Sonntag, März 27, 2011

Freitag, März 25, 2011

Nature Podcast

Aufmerksam wurde ich auf dem Podcast von Nature durch die sehr sachlichen Ausführungen zu der Tragödie in Japan und dem Reaktorunglück in Fukushima. Ich habe btw zu beidem nichts geschrieben, was aber eher daran liegt, daß ich im Augenblick nicht allzu viel Zeit hatte (zwei Konferenzen vorbereiten, zwei Poster und nen Talk machen, Paper korrigeren, Laborumzug abschließen, die ganze dolce vita des Physikerdaseins eben). Aber generell kann ich die Podcasts nicht nur deswegen, sondern für jeden allgemein Interessierten Freund der Naturwissenschaften, empfehlen. Schließlich ist Nature nicht nur irgendwas, sondern nicht weniger als eines der Top leading Journals auf dem wissenschaftlichen Markt (mit Science). Im Podcast wird auch nicht irgendwelche Wissenschaft für Laien Marke "Die Wissenschaft hinter Fußballspielen" oder so, nein, es werden gerade aktuelle Veröffentlichungen auf Nature besprochen. Sicherlich kann es dann manchmal etwas komplex werden, wobei ich sagen muß, daß bisher es auch in Bereichen, wo ich keine Ahnung habe, recht gut zu verstehen war. Leute, die über einen Account an der Uni sich die Nature-Artikel herunterladen können, sind natürlich dann klar im Vorteil, weil sie im Fall eines Interesses die Originalartikel runterladen können, wobei für viele, die nicht direkt in der Materie sind, auch Nature-Artikel zu dicht geschrieben sein können (geht jedenfalls mir so, wenn auch nicht so schlimm wie bei etwas spezifischeren Journals wie Physical Review Letters oder den ganzen Journals of Physical Chemistry/Journal of Chemical Physics und wie se alle heißen).

Jedenfalls: Hört doch mal rein, lohnt sich. In der aktuellen Ausgabe geht es um Möglichkeiten der Untersuchung des Erdmantels. Klasse.

Nature Podcast

Zu Russels Teekanne

Russels Teekanne ist meiner Meinung nach das beste Beispiel dafür, daß Herr Russel total overhyped ist. Zur Erinnerung sei es hier mal zitiert:

„Wenn ich behaupten würde, dass es zwischen Erde und Mars eine Teekanne aus Porzellan gäbe, welche auf einer elliptischen Bahn um die Sonne kreise, so könnte niemand meine Behauptung widerlegen, vorausgesetzt, ich würde vorsichtshalber hinzufügen, dass diese Kanne zu klein sei, um selbst von unseren leistungsfähigsten Teleskopen entdeckt werden zu können. Aber wenn ich nun weiterhin auf dem Standpunkt beharrte, meine unwiderlegbare Behauptung zu bezweifeln sei eine unerträgliche Anmaßung menschlicher Vernunft, dann könnte man zu Recht meinen, ich würde Unsinn erzählen. Wenn jedoch in antiken Büchern die Existenz einer solchen Teekanne bekräftigt würde, dies jeden Sonntag als heilige Wahrheit gelehrt und in die Köpfe der Kinder in der Schule eingeimpft würde, dann würde das Anzweifeln ihrer Existenz zu einem Zeichen von Exzentrizität werden. Es würde dem Zweifler in einem aufgeklärten Zeitalter die Aufmerksamkeit eines Psychiaters einbringen oder die eines Inquisitors in früherer Zeit.“

und nun erweitern wir es doch ein wenig:

"Wenn nun jedoch immer wieder Leute von Erfahrungen mit dieser Teekanne sprechen würden, wie diese ihr Leben verändert haben, und zwar ohne daß ich groß argumentativ auf sie eingewirkt hätte, wenn Menschen aufgrund dieser Teekanne bereit wären, ihr Leben von heute auf morgen zu ändern, ja, bereit sind, für diese Teekanne in den Tod zu ziehen, scheint von dieser Teekanne mehr auszugehen als eine reine Behauptung hergeben könnte. Wenn weiterhin eine historische Geschichte über den Kontakt dieser Teekanne mit den Menschen vorhanden ist, eine Art Chronik, die bis in die heutige Zeit besteht, untermauert das auch nicht gerade die These, daß das nur eine Behauptung wäre. Wenn weiterhin es Memorabilia aus den fraglichen Zeiten - ich nenne sie jetzt mal dreist Reliquien - gibt, ist das auch interessant. Wenn ich weiterhin ein (Obacht, Rekursion!) Beispiel zur Absurdität von Religion über die Behauptung einer Teekanne erfinde und damit auf die Widerlegung teilweise jahrtausendealter Religionen abziele, Religionen, an die Leute glauben, was etwas anderes als behaupten ist, dann ist das einfach dumm und platt."

