Gelobt seist du, mein Herr, durch unsere Schwester, den leiblichen Tod; ihm kann kein lebender Mensch entrinnen. Wehe jenen, die in schwerer Sünde sterben. Selig jene, die sich in deinem heiligsten Willen finden, denn der zweite Tod wird ihnen kein Leid antun.Selbst in einem Buch, daß sich um eine franziskanische Spiritualität im Alltag bemüht, wird zwar darauf eingegangen, daß Franziskus den Tod im Leben willkommen heißt - ähnlich wie in der letzten Strophe des meiner Meinung nach grandiosen "Es ist ein Schnitter, der heißt Tod" in der das ansonsten drohende "Hüt Dich, schöns Blümelein" durch ein "Freu Dich, schöns Blümelein" ersetzt wird. Jedoch scheinen die Quellen, die ich las, mit der fett gedruckten Zeile nichts anfangen zu können. Ihnen sei es verziehen, auf den ersten Blick finde ich auch, daß die Zeile in den Rest des Liedes nicht zu passen scheint. Es ist so ähnlich wie in einem der schönsten Psalmen, dem Psalm 139. Wie ein Bruch (und als solcher oft behandelt), ruft der Psalmist auf einmal "Wolltest du, Gott, doch den Frevler töten!" und einen Absatz lang wird kübelweise Häme über den Frevler gekippt. Was ist es, was den Psalmisten wie auch Franz von Assisi inmitten des schönsten Lobpreis auf einmal solch finstere, drohende Töne anstimmen läßt? Ich weiß es natürlich nicht genau, aber vielleicht muß man hier eine Einheit vermuten: Franz von Assisi sieht die Welt, die Gott so wunderbar gemacht hat, er sieht den Tod, der doch auch nur der Beginn des wahren Lebens mit Gott ist - und er, der seiner Berufung wegen schwerste Ablehnung erfuhr, sieht auch den gerechten Gott. Den Gott, der den Bösen neben den Guten nur dann am himmlischen Mahl teilhaben läßt, wenn der böse bereut und sich bekehrt. Ich habe in letzter Zeit häufiger über eine billige Kalenderweisheit nachgedacht nämlich "Der Klügere gibt nach". Häufig wird diese "Weisheit" (zu recht) zynisch kommentiert mit "Ja, deshalb wird die Welt von Dummen regiert". Warum gibt aber der Klügere, oder allgemein gesagt, der Gerechte dem Frevler gegenüber nach? Fangen wir rein weltlich an: Warum hat bspw mein Vater mir nicht bezüglich eines Grobians, der mein Pausenbrot klaute, mir den Tipp gegeben "Immer kräftig in die Eier treten". - Gut, weil, wenn dann ich eher der Grobian war (wobei, auch nicht wirklich... aber lassen wir das, es ist ein fiktives Beispiel), aber auch, weil man dieses Problem bspw. im größeren Stil besprochen hat. Oder gemerkt hat, daß der Grobian, der aus einer oberen Klasse kam und schon einen Schulverweis hat, eh in einem Monat weg ist. Sprich: Weil es eine höhere Instanz gab, die für die Gerechtigkeit bezüglich des "Klügeren" gesorgt hat. Nur wenn es Gerechtigkeit gibt, kann der Klügere, im Vertrauen auf diese Gerechtigkeit, überhaupt nachgeben. Wenn es diese nicht mehr gibt - wenn wir von pausenbrotklauenden Grobianen regiert werden - dann ist es vielleicht die Pflicht des Klügeren, eben nicht nachzugeben sondern der Gerechtigkeit eine Stimme zu verleihen - so, wie es die Propheten des Alten Bundes und viele Heilige und Gerechte in Neuen Bund taten. Und hier kommen wir zur überweltlichen Dimension: Gott ist jedem gegenüber, der seine Barmherzigkeit annehmen will, barmherzig. Sehr schön wird das für einen Spätbekehrten im Moment der Taufe klar: Woher Du auch immer kommst, Gott nimmt Dich an. But here's the catch: Gott ist nicht beliebig. Er liebt jeden Menschen, findet aber vieles schlecht, so zum Beispiel das Gebaren des Pausenbrotklauens auf dem Schulhof und in der Politik. Es gibt eben den Unterschied zwischen dem, der Pausenbrot geklaut hat und dem, der Pausenbrot klaut. Und ich denke, das ist Franz von Assisi und dem Psalmisten bewußt gewesen. (wird hoffentlich bald mal wieder mehr hier geben, aber das mal als Lebenszeichen)
Samstag, November 24, 2012
Laudato si, mi signore, per sora nostra morte corporale
Ein Part Franziskus' Sonnengesang, der gerne ignoriert wird (wie in dem, öhm, sicherlich auf seine Art grandiosen "Laudato Si" von, Gott hab ihn selig, Hw Knotzinger), ist seine Strophe zum Tod.
Sonntag, November 04, 2012
Lebenszeichen
Irgendwie komme ich zur Zeit nicht zum Bloggen, wie man vielleicht sieht. Ich komme nicht mal dazu, andere Blogs zu lesen. Dabei habe ich schon durchaus Freizeit, ist ja nicht so, daß ich nun auf der Arbeit wohne. Leider zocke ich in meiner Freizeit z.Zt. recht viel Tales of Maj'eyal, ein Spiel, daß ich euch allen ans Herz legen kann (auch wenn ich da cheaten muß....). Uuuund ich habe noch ein Spiel für mich entdeckt, daß sich How to host a dungeon nennt - und wozu man nicht mal einen Computer braucht, wow!
Ansonsten haben meine Liebste und ich uns gut eingelebt, leben aber, träge wie wir sind, zum Teil immer noch zwischen Kartons - also noch ein Projekt, was mich vom Bloggen abhält. Immerhin habe ich beim Weblog das Ja des Glaubens nun endlich einen Artikel geschrieben.
In der Hinsicht wird zumindest dort desöfteren was kommen, generell hab ich jedoch gerade etwas eine Blogger-Flaute. Sicher, es gