Samstag, August 10, 2013

Nur mal als Gedankenspiel....

... wie würde kath.net und manche aus der Blogozese reagieren, wenn nicht Papst Franziskus, sondern, sagen wir mal Erzbischof Zollitsch (wie ich mal skizzenhaft dargestellt habe) nach dem Weltjugendtag einen Strandball auf einen Altar gelegt hätte? Und wenn das ganze, sagen wir mal vor einem Jahr geschehen wäre, noch zu Zeiten von Benedikt XVI? Ich möchte hier weniger den Heiligen Vater angreifen - auch wenn ich die Geste nicht gut fand (bis auf das zehnminütige Gebet in Stille). Ich möchte auch weder kath.net noch meinem Lieblingsblogozesenpater Alipius vor den Karren fahren, mich wundert einfach nur, warum Dinge, die bei anderen ein Unding wären, bei Franziskus teilweise nicht nur ok, sondern manchmal auch angeblich grandios sind. Das erscheint mir wenig konsistent. Vielleicht ist es aber auch so, daß durch das Beispiel von Franziskus man selbst sanftmütiger wird - Alipius drückt etwas ähnliches aus -, in der Hinsicht bin ich gespannt, wie man bei etwaigen Entgleisungen eines Zollitsch oä in Zukunft reagieren würde.

9 Kommentare:

Simplicius hat gesagt…

Interessant! Deinen Kommentar bei Invenimus Messiam zum "fragwürdigen Papstdreschen" fand' ich aber eigentlich noch besser auf den Punkt gebracht und durchaus veröffentlichungswürdig.

FingO hat gesagt…

Ich wollte auch auch einmal GIMP benutzen.

FingO hat gesagt…

Ich werde aber mal den Kommentar verlinken:
guckt ihr hier :

erster Kommentar

damasus hat gesagt…

Hätte das einer der älteren Bischöfe getan, wäre ihm sicher Senilität und Infantilismus unterstellt worden....sehr schönes Bild übrigens! Ein bißchen wie Augsburger Puppenkiste goes Rom.

Arminius hat gesagt…

Es gibt jede Menge an Zollitsch zu kritisieren. Eine Teilmenge davon hat gestern Frau von Storch in einem offenen Brief formuliert, den ich für sehr gelungen halte.

sophophilo hat gesagt…

Habe mal noch ein Wort dazu verloren:
gucksdu hier

Der Herr Alipius hat gesagt…

I feel you.

Aber zur Klarstellung sei nochmal gesagt, daß ich keines der drei Beispiele aus meinem Artikel (tanzende Bischöfe, Beachball auf dem Altar, Plastikbecherkommunion) grandios finde, sondern daß ich einfach nicht mehr die Lust und das Vermögen habe, über solche Dinge zu urteilen.

Wenn künftig mal wieder irgendwo ein liturgischer Mßbrauch der Marke "Knüller!" stattfindet, dann halte ich es durchaus für möglich, daß ich das poste und daß ich mir da auch kommentarmäßig einen satten Facepalm gönne, aber weiter ("Die sollen doch zu den Protestanten gehen/die sind alle nicht katholisch/die kommen alle in die Hölle") kann und will ich dann einfach nicht mehr gehen (bin ich allerdings früher eigentlich auch nie, wenn ich's mir recht überlege...).

Ich sollte vielleicht auch noch hinzufügen, daß mir Franziskus in allem, was er tut, irgendwie ziemlich authentisch vorkommt, ein Gefühl, das mir bei EB Zollitsch (um beim Beispiel zu bleiben) zum großen Teil abgeht (vielleicht zu Unrecht).

FingO hat gesagt…

Ich habe bei "grandios" nicht an Dich gedacht. Woanders hatte ich gelesen, daß der Ball ja in mit der Hauptfarbe grün Hoffnung symbolisieren würde und deshalb, Ball=Kugelform das das perfekte Bild für Hoffnung für die Erde sei. Das war doch arg an den Haaren herbeigezogen.

Was das weitergehen betrifft, denke ich mir bei manchen Bestrebungen - nicht bei liturgischen Tänzen, Strandbällen oder ähnlichem Nonsens, sondern bei Initiativen zur Auflösung des Zölibates, Frauenpriestertums-Initiativen etc pp - sehr wohl, daß die doch lieber Protestanten werden sollten. Ich verstehe es wirklich nicht. Wenn ich in einer Firma arbeiten wollen würde, die Waffen herstellt, aber in einer arbeite, die Vakuumtechnologie entwickelt, würde ich meinen Job quittieren und mich bei Heckler&Koch bewerben. Ich würde doch nicht so blöd sein und mit einer Initiative versuchen, meine Firma komplett zu verbiegen. Soviel zu "Die sollen doch zu den Protestanten gehen". "Die sind alle nicht katholisch" - nun ja, um ehrlich zu sein, wenn ein Fladenbrot durch die Straßen getragen wird, wenn eine ökumenische Andacht mit einem "Tischmahl" (zufällig) aus Brot und Wein veranstaltet wird - ja, dann geht es am katholischen Verständnis der Eucharistie vorbei. Ob ein Strandball auf dem Altar dran vorbeigeht, weiß ich nicht, auch wenn ich den Altar primär als Stätte des Meßopfers sehen würde, aber da möchte ich nicht päpstlicher sein als der Papst (ha! wie der Spruch hier paßt!). Über das schicken solcher Leute in die Hölle brauchen wir nicht zu reden, das steht uns nicht zu.

Über solche Dinge zu urteilen ist, denke ich, im Licht unseres Glaubens durchaus Christenpflicht. Was Du meinst, ist, daß man sich nicht zu vorschnellen, gehässigen Äußerungen hinreißen lassen soll, aber der satte Facepalm ist ja selbst schon ein Urteil.
Aber ich denke, du meinst, daß Du Dich bezüglich Urteilen über die Personen zurückhälst. Liturgischen Mißbrauch kann man immer noch so bezeichnen, ebenso kann man, denke ich doch, moderne, fragwürdige Frömmigkeitsformen auch noch als solche bezeichnen.

Der Herr Alipius hat gesagt…

@ Phil: Ja, klar, ich meinte, daß ich nicht mehr über die Personen urteilen möchte. Das Meckern und Urteilen über Mißbräuche werde ich mir nie ganz abgewöhnen können. Aber weiter will ich nicht gehen. Mir fehlt bei liturgischem Mißbrauch zu oft der Einblick in die Intention, und da werde ich eher mal tatsächlich ein Urteil über Kirchenspalter der Geschmacksrichtung Schüller sprechen (die schmieren es uns ja so dick auf's Brot, daß sie fast um ein Urteil betteln) als über Leute, die liturgisch abmisten aber nicht wirklich erkennen lassen, ob sie jetzt bewußt und absichtlich schludrig bis sakrilegisch handeln, oder ob sie einfach nur zu naiv und/oder zu überfordert sind.