Die Teekanne wird gerne als Beispiel für die "bringschuld" der Religion angeliefert. Nun, wir haben Leute heiliggesprochen, jeweils nicht nur aufgrund eines heiligmäßigen Lebens, sondern aufgrund von Wundern, das heißt Interventionen jenes "zu beweisenden" Gottes, Wundern, die übrigens strengstens unter die Lupe genommen werden. Wir behaupten, im Besitz des Grabtuches zu sein, in das unser Gott, der rein zufällig zu einer historisch schon bekannten Zeit auf Erden verweilte, nach der Kreuzigung gelegt wurde. Natürlich mag man an das alles nicht glauben, diese Freiheit hat man, aber ich würde diese Dinge schon als Beweise akzeptieren. Beweise, die es zu widerlegen gilt, und zwar in jedem Einzelfall. Pauschalurteile wie "Das war sicher Zufall/Placebo" sind auch nur wieder Gegenvermutungen.

Man könnte auch, nun werde ich ganz dreist, als Gegenidee "Phils Andromeda-Galaxie" in den Raum werfen:

"Wenn ich behaupten würde, daß es die Andromedagalaxie nicht existiert, könnte niemand meine Behauptung widerlegen, vorausgesetzt, ich würde die Astrophysik zu einer unwissenschaftlichen Methodik erklären (Teleskope! Was für ein Aberglaube!). Aber wenn ich nun weiterhin auf dem Standpunkt beharrte, meine unwiderlegbare Behauptung zu bezweifeln sei eine unerträgliche Anmaßung menschlicher Vernunft, dann könnte man zu Recht meinen, ich würde Unsinn erzählen. Wenn jedoch in Büchern - modernen wie antiken - die Nichtexistenz einer solchen Galaxie bekräftigt würde, dies jeden Tag als "Faktum" gelehrt und in die Köpfe der Kinder in der Schule eingeimpft würde, dann würde der Glaube an die Existenz der Andromeda-Galaxie zu einem Zeichen von Exzentrizität werden. Es würde den Glaubenden in einem aufgeklärten Zeitalter die Aufmerksamkeit eines Psychiaters einbringen oder die eines Stasi-spitzel früherer Zeit."

Ich habe mal den Guttenberg-Test gemacht und gemerkt, daß meine Andromeda-Galaxie zu über siebzig Prozent mit obigem Absatz identisch ist! Nun, erstens mache ich mit solch geistigem Dünnschiß keinen Doktor oder behaupte, er wäre intelligent aber das zweite ist doch interessant: Wie man mit wenigen Änderungen das Beispiel umdrehen kann, nicht wahr?

Mittwoch, März 23, 2011

Und sie, Herr Feynman!!!

(ja, ich muß mal wieder was wissenschaftliches schreiben)

Ich habe ja wirklich Respekt vor Ihnen, nicht nur wegen des Nobelpreises, sondern vor allem, weil die Pfadintegralmethode eine tolle Technik ist. Letztlich sehe ich in ihr einen Weg zur Antwort auf die Frage nach der Interpretation der Quantenmechanik - die Integration über alle Pfade von A nach B vereint in sich die Bohmsche Interpretation, die Viele-Welten-Theorie und die Kopenhagener Interpretation!

Aber was haben Sie sich bei diesem Spruch gedacht?

What I cannot create, I do not understand.

