw durch Analogieschlüsse weiter kommen. In der Hinsicht kommt man durch Logik überall hin - and lo and behold, der Clou: Man weiß, wie man zu B gekommen ist. Sagen wir mal, man fragt sich, warum man grad auf dem Holzweg ist, dann weiß man - dank Logik, welche Schritte die letzten waren. Oh, mehr noch: Dank Logik kann man Leuten erzählen, wie man zum grandiosen Punkt B hingekommen ist. Bei diesem "Phantasie überall hin" antworte ich mit Null Null Schneider:

Was also ist die Rolle der viel gepriesenen Phantasie? Phil, denkst Du etwa, sie ist unnütz? Nö. Zu Wissen, wie wir von A nach B kommen, ist ja letztlich das Ende des Strebens schon. Wie wählen wir Punkt B? Hier setzt die Phantasie ein. Wir müssen oft erst einmal eine Vision, ein Ziel definieren - und hier brauchen wir Kreativität, Phantasie, Imagination. Wenn wir das aber haben, müssen wir überlegen, wie wir dahin kommen. 

Kommen wir nun zum letzten Spruch im Potpourri der nervigen Sprüche. Wobei er eigentlich ein intelligenter, jedoch oft mißverstandener Spruch ist: 
"Gott würfelt nicht" - wohl einer der unverstandensten Sprüche ever. Wie oft habe ich von Glaubensbrüdern ein Jubeln und von Atheisten ein Schimpfen gehört! "OHH, DER EINSTEIN SAGT GOTT!". Atheisten verhalten sich dabei wie die Meute in das Leben des Brian "Er hat Jehova gesagt!",   Theisten sehen darin anscheinend eine Kurzform des Credo. 
Einstein hat sich oft genug bezüglich seines (Un-)Glaubens geäußert. Dieses Zitat handelt hat jedoch keinen Bekenntnischarakter, sondern drückt einen berechtigten Einwand Einsteins gegen manche Interpretation der Quantenmechanik aus. Einstein kritisierte die Kopenhagener Interpretation ob des Ausschließens deterministischer Aussagen in Einzelprozessen. Das widersprach dem naturwissenschaftlichen Weltbild, mehr noch: wenn über die Einzelereignisse wir schweigen müßten, so die Sorge von Einstein und anderen, stellte sich die Frage, was wir überhaupt aussagen können. Das deterministische Kartenhaus wäre zusammengebrochen. Des weiteren widerspricht die Beliebigkeit der Einzelprozesse der experimentellen Evidenz. Nehmen wir dazu mal das STM(scanning tunneling microscope oder auch Rastertunnelmikroskop), eine Mikroskopiemethode, die auf dem "gespenstischen" Tunneleffekt beruht. Daß es eine "gaaaaaanz kleine Wahrscheinlichkeit" dafür gibt, daß ein Teilchen durch eine Mauer tunnelt - wie es gerne etwas banal erklärt wird. Esoteriker fangen dann gerne an, über Teleportation zu fabulieren. Es wird dann gerne gesagt, daß ein STM eben massig viele Elektronen auf diese Mauer ballert, wodurch der Prozeß sehr wahrscheinlich wird. Das ist ein wenig komisch angewandte Statistik:  Wenn es wirklich nur ein willkürliches Zufallsereignis wäre, was ziemlich unwahrscheinlich wäre, dann würden STM-Firmen kein Geld verdienen, denn die Geräte wären unvorhersehbar in ihrer Qualität. Tatsächlich sind sie jedoch so gut, daß man mit ihnen nicht nur diese Barrieren überwinden, sondern bspw auch durchmessen kann - inzwischen mit einer zeitlichen Auflösung von pikosekunden
Die Quantenmechanik hat sich seit den Tagen Einsteins und Bohrs weiter entwickelt. Und man weiß inzwischen, daß Bohr prinzipiell recht hatte - wenn man ein klassisches Teilchenbild zugrundelegt. Teilchen sind klassisch gesehen wie Sandkörner: Abzählbar und stark lokalisiert. Nun haben sich - siehe Tunneleffekt - Effekte gezeigt, in denen diese Lokalität nicht aufrecht erhaltbar ist. Mehr noch: es haben sich "Teilchen" gefunden, die nicht stark lokalisiert sind; die man einzeln nie in eine Hand nehmen könnte. Phononen - quantisierte Gitterschwingungen in einem Kristall - sind so ein Beispiel, weshalb man sie auch gern als "virutelle Teilchen" bezeichnet. Nun, diese virtuellen Teilchen kann man mit bestimmten Methoden sehen, anregen, man kann mit ihnen eine Chemie auf einer Oberfläche induzieren - ziemlich viele reale Dinge für ein Teilchen, was nicht existiert! Was uns diese Lektion lehrt, ist, daß man das klassiche Teilchenbild etwas reduzieren muß: Teilchen sind abzählbare Zustände, "mehr nicht". Wenn man das im Hintergrund hat, kann man den Tunnelprozeß deutlich besser verstehen, man sieht, daß die Quantenmechanik nicht-lokal ist, aber auch nicht beliebig. "Gott würfelt nicht", aber Gott ist allgegenwärtig. Ich darf das sagen, da ich ohnehin als Christ schon bekannt bin. 

