Donnerstag, April 30, 2009

Willkommen!

Es igbt einen neuen katholischen Weblog, David Ianni . Und wenn St. Dymphna an anderer Stelle einst als "die Kirchenmusikerin der Blogozese" bezeichnet wurde - einige Posts über Musik machens möglich - , kann ich nur sagen, daß ich im Vergleich zu den Musikwissen, was der werte Herr Blogger hat, etwas arm aussehe. - Aber hey, ich höre ja auch vor allem moderne, seltsame Musik :)

Mittwoch, April 29, 2009

Resumee einer verlorenen Wahl

Nun, pro-reli ist gescheitert. Das finde ich in vieler Hinsicht schade. Zum einen - was übrigens auch ein Grund für die "ja"-Stimme meinerseits war - ist damit eine Möglichkeit vertan, einem Kultur(en)kampf sinnvoll, "im Dialog" entgegenzutreten. Ich kann das Gejubel der Atheisten und Nonkonformisten nicht ganz verstehen - Religionsunterricht als Wahlpflichtfach müßte seinen Lehrplan vor dem Berliner Senat rechtfertigen müssen. Es wäre von "weltlich-aufgeklärter" Seite eine vorzügliche Möglichkeit, der Bildung eines Fundamentalismus jedweder Art entgegenzusteuern. Zumindest wäre der Berliner Senat im Dialog mit den Religionen, was, denke ich, dem sich immer mehr verschärfenden Streit zwischen den Fronten, die Verbissenheit nehmen könnte.
Was ist nun? Der Religionsunterricht ist "freiwillig" - in den Randstunden, während ein Fach namens Ethik, was versucht, moralische und ethische Werte ohne Bezug auf Gott zu lehren, Pflicht ist - egal, ob man nun Christ, Atheist, Jude, Moselm oder Hindu ist. Ist das denn wirklich das, was Berlin zu einer Weltstadt machen soll? Eine aufgezwungene Uniformität?
Ich erinnere mich an meine Schulzeit. Damals gab es zwar kein Ethik und Religion war auch nicht an Randstunden angesiedelt - aber ich hatte gerade den Glauben für mich entdeckt und war ein Hardliner. Wenn nun der Religionsunterricht ohnehin freiwillig ist - wieso suche ich mir dann nicht diesen nach meinem Gusto? So wurde ich dann vom Opus Dei auf den Glauben und das Leben in der Kirche vorbereitet. Neben dem Opus Dei fallen dem geneigten Leser sicherlich noch andere kirchliche Organisationen ein, die vielleicht nicht gerade das Wohlwollen der Welt genießen, wo, sehen wir der Realität ins Auge, die "aufgeklärte" Gesellschaft lieber uns Bürger fernhalten will - ich denke da bspw. an die FSSPX (oder auf islamischer Seite einige radikalere Bewegungen). Ein Freund von mir hat sich, da ja Religionsunterricht eh freiwillig ist, dann für eine religiöse Ausbildung bei den Piusbrüdern entschieden. Ich weiß nicht, ob die "Freiwilligkeit" des Religionsunterrichtes eine gute Sache ist, wenn dann Jugendliche sich eben für die Religionsausbildung ihres Geschmacks entscheiden. Pubertierende Jungens (bei Mädchen lasse ich andere das Urteil fällen) zumindest neigen dann desöfteren zu Hardlinervorstellungen, die im normalen Religionsbereich nicht befriedigt werden. Was ich befürchte, ist, daß religiöse Jugendliche den Ethikunterricht als das sehen, was eher für sie ist - ein Zwang, der von einer Regierung mit einer anderen Weltanschauung ihnen auferlegt ist - und sich ihre religiöse Bildung dann eher bei Hardlinern holen - und Sorgen macht mir da weniger das Opus Dei als wirkliche Hardliner.
Ein anderer Punkt, der dann auch von religiösen Leuten gerne gesagt wird, ist, daß der Religionsunterricht doch ohnehin Schrott sei. Nun... ja, das stimmt, der real existierende Religionsunterricht an Berliner Schulen ist nicht unbedingt gut (wenn es auch hier Ausnahmen gibt). Aber was will man denn für einen Lernerfolg bei einem freiwilligen Fach, daß Noten zwischen "sehr gut" und "im Allgemeinen gut" gibt, erwarten? Das JAhr im Schwabenland - mein Exiljahr - hat mir gezeigt, daß Religionsunterricht, der gleichberechtigt benotet wird, durchaus Format haben kann. In der Hinsicht war ein wichtiger Punkt für das "ja" beim Volksbegehren, daß dieser Religionsunterricht endlich mal einen sinnvollen Lehrplan bekommt.
Zum dritten: Einige katholische Freunde von mir vertraten die Ansicht, daß der Religionsunterricht zur Glaubensunterweisung nichts tauge. Das mag sein, doch halte ich ihn auch nicht für den richtigen Ort hierfür. Gerade in dem Wahlpflichtfachskonzept, wo man für ein Jahr Ethik, Religion oder Weltanschauungsunterricht hätte wählen können, würde es auch eher um etwas anderes gehen, nämlich, den Glauben vorzustellen. Das wäre gerade im immer feuriger geführten Dialog zwischen den verschiedenen weltlichen Ansichten und den Religionen (oder allgemein den Weltanschauungen untereinander) ein Anfang für einen von gegenseitigen Respekt getragenen Dialog. Und diese Möglichkeit sehe ich beim Ethikunterricht nicht.