Whaat? Natürlich schätze ich als Experimentalphysiker die Nähe zur Realität, die Sie damit fordern, sehr, aber so stimmt das nicht Also erstens kann man Yoctosekundenpulse noch nicht erzeugen, wenn auch die Physik dahinter klar umrissen ist, ähnliches läßt sich über die Ausrichtungsdynamik von Wellenpaketen in Molekülstrahlen sagen (gut, bei letzterem hoffe ich, daß es noch nicht getan ist, ehm.). Nur mal so als zwei Beispiele, die zeigen, daß man sehr wohl ohne experimentelle Reproduktion etwas verstehen kann. Das nennt sich dann Postulation.
Zweitens zeigt die katalytische Chemie sehr oft, daß man ohne Verständnis erschaffen kann. Die oxidative Kopplung von Methan ist in Mikrokosmos noch komplett unverstanden, funktioniert aber auf jeden Fall. Einer der ersten Laser mit Modelocking (das nannte man dann noch "Magic modelocking"), d.h. einer der ersten mit ultrakurzen Lichtpulsen, ist durch Hauen auf den Tisch entstanden (nun weiß man, daß es Kerr Lens modelocking ist), also wurde das Modelocking ohne Verständnis induziert.
Man kann sogar ganz mundan sagen, daß ich, wenn ich einen elektronischen Bausatz zusammensetze, nicht verstehen muß, wie das Ding funktioniert.

Summa summarum: Wirklich nichts für ungut, aber dieser Spruch ist falsch. Natürlich kann man verstehen, ohne erschaffen zu können. Die armen Kosmologen und Astrophysiker würden zum Beispiel in Tränen ausbrechen, wenn man von ihnen die Erschaffung eines Virgo Superhaufens erwarten würde. Und umgekehrt muß ich, wenn ich gegen meine Geschirrspülmaschine trete, weil die irgendwo einen Wackelkontakt hat, nicht wissen, was ich gerade behoben hat, es reicht, voller Freude das saubere Geschirr aus der Spüle zu nehmen :)
Aber wir lernen daraus dann doch eine Sache, nämlich, daß unser Wissen durch die Art und Weise, wie wir uns einem Problem nähern, schon begrenzt ist. Wenn wir am Computer irgendwas modellieren und was cooles wie die Millenium-Simulation zur Modellierung der großen Strukturen im Universum laufen lassen oder wenn wir via Dichtefunktionaltheorie die chemische Bindung eines CO-Moleküls an eine MgO-Oberfläche berechnen - wir sind von Modellen und Anfangserwartungen abhängig, die sehr wohl falsch sein können. Analog weiß sich der Nutzer in seinem Verständnis der Realität dann doch vor einer Black Box stehen. Und schließlich lernen wir daraus, daß Theorie und Praxis immer im Dialog sein müssen. Wenn die Theorie etwas voraussagt, muß die Frage des Experimentators sein "Unter welchen Bedingungen wird das vorausgesagt?". Wenn der Experimentator was im Labor mißt, muß der Theoretiker sich fragen "Was genau hat der Experimentator vermessen?".

Werter Herr Stoot,

Ich hab hier Ihren Artikel gelesen: http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=16300

Ich könnte nun die Unmenschlichkeit dieses angeblich christlichen Menschen kritisieren, ihm Scheuklappenmentalität vorwerfen, mich fragen, ob er oder die anwesenden Antifaschisten sich nur ansatzweise mit den verfolgten Christen in islamischen Ländern beschäftigt haben. Ich könnte fragen, wo die Mahnwachen für die "positive Religionsfreiheit" bleiben, wenn mal wieder Übergriffe auf Christen geschehen sind. Ich könnte die Feministinnen fragen, wie sie dazu stehen, daß in islamischen Ländern z.T. die Frauenrechte mit Füßen getreten werden.

Aber ich würde mich nur aufregen, deshalb frage ich schlicht und einfach:

Werter Herr Stoot, Sie wissen schon, daß das Binnen-I im Zeitalter des Transgender* ziemlich reaktionär und diesbezüglich diskriminierend rüberkommt? Daß das Binnen-I als Phallus-Symbol von Antisexist*innen abzulehnen ist? Sicher wissen Sie das, sie demonstrieren ja nicht nur mit mutigen Kämpfer*innen, sondern schreiben auch noch Kolumnen in namhaften Zeitungen! Wenn Sie das jedoch wissen, dann frage ich mich, wieso Sie an dem Binnen-I festhalten.
Ist das nicht vielleicht immer noch der alte patriarchalische, chauvinistische Christ in Ihnen, der Sie zum Nutzen des Binnen-I genauso anleitet wie er die ganzen "Nazis", denen Sie und Ihre "mutigen" Freund_innen ein "Nazis raus" entgegenschleudern? Sind Sie nicht im tiefsten Maße ein männlicher Sexist und homophob?

