Sonntag, Dezember 29, 2013

Helft Mazen. Dem ganzen Mazen

(na, welches Filzitat klaue ich hier unpassend)

Weihnachten ist auch traditionell ein Fest, an dem wir an die Leute denken, die Hilfe brauchen. Ein Fokus dieses Pontifikats scheint die Caritas für die Armen zu sein. Wenn man sich die jüngere Soziallehre der Kirche seit Leo XIII ansieht, ist ein großer Aspekt (wink wink, Distributismus, wink wink), Leuten zu helfen, selbständig auf zwei Beinen zu stehen. Hier kommt das Projekt Kiva ins Spiel: Dieses Projekt bemüht sich, Kleinunternehmern primär in der Dritten Welt mit Mikrokrediten unter die Arme zu greifen. Man liest dann auf sieser Seite Geschichten von Leuten, die für ihren Obstladen etwas mehr Bananen kaufen wollen, die ein neues Fahrzeug zum Ausliefern von Lebensmitteln brauchen oder ähnliches. Ich finde das eine wunderbare Art, Leuten vor Ort zu helfen.


Irgendwo im Irak wohnt Mazen:

Mazen is 30 years old. He is a youth client from Iraq who lives with his parents. He helps his parents in providing the family income.

Mazen owns a barber shop. After working for several years as an employee at a barber shop, he gained enough experience to establish his own business, which he did in 2004. His dynamism and creativity have given him a good reputation.

Mazen is requesting a youth loan of $1,800. This loan will be used to install an external ceiling for his barber shop. With this loan, Mazen is aiming to grow his business and increase his profits to improve his and his parents' current financial situations.

Das ist ein, wie ich finde, sehr sympatischer Plan. Die Crux an der Sache ist, daß dem werten Herrn noch einige Gelder fehlen, also wenn jemand von euch werten Lesern sich noch caritativ betätigen will: Helft Mazen. Aber auch ganz allgemein finde ich das Prinzip hinter Kiva.org sehr unterstützenswert. Ich jedenfalls werde zukünftig desöfteren Projekte dort fördern. 

Dienstag, Dezember 24, 2013

Gesegnete Weihnachten



Liebe Leser, liebe Bloggerfreunde, ich wünsche euch allen eine gesegnete Weihnacht!

Montag, Dezember 23, 2013

Von mangeldem Forschergeist in religiösen Themen

Der eigentlich Krümelkackende Artikel muß etwas warten, da ich über was anderes interessantes gestolpert bin.

Beim Bibelkreis München wird ein Artikel mit der Überschrift "Tradition und Hokuspokus" wieder gegeben. Dort wird von Dawkins Autobiographie folgendes berichtet:

Jeden Abend mussten wir im Schlafsaal auf unseren Betten knien und dann war immer einer damit dran, das Abendgebet zu sprechen:
„Erleuchte unsere Düsterkeit, wir flehen zu dir, oh Herr; und mit dein groß Gnad verfecht’ uns von all der Nacht Bedrängnis und Gefahr. Amen.“
Niemand von uns hatte es je geschrieben gesehen, und wir wussten nicht, was es bedeutet. Wir guckten es Abend für Abend wie Papageien von einander ab, und mit der Zeit entwickelten sich die Worte in verdrehten Unsinn. […] Weil uns viele der Begriffe des Gebets unbekannt waren, konnten wir nur ihren phonetischen Klang imitieren. Das Ergebnis war eine hohe ,Mutationsrate’ dieser von Kind zu Kind übernommenen Imitation.
Da frage mich mich doch, wo damals der "Appetite for Wonder" war, der Dawkins Leben dermaßen formte, daß er den Titel für seine Hagio Autobiographie bildete. Warum ich das frage? Als ich auf die Offenbarung des Johannes gestoßen bin - lange, bevor ich getauft wurde - war ich vollkommen fasziniert von den vielen seltsamen Gestalten. Ich habe sie nicht einfach hingenommen, sondern wollte wissen, woher diese Bilder stammen. Dementsprechend habe ich einiges über christliche Eschatologie gelesen um wenigstens ansatzweise das Buch der Apokalypse verstehen zu können.
Ebenso ging es mir bei der Lauretanischen Litanei - vielleciht ist das noch ein besseres Beispiel: Sicher, man könnte sie einfach hirnlos runterrasseln, man könnte sich aber auch fragen, was "Du Bundeslade" aus Anrufung für Maria bedeutet. So frage ich mich, ob der Appetite for Wonder Dawkins noch dazu brachte, über den Ursprung dieses Gebetes etwas in Erfahrung zu bringen. Zumindest mein Appetite for Wonder brachte mich dazu.