Wie dem auch sei, alea iacta est. Wir müssen nun das Beste aus der Wahl machen. Wir haben eine Schlacht verloren, nicht den Krieg, wenn man mir diese militärische Metapher verzeihe. Auch wenn Religion als Wahlplfichtfach zu Dialog, Mission und Glaubensunterweisung vielleicht ein Mittel gewesen wäre - es ist nicht das einzige Mittel, was wir haben. Also, auf in die Zukunft :)

Montag, April 27, 2009

Sehr geehrter Herr Wowereit

Wie ich heute im Info-Radio hörte, waren sie darüber froh, daß von den hundert Prozent Berlinern nur 14% für pro Reli waren. Ich muß sagen, ich kann Ihre Freude sehr gut verstehen. Im Jahr 2006 haben sich 58% der Berliner an der Wahl beteiligt und von denen haben 34.2% die SPD gewählt. Das bedeutet, 19% der Berliner waren für Sie. (und hier habe ich mich nur an der Erststimme orientiert, in der Zweitstimme bekam die SPD 30.8%)

Ob man sich derart über fünf Prozent mehr freuen kann, gerade wenn man sich als Mitglied einer Volkspartei bezeichnet - darüber werde ich das Urteil dem werten Leser überlassen.

Samstag, April 25, 2009

Sagt mal...

... kann es sein, daß, wenn man heutzutage noch provozieren will (und zwar mit etwas neuem!), man sich eigentlich nur noch bewußt entscheiden kann, ein dummer, nerviger, Trottel zu sein? Am besten mit einem Fleck Rührei auf dem T-Shirt, daß kein Logo einer bestimmten Ideologie zum Besten gibt (das gabs schon alles... wie ernüchtert murmelte ein Punkerfreund - der in seinem Dress auch nicht mehr schockiert - "Ach kacke, das werden hier echt immer mehr" als er eine Glatze mit Thor Steinar - Shirt sah), nein, wenn, dann muß ein No-Name-Brand Marke "Beach Surfer" oder so das halbe Shirt zieren. Sicher werden einige fellow-Christians nun sagen, daß die Wahrheit provoziert - richtig, das tut sie und wird es immer tun. Die Wahrheit wird immer als anmaßend empfunden werden imho. aber kein 16-jähriger, der seine Umwelt provozieren und schocken will, wird deshalb sich für die Wahrheit entscheiden. Und um ehrlich zu sein, vermute ich eine relativ kurze Halbwertszeit bei Leuten, die Christen werden, um zu provozieren.

"Being happy and nice to people is FAR more transgressive, shocking and anti-establishment than any amount of violent/racist/misogynistic imagery these days anyway." - so sagte mal jemand passend auf einem Message Board (wo es übrigens über Noise geht - ja, ich habe immer noch einen schrecklichen Musikgeschmack). Er hat schon teilweise recht. Durch das ganze Rebellentum einerseits und die Empörungsrethorik diverser Ideologen andererseits ist man glückliche, freundliche Menschen gar nicht mehr gewöhnt. Trotzdem würde ich sagen, daß das größte Anti-Establishment der genuine Dork in sich vereint.