Sicher nicht, aber wenn Sie schon derart antifaschistisch und antisexistisch tun, dann sollten Sie doch wirklich wissen, daß das Binnen-I überholt ist und Sie somit nur ein weiteres tragisches Beispiel einer Kirche sind, die dem Zeitgeist hinterherrennt (mit Betonung auf "hinterher").

Sonntag, März 06, 2011

Saint Cast on Niels Stensen

Wie ich von .U. hingewiesen wurde, wird der SaintCast weitergeführt, klasse! Und was für mich noch besser ist:

Dieses mal geht es ua um Niels Stensen! Da ich zu Jahresbeginn neben so einigem anderem mir vornahm, Niels Stensen genauer kennen zu lernen - cooler Kerl! - gebe ich das hier mal weiter:

SaintCast 141

Du hast recht, Elsa...



... wir beklagen uns wirklich wegen rein gar nichts.

Ja, hatte ich schon....




... aber ich muß an dieser Stelle nochmal Werbung für Bull of heaven machen. Wie man über ihre Facebook-Seite mitbekommt, haben sie gerade eine Drone-Komposition gebastelt, die, würde sie je vollständig durchlaufen, ca 8*10^24 Jahre dauern würde - Selbst Olitsky ist dagegen nur Windhauch.
Aber es ist nicht nur die Länge ihrer (ja, wahrscheinlich zu wirklich nahezu hundert Prozent sterbenslangweiligen) Stücke; sie hatten nun desöfteren Stücke verschlüsselt hochgeladen, so daß sich Songbeschreibungen (sie zählen durch von 000 bis bisher 237) folgendermaßen lesen:

"‎231 & 232 both contain audio data, and you can extract resources from EXEs using ResHack, but getting them to play may require some programming knowledge. Luckily, both pieces will be released in different formats at a later date. Playable formats, possibly."

Das finde ich dann doch dermaßen strange, daß ich gerne nochmal Werbung mache.

Wer gehört zu Deutschland?

Nicht nur in der Blogozese wird darüber debattiert, ob der Islam zu Deutschland gehöre oder nicht. Wulff sagte, er würde dazu gehören, bekräftigte das nun noch einmal, einige widersprachen, andere fabulierten, daß Aleviten (=Islam?) besser integriert wären als die Katholiken... Da dachte ich, daß ich mal meine Meinung dazu kundtue.

Ich stimme Herrn Friedrich zu: Historisch gesehen gehört, so weit ich es sehen kann, der Islam nicht zu Deutschland. Ich sage es mal ganz scharf: Der papstfressende Atheist und der Party machende Homosexuelle am CSD gehören meiner Meinung nach mehr zu Deutschland als der Islam, schlicht und einfach, weil der Atheismus und die Emanzipationsbewegung der Homosexuellen durchaus Wurzeln in unserer Kultur haben (auch wenn diese es vllt verleugnen würden).

Merkt ihr nebenbei gesagt an dieser Stelle etwas? Eine Sache ist nicht per se gut, weil sie "zu Deutschland gehört". Es ist also auch umgekehrt kein automatisch negativ wertendes Urteil, wenn man sagt, daß der Islam nicht zu Deutschland gehöre.

Es ist schlicht und einfach eine Feststellung, daß, nach Friedrich, die gemeinsamen historischen Wurzeln fehlen, und nach Matussek , daß bspw. Herr Erdogan auch nicht gerade dazu aufruft, "zu Deutschland zu gehören". Und als gemeinsame Wurzeln zählt leider keine Schlacht von Wien (BÄM!). Es zählt auch nicht, daß ein Getränk, daß früher Türkentrunk genannt wurde, nun wirklich zu unserer Kultur gehört.

Nach der Wullfschen Rede hat ein atheistischer Freund von mir mokiert, daß anscheinend der Atheismus und die Konfessionslosigkeit laut Wulff nicht zu Deutschland gehöre. Ich muß sagen, daß ich bei aller Ablehnung des Atheismus meinen Freund gut verstehen kann; der westliche Säkularismus gehört meiner Meinung nach mehr zu Deutschland als der Islam, kann er doch auf historische Wurzeln hierzulande blicken und aufzeigen, daß die Atheisten durchaus integriert sind. Übrigens auch besser integriert als die Aleviten, die man doch bitte nicht als Vorzeigemoslems immer wieder aus dem Hut ziehen sollte; das ist wirklich diskriminierend gegenüber anderen Moslems, vor allem, weil diese Aleviten im Islam durchaus nicht überall als volle Moslems akzeptiert sind (freundlich gesagt).

