Montag, Juli 25, 2011

Aussagen eines "christlichen Fundamentalisten"

Eigentlich wollte ich zu dem Drama in Oslo nichts schreiben. Wir Christen sind aufgerufen, für die Verstorbenen und die Hinterbliebenen zu beten. Vielleicht auch, speziell wenn wir die Möglichkeit dazu haben (bspw. wenn wir in Norwegen wohnen), den Hinterbliebenen tatkräftig beizustehen. Falls jemand der Leser weiß, wie wir von unseren jeweiligen Wohnorten den Menschen in Oslo noch helfen können, bitte ich, einen Vorschlag in der Combox zu machen.

Ich möchte auch dem Täter hier kein Forum bieten, auch wenn jetzt einige Zitate von ihm folgen. Ich denke jedoch, es ist wichtig, daß wir Christen unseren Freunden und Bekannten, die meinen, Anders wäre ein christlicher Fundamentalist gewesen, sinnvoll entgegen treten können. Und hier ist es sinnvoll, nicht nur darauf zu verweisen, daß ein Christ der Nächstenliebe folge und dementsprechend niemanden umbringen könne, oder daß ein (katholischer) Christ nicht gleichzeitig Freimaurer sein kann - es ist viel wichtiger, auf die Selbstdefinition des Täters zu verweisen, sprich aufzuzeigen, wie ER sich sah.
Und wenn man folgendes in seinem Machwerk liest, gewinnt man einen eindeutigen Eindruck von seinem Christsein:

"Religion is a crutch for many weak people and many embrace religion for self serving reasons as a source for drawing mental strength (to feed their weak emotional state f example during illness, death, poverty etc.). Since I am not a hypocrite, I’ll say directly that this is my agenda as well. "

"I’m not going to pretend I’m a very religious person as that would be a lie. "

“Religion is a crutch for weak people. What is the point in believing in a higher power if you have confidence in yourself!? Pathetic.”

"It is likely that I will pray to God for strength at one point during that operation, as I think most people in that situation would."

"If praying will act as an additional mental boost/soothing it is the pragmatical thing to do. I guess I will find out... "

"I am pursuing religion for this very reason and everyone else should as well, providing it will give you a mental boost."

Das sind alles Sätze aus dem Kapitel "There are no atheists in foxholes", Seite 1344.

Fassen wir also zusammen: Er bringt das typische "Religion ist für Schwache" Argument. Er sieht sich nicht als religiös. Er meint, Gebet würde Dir einen "Mental boost" geben, und DAS sieht er als Grund ,weshalb es sinnvoll wäre, an Gott zu glauben.

Ich werd bei Gelegenheit mal christliche Fundamentalisten fragen, was sie davon halten, sich an heiligen Dingen wie dem Gebet zu bedienen wie ein esoteriker auf dem spirituellen Jahrmarkt.

Montag, Juli 18, 2011

Wider dem Normalen!

Bei kath.net gab es vor kurzem Ausschnitte eines Interviews mit Bischof Ackermann. Das Interview selbst ist auch eher streitbar (an manchen Stellen jedenfalls), aber mir geht es um einen anderen Punkt.

Nebenbei wird er gefragt, ob er im Urlaub auch als Bischof erkennbar wäre, was er verneint. Etwas vom eigentlichen des Interviews ablenkend wird folgendes Zitat auch als Überschrift verwendet: "Denken Sie, ich gehe mit der Soutane ins Meer?"

Was mich daran stört, ist eine Haltung, die sich als Unsitte verbreitet hat: Man will auf jeden Fall "normal" sein. Jeder Bischof ist ein Mensch wie Du und ich, geht ganz normal mit seinem Sekretär einkaufen (Bäm, wie man so sagt) und ist auf keinen Fall etwas besonderes oder gar besseres als der einfache Laie. Dasselbe gilt für Priester, weshalb sie bloß nicht moralisch von Kanzeln herabpredigen sollen, man auch einsehen muß, daß Priester ganz normale Menschen sind und schonmal man sich ohne Kragen präsentiert, da dieser die Leute verschrecke.

Natürlich ist ein Priester, ein Bischof und natürlich auch ein Bischof von Rom ein Mensch wie Du und ich, ein sündiger Mensch, der ganz normale Hobbies hat, der im Urlaub auch gern schwimmen gehen kann etc. Aber kann nicht mal wieder öfter betont werden, was der Unterschied ist? Daß man zwar einerseits ganz normal ist, andererseits aber eben eine Gott geweihte Person, respektive ein Kirchenfürst (! Das klingt doch gar nicht mehr so normal!) oder gar ein Stellvertreter Christi auf Erden ist? Mich würde es sehr freuen, wenn Bischöfe bei allen durchaus zu respektierenden Betonungen, normal und nicht besser zu sein, auch darüber sprechen würden, was eben nicht normal ist. Wie fühlt es sich an, die Fülle des Weihesakramentes erhalten zu haben? Wie schwer ist die Last auf den Schultern? Was kann ich, ein einfacher Laie tun, um ihm diese Last zu erleichtern? Das sind Fragen, die mich interessieren.

