In der Eile vergaß er seinen Schutzhelm. Als er erwachte konnte er sich an nichts mehr erinnern.Es gibt noch weitere Plakate in der Reihe "Das darf nicht passieren". Sie alle haben derart krasse Sprüche Marke "Dynamisch nahm er zwei Stufen auf einmal - die Kollegen machen jetzt seine Arbeit."
Es erinnert an die Kampagne "Kenn Dein Limit" gegen Alkoholmissbrauch, wo dramatisch die Folgen von unkontrolliertem Alkoholkonsum jungen Leuten vorgeführt werden sollen. Auf Zigarettenpackungen wird nun seit Jahren "Rauchen tötet" oder ähnliches gedruckt. Und ich denke, die Lise ließe sich noch weiter fortsetzen.
Die Welt ist voll von Drohbotschaften. BGEtem weisen nicht darauf hin, wie angenehm das Tragen eines Schutzhelms ist. Kenn Dein Limit und die Warnhinweise auf Zigarettenschachteln ebensowenig auf den Segen des alkoholfreien bzw tabakfreien Lebens. (Und als Exraucher und Alkoholabstinenzler kann ich sagen: Es ist schön!) Warum machen diese Initiativen nur auf die Gefahren aufmerksam?
Weil sie diese für real halten.
Sie halten sie für so real, schätzen das Risiko bzw die Folgen eines Unfalls als derart katastrophal ein, daß es ziemlich egal ist, daß jemand mit einem Schutzhelm auch cool und professionell aussieht.
Was mich in der Hinsicht wundert, ist die Haltung vieler Vertreter nowadays in der Kirche zu einem noch finalerem Thema. Christus warnt an verschiedenen Stellen vor der Hölle und selbiges taten die Heiligen durch die Jahrtausende. Selbst der von allen geliebte Poverello, der Namensgeber unseres Heiligen Vaters, singt in seinem Sonnengesang "Guai acquelli, ke morrano ne le peccata mortali" bzw "Wehe jenen, die in schwerer Sünde sterben". Ich habe aber desöfteren als Argumentation für christliches Leben - frei nach dem Motto "Der Weg ist das Ziel" gehört, daß das Gericht doch weniger wichtig wäre als daß tugendhaft leben eben auch sich quasi gut anfühle.
Das ist ja nicht mal komplett falsch; mit Zigaretten ist es ja auch ähnlich. Man muß ja nicht ständig nur über Lungenkrebs etc reden, man kann auch sagen, daß eine nicht nach kaltem Rauch stinkende Wohnung was feines ist, daß man auf einmal deutlich mehr Kohle hat etc. pp.
Mich wundert nur, daß darauf gar nicht mehr gesetzt wird. Das Warnen vor der Hölle wird gerne - in letzter Zeit auch von durchaus lehramtstreuen Leuten - als verbiestert, finster etc abgetan. Man müsse doch eher positive Brücken bauen als das negative zu betonen. Darauf bin ich schonmal hier eingegangen.
Ich denke, man sollte, wenn die Hölle real ist (und sie gehört, egal, wie stiefmütterlich sie behandelt wird, zu unserem Glaubenssystem), durchaus auch davor warnen, neben allen positiven Punkten.