Montag, Mai 12, 2008

Mittelerde - ein Heim für christen?

Höhä, darüber wollte ich ja schon länger mal was schreiben.
Einerseits scheinen ja manche Leute zu meinen, daß Tolkien der Prophet Satans ist (Lulz!). Großartiger Artikel.
Aber andererseits scheinen viele Katholiken ja in Tolkiens Werken genuin katholische Werke zu sehen. Auf kath.net et al wird ja immer wieder betont, daß er zutiefst katholisch war und seine Werke dies auch seien. Wird ihm das gerecht? Um ehrlich zu sein, finde ich da manches echt aufgezwungen. Nur weil in den Werken Tolkiens, die nunmal von einem Katholiken geschrieben wurden, die christliche Moral einen Platz hat, kann man imho nicht einfach als Katholik die Werke vereinnahmen. Wenn ich lese, daß der Herr der Ringe deshalb so katholisch sei, weil mit dem einen Ring ja die Versuchung und mit Frodo Jesus (der unsere Sünde auf sich nahm) gemeint sei, finde ich das etwas an den Haaren herbeigezogen. Dann kann man auch sagen, daß Buddha, weil er den Frieden predigte, Christ war. Oder so.
Tolkien schrieb selber in einem Brief, daß er es falsch gefunden hätte, wenn in seinen Mythen das Christentum vorkomme (auch wenn er schreibt, daß es doch in der Rückschau vorkam). Natürlich hat das Werk viele christliche Akzente, aber meiner Meinung nach verkennt man das, was Tolkien geschaffen hat, wenn man behauptet, er hätte quasi nur eine christliche Parabel verfaßt. Tolkien hat mit seinem Werk über Mittelerde nicht mehr und nicht weniger als einen eigenen Mythos geschaffen.

Ich mein, betrachten wir doch mal den Mythos bezüglich einiger Unterschiede zum christlichen Glauben:

- In der Bibel ist Gott der einzige und aktive Part bei der Schöpfung. Vielleicht haben ihm die Engel irgendwie geholfen, aber davon wird nichts berichtet. Eru Illuvatar (der Eine, letztlich die Himmelsgottheit Mittelerdes) jedoch gibt seinen Ainur ein musikalisches Thema vor, daß sie interpretieren und in die Tat umsetzen. Aus diesem Lied wird schließlich die Schöpfung. Gott nimmt also dabei einen eher passiven, freilich initiierenden und abschließenden, aber doch einen indirekten Part bei der Schöpfung ein.

- "und Gott sah, daß es gut war" heißt es über die Schöpfung in der Genesis. Als der Mensch geschaffen wurde, sah Gott sogar, daß es sehr gut war. Im Gegensatz dazu wirkt das Böse bei Tolkien schon während der Schöpfung: Melkor verfälscht die Melodien und erzeugt dreimal Mißtöne. Eru sah nicht, daß es gut war.

- Der Fall der Engel passiert also streng genommen früher als bei den Christen. Denn von Satan wissen wir erst von seinem Ungehorsam, als Gott den Engeln den Menschen offenbart. Interessant ist weiterhin, daß nicht alle Engel, die in den Gesang Melkors einstimmten, verdammt wurden; Makar und Measse sind, nach den Lost Tales, zwei derer, die als erste in die Mißtöne Melkors einstimmten und gehören aber zu den "guten".

- Generell ist Eru Illuvatar, nach Erschaffung der Welt, sehr zurückgezogen. Er wirkt selten selbst und überläßt die Welt den Valar und Majar (d.h. den Ainur, die auf die Erde gezogen sind). Nur bei Ausnahmen (der Erschaffung von Sonne und Mond und der Umformung der Welt beim Untergang Numenors) wirkt Illuvatar direkt.
Wenn also Finrod sich an Manwe in einem Stoßgebet wendet, bevor er auf Maedhros schießt (der ihn um den Todesstoß bat, weil er die Qualen von Angband nicht mehr aushielt), kann man das kaum mit einem Fürbittgebet zu einem Engel oder einem Heiligen vergleichen. Manwe etc werden schon eher angebetet als nur um Fürsprache gebeten. Und Gestalten wie Makar und Measse sind im christlichen Himmel undenkbar, Gestalten, die quasi an der Grenze zw. Gut und Böse stehen.

