Mittwoch, September 29, 2010

Happy Michaelmas!

Passend zum Heutigen Festtag habe ich mir gedacht, ich mache mal mit den Strip Generator , den wir durch Schwester Robusta , Alipius' sehr netten Webcomic, kennen, ein kleines, ähm.... "Heiligenbild" zu entwerfen. Nicht hauen, bitte.


Hey! Immerhin habe ich mich bemüht, alle Attribute der jew. Heiligen in das Bild zu bekommen (jedenfalls "alle" nach Quelle): Michael mit Helm und Schwert, erschlägt einen schwarzen drachen, Gabriel mit einer... Lilie und Raphael mit Regenschirm, Gitarre und Rucksack, d.h. Reiseutensilien. Ich hoffe, jedem ist klar, daß ich nur dem Teufel etwas so profanes wie FML in den Mund legen würde.

Montag, September 27, 2010

Nightfever

Am Samstag war ich das erste mal nicht nur passiv (wie beim Kongreß Freude am Glauben), sondern aktiv bei einer Nightfever Veranstaltung. Für die, die Nightfever nicht kennen, kann ich den Besuch der vorhergehenden Seite und dieser hier empfehlen: Elemente. Für Leute, die nicht nur als Besucher vorbeikommen, sondern mitmachen, kommt noch dazu, daß man Leute vor der Kirche anspricht und einlädt, vor dem Herrn zu verweilen.
Zwar bin ich kein liturgischer Traditionalist, wie der werte Leser sicherlich weiß, aber als zu Singen begonnen wurde, dachte ich mir erstmal "au backe, hier werd ich nie reinfinden". Hinzu kam, daß ich mich fragte, ob man Leute einfach so auf der Straße einladen könnte oder ob die einen nicht für bekloppt halten würden. Na ja, aber ein Sprung ins kalte Wasser lohnt sich ja manchmal und o tat ich ihn auch hier.

Und ich muß sagen, es hat sich gelohnt! Ich hatte zwar etwas mit Kopfschmerzen zu kämpfen (bzw. mit der Sorge, daß die bei diesem Pisswetter sie wieder aufkommen), fand aber ins Gebet und wie ich sehen konnte, nicht wenige Besucher auch.
Ich war vor allem über die "heterogene Verteilung" der unterschiedlichen Menschentypen (yeah, der Wissenschaftler schlägt wieder zu) sehr erfreut; so kamen ältere Männer und Frauen, türkische Jugendliche, Afrikaner, Alternative mit Rastas, Langhaarige Bombenleger und hello Kitty tragende Mallgoths in die Kirche. Ich fand es toll zu sehen, wie sich Leute aus dem "um die Häuser ziehen" für ein paar Minuten vor dem Allerheiligsten reißen ließen, eine Kerze anzündeten und die von Gott erfüllte Stille ein wenig wirken ließen. Ein sehr hübsches Beispiel hierfür war eine vierköpfige Truppe "waschechter Männer", die glaub ich vorher bei Curry 36 waren (eine Tat, die an sich schon lobenswert ist). Von denen ist zu Beginn nur einer in die Kirche gegangen, blieb dort fünf minuten, kam raus - und dann gingen alle vier nochmal kurz in die Kirche. Nach drei Stunden haben wir die Komplet gebetet und noch den Eucharistischen Segen empfangen - natürlich stilecht (und für mich alten Opus-Kumpel altbekannt) mit Tantum Ergo und Salve Regina. Was mich sehr erfreute, war zu sehen, wie viele Kerzen vor dem Allerheiligsten brannten -war doch schließlich meine Bitte beim Rosenkranz, daß der große Kerzenständer (wie ist der ekklesiologisch korrekte Ausdruck dafür? Kerzenbank? Na ja, die Teelichtsammlungen, die vor Marienbildern auch oft stehen....) bis zum letzen Platz mit Kerzen befüllt wird. Dieses Gebet hat der Herr erhört.

Schön zu sehen, wie wenig es bedarf, um in der Hektik des Abends Leute mit dem Allmächtigen in Kontakt zu bringen. Ich kann jedem empfehlen, bei einer Nightfever-Aktion mal vorbeizugehen oder noch besser mitzumachen, ungeachtet, ob man nun die Musik klasse oder nicht findet. Hierzu kann ich auch nur sagen (damit niemand was falsches denkt), daß es zwar teilweise von Gitarre begleitete Lieder waren (und Violine und Klavier), aber sowohl textlich als auch von der Melodie her doch eher besinnliche Lieder waren. Also erklang kein "Wo Menschen sich vergessen"-Alert.

Jedenfalls: Lohnt sich, ich werd nächsten Monat wieder dabei sein.

Donnerstag, September 23, 2010

Beschuhte Karmeliten?