In dem Artikel wird dann auch unter anderem auf die Gefahren von lateinischen Gebeten geredet, so daß der Laie dann nur noch das "Hokuspokus nachmurmeln" konnte. Mal ganz davon abgesehen, daß ich mich frage, in welcher Liturgie die Laien das Hoc est enim corpus meum nachbeteten, stellt sich auch hier die Frage, was der Fehler ist: Die Benutzung des Latein, der altehrwürdigen Worte, mit denen viele Generationen schon vor uns gebetet haben - oder eine Ignoranz gegenüber der Bedeutung dieser Worte? Ich bin mir sicher, daß die Kirche hier längere Zeit etwas Schützenhilfe unterlassen hat - ein Problem, was die Liturgische Bewegung zu Beginn des 20. Jahrhunderts erkannte.

Ich will jetzt nicht sagen, daß Leute, die diesen "Appetite for Wonder", dieses Interesse an den Originaltexten nicht teilen, irgendeinen Defizit haben - es gibt heutzutage die Liturgie in der Volkssprache, sicherlich ist ihr Platz dort. Ich möchte jedoch darauf aufmerksam machen, daß es noch andere Wege gibt, mit dem Ungetüm Latein umzugehen als es zu verjagen. Wir können lernen, es zu verstehen.

Um es im Bild zu sagen: Sicherlich mögen manche Anspielungen an das Silmarillion im Herrn der Ringe Leute verwirren - weshalb Peter Jackson sie in seinen Verfilmungen auch fast vollständig ausgelöscht hat (Glorfindel, anyone?). Man könnte sie jedoch auch als Möglichkeiten sehen, seinen Appetite for Wonder zu befriedigen - und das Silmarillion zu lesen (und danach die History of middle earth...).

Wir brauchen nicht immer alles auf "heutiges Verständnis" herunterbrechen. Was wir tun müssen, ist, jedem Menschen die Möglichkeit geben, Dinge zu verstehen.

Wer erschuf die Erde?

(Quelle folgt nach Klick auf Bild)

 Ich bin auf Facebook auf obiges Bild gestoßen (an der Stelle die erste Frage: ist bei daughter's das Apostroph an der richtigen Stelle?).Viele Freunde der Wissenschaft - primär ungläubige, aber auch gläubige - freuen sich über dieses Bild wie Bolle. Mann, ist die Tochter klug!

Ihr kennt den werten Phil, dementsprechend möchte ich ein wenig Krümelkacken (oh! zum Krümelkacken werde ich ggf noch einen Blogpost verfassen, hihihi):

- Hat der Big Bang die Erde wirklich erschaffen? Erschaffen setzt doch zum einen aktives Verhalten voraus, was Bewußtsein voraussetzt. Ist der Big Bang nun also eine bewußt handelnde Entität, die das gesamte All erschaffen hat? Wäre man dann nicht schnurstracks zumindest beim Uhrmachergott, nur daß man ihn nun Urknall nennt?