- Gott offenbart sich weder den ersten Elben noch den ersten Menschen; ja, selbst die Valar offenbaren sich nur den Elben. Anders in der Bibel, wo Gott mit Adam quasi face to face gesprochen hat. Die Elben werden nach Valinor gebracht, was eine gewisse Ähnlichkeit zur bibel aufweist (wo Adam in den Garten Eden gesetzt wird), aber erstens werden sie vorher gefragt (und es spalten sich die Avari - die Unwilligen ab), zweitens werden Leute, die auf dem Weg verloren gehen, zurückgelassen (die Nandor und die Sindar fallen mir hier ein). Außerdem kümmert sich eben nicht Gott direkt um sie, sie werden von Orome abgeholt. Und die Menschen werden eben nicht von einem der Valar abgeholt und leben lange Zeit im Dunkeln.

- Melkor (der danach als Morgoth bekannt sein wird) befleckt gemeinsam mit Ungolianth das Paradies; sie besudeln Laurelin und Telperion (die das Licht des Tages und der Nacht bis dahin der Welt geschenkt hatten und quasi das unbefleckte Licht des Paradieses waren). Damit ist erstmal, anders als der Garten Eden, der weiterhin existiert (Adam und Eva werden nur rausgeschmissen), das Paradies befleckt und zweitens sind Sonne und Mond damit behelfsmäßige Ersatzschöpfungen, die schön sind, aber nicht das unbefleckte "gute" Licht des Tages/der Nacht.

- A propos aus dem Paradies herausgeworfen: Während Adam und Eva nach dem Sündenfall das Paradies verlassen müssen, gehen die Noldor nicht nur freiwillig, die Valar bitten sie sogar, ihre Fehler zu sehen und umzukehren - selbst nach dem Blutbad von Alqualondë! Finarfin, der mit seinen Getreuen umkehrt, wird mit offenen Armen empfangen und ist danach der Hochkönig der in Valinor bleibenden Noldor.

- Zumindest die Mutter Feanors begeht quasi Selbstmord (im Paradies!!!), d.h. ihre Seele zieht in die Hallen Mandos', ohne, daß das als eine sündige Tat (die aus christlichem Verständnis der Selbstmord ist) dargestellt wird.
Ähnliches läßt sich bzgl Turin Turambar sagen, der sich in sein Schwert Gurthang stürzt: Freilich kommt in der Geschichte zum Ausdruck, daß sein Selbstmord der Höhepunkt einer Tragödie ist, jedoch wird am Ende aller Zeiten es Turin sein, der Morgoth niederstrecken wird.

- Die Sterblichkeit der Menschen ist nach der Bibel eine Folge des Sündenfalls; in Mittelerde ist die Sterblichkeit die "Gabe Illuvatars" an seine jüngeren Kinder; im Gegensatz zu den Elben, die in dieser dem stetigen Wandel unterworfenen Welt nicht leben können (weshalb die Elben auch imho mit den Zeitaltern immer nostalgischer und winender werden), sind sie für Mittelerde (d.h. unsere Welt) geschaffen. Deshalb werden auch die Elben nach Valinor geholt, anders als die Menschen: Sie sind, unsterblich wie sie sind, für die Ewigen Gefilde geschaffen, wir als sterbliche sind Teil des Wandels auf Erden und können uns damit auch weiterentwickeln.