Was bleibt zu sagen? Was ist der Islam in Deutschland? Er ist wie in jedem pluralistischen Land wie jede andere Weltanschauung willkommen (jedenfalls sollte er "wie jede andere" willkommen sein und nicht als ein positiver Spezialfall, der er nun mal nicht ist, betrachtet werden) und natürlich sind die Anhänger des Islams zuallererst Menschen und als solche herzlich willkommen. Und ja, ich finde es auch schön, daß bspw. Berlin eine wunderbar vielfältige Stadt ist und als solche das Potential hat, daß hier diverse Kulturen aufeinander treffen (daß es hierbei gravierende Probleme gibt, ist noch ein anderes Faß, was ich jetzt nicht öffnen will). Das ist aber was ganz anderes, als historisch zu irgend etwas zu gehören.

So, jetzt gehe ich mir einen Backlava kaufen.

So, neues Design

Alle Jahre wieder bin ich mit dem Design der Seite eher unzufrieden. Dementsprechend änderte ich es jetzt mal. Es kann sein, daß das in nächster Zeit noch ein paar mal passiert.

Wenn Krümelkacken, dann richtig



Mein lieber, vermutlich fünfzehnjähriger Internetatheist,

einerseits kann ich es durchaus verstehen, wenn Du Witze über den Glauben machst; ich gebe gerne zu, daß mit Leuten wie Bill O'Reilly (Tide comes in, tide goes out... seufz) das Christentum nicht immer von seiner Schokoladenseite vertreten wird (von Mr. "Thor auf dem Olymp" Silverman sind die Atheisten aber auch nicht grad beschenkt worden - aber anderes Thema). Man kann auch gerne ein wenig Troll Physics (Lang lebe das Trolletariat!) machen und "beweisen", daß es im Himmel heißer als in der Hölle ist, das ist sogar eine nette Gedankenspielerei. Aber das hier....

ach, min Jung..., erstens ist der Schöpfungsbericht nicht wortwörtlich zu nehmen, was durch den hymnischen Charakter allein herauskommt (und dadurch, daß es mehrere Schöpfungsberichte gibt). Was bringt es also, sich über den Bibeltext zu mokieren? Nur, weil einige Kurzzeitkreationisten ihn wortwörtlich nehmen und man sich dann intelligenter als diese sehen kann?
Das ist aber gar nicht der Punkt, den ich hier ansprechen will. Mir ist eher wichtig:

Wenn man schon krümelkackend klüger als die dummen Religiösen sein will, dann sollte man es auch wirklich sein.

Licht sind Photonen, richtig? Natürlich habe ich recht. Photonen können sehr wohl ohne eine Sonne existieren, sind sie doch schlicht und einfach das Austauschteilchen der elektromagnetischen Kraft. Als solches existierte es deutlich vor den Sonnen! Um genau zu sein gab es nach 10^-12 sekunden Photonen, da sich dort die vier Elementarkräfte endgültig voneinander trennten. Sterne gab es erst Hunderttausende von Jahren später!
Jaha, Kosmologie ist eine interessante Sache und zumindest in diesem Fall leider nicht geeignet, "dummen" Christen eins auszuwischen.

Zehntausend und mehr.

Über zehntausend haben nun bei der Petition pro ecclesia unterschrieben. Ich denke, darauf kann man stolz sein. Zehntausend Unterzeichner sind nicht mehr nur eine kleine Splittergruppe oder ein paar alte Ommas, die noch vor dem Konzil wohnen. Zehntausend Unterzeichner aus allen Ecken Deutschlands mit diversesten Berufen und damit mit unterschiedlichsten Hintergründen - das ist wirklich was tolles! Ich bin froh und ja, auch stolz, das Projekt fast von Beginn an verfolgt zu haben, und traurig, daß ich nicht die Zeit fand, zu helfen. Die fleißigen Seelen, die an diesem Projekt arbeiteten gucke ich mit tiefen Respekt und Neid an. Das habt ihr wirklich toll gemacht und ich finde es toll, daß ich einige der Mitarbeiter ziemlich gut kenne!