Liebe lesende Gemeinde,

kann mir jemand ein wenig Infos zu den Entwicklungen innerhalb der BESCHUHTEN Karmeliten geben? Ich mein, die Unbeschuhten Damen und Herren kennt man ja gut und weiß sehr gut, daß sie eine Reihe großer Heiliger hervorbrachten. Man weiß außerdem natürlich um den Einfluß auf das Spirituelle Leben, daß Theresa von Avila und Juan de la + und später die "kleine Therese" zu verdanken ist.

Gibt es größere Heiligengestalten der beschuhten Karmeliten NACH der Theresianischen Reform? Was zeichnet die Beschuhten heutzutage aus? Provokant gefragt: Sind sie einfach die "Luschen" unter den Karmeliten.

Mann, bin ich taktlos.... Ich weiß natürlich sehr gut, daß ich im Vergleich mit jedem ernsthaften Mönch/jeder ernsthaften Nonne die Oberlusche bin.

Mittwoch, September 22, 2010

Adieu, Schiff, daß uns zu den Sternen trug...

Vielleicht hat der eine oder andere mitbekommen, daß das Space Shuttle Programm beendet wird. Damit wir diese Shuttles in ERinnerung behalten, gibt es auf der NASA-Seite einige schöne Bilder zum runterladen und ausdrucken. Viel Spaß . Und to boldly go where no man has gone before etc.... snif....

Ich werde, wenn der Flug stattfand und ich etwas mehr Infos über alles habe, mehr dazu schreiben.

Montag, September 20, 2010

Wie sieht ein Christ aus?

Kleiner Anhang zum Marsch für das Leben:

Ich trug am Sa eine Lederjacke, einen Fedora und Jeans, eine Freundin von mir - eine eifrige Nightfever-Aktivistin aus Bonn - einen schwarzen Kapuzenpulli mit dem Nightfever-Logo drauf. Dazu trug sie ein Halstuch.
Ich mit meinen latenten Hellsehergaben meinte schon zu ihr, daß sie mit einem SCHWARZEN KAPUZENPULLI mit ROTER Schrift drauf und einem dicken HALSTUCH auch zu den Gegendemonstranten zählen könnte. Wie ich später lernte, konnte man mich auch mit denen verwechseln, weshalb man uns beiden kein Kreuz geben wollte. Ich wurde auch von einem älteren Herrn recht rüde angefahren "Nee, ihr bekommt kein Kreuz!". Auch das zeigen meinerseits eines Skapuliers half da nichts, aber ich muß der Fairneß halber mehrere Dinge dazu sagen:

- Der ältere Herr zeigte dann verständnis und war sehr nett. Später traf ich ihn noch und er gab mir sein Kreuz.
- Eine ältere Dame war wirklich lieb und wir unterhielten uns ein wenig mit ihr. Sie war auch dann eifrig darauf bedacht, daß meine Freundin und ich zu unseren Kreuzen kamen.

Ich wollte dann bloß keinen Streß mehr machen und letztlich konnte man auch einfach Rosenkranzbetenderweise mitziehen. Auf dem angeblichen Recht eines Kreuzes zu bestehen hätte auch die Würde dieser Veranstaltung verletzt. In der Hinsicht war und bin ich auf keinen Veranstalter sauer.

Trotzdem erinnerte ich mich an etwas von Josef Bordat erwähntes. Hat ein Christ wirklich ein bestimmtes Aussehen? können/sollen wir wirklich so urteilen?
Ironisch gefragt: WÜRDEN SIE DIESEM MENSCHEN VERTRAUEN:


Sicher, es mag sein, daß man aussieht wie "einer von denen". Ich hab auch während der Kundgebung mit mir selbst "spot the abortionist" gespielt, aber gemerkt, daß das eine Vorverurteilung der Menschen ist. Ich mein, ein sprecher auf der Kundgebung war ein Lebensschutz-Aktivist aus Amiland, der recht paketmäßig gebaut war und ordentlich Tätowierungen hatte (ja, ich fand ihn wahnsinnig cool). Hätte er nicht oben gestanden, hätte man ihm womöglich kein Kreuz gegeben.

Ich verstehe die Sorge um die Profanisierung der Kreuze - das ist wirklich ein Problem. Wenn sich irgendwelche pöbelnden Arschlöcher toll fühlen, wenn sie sich feige ein Kreuz erschleichen, um es dann im angeblichen Triumph umgedreht in die Höhe zu recken, ist das traurig, gotteslästernd (und erbärmlich). Nun ist es aber so, daß auch diesmal, trotz aussortierung von Lederjackentragenden Jungens nicht wenig Kreuze in die falschen Hände fielen - weil ja die werten Herr_innen Gegendemonstrant_innen (oder so) auch nicht komplett entblödet sind. So sind nicht die mit Dreads, Tatoos und Piercings beschmückten Leute nach vorn gegangen, um sich Kreuze zu ergattern, sondern normal aussehende. Lektion: So wird man dem Kreuzesklau nicht Herr. Das ist aber auch eher Sache der Sicherheitskräfte, den "Erschleichern" dieses Kreuz im Zweifelsfalle abzunehmen.