- Die Verbindung Urknall - Erde leuchtet mir nicht ein. Sicherlich existiert eine (hinreichend lange) Kausalkette, aber kann man die Erde als direkte Folge des Urknalls betrachten? Ist nicht primäre Folge des Urknalles das Universum selbst und die Erde steht erst am Ende der Kausalkette? Plump gefragt: Hat der Urknall auch die Pancakes gemacht, die hoffentlich bald wieder (selbstgemacht! Aus einer Teigmischung bestehend aus Banane und Ei! Yummy!) auf dem Frühstückstisch landen? Denn wenn wir schon atheistisch sein wollen, dann doch bitte komplett atheistisch - dann sind meine Gedanken und Entscheidungen auch alles Produkte dieser Kausalkette. Dementsprechend sind dann eigentlich auch sowohl der Test als auch die Antwort der Tochter als auch die Korrektur des Lehrers Resultate dieser Kausalkette und als solche korrekt. Mir raucht der Kopf

- Was mich aber vor allem wundert: Was hat so eine Frage in einem Geographie-Test verloren? Ich kann in der Hinsicht - Krümelkacken hin oder her - die junge Dame verstehen, daß sie dort eine unerwartete Antwort geben wollte.

Lieblingslied im Gotteslob

Wie immer zu spät will ich doch noch kurz über mein Lieblingslied im Gotteslob schreiben. Es ist letztlich kein besonderes, man kann es sich auch fast denken. Ich bin mir auch sicher, daß nicht wenige es wirklich überhört haben und nervig finden, gehört es doch zum Standardrepertoire einer etwas pompöseren Messe (wenn nicht der Priester extracool ist und als Auszugslied ein Marienlied wählt)

Ja, ich rede von 257, "Großer Gott, wir loben Dich".  Ich übergebe an der Stelle kurz an unseren Papa Emeritus:


Ich bin kein Musiker, deshalb kann ich zu musikalischen Argumenten nichts sagen. Was ich zum einen mag, ist etwas, was es meiner Meinung nach generell bei deutschsprachigen Kirchenliedern geben sollte: Großer Gott, wir loben Dich hat eine schöne, schnell einprägsame Melodie, die auch der unmusikalischste schnell in den Bart brummen kann. Der Text des Liedes ist schöner Pomp- und Prunk-Katholizismus.

Doch ich denke, daß eine persönliche Erfahrung das Hauptargument ist, denn diese Argumente gelten auch für Lieder wie "Alles meinem Gott zu ehren", "Oh, Maria hilf", "Ein Haus voll Glorie schauet" und was nicht sonst noch. Die persönliche Erfahrung habe ich hier geschildert: der Marsch für das Leben 2009 wurde vor der St. Hedwigs-Kathedrale mit einem "Großer Gott, wir loben Dich" abgeschlossen. Nachdem man schweigend dem Fünfminutenhaß der Gegner ausgeliefert war, zeigte eben dieses gemeinsame Lied, daß man schon damals (seitdem sind die Märsche ja deutlich an Mitgliederzahl gewachsen) eigentlich die Gegner hätte übertönen können - wenn man es nur gewollt hätte. Es war in vieler Hinsicht wirklich ein Zeichen des Guten gegen den Pöbel: Dort Leute, die schiefe Sprechchöre skandieren ("KONDOME, SPIRALE, LINKSRADIKALE" und whatnot), hier Leute, die mit gemeinsamer Stimme ein wunderschönes Lied singen und in das dreifache Heilig der Engel einstimmen.
Damit ich nicht nur gegen die Gegendemonstranten meckere möchte ich auch noch eine weitere positive Seite an dem Lied betonen: Es ist kraftvoll! Wenn man Großer Gott, wir loben Dich hört und danach "Here I am, Lord", geht es zumindest mir so, daß ich die deutsche Fassung des Te Deum deutlich kerniger, kraftvoller, "männlicher" finde. Das war mir seinerzeit beim Marsch für das Leben 2009 auch ein wichtiger Moment, denn bei der Kundgebung wurden zwar auch zwei, drei Lieder zum besten gegeben, aber das waren recht sanfte, mit dünner Stimme vorgetragene. Natürlich haben solche Lieder auch ihren Platz, aber ich fand gerade deshalb es gegenüber den Gegendemonstranten ein wichtiges Zeichen, daß man eben auch nicht nur sanft, leise, aber weiterhin schön singen kann.

