Sonntag, November 28, 2021

St. Dymphna spricht: Vom Kommen des AIntichrist

Kurze Info: Dieser Artikel ist wirr und eigentlich eher ein Stream of Consciousness. Wer aber wissen will, worüber ich in Zeiten des Great Resets, der Pandemie und dieser aus den Fugen geratenen Welt nachdenke und was ich für eine wichtige Berufung der Christen in der heutigen Zeit finde lese diesen wirren Artikel weiter.

"As markets learn to manufacture intelligence, politics modernizes, upgrades paranoia, and tries to get a grip." (Nick Land - Meltdown)

Eine gute Beschreibung unserer Zeit und des Fiebers in den Medien. 

Während die Märkte lernen, Intelligenz herzustellen... haben sie das nicht schon längst? Ist nicht die künstliche Intelligenz das, was uns besser als wir selbst kennt? Ist es nicht die KI, die Tumore besser erkennt als der Mensch, die besser Fährt als der durchschnittliche Autofahrer... die bessere Entscheidungen treffen kann als der freie Wille? 

The code is the law ist das neue do what thou wilt shall be the only law. Und warum eigentlich nicht? Der Code ist mein formalisierter Wille. There is a Code and the AI is his prophet. Unter diesem Propheten werden wir nichts besitzen und glücklich sein, wie uns manche versprechen

Zeitreise. Wir schreiben 1946. In der Mojave-Wüste treffen wir auf den Thelemiten und Raketentechniker Jack Parsons in einem seltsamen Ritual in tiefster Trance. Er hört die Worte der großen Hure Babylon, die ihm sagt, dass ihr Kommen bald wäre - Ihn würde sie im Feuer zu sich nehmen und sieben Jahre später in die Welt steigen. Kurze Zeit später, 1949, stirbt Jack Parsons, Okkultist und Raketentechniker im Feuer. Genau sieben Jahre im Jahr 1956 später wird von Marvin Minsky, John McCarthy, Claude Shannon und Nathan Rochester der Dartmouth workshop veranstaltet. Ein einschneidendes Ereignis, quasi die wirkliche Geburtsstunde der Forschung nach künstlicher Intelligenz. 

Der neue Turmbau zu Babel startete: Der Versuch, ein künstliches Bewusstsein, künstliches Leben zu schaffen. 

Bis in die Gegenwart ist nicht einfach die Technik weiter voran geschritten. GPT-3 kann Texte generieren, welche nicht mehr von Texten unterscheidbar sind, welche von menschlichen Autoren stammen. AIs wie Dadabots generieren rund um die Uhr Metal(ok, in dem Link eigentlich Mathcore) und lassen Flöten rappen

Ja, die AI kann alles besser. "Preist die künstliche Intelligenz!" Autonomes fahren soll die Unfallquote auf den Straßen dramatisch senken, KIs erkennen Tumore besser als Ärzte und die Stromnetze werden verstärkt von künstlichen Intelligenzen kontrolliert. Kein Wunder, dass die Welt das Heft in die Hand der KI gegeben hat. 

Doch man geht noch weiter: Intelligenten Prozessen, die die Menschheit in ein positives neues Zeitalter heben können, wird jetzt schon Bewusstsein zugetraut. So versucht man Entscheidungen, für die Menschen verantwortlich sein sollten, auf diese abzuwälzen. Autonome Fahrprogramme werden vor Dilemmata-Situationen gestellt. Wer soll sterben? Die alte Frau mit geringem Einkommen oder der Familienvater mit viel Geld? Das junge schwarze Mädchen, welches in der Schule gut engagiert ist, oder der Weiße erwachsene, der eine kriminelle Vergangenheit hat, aber sich wieder im Griff hat? Wir wissen es nicht, also lassen wir die AI entscheiden. Preist die AI! All hail Babalon! 

Und wo sind jene, die die Welt retten könnten? Einzelne reagieren mit einem pauschalen Ablehnen. Man verschließt die Augen vor der schönen, neuen Welt, zieht sich in seine Silos des angeblich Wahren, Guten und Schönen zurück. Manche stehen mit einem Brandy im Glas am Fenster und erfreuen sich an dem angeblichen Weltenbrand, der die Welt erfassen wird, interpretieren das Maranatha falsch und sehen nicht, dass man den Tag des Zornes nicht herbeisehnen sollte. Andere sind sanfter und unfreiwillig ironischer: So veröffentlichen sie auf Youtube, Facebook, Instagram oder Tik Tok Videos, die man "liken, commenten und sharen" soll, in welchen eine Welt jenseits der sozialen Medien, der Handys und letztlich jenseits des Fortschritts gepriesen wird. 