Aber das ist auch nicht der Punkt, worauf ich hinauswill. auch wenn ich mich nächstes Jahr als Christ erkenntlicher machen werde, finde ich, daß wir als Christen so nicht urteilen dürfen. Auch wenn man uns am Aussehen erkennen könnte, dürfen wir nicht durch reine Äußerlichkeiten sofort aufs innere Leben schließen. Jemand mit Totenkopftätowierungen kann eine ruppige Vergangenheit gehabt haben. Jemand mit Dreads kann ein etwas... ökologisch orientierter Charismatiker sein. Ich habe schon von Leuten aus der eher finsteren Gothic-Szene gehört, die sich mit dem traditionellen Katholizismus anfreunden können, also kann auch hier kein Schwarzes Auftreten auf Kind Satans gleich schließen lassen.
Nein! Wir Christen müssen den Menschen erstmal annehmen. Denn ein Christ zeigt sich durch sein Tun und nicht durch sein Aussehen. ("An ihren Früchten..." - ne?)

Einige Gedanken zum Marsch für das Leben

Am Samstag war ich wie jeder anständige Mensch beim Marsch für das Leben. Ich habe hier keine Photos oder Videos gemacht, aber verweise hier gerne auf Tiberius , der in einem Video mit großartiger Qualität einige Impressionen einfing (und ich nun frech hier mal einbinde). Vielen Dank an der Stelle!


Der Marsch ist, ja, wie ich schon vor einem Jahr sagte, neben dem eigentlichen Demonstrationszweck auch mal eine gute Gelegenheit, für den Glauben wirklich gerade zu stehen, und einige Schmähungen in Christi Namen zu ertragen. Letztendlich geht es mir ja oft so, daß man sich halt mit seinen ungläubigen Freunden und Kollegen unbewußt arrangiert hat, hier jedoch merkt man mal wieder ungeschönt und unverblümt, wie das Kreuz doch ein Zeichen des Anstoßes ist.

Was mir bei den Diskussionen der Gegner auffiel, war, daß eigentlich nie über das eigentliche Thema geredet wurde. Wenn man nicht eifrig am provozieren war, betonte man lieber, daß

a.) Sooo viele ja doch nicht abgetrieben werden.
b.) Gegen Abtreibung zu sein ja gleichbedeutend mit sexistisch sein wäre.
c.) bei illegalen Abtreibungen sterben Frauen.

Welcher Punkt vollständig ausgelassen wird, ist die eigentliche Frage, der Grund, weshalb wir auf die Straße gehen:

Ist das, was abgetrieben wird, nicht lebendig?

Selbst wenn wir es nur nicht genau sagen können, können wir wirklich riskieren, zu Mördern zu werden? Letztlich ist das die alles entscheidende Frage. Die anderen Fragen mögen wichtig sein, gehen aber an der eigentlichen Thematik vorbei.

Aber widmen wir uns doch mal punkt b.) - Punkt a.) spare ich aus, weil es lächerlich ist, über Zahlen zu streiten. Ist Abtreibung eine große Hilfe zur Selbstverwirklichung der Frau? Die Argumentation der Abtreibungsbefürworter ist gerne, daß die Frau am Herd gehalten und zu einer Gebärmaschine reduziert werde, wenn sie nicht abtreiben dürfe. Ist das nicht bestenfalls die eine Seite der Medallie? Kann man nicht - wie Alice Schwarzer über die Pille sagte - auch behaupten, daß die Abtreibung die Frau auf ein Objekt der Befriedigung des Mannes reduziere? Es kommt immer wieder vor, daß Männer auf Frauen Einfluß nehmen, daß die abtreiben - weil eben jene Männer nicht die Verantwortung des Vater seins auf sich nehmen wollen (und zu knickrig für die Alimente sind). Familien üben Druck auf junge werdende Mütter aus, daß sie das Kind nicht zur Welt bringen sollen, weil paradoxerweise eine Junge Mutter nicht überall - leider auch in angeblich christlichen Gegenden - hoch angesehen ist. Ist das nicht viel frauenfeindlicher?

Und nun noch zu Punkt c.) und ganz allgemein: Was die Abtreibungsbefürworter doch gerne ignorieren, ist, daß es den Lebensschützern eben nicht nur darum geht, daß Abtreibung mit höheren Strafen versehen wird oder so! Es geht jedenfalls mir um das hehre Ziel, dahingehend zu wirken, daß in dieser Gesellschaft JEDES Leben respektiert wird. Das gilt für das Ungeborene Kind UND auch für die Mutter! Dementsprechend geht es uns nicht darum, abtreibende Mütter zu brandmarken und noch weniger darum, verzweifelte Frauen allein stehen zu lassen. Die Bewegung für das Leben ist ihrem Wesen nach frauenfreundlich.