10 Kommentare:

O. Giese hat gesagt…

Die Schwäche liegt, denke ich, grundsätzlich im fast immer fehlenden Kontext und einem Wunschdenken. Viele Menschen wurden schon in Ecken gedrückt, in die sie nicht gehörten. Dazu kommt ein Dünkel, der nie angebracht ist. Einstein war brillant und humorvoll, jedoch nur ein Mensch.

O. Giese hat gesagt…

Logik ist begrenzt, jedoch muss die Phantasie auch Grenzen haben, um eben nicht auf den Holzweg zu kommen. Eben jene Grenzen zu wählen ist die Kunst, die uns Christen sehr gut vorgegeben sind, denn damit sind wir sogar auf den Mond gekommen.

Ex hat gesagt…

Ich wusste gar nicht, dass Einstein was gegen die Entwicklung der Atombombe gehabt hat.
Soweit ich weiß, hat er über Liese Meitner Kontakte zu Heisenberg gehabt und wusste deshalb wie weit die Kollegen in Deutschland waren.
Als dann Hitler in Norwegen einmarschierte, dachte Einstein es ginge Hitler darum schweres Wasser zu gewinnen und ein eigenes deutsches Atomprogram zu entwickeln. Darum ging es Hitler aber nicht der hat sich für die Atomforschung nicht interessiert (Gottseidank) und der Versuch Heisenbergs einen Atomreaktor in Betrieb zu nehmen, funktionierte nicht, weil Heisenberg die Dimensionen falsch abgeschätzt hatte.
Ich habe mal gelernt dass Einstein zu den Leuten gehört, die Roosevelt überzeugt hätten die amerikanischen Atombomben zu bauen.
Fand ich immer einen der Hintertreppenwitze, an denen die Geschichte so reich ist, weil ja Einstein (du hast es geschrieben) sein Leben lang mit der Quantentheorie so seine Probleme gehabt hat

FingO hat gesagt…

Lieber F.M., ich werde Ihren Kommentar nur stark auszugsweise veröffentlichen. Zum einen, weil er größtenteils über das Thema Untergangsprophetien geht - was nur sehr indirekt zum Thema gehört. Zum zweiten, weil Sie sich mal wieder in eine Haßtirade auf meine Kirche ergehen. Wir wissen, daß Sie die katholische Kirche nicht mögen, aber weder mein Kommentarbereich noch mein Weblog sind eine Kommunikationsplattform für plumpe Attacken auf meine Kirche. Wenn Sie hier Mitteilungsbedarf haben - und so scheint es-, gründen Sie einen eigenen Weblog. So einfach ist das.

"Wenn Bienen verschwinden, hat der Mensch nur noch vier Jahre zu Leben;

Damit ist es, wie mit den Heiligenlegenden. Irgendein wahrer Kern trifft immer und wie bei jeder guten Hagiografie wird die Sache auf den Punkt gebracht oder, salopp dahingesprochen, schamlos übertrieben.


...

Also lassen wir die Kirche im Dorf (und die Heiligen auf ihren Altären) und stellen fest: eine weitergehende Schädigung von Bienenvölkern durch menschliche Eingriffe wie Insektizide, Pestizide, Fungizide und andere chemische Stoffe, führt zu einer nachhaltigen Veränderung des Nahrungsangebotes für unsere Apis mellifera, was wiederum das ökologische Gleichgewicht im entsprechenden Biotop sehr negativ beeinflussen wird. Nicht nur eine starke Abnahme der Honigmenge ist zu erwarten, sondern auch eine Verringerung der Ernte bei jenen Pflanzen, die auf die Bestäubung durch Bienen angewiesen sind.


Zum zweiten Punkt: Darauf bin ich eingegangen - natürlich sollte die Biene nicht sterben und natürlich wird es einen negativen Einfluß auf die Biosphäre haben - verzeihung, wenn ich mich hier nicht direkt ausgedrückt habe. Daß es jedoch neben den Bienen noch andere Wege der Pollenübertragung gibt, zeigt, daß die Natur mehr im Petto als Bienen hat.

