Dienstag, September 11, 2012

Betrachtungen, please!

Soweit ich mitbekommen hab, hatten ein paar Blogger Interesse am Schreiben von Betrachtungen für die geplante Rosenkranz-App angemeldet. Falls dieses Interesse weiter besteht, bitte ich Euch, mir eine Mail zu schreiben, ich kann euch dann freischalten.

Keine Zeit für Kirche

Hier gibt es einen Kommentar eines praktizierenden Protestanten, der gleichzeitig Fußballtrainer bei Borussia Dortmund ist. Er sagt, er habe sich mit 13,14 Jahren entschieden, am Sonntag dem Fußball den Vorrang zu geben; im Rest der Woche habe er noch genügend Zeit, den Herrn zu ehren.

Was mich daran wundert sind zwei Dinge. Gut, bei dem einen kenne ich mich bei den Evangelen nicht aus. Gibt es in jeder Gemeinde nur einen Sonntagsgottesdienst? In meiner katholischen kann ich Samstag 18h zur Vorabendmesse, Sonntags um neun und 11:30h und abends um 19h gehen. Das ist nun sehr, sehr viel, zusätzlich habe ich in Berlin massenhaft Kirchen um mich, die zu noch anderen Zeiten die Sonntagsmesse zelebrieren. Das mag bei ihm anders sein, vielleicht gibt es in Dortmund auch nur eine Kirche, die nur einen Gottesdienst anbietet, wer weiß.

Das zweite jedoch ist mir wichtiger: Eine Stunde ist zu viel? Klar, ich weiß nicht, was der werte Herr Fußballtrainer im Rest der Woche religiöserseits tut und vielleicht bin ich wirklich zu stino-konservativ, daß ich den Sonntag als ersten Tag der Woche, als Tag der Auferstehung ernst nehme, aber - eine Stunde sind immer noch nicht mal ein Prozent der restlichen Woche.

Mich erinnert das an einen youtube-Kommentar zu einem Film, in dem es heißt, daß der Protagonist mit seinen Eltern dreimal in der Woche in die Kirche ging: "THREE TIMES A WEEK! Come on, get a life!" - Drei Stunden lenken also angeblich vom Leben ab. Drei kleine Stunden. "THREE HOURS! Come on, do the math!"

Ich mein, mir geht es auch oft am Sonntag so, daß die Trägheit der sündigen Masse mich am Boden halten will, sprich, daß ich mich quasi zur Messe quäle. Klar, ich hab auch meine Zeiten der Trockenheit, gerade diesen Sonntag wäre ich am liebsten (der gute Philman war etwas krank) im Bett geblieben. Die werte Gemahlin hat mir dann in den Hintern getreten und so sind wir doch noch zur Kirche gegangen. Die Messe war, wie so oft bei besagtem Priester (der oft in Vertretung unseres Gemeindepfarrers zelebriert) eher so lala, mit einigen Momenten, wo ich mich innerlich geärgert habe. Und doch trat wieder das ein, was ich, soweit ich mich bisher erinnern kann, immer wieder erlebte, egal wie motivationslos ich zuerst in die Kirche schlurfte: so ab dem Hochgebet merkte ich, daß sich der Weg lohnte. Daß hier eine Gottesbegegnung stattfindet.

Immer wieder merke ich, daß der Besuch der Messe sich lohnt, daß es mir guttut, den Blick (quasi aufs wesentliche) weitet. Natürlich habe ich "ein Leben", eine Frau, die mich liebt, zur Zeit, trotz Erwerbslosigkeit, viel zu viel zu tun, einen Umzug vorzubereiten, ich habe Freunde, stemme liebend gerne Hanteln (wenn auch noch mit puny loads), spiele auch mal gerne ein Computerspiel... und doch bleibt nicht nur Zeit sondern ich merke immer, wie der Rest des Lebens durch den Meßbesuch gewinnt. Und das gilt sicherlich auch beim Fußball. Falls der evangelische Gottesdienst einem nicht das gibt, well - now you know where to find it.

Donnerstag, September 06, 2012

Vermischte Gedanken zu Ökumene jetzt

- Ich würde nun gerne eine multikonfessionelle Bebop-Truppe gründen mit dem Titel "Ökumene jazzt".

- Statt einem pamphlet Marke "Ökumene jetzt" und ständigen Einheitsbekundungen wäre eine Diskussionsrunde aus handfesten Apologeten unterschiedlicher Konfession namens "Ökumene fetzt" interessant.

- Man kann dieses Pachten des Begriffes "Ökumene", was Lammert und Co praktizieren, subsumieren unter dem Titel "Ökumene besetzt".

- Da seit Jahren STÄNDIG dieselben Platitüden durchgekaut werden, seit Jahren sich deutsche Schreibtischchristen ereifern, sich für den Nabel der Welt zu halten, seit Jahren im Namen der Einheit das, was Katholiken in ihrer Kirche fanden, zunichte gemacht werden soll, denk ich mir manchmal "Ökumene ätzt".

- Ein guter ökumenischer Dienst wäre doch, wenn unsere protestantischen Brüder auch mal bspw. auf katholische Theologen hinweisen, die nicht mehr auf dem Boden des Christentums stehen. Kann man ja vllt übersehen. Denselben Dienst kann man auch umgekehrt erweisen. Das ganze nach dem Motto "Ökumene petzt".

- Um die Debatte "Die Kirche soll mal ihr Geld den Armen geben" entgegenzuwirken kann man ja mal überlegen, wieviel die Kunstwerke - im Vergleich zum Gesamtvermögen von google oder facebook bspw. oder im Vergleich mit dem, was tatsächlich schon alles getan wird - tatsächlich wert sein würden. Die Aktion würde unter dem Motto "Ökumene schätzt" laufen.

- Die Weichspüldebatten, die nichts mit einer wirklich imho konstruktiven Ökumene, wie sie bspw. von der Taize-Gemeinschaft praktiziert wird, zu tun hat, vergällt so manchem strammen Christsein das Leben in der Gemeinde. Man kann also sagen "Ökumene vergrätzt".

Mittwoch, September 05, 2012

Ökumene später

Es wurde (guggstu hier oder hier oder hier etc.) schon zu viel geniales zum Thema "Ökumene ätzt, ähh jetzt" geschrieben. Ich habe mich diesbezüglich an Eine kurze Erzählung vom Antichrist erinnert gefühlt.

Vielleicht gerade in heutiger Zeit lesenswert: Die weltlich erzwungene Einheit versus die am Ende der Zeiten gestiftete. Interessant auch, wie den unterschiedlichen Kirchen eine Rolle in der Heilsgeschichte gegeben wird. Jedenfalls für alle, die die Ökumene auf Deibel komm raus wollen durchaus lesenswert.