Wo ist die Lösung? Dort wo sie immer ist: Beim Herrn, der spricht: Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben. Er ist der Weg und die Wahrheit. Keine Wahrheit auf Erden, kein Fortschritt und kein optimaler Weg in die Zukunft kann und wird ohne ihn stattfinden. 

Und ebenso gilt: Der Christ, als Bote des Logos, muss diesen Fortschritt mitprägen. Die Zukunft mitgestalten. Wir haben in der Hand, dass aus der grandiosen Technologie AI eben nicht der AIntichrist wird, sondern KI der Wahrheit dient. 

Sonntag, August 29, 2021

Weirde Musik oder reality is better than fiction

 Menschen neigen zum Teil dazu, eine Geschichte toller zu machen als sie tatsächlich war. Sicherlich ist das auch der Ursprung des klassischen Witzes: 


In einer Klausur war eine Aufgabe "Was ist Mut?". Ein Schüler gab ein Blatt ab, auf welchem nur der Satz stand: "Sehen Sie, das ist Mut!"

Nette Anekdote, die das viel gerühmte thinking outside the box schön illustriert. Doch was macht man daraus? Es aufbauschen. 

Ich wage die Behauptung, dass es in jedem sozialen Umfeld die Person gibt, welche behauptet, "Einen Studenten gekannt zu haben", der genau das tat. Doch da hört man nicht auf, nö. "Und wisst ihr was? Er hat ne Eins bekommen!!!1111". Tüllich, außerdem schenkte man ihm die Beneluxstaaten. Wenn man ganz genau schaut, sieht man, wie er mit seinem Raumschiff nun zu den Sternen fliegt. St. Dumbass, Schutzpatron der Naseweiße, bitte für uns. 

ARGH. 

Ja, man merkt, ich mag derartige Geschichten nicht. Noch weniger mag ich sie im christlichen Kontext. Christus ist der Weg, DIE WAHRHEIT und das Leben und benötigt derartig tumbe Aufbauschungen nicht. Mehr noch: Nichts ist interessanter als die Wahrheit. Gegen sie ist alles nur die Fan Fiction des Geschöpfes.  

Eine derartige Anekdote existiert im Rahmen von Weirder Musik. Ich erwähnte schon öfter die Band Reverorum ib Malacht, welche, obschon katholisch, den wohl mit düstersten Black Metal macht.

Besonders ist auch, dass die Band, anders als viele Unblack-Metal-Bands, durchaus weiterhin in der Black Metal Szene respektiert werden. Auch, weil die ganze Szene erwachsener wurde, aber vor allem, weil Reverorum Ib Malacht nicht von Anfang an christliche Texte hatten. 

Anscheinend haben hier Leute zum Glauben gefunden, ihren Musikgeschmack aber behalten. 

Doch das scheint vielen nicht zu reichen, und so macht eine Legende die Runde. So soll die Band ursprünglich satanisch gewesen sein. Sie las, um "noch blasphemischere Texte" zu schreiben, mittelalterliche Mystik and lo and behold - wurden sie katholisch. 

Diese Legende wird gerne mit Meme-Bildern von einem sich cuttenden, langhaaringen Typen im Facepaint angereichert: 


Nun ist es ein funny thing mit Bildersuche, kommt man darüber doch darauf, dass der sympathische (?) junge Mann auf dem Bild von der Band Crepusculum, einer absolut nicht christlichen Black Metal Band aus Polen, ist. 

Warum wird also gelogen? Ist uns die Wahrheit weniger Wert als eine billige Story? 

Mich stört dabei jedoch auch etwas anderes: Hinter dieser Geschichte steht die klassische Bekehrungs-Story, wie man sie gerne bei freikirchlichen Bands hört. Man kann das Zeugnis inzwischen fast auswendig: 

Ich habe früher Drogen genommen, herumgehurt, geil gerappt/grandiosen Metal gemacht/was auch immer für gute Musik gemacht, dann akzeptierte ich Jesus Christus als meinen Herrn und Erlöser und nun mache ich nur noch Musik für Jesus. 