Zum ersten Punkt (und dem, in dem es im Rest des Kommentars geht): Es geht hier nicht um eine Legende oder eine Übertreibung, es geht darum, daß einzelne Zitate von Leuten hervorgekramt werden und einfachsten Aphorismen eine Bedeutung beigemessen wird, die sie nicht haben sollten. Solche Beispiele gibt es natürlich auch bei der Kirche, Franziskus von Assisi ist hier ein beliebtes Beispiel ("Predige das Evangelium zu jeder Zeit. Wenn nötig, nutze Worte").

F. M. hat gesagt…

...weil Sie sich mal wieder in eine Haßtirade auf meine Kirche ergehen.

Vielleicht sollten Sie Rolf Dobellis Buch "Die Kunst des klaren Denkens" lesen; besonders das Kapitel, in dem er beschreibt, wie unsere Wahrnehmung konsequent Dinge ausblendet und vergisst, die nicht in unser Weltbild passen.
Dann könnten Sie erkennen, dass Sie und Ihre Kirche von Menschen wie mir gar nicht gehasst werden, sondern dass wir nur immer wieder aufs neue versuchen, unsere Illusionen über uns und unsere Umwelt an der Wirklichkeit zu messen und zu korrigieren.

Sowohl die überspitzte Aussage zum Bienensterben, als auch sehr viele Heiligenlegenden, gehören in die Kategorie Propaganda und sollten mit Vorsicht verwendet werden.

Sie kennen beide Seiten, den Glauben und die Naturwissenschaften; seien Sie auch bereit, beide Seiten mit der gleichen Sorgfalt auf ihren Wahrheitsgehalt zu prüfen und dann zu bewerten.

Gesegneten Sonntag.

FingO hat gesagt…

Danke, daß Sie mich erlösen wollen. Dasselbe wünsche ich Ihnen.

Auch danke, daß Sie sich Sorge um selektive Wahrnehmung machen. Die mache ich mir umgekehrt auch. Denn wenn Sie ihr Bemühen, mich und andere aufzuklären, mit plumper Polemik umsetzen, sind Sie nicht gerade in einer Position, die überzeugend wirkt. Sie haben beizeiten auf diesem Weblog mir nahe gelegt, man solle mehr vorleben statt zu verkünden. Nun, diesen Schuh sollten Sie sich auch selber anziehen. Fast jeder Kommentar von Ihrer Seite wird, wenn es um die katholische Kirche geht, unglaublich arrogant. Damit überzeugen Sie niemanden.

Einen gesegneten Dreifaltigkeitssonntag wünsche ich auch Ihnen. Gott segne Sie auf ihren weiteren Wegen und führe Sie wieder heim.

F. M. hat gesagt…

Phil hat gesagt...

Danke, daß Sie mich erlösen wollen. Dasselbe wünsche ich Ihnen.


Ich glaube, wir haben uns schon wieder missverstanden. Ich will Sie überhaupt nicht erlösen; in welchem Sinn auch immer. Wer bin ich, dass ich jemanden erlösen könnte? Vor der so genannten Selbsterlösung oder gar Allerlösung wird doch heftigst gewarnt von den Theologen.

Ich wollte, dass Sie Ihre Talente einsetzen, die Sie mitbekommen haben.

Von WEM, darauf kommt es nicht an, es kommt nur darauf an, dass wir denken und möglichst viele Fehler, die uns unsere Neandertaler-Vergangenheit mitgegeben hat, in unserer heutigen Welt vermeiden, weil sie uns und unseren Mitmenschen Schaden zufügen. Und davor kann sich jeder, durch Einsatz seiner Denkfähigkeit bewahren, indem er seine Fehler erkennt.
Einer meiner häufigsten Fehler war (und ist, weil man das kaum ganz vermeiden kann, nur verringern) ist der Bestätigungsfehler, der uns dazu verleitet bestimmt Tatsachen aktiv zu vergessen, auszublenden, ja nicht wahr haben wollen, die nicht in unser Weltbild passen.
Und ich glaube, dass Sie genau diesen Fehler gemacht haben, als Sie meinten mein Beitrag zu verzerrten Berichterstattungen bei Bienen einerseits und Heiligenlegenden andererseits, sei aus reinem Kirchenhass entstanden. Das ist er nicht. Ich habe versucht in beiden Themenkreisen den Confirmation Bias, den Bestätigungfehler zu analysieren.
In diesem Zusammenhang wird in dem von mir genannten Buch von Dobelli auch der Fehler des Chauffeur-Wissens beschrieben. Auch sehr beliebt, vor allem bei Journalisten.
Lesen Sie dort nach, es ist einerseits verngüglich und gut zu lesen, andereseits schmerzhaft, ja manchmal sogar erschreckend, weil einem die Augen geöffnet werden für das eigene Versagen bei der Einschätzung der Wirklichkeit, einfach weil man zu bequem ist und sich auf zu eingefahrenen Gleisen bewegt.
Alles Gute und Viel Vergnügen und Erkenntnis, sollten Sie sich entschliessen Dobellis Buch zu konsultieren.