Samstag, März 05, 2011

Kurzes zur Causa Guttenberg

Ich bin kein Freund von Guttenberg, was aber auch daran liegen kann, daß ich bezüglich seines Wirkens als Verteidigungsminister nicht viel weiß. Er hat die Wehrpflicht ausgesetzt und Frauen den Eintritt in die Bundeswehr vereinfacht, zwei Dinge, die, gelinde gesagt, man anders als er sehen kann. Seine Antworten auf die Plagiatsvorwürfe waren, gerade zu Beginn (in der Rückschau) eine Frechheit und ich frage mich, ob er überhaupt seine(?) Arbeit genau gelesen hat. In der Hinsicht gehöre ich nicht zu den Leuten, die dem Herrn Guttenberg hinterhertrauern.

Das muß ich vorweg sagen, denn jetzt geht es los. Mich stört an der ganzen Causa einiges. Manches ist direkt mit ihr verbunden, anderes im Umfeld von ihr. Ich werde meine einzelnen Punkte nun einfach in einzelnen Absätzen schreiben:

1.) Als die ersten Vorwürfe kamen, saß ich neben einem guten Freund und frischen Doktor (nicht-plagiiert, jedoch "nur" Magna cum Laude) aus der Slowakei. Er sagte recht lakonisch zu mir, daß copypasten in slowakischen geisteswissenschaftlichen Doktorarbeiten durchaus vorkommt. Und nicht zu knapp. Keiner stört sich daran, so lange ein eigener Anteil (!) zu sehen ist.

2.) Dazu ist weiterhin folgendes zu sagen: In geisteswissenschaftlichen Veröffentlichungen ist das "wie" der Formulierung deutlich wichtiger als bspw. in meiner Zunft. Man sollte schon wortwörtlich den Wortlaut aus dem BGB in einer ernstzunehmenden juristischen Veröffentlichung zitieren und nicht "ungefähr" dahinschwafeln (das entbindet natürlich nicht von der Quellenangabe!).

3.) Nun ging ein Aufschrei durch "die" Bevölkerung, weil er ja "das Volk" betrogen hätte. Soso.
Mal eine Frage: Wie viele Leute haben die Doktorarbeit vorher gelesen? War das der Grund, warum man vorher pro Guttenberg war? Wurde eine Partei gewählt, weil man sah, daß die einen Doktor in der Partei haben? (wenn letzteres der Fall war, sollte man sich ernstlich darüber machen, wie man Personen einstuft). So wie ich das sehe, war bis zu den Plagiatsvorwürfen jedem die Doktorarbeit Guttenbergs scheißegal, und auch der Titel wurde eher nebenbei wahrgenommen. In wiefern hat er also das Volk betrogen?

4.) Oh, zum Thema Betrug schrieb die Zeitschrift Christ in der Gegenwart, daß es doch seltsam ist, daß man in Politiker, die bspw. ihre Ehefrauen betrogen haben, immer noch Vertrauen haben kann. Wo ist dort der "empörte Aufschrei"?

5.) Wenn wir schon bei den Massen an "betrogenen Wählern" sind: Wie viele der lautesten Schreihälse sind denn wirklich vorher von Guttenberg angetan gewesen? Ist es nicht eher so, daß man sich daran aufgeilt, daß jemand, den man ohnehin nicht leiden konnte, nun nicht mehr die weißeste Weste hat? Eben das kotzte mich am meisten an der Causa Guttenberg an: Zu sehen, wie Menschen, fiebrig in einer Mischung aus Empörung und Geilheit, sich nun echauffierten und echauffieren.

6.) A propos Schreihälse: Man kann nicht nur an Personen, die sich einen Doktor erschleichen, Kritik üben, man muß das sogar. In der Hinsicht verstehe ich jeden, der sich empörte. Nur war die Form der Kritik mal wieder, wie es in Gutmenschenkreisen immer der Fall ist, von einer Bosheit geprägt, die nicht nur Niveau, sondern auch Anstand vermissen ließen. Selbiges läßt sich über die "lustigen" Aktionen auf Gegendemos zu pro-Guttenberg-Demos sagen. Für die Form von "Kritik" habe ich nur Verachtung übrig.

