Nun, was für Fehler macht Herr Sagan - in allen Ehren - da?In science it often happens that scientists say, 'You know that's a really good argument; my position is mistaken,' and then they would actually change their minds and you never hear that old view from them again. They really do it. It doesn't happen as often as it should, because scientists are human and change is sometimes painful. But it happens every day. I cannot recall the last time something like that happened in politics or religion.
Zum einen ist er Wissenschaftler. Sein Blick in die innerreligiösen oder -parteilichen Dispute - und oh, die gibt es, meine Herren - wird eher begrenzt sein. Dementsprechend sollte er - gerade als Wissenschaftler - seine Beobachtung mit Vorsicht auswerten. !!!Science!! - im Guten wie im Schlechten - kommt meiner Erfahrung nach außenstehenden auch gerne als ein uniformer Block vor.
Zweitens kennt er entweder schon genannte Dispute nicht oder - was ich eher vermute - er vergleicht unterschiedliche Fragestellungen. Ein Wissenschaftler, der seine Meinung korrigiert, tut das im Rahmen eines größeren (sagen wir es mit Lakatos) Forschungsprogrammes. Er wird - zumindest sofern er Experimentalphysiker ist - nicht den Wert von Beobachtungen an reproduzierbar präparierbaren Laborsystemen negieren, wer wird nicht von der These ablassen, daß die Phänomene auf Erden, sofern sie beobachtbar sind, auch messbar und schließlich modellierbar sind, um im letzten Schritt ggf einen größeren, allgemeinen Zusammenhang herstellen zu können. Wenn er diese Annahmen, wenn er die wissenschaftliche Methode negiert, hört er letztlich per definitionem auf, Naturwissenschaftler zu sein. Ja, das hört man bestenfalls von ehemaligen Naturwissenschaftlern. Auch wenn die Kopenhagener Interpretation aufzeigte, daß die klassische Betrachtung des Messprozesses nicht vollständig war, hat auch diese nicht dazu geführt, daß Naturwissenschaftler nun aufhören, nach experimenteller Verifikation in der realen Welt zu suchen.
Was jedoch Leute, zumindest die, die diesen Satz zitieren, von Politik und Religion verlangen, ist, das eigene Fundament in Frage zu stellen. Das kann jeder gerne machen, aber ein Sozialist, der Sozialismus für Schwachsinn hält, ist per definitionem kein Sozialist mehr. Ein Christ, der meint, daß Christus nicht auferstanden ist, ist kein Christ mehr. Eine korrektur des Fundamentes hört man deshalb nie, weil dann Leute aufhören, auf eben jenem Fundament zu stehen.
Drittens war wohl in damaligen Zeiten dieProblematik, an wissenschaftliches Funding zu kommen, nicht so dramatisch wie heute, denn dann würde er wissen, daß manche Thesen zumindest über die Funding-Periode nach außen hin vertreten werden - weil ansonsten die Gelder knapp werden. Alles schon erlebt (Li+ O- -Zentren als Katalysatoren für OCM my ass).
Ein Absatz wie der von Carl Sagan wird natürlich gerne von denen, die in den Naturwissenschaften eine Heilslehre sehen, vertreten, was jedoch nichts daran ändert, daß die Beobachtung von Herrn Sagan falsch ist.