Das alles soll nicht heißen: "Kinder, laßt die Hände von Tolkien, denn er ist nicht christlich". (Lest lieber Harry Potter oder der goldene Kompaß, lulz) Bloß nicht! Mir fällt gerade beim Schreiben dieser Zeilen auf, daß ich meine Tolkien-Sammlung mal endlich komplettieren kann.

Man muß ja auch die Intention Tolkiens im Hinterkopf haben: Ursprünglich war seine Idee, einen Mythos über England zu schreiben, der in grauester Vorzeit, lange, lange vor Christus spielt. Nun war damals, wenn man so will, weder das christentum noch das Judentum bekannt. Und Gott hat, in der Annahme daß der Christliche Schöpfungsmythos der richtige ist, die Menschen aus dem Paradies vertrieben und auch diese hatten einige Zeit den Herrn vergessen ("Zu der Zeit fing man an, den Herrn anzurufen"). Dementsprechend kann man, wenn man so will (Gott, jetzt werde ich nerdig) den Mittelerde-mythos als einen vorchristlichen Mythos deuten. Freilich kann man im Licht des Christentums dann erkennen, daß schon in diesen uralten Zeiten der Herr im verborgenen Gewirkt hat.

Na ja, mal wieder 2cent von mir :)

Sonntag, Mai 04, 2008

Mein Baby

Wie ich versprach, zeige ich mal ein Bild von dem Ort, an em ich z.Zt. den Großteil meiner Zeit verbringe. Und von dem Baby, was ich in der Zeit hege und pflege:

Samstag, Mai 03, 2008

Namenstag




ICK APPLAUDIERE MIR SELBST.

Nein, natürlich nicht. Ich wünsche allen Philipps, Jakos, Philippas, Jakobas, Jankerls, Philmans, Pillemännern und allen, dessen Namenstag heute ist, alles gute, Gottes Segen und natürlich die Fürsprache unserer Patrone! Ich mein, nicht jeder kommt in den Genuß, einen Apostel als Namenspatron zu haben.

Aber folks, ich muß trotzdem sagen, daß ich mich ärgere. Nun habe ich (dank Bee ) meinen Namenstag nicht vergessen, aber ich muß Zettel korrigieren, mein Tutorium vorbereiten und als lauer Konvertit weiß ich natürlich ohnehin nicht, wie man so zünftig den Namenstag feiert.

Freitag, Mai 02, 2008

Frontbrief

Liebe Mitleser und Mitblogger,

es meldet sich Philipp von der Laborfront.

Ach quark. Jedenfalls, sorry, daß ich im augenblick so einsilbig bin. Ich bin halt fast meine ganze Zeit in meinem Labor (was ich echt toll finde! Ich werde noch ein Photo uploaden) und versuche grad, herauszufinden, wie hoch der Druck in meiner Kammer ist. Das hat dann eher ingenieurstechnische denn physikalische Stolpersteine (Filament kaputt, COntrol-Unit auf Balzers-Filamente geeicht und nicht auf Varian-Filamente blablabla) und macht wirklich Spaß. Im Augenblick ist eh mein Beruf auch irgendwie etwas meine Freizeit (schon allein deshalb, weil ich ansonsten kaum Freizeit habe, haha).
Letzte Woche habe ich einen Vortrag über meine Thematik gehalten - oxidative Dehydrogenisation von Methan an Lithium-dotierten Magnesiumoxid-oberflächen (auf Ag 100 - Substraten). Oder auch kurz: Katalyse von Methan in sinnvolleres mit Li/MgO. Tolle Thematik!

Ja, ich wollte eigentlich hier schon immer wieder mal etwas schreiben, ich habe auch Ideen, aber irgendwie kann ich mich z.Zt. nicht ausdrücken - finde ich... Es wird weiteres kommen, ich hoffe, ich schaffe es, wenigstens im wöchentlichen Takt was von mir zu geben, aber dazu brauche ich euer Gebet. Und nen kumpelhaften, ermutigenden Schlag auf die Schulter. Oder so.