Letztlich ist das, was ich immer wieder an geweihten Personen mag, dieser Widerspruch, der am besten in Bildern von Bischöfen in Cappa Magna, die mit Arbeitern auf einem Baugerüst ein Bier trinken, Priestern, die in Soutane die Weltmeisterschaft gucken (oder Basketball spielen) oder ein Heiliger Vater, der ganz in Weiß behauptet, er würde Rock hören. Hier treffen dann nämlich in Gestalt dieser kirchlichen Würdenträger zwei Welten, die sichtbare und die unsichtbare aufeinander.

Und zum Teil, und das ist doch auch nicht unwichtig, in einer durchaus amüsanten Form.

Vielleicht kann man meine Gedanken so zusammenfassen: Das Heilige muß nicht profanisiert, banalisiert werden, sondern neben das profane und banale gestellt werden, so daß selbst dieses banale einen Hauch des sakralen erfährt.

Und darin ist die Kirche doch eigentlich Meister!

Dienstag, Juli 12, 2011

Helfer mit Herz!


Liebe Lesende,

solche Aufrufe verbreite ich natürlich gerne:

In der Erzdiözese Freiburg werden viele, viele Helfer benötigt. Es geht darum, bei etwas großen, nämlich dem Besuch des Heiligen Vaters nicht nur dabeizusein, sondern mitzumachen. Ich mein, das ist schon ne klasse Sache und beiß mir ehrlich gesagt in den Allerwertesten, daß das Datum mit meiner heißen Phase meiner Doktorarbeit zusammenfällt; ein solches Abenteuer zu Ehren der Kirche wäre doch mal was unglaublich cooles.

Es geht um:


Unterstützung bei der Betreuung der jungen und alten Gäste
Fahr- und Essensdienste
Infoservice für die Besucherinnen und Besucher
Unterstützung der Ordnungskräfte
Und nicht zuletzt geht darum, Herzlichkeit und Gastfreundschaft zu zeigen.

Wir daheimgebliebenen können die mächtigste Hilfe des Christenmenschen bemühen und zum Herrn beten (Was ich auf jeden Fall tun werde), für alle anderen gibt es die Seite Papsthelfer.de und in modernen Zeiten natürlich auch eine Facebook-Page .

Also, liebe Freuburger und Freiburgerinnen, und liebe Leute, die planen, nach Freiburg zu fahren: Es gibt was zu tun ;)

Montag, Juli 04, 2011

Quizfrage zu Berlin

??? Wer hat in der katholischen Kirche in Berlin das Sagen?

Hören wir mal einige Leute aus der Politik:

"Der kirchenpolitische Sprecher der Grünen, Josef Winkler, sagte dem Tagesspiegel, es werde sich unter anderem am Umgang mit dem Thema Homosexualität entscheiden, ob Woelki als Bischof in der Hauptstadt bestehen könne."

"Das wird den Dialog mit der katholischen Kirche erschweren“, sagte der Schwuso-Vorsitzende Ansgar Dittmar. Für alle in der Katholischen Kirche engagierten Schwulen und Lesben seien Woelkis Äußerungen „ein Stoß vor den Kopf“. - Kleine Anmerkung meinerseits: Für alle... fünf? zehn? fünfzehn?

"Die Katholische Kirche ist schlecht beraten, jemanden in die Hauptstadt zu schicken, der offenbar ein Problem mit Homosexuellen hat“, sagte der SPD-Bundestagsabgeordnete Johannes Kahrs dem Berliner Tagesspiegel. „Die katholische Kirche tut sich keinen Gefallen, wenn sie den Vertreter einer rückständigen Glaubensrichtung in Berlin zum Bischof macht, da dies dem Lebensgefühl der Menschen widerspricht.“

"Die Berliner CDU-Bundestagsabgeordnete Monika Grütters äußerte sich angesichts der Gerüchte um Woelkis Mitgliedschaft in der erzkonservativen Vereinigung Opus Dei skeptisch. Sollte dies zutreffen, wäre es "verheerend", sagte sie dem "Tagesspiegel". Der Berliner Erzbischof brauche "Offenheit für eine so heterogene Gesellschaft" wie die der Bundeshauptstadt."

WRONG. Das hat immer noch Gott!

Ich jedenfalls heiße meinen neuen Erzbischof hier herzlich willkommen!

(Auch wenn ich meinem Bruder recht gebe, der meint, er würde komisch aussehen. Aber hey - erstens kann nicht jeder so wahnsinnig schön wie ich sein, zweitens kommt es auf die inneren Werte an und drittens sagen manche, ich würde dick aussehen. So ist halt die subjektive Wahrnehmung)