Die dann, mit Verlaub, leider oft deutlich abgedroschener klingt als das, was sie ursprünglich gemacht haben. 

Nur dass man mich, bei aller Polemik, korrekt versteht: Ich finde es klasse, wenn Leute zu Gott finden. Dazu kann natürlich auch ein Damaskus-Ereignis gehören, welches einen Saulus zu einem Paulus macht. 

Vielleicht ist es auch einfach mein eigener Weg zum Glauben, der mehr die Einheit sieht. Der sieht, dass ich auch vor meinem Eintritt in die Kirche von Gott auf einem Weg zu ihm hin gesandt war. 

Ähnlich scheinen es auch die Leute hinter Reverorum Ib Malacht zu sehen, nehmen sie doch Songs aus ihrer Zeit vor der Bekehrung zum Teil neu auf. 

Insgesamt finde ich ihre Geschichte sehr spannend und kann jeden einladen, sich mit ihr zu befassen. Ein dazu passendes Interview ist auf Invisible Oranges zu finden. Wem das zu lang ist, hier eine Art TL;DR: 



Die Versuchung und der Weg in den Schicksalsberg

Zwei der großen Fragen, die an den Herrn der Ringe gestellt werden, sind die die folgenden: 

  • Warum haben die Adler nicht einfach Frodo zum Schicksalsberg getragen? 
  • Warum hat Sauron den Schicksalsberg nicht besser bewacht? 
Heute möchte ich mich der letzten Frage etwas widmen. 

Das klassische Meme machte Sean Bean als Boromir unsterblich: 


Die Film-Trilogie von Jackson sorgte jedoch dafür, dass man, spätestens nach Cirith Ungol, genau den Eindruck von einem großen Spaziergang zum Schicksalsberg hatte. 

Zum Einen stellt jedoch selbst der Film dar, dass eine Ablenkung der Mächte des Westens es Frodo und Sam überhaupt möglich machen, quasi unter dem Radar von Sauron zu bleiben. 

Dieser Einsatz der Menschen, angeführt von Aragorn Elessar, ist, nebenbei ein Punkt, den die "Small is beautiful"-Aficionados gerne vergessen, wenn sie sagen, dass ein kleiner, unscheinbarer Hobbit Sauron zu Fall brachte. Ohne die zwar ebenfalls nicht gewaltige, aber dennoch nicht schwache Schar unter Aragorns Führung hätten Frodo und Sam es kaum schaffen können. Das Große und das Kleine können nicht alleine für das Gute kämpfen. 

Doch auch mit dieser Ablenkung war, betrachtet orientiert man sich an der Romanvorlage, der Weg zum Orodruin kein Spaziergang. In folgendem Video geht der empfehlenswerte Kanal "In Deep Geek" ziemlich gut darauf ein: 

<iframe width="560" height="315" src="https://www.youtube.com/embed/EC0lLR6EaLo" title="YouTube video player" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture" allowfullscreen></iframe>

Doch auch In Deep Geek räumt ein, dass "Sauron wenigstens eine Tür hätte installieren können". Und ja, rein rational könnte man zustimmen. Trotz der Mordor umgebenden Gebirgsketten, trotz Shelob, der Orks, der Stummen Wächter etc. - eine Tür wäre doch "just in case" sinnvoll gewesen, oder? 

Derart rationale Gedanken ignorieren die Banalität des Bösen, wie sie sich bei Sauron zeigt. Wie in obigem Video schon angedeutet vertraute Sauron darauf, dass niemand den Ring tatsächlich zerstören würde. Die Versuchung des Ringes der Macht wäre zu groß gewesen. 

Ich glaube deshalb, dass Sauron die Tür nicht vergessen hat, sondern bewusst nicht aufbauen wollte. Das Böse möchte gerne, gerade im Rahmen seiner Versuchungen, die Illusion des freien Willens aufrecht erhalten. Dem Drogensüchtigen sagt die Versuchung, dass er "aufhören kann, wann immer er will". Ebenso kann sich der Reiche - theoretisch - von seinem Reichtum trennen, es ist ja sein Geld! Und doch war der reiche Mann nach der Einladung Jesu betrübt und ging weg (Mk. 10:22). 