Darf ich zum Abschluss ein paar Informationen beitragen, von Dingen, die ich erwähnt habe?

Confirmation Bias oder Bestätigungsfehler ist bei wikipedia erklärt

Rolf Dobelli: Die Kunst des klaren Denkens und: Die Kunst des klugen Handelns

Im übrigen bin ich mit dem Glauben erzogen worden, dass die Verschwendung gottgegebener Talente eine schwere Sünde sei. Mein Vater hing diesem, die protestantische Arbeitsethik untermauernden, Glauben an, obschon römisch-katholisch getauft. Seit ich viel über den Begriff Sünde, vor allem in anderen Religionen, gelernt habe, bin ich mir dabei nicht mehr ganz sicher. Aber eine Verschwendung ist die Schlamperei mit dem Verstand und dem Denken allemal.

Adieu

FingO hat gesagt…

Werter FM, ich habe Ihre Kommentare hier und auf anderen Weblogs gelesen. Verzeihen Sie, wenn diese Erfahrung mich lehrte, nicht mehr hundertprozentig offen für Äußerungen von Ihrer Seite zu sein, ich erinnere mich hier an den immer galliger werdenden Ton, den eine Diskussion hier nach Teilnahme eines Priesters annahm, ich erinnere mich an eine Diskussion bei braut des lammes über beten in der Öffentlichkeit, die von einem spöttischen Ton Ihrerseits dominiert war. Verzeihen Sie dem alten Experimentalphysiker, wenn er hier zugunsten der bisherigen Statistik etwas voreingenommen ist.
Es ist also nicht einfach confirmation bias, sondern eine Entscheidung basiered auf bisheriger Erfahrung.

Ich stimme Ihnen natürlich zu, alle Menschen haben diesen Confirmation bias, Sie auch, wie man regelmäßig an Auslassungen über Die Kirche sehen kann. Per se ist das auch nicht schlecht. Als Naturwissenschaftler mußte ich oft falsche Messungen von korrekten unterscheiden - was man auf der Basis bisheriger Erfahrung tut. Eine Theorie im Hinterkopf habend -keine Hypothese! - wird man manche Messungen als Schwachsinn werten und andere nicht - freilich nur bis zu einem Punkt.
Bezogen auf die Kirche sind bei mir noch längst nicht genügend Fehlmessungen zum Zweifel an der Theorie geschehen. Es werden eher mehr Messungen, die das Bild bestätigen.

Verzeihen Sie, wenn ich es so scharf ausdrücke, aber den Vorwurf, ich würde meine Talente nicht nutzen und würde einen gewissen Bias haben, hörte ich zum letzten Mal von einem Menschen, der Viren für eine große Verschwörung der Pharma-Konzerne hält - eine These, die die Schulwissenschaft eben aufgrund eines confirmation bias nicht anerkennen wolle. Daraus kann man tun, was man will.

FingO hat gesagt…

Trotzdem danke ich für die Buchtitel. Man soll ja auch nicht boshaft auseinander gehen, deshlab noch etwas sehr positives: wenn Sie derart behutsam, ohne Pauschalurteile und die besten Intentionen vermutend, wie Sie über mich schrieben, auch zur Kirche Stellung nehmen würden, würde sich mein Bias nach und nach abbauen.
Denn auch wenn obiger Post schärfer klingt als gedacht (mit einem iphone zu schreiben hilft dem mentalen gleichgewicht nicht gerade): Beleidigend fand ich ihn nicht, er hat zum Nachdenken angeregt. Auch dafür vielen Dank.
Adieu!

Cassandra hat gesagt…

"Gott würfelt nicht"

Als Rollenspielnerdine kann ich nur sagen "Der Große Spielleiter entscheidet ohne Würfeln"


Noam Chomsky ist ein großartiger Linguist, aber dewegen muß man nicht alle seine Aussagen über Politik für unfehlbar halten. Es lohnt sich, drüber nachzudenken, aber man muß nicht alles so sehen wie er, auch wenn er ohne Frage hochintelligent ist.