Ich als Physiker überlege nun, Pionier dieser neuen rebellischen Bewegung zu sein, um mich später davon zu distanzieren, weil die Szene "zu kommerziell wurde und ihre Ideale negiert hat".

Dienstag, April 21, 2009

Darnit!

Es ist nun nicht mehr nur die Zeit, die mich vom Blogposten abhält - ich habe in letzter Zeit mehrfach versucht, zu sinnvollen Themen was zu schreiben, aber irgendwie bin ich ein kleiner Formulierungskrüppel geworden. Wenn ich die Texte nach dem Schreiben nochmal durchlese, finde ich die Texte nicht nur schlecht formuliert, ich finde dann immer, daß diese nicht die Botschaft vermitteln, die sie eigentlich sollen. So a schaß, wie der ÖSterreicher in mir ruft. Ich hoffe, daß ich mich demnächst mal wieder zu einem guten Text durchringen kann, kann es aber nicht versprechen.
Und nur mal wieder zu innerkirchlichen Dingen wie der Piusbruderschaft oder ähnlichem Stellung zu nehmen - ich muß sagen, daß ich darauf keinen Bock habe.

Na ja, was religiöses kurz zum Abschluß:

Vor einiger Zeit nahm Herr Zollitsch zum Sühnetod Christi Stellung. Die Formulierungen, die er nutzte, waren insgesamt betrachtet, eher unvorteilhaft, anfangs häretisch - immerhin hat er zum Ende noch die Kurve bekommen.
Verzeihung - aber ich sehe nicht den Kern der Christlichen Botschaft darin, daß Jesus sich nur hat kreuzigen lassen, um mit uns gemeinsam zu leiden. Christus ist für unsere Sünden gestorben, nicht mehr und nicht weniger. Sicherlich hat er damit recht, daß mit diesem Glaubensinhalt teilweise eine zu düstere und zu moralische Sicht verbunden war - aber das täuscht nicht darüber hinweg, daß Jesus sein Leben hingab als Lösegeld für alle (oder viele, äh, oder so).

Addendum: Ich habe nun endlich das vollständige Interview gesehen und muß meine Meinung revidieren, zumindest zum Teil. Erzbischof Zollitsch sollte die Fragen nach Tod und Auferstehung Christ "für einen Ungläubigen" erklären. Man mag jetzt darüber streiten, wie man es selbst gemacht hätte, aber na ja - meckern kann man immer, wenn man nach Futter für die Wut sucht. Generell ist das Interview durchaus sehenswert - auch wenn ich seine Meinung zum Gebrauch von Kondomen im Ehepaar nicht teile (auch wenn er sagt, daß Kondome zur Empfängnisverhütung katholisch verboten ist); Kondome, die zu 90% vor einer Ansteckung schützen, stecken immer noch bei jedem zehnten Geschlechtsakt an (jetzt plump ausgedrückt). Was er aber zu der Pius-Affäre, zum Papst und zur Afrikareise sagte, ist sehr gut. Und nun im Kontext und in der Rückschau betrachtet, sagt er, vielleicht mit ungeschickteren Worten, das, was Papst Benedikt schon in seinen Büchern über das Opfer Jesu sagte.

Donnerstag, April 16, 2009

Herzlichen Glückwunsch & Gottes Segen!

Möge der Allmächtige Gott den Heiligen Vater bei Gesundheit halten und ihm die Kraft geben, das Kirchenschiff weiterhin mit starker, weiser und gütiger Hand zu führen. Und Gottes reichen Segen auch für meinen Papa(Il Papa und Papa :) )! Ach ja, und beiden einen wünsche ich einen wunderschönen Tag heute!

Samstag, April 11, 2009

Quizfrage für Katholiken

Woran merkt man, daß man zuviel arbeitet?


Man merkt es dann, wenn ein Numerarier des Opus Dei Dir als Fastengebot vorschlägt, weniger zu arbeiten und Dir außerdem empfielt, einmal die Woche abends auszugehen.

Und das ist nicht erfunden oder hypothetisch.