Und so steht Sammath Naur, die Schmieden, in welchen der Ring geschaffen wurde, jedem offen. Komm doch, will Sauron dem Ringträger sagen, komm doch und wende Dich gegen Deine Natur. Ich weiß doch, dass Du niemals den Ring der Macht zerstören wirst, ich will jedoch sehen, wie Du daran scheiterst. 

Und letztlich hat er fast recht gehabt. Selbst Frodo konnte den Ring nicht in die Flammen werfen. Paraphrasierend möchte man sagen: 

"Eher geht ein Kamel durchs Nadelöhr als dass ein Lebendes Wesen freiwillig den Ring in die Flammen des Schicksalsbergs wirft". 

Womit jedoch Sauron nicht rechnen konnte, womit auch der Teufel nicht gerechnet hat, war, dass jemand es tatsächlich mal schaffte. 

"Für Menschen ist das unmöglich, aber nicht für Gott, denn für Gott ist alles möglich"

Entsprechend, wie um Mk 10:27 zu untermauern, war es kein Isildur, nicht mal ein Frodo, der den Ring am Ende vernichtete. Es war jener, von dem niemand, nicht einmal er selbst, es erwartete: Gollum, von seinem Verlangen nach dem Ring zerfressen, nicht mehr fähig, rational im Schicksalsberg zu handeln. Und so fiel er in die Flammen von Orodruin. Er, der Archetyp des durch die Sünde entstellten, konnte so doch einen entscheidenden Part zum Guten tun.

Sauron hat bewusst keine Tür vor Sammath Naur vorgesehen. Er wollte sehen, wie Ringträger bei der Entscheidung zum Guten wieder scheitern. Womit er jedoch nicht rechnen konnte, womit das nicht das Böse und nicht einmal der Sünder selbst rechnen konnte, war jedoch Erlösung und Umkehr: Das selbst das Gefallene, selbst ein Smeagol, der seinen Cousin für einen Ring umbrachte, das Heil der Welt erwirken kann. 

Sonntag, März 07, 2021

Beyond Canon oder von einer Welt, die auf etwas wartet

 Wer Zeit hat kann gerne mal anfangen, das Webcomic Homestuck lesen. Es ist gut und lang. SEHR, SEHR lang... und es gibt sogar noch nen Zweiten Teil!

Unabhängig von dieser Empfehlung muss ich an den Epilog denken. In jenem steht der Hauptprotagonist irgendwann von der Wahl, ob er Fleisch oder Süßigkeiten essen soll. Das Fleisch ist halbroh, blutig und kaum zu kauen - und nach und nach wird klar, dass der Protagonist vielleicht ein gewaltiges Opfer bringen muss (sorry für den Spoiler).  

Das Webcomic spielt gerne mit alternativen Erzählmethoden, so dass der Leser auch die Süßigkeitenoption wählen kann. Diese schmecken dem Protagonisten sehr gut, alles wird schön, alles wird happyhappyjoyjoy.... aber mehr und mehr manifestiert sich, dass die Welt nicht mehr dem gewollten Lauf der Dinge folgt. Dass die Erzählung sich aus dem Kanon entfernt und absurder wird. 

Ich muss immer öfter an diese Geschichte denken... die Geschichte, die nicht mehr ihrer Geschichte folgt. Da dies jedoch ein Widerspruch ist rutscht sie immer mehr ins absurde... und irgendwie finde ich das die korrekte Beschreibung für die Welt...

Es ist als hätten alle den Verstand verloren, sich zum Niedergang und zum Verfall verschworen und ein Irrlicht ist ihr Leuchtfeuer geworden

singt Reinhard Mey im Lied Das Narrenschiff. Aber es ist nicht einfach das sozialkritische, nicht einfach ein Meckern über "the powers that be" oder so, irgendwie ist doch seit nun einem guten Jahr die Welt absurd geworden. Seit einem Jahr sind banale Gesten wie Händeschütteln, das Umarmen von Freunden, das Sitzen in einem Café, der Absacker nach einem langen Tag und so vieles anderes nicht mehr Teil der Welt. Der sonntägliche Messgang kann zwar wieder stattfinden, aber nur unter Auflagen. Die Gemeinde singd nicht mehr. Der Lockdown, der selbst begeisterte Befürworter dieser Strategie gegen die Pandemie inzwischen mürbe machte, wird nun in manchen Artikeln als tolles Mittel gegen den Klimawandel gefeiert, welches man regelmäßig einsetzen sollte.