7.) Nun wird schon eine Freiheitsstrafe für Guttenberg gefordert. Wegen "Diebstahl geistigen Eigentums". Aha. Man tut ja gerade so, als hätte bisher nie ein Plagiat oder Betrug im Rahmen einer Doktorarbeit stattgefunden und Guttenberg nun quasi die Ursünde der Akademie begangen. Lächerlich sowas. Natürlich gab es schon Plagiatsfälle vorher und es ist auch klar, was mit solchen Leuten passiert: Der Doktor wird aberkannt.

8.) Was mich generell wundert ist: Was für Pfeifen sind die Herren Gutachter eigentlich gewesen? Einem Plagiat diesen Ausmaßes ein Summa zu geben ist entweder gaunerhaft (Weil man selbst vorteile bekommt) oder dumm.
Das ist ohnehin eine Sache, die mich schon seit langem stört. Kann sich jemand noch an den Fall Jan Hendrik Schön erinnern? Neben dem Faktum, daß es hier DEUTLICH schwieriger war, ihm den Doktor abzuerkennen (heavens, er hat DATEN GEFÄLSCHT! - Gut, nicht im Rahmen seiner Doktorarbeit), wundert mich doch stark, daß sein Vorgesetzter in der Zeit brav weiterhin Professor sein darf. Er wußte ja angeblich von nichts - ja er steht ja nur auf seinen Publikationen mit drauf.
Was ist bitteschön mit dem Universitätswesen los? Dürfen Professoren alles, das heißt, sich mit den erschlichenen Lorbeeren ihrer Schützlinge schmücken und sie fallen lassen, wenn der Schwindel ans Tageslicht kommt? DAS, meine lieben Leser, ist für mich der eigentliche Skandal hinter der Causa Guttenberg.

9.) Als etwas humorvollen Abschluß präsentiere ich hiermit RIAA - USA, a "Mix"Album . Die Robotic Intergalatic Astro-Artists machen wunderbare plunderphonics, pures Plagiat - und dadurch was neues!

Weirdo-Pong? Jedenfalls herzliches Willkommen

So, nach einer langen, wunderschönen Reise nahm ich als Mitbringsel eine Krankheit mit nach Hause. Hustend und leidend liegt yours truly im Bettchen. Was gibt es da besseres, als zu bloggen?

Na?


Natürlich ist es besser (zumindest einfacher oder zu ersterem inspirierend) einfach mal zu gucken, was sich so auf blogozesaner Ebene in letzter Zeit so tat. Eine Sache, die mir positiv auffiel, war St. Christinas Ofenbank . Benannt nach der Bank, die in Ofennähe steht. Gut, das hätte man sich denken können, ggf ist für den geneigten Leser eher interessant, daß der Blog nach Christina der Wunderbaren benannt ist. Eine der Christinen am 24.Juli, die John Zmirak mal als "Terminator Saints" bezeichnete. Die wunderbare Christina war eine Heilige, die bspw. Sünde riechen konnte - oder, wenn man im Hinterkopf hatte, daß sie diesem Gestank versuchte auszuweichen - eben überhaupt nicht riechen konnte.
An der Ofenbank einer solchen Heiligen kann und wird es sicherlich lustig zugehen. In dem Sinne ein ein interessiertes "Hallo" und Willkommen!

Was lese ich da? Merkwürdige Musik? Da sage ich dazu nur



In der Blogozese ist 80s-Pong beliebt, was jedoch nicht so ganz meins ist - ich mein, ich war in den Achtzigern noch ein kleines Bübschen und somit kenn ich mich eh nicht mit den achtzigern aus. Dementsprechend, Frau Ofenbank, schlage ich folgendes vor: Eine unregelmäßig geführte Partie "weirdo-Pong"? Ich leg mal vor mit was ganz katholischen, nämlich dem Saint-Sing:



Das ist quasi die katholische Version (gesungen von Paul Camarata, der Person hinter dem extrem coolen, aber z.Zt. auf Eis liegendem Podcast Saintcast) vom Element Song von Tom Lehrer:

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So, ich freue mich auf die Antwort! Und falls Euch jemand nach Heiligen oder Elementen fragt, wißt ihr nun, was ihr zu singen habt, ja?