Großer Gott, wir loben Dich - gerade in der Öffentlichkeit gesungen ist das ein Lied, was mehr ist, als jedes sozialkritische Lied (und es gibt genügend Anlässe zur Sozialkritik) kann: Es weist auf die ewig gültige letzte Wahrheit hin. Die Gegendemonstranten bekommen mit, daß alle Widerwärtigkeiten dieser Zeit, eben die Behandlung menschlichen Lebens als zur Verfügung stehende Ware, nicht die letzte Antwort sein wird, nicht mal die Verdammung dieser Widerwärtigkeiten wird es sein, nein, das, was in Ewigkeit bestand haben wird, ist das Ewige Te Deum Laudamus.Es ist wie mit der Fronleichnamsprozession, DER Demonstration schlechthin. Denn hier wird nicht gegen etwas oder für etwas demonstriert, sondern der Heiland selbst der Welt gezeigt.

Samstag, Dezember 21, 2013

Angebot und Nachfrage?

Ich war mit meiner lieben Frau vor kurzem in der wunderschönen Stadt Krakau.

Compadres, ich kann euch diese Stadt nicht genug ans Herz legen! Wunderschöne Stadt, wunderschöne Kirchen - und ein pulsierendes Leben. So schön ich bspw Rom finde - in Krakau fühlte ich mich automatisch heimischer.
Wir wohnten in dem Hotel Tournet , ein kleines, feines Hotel, was von freundlichen jungen Leuten betrieben wurde. Was mir in Krakau bezüglich der Kirchen auffiel, kann ich vielleicht mit ein paar Bildern umschreiben:

(Jaaa, hätte ich drehen können, aber ich war zu faul)

Der geneigte Beobachter wird etwas merken: Es gibt mindestens drei Werktagsmessen.

DREI.

MESSEN.

AN WERKTAGEN.

Und wir reden hier nicht mal von Sonntagen.

Und nein, am Samstag gibts nicht nur 18,19,20h Vorabendmessen, es gibt tatsächlich auch von der Leseordnung her eine Messe am Samstag.

Wowzer! Sowas kennt man aus deutschen Kirchen nu nich! Sicherlich, das klassische Argument ist, daß bei uns kaum Leute in die Kirche gehen. Dazu kurz zwei Punkte: Zum Einen  war bspw die Vorabendmesse auch in Krakau nicht gerade brechend voll (eher das Gegenteil), fand jedoch trotzdem statt. Zum Zweiten sind Angebot und Nachfrage miteinander verknüpft: Eine Nachfrage kann sich auch erhöhen, wenn ein Angebot überhaupt besteht. Konkret gesagt: Ein Grund (JAAA, ich weiß, neben meiner Lauheit!), daß ich Wochentags es kaum in die Kirche schaffe ist, daß es für Berufstätige oft nicht die Möglichkeit gibt, neun Uhr morgens beginnt meine Kernzeit und kollidiert ein wenig mit der Arbeitszeit.
Man muß ja nicht unbedingt sofort so eine Unmenge an Messen feiern, aber ein paar Schritte in diese Richtung gehen könnte, gerade bei Leuten, die nicht so lau sind wie ich, durchaus zum Messbesuch beitragen!

Es gab übrigens auch eine Kirche in der Messen mit einer Frequenz, die man aus machen deutschen Diözesen kennt, gefeiert wurden, nämlich einmal in der Woche, das war hier:
In einer Kapelle in der Salzmine. Über hundert Meter unter der Erde, eine Kapelle, in der fast alles aus Salzstein geschlagen wurde. DORT gab es "zu wenig" Messen - aber ich denke, an einem derart exotischen Ort kann man es auch verzeihen, oder?