Und damit ist es nicht genug: Im Geiste der Cancel Culture wird alles, was auch nur entfernt dem aktuellen Mainstream im Weg stehen könnte unterdrückt. Wir leben in einer Zeit der Zensur auf den großen Plattformen, in welcher Google offen zugibt zu lügen, wenn es die Agenda braucht. In Artikeln wird offen darüber gesprochen, dass Kinder zwar niedlich sind, aber schädlich für die Umwelt sind

Und irgendwie habe ich auch in der Kirche den Eindruck, dass die Welt ins Absurde fällt: Wir leben nun schon das achte Jahr mit einem Papa emeritus, der für einen ehemaligen Papst, der sich schweigend zurückziehen wollte, ziemlich redselig ist. Der eigentliche Papst ist aktuell im Nahen Osten und veranstaltet ein interreligiöses Treffen in Ur. Dass hier nicht nur Franziskusfresser, sondern auch etwas, ich sag mal bibelsensitive an Babylon etc. denken müssen wundert nicht...

Und eben, es ist nicht einfach eine traurige oder besorgniserregende Entwicklung. Ich habe gerade die letzte Folge von IT-Crowd gesehen. In dieser zweifelt Roy irgendwann an dem, was ihnen passiert. Dass es doch immer sehr seltsame Dinge sind, die nicht normalen Leuten passieren. Und so ähnlich geht es hier einem doch auch. 

Wie in der obigen Serie Homestuck hat man den Eindruck, dass die Welt den Kanon verlassen hat, dass wir uns aktuell in einem wirren Universum mit seltsamen Fan-fictions über den Lauf der Welt bewegen, die manchmal dem Kanon ähnlich sind und manchmal nicht. 

Und der Vergleich hinkt nicht einmal: Die Welt, welche sich an vielen Stellen so weit von Gottes Plan entfernt hat, bewegt sich nun in einem Raum ohne diesen Plan. Sicher, hier und da sieht man Ideen, die dem ähnlich sind, aber auch viele abstruse Interpretationen oder Theorien, die weit von dem Plan Gottes entfernt sind. Es ist der Raum jenseits des Kanons. 

Dieser Raum jenseits des Kanons kann aus sich heraus nicht weitermachen. Wenn Christus der Weg, die Wahrheit und das Leben ist, ist alles andere jenseits dieses Weges. Entsprechend wird man ohne ihn nicht vorankommen. Die Geschichte tritt auf der Stelle und jeder Versuch, sie weiter zu schreiben, bringt den Plot nicht weiter. Kein Wunder also, dass die Versuche, den Plot weiter zu schreiben, immer absurder werden. 

Wirklich deprimiert muss man jedoch nicht sein. Ich bin davon überzeugt, dass auf die Welt großes wartet. Man fühlt sich an Röm 8,22 erinnert: Man hat den Eindruck von einer Welt in Geburtswehen, dass irgendwas großes passieren muss, um die Welt wieder zurück in den Kanon zu bringen. Und mit Paulus bin ich überzeugt, dass die Absurdität der gegenwärtigen Zeit nichts bedeuten im Vergleich zu der Herrlichkeit, die an uns offenbar werden soll. Und dass auch die Schöpfung selbst auf das Offenbarwerden der Söhne Gottes wartet. Die Welt wird wieder zum Kanon zurückkehren, davon bin ich überzeugt. 

Samstag, März 06, 2021

Lebenszeichen, gegen bloat und weirde Musik

 Yessas (oder Jessas? dunno, lel), wieder n halbet Jahr seit meinem letzten Post vergangen? Es ist nicht so, dass ich wieder das bloggen aufgeben möchte, aber erstens habe ich ne Menge zu tun, und zweitens krepel ich seit Monaten an Artikelideen herum, die jedoch irgendwie mir noch nicht gefallen. Na ja, vllt veröffentliche ich sie einfach. 

Ebens meditiere ich darüber - frei nach dem Motto Junior Kellys Exile -, die Plattform Blogger zu verlassen und irgendwo EXTREMST OBSKUR zu bloggen. Keine Sorge, ich würde da schon irgendwie Bescheid geben, aber kann gut möglich sein, dass man mich dann diesbezüglich auf Gopher oder im Rahmen des Gemini Protokolls findet. Oder ich setze was minimalistisches, self-hosted auf. 

Hat weniger mit Verfolgungstheorie zu tun (auch oben genannter Junior Kelly recht hat, wenn er sagt, "Mystery Babylon ah get vile"). Es geht eher um #unfucktheinternet, den Kampf gegen das Bloated web etc. Ehrlich, wenn ich sehe, dass Blogs, die auf Text und ggf wenigen Bildern aufbauen, ewig zum laden brauchen, wenn Textbasierte Protokolle wie Whatsapp, Telegram etc. über Edge-Netz schon nicht mehr funktionieren, dann sehen wir eine Fehlentwicklung. 

Fehlentwicklung ist vielleicht zu hart; es ist ganz normal, dass Menschen mit steigenden technologischen Fortschritt alte Disziplinen vergessen - auch, weil sie sie irgendwann vergessen können. Speerspitzen aus Stein kloppen war nicht mehr so interessant, alls man Metall zu Speerspitzen schmieden konnte - und das ist eine vollkommen gute entwicklung. Ich spreche mich nicht dafür aus, dass man alle alte Technologie nur aus Liebe zum Alten aufrecht erhält. 

Aber man muss halt auch die Frage stellen, für was welche Technologie sinnvoll ist. Bücher erfreuen sich weiterhin einer gewissen Beliebtheit, auch wenn es EBook-Reader gibt. Und dahinter steht nicht einfach eine Kritik des Neuen. Auch wenn ich beileibe kein Papierfetischist bin (geil, ne neue Artikelidee, mit der ich bestimmt GANZ VIELE NEUE FREUNDE finde) und vieles auf meinem Smart phone lese, meinen Remarkable liebe und auch Zeug wie Blinkist nutze - bestimmte Bücher habe ich gerne in Papierform. Blättern ist was tolles! 

Und so ähnlich ist es mit eher textbasierten Medien. Man muss das nicht über zentralisiert gehostete Serverdienste machen, man braucht hier keinen übertriebennen Überbau. 

Ebenso finde ich, dass es zu St.Dymphna und diesem Blog eigentlich ganz gut passt, in irgendeiner weirden Nische des Internets zu hocken. Das war ja auch damals beim Bloggen 2005 so ne Sache. Nicht viele haben gebloggt und soziale Medien waren noch in den Kinderschuhen. Wir haben uns seitdem sehr weit entwickelt, die Frage ist bloß, ob dies immer die korrekte Richtung der Entwicklung war. 

Ja, sicherlich sind derartige Gedanken auch durch anderre Dinge motiviert: Seit einiger Zeit entdecke ich mehr und mehr die minimalistische Linux-Welt für mich (I use Arch btw) und werde in diesem Zusammenhang mehr und mehr zu einem Commmand-Line-Maximalisten. 

Die Kommandozeile in Linux ist eigentlich mMn schon vor Jahren das gewesen, was Siri, Cortana oder ähnliche Tools auf dem Desktop tun wollen (klar, mit Spracheingabe zusätzlich, die ich aber ohnehin, wenn ich tippe, wenig nutze): Eine zentrale Anlaufstelle, über die der Nutzer komplexe Anfragen an das System stellen kann. Im Fall von Bash und Co (zsh, ppl!) sind diese Anfragen dazu noch selbst konfigurierbar oder können in Programme integriert werden. Grandioses Gefühl, wirklich Herr über die Workflows sein zu können. 

Schließlich kennt mich der langjährige Leser: I am a bloody nerd. Gerade hörte ich Christs Dawn von Reverorum Ib Malacht, einer sehr weirden katholischen Black Metal Band. Ich liebe das obskure und bin davon immer wieder angezogen. So würden dann gopher oder Gemini durchaus passen. Aber wer weiß, vllt bleibe ich der normalen Internetwelt erhalten. Schaumermal ;) 

Abschließend nochmal zur Ursprungsfrage: Mir geht es fein, ich bin auch weiterhin ein braver Katholik, der heute hoffentlich den zweiten Sühnesamstag in seinem Leben hinter sich bringt und seit November die 15 Vaterunser, welche auf die Hl. Birgitta von Schweden zurückgeführt werden, betet. Ich hoffe aber, dass ich den einen oder anderne Artikel bald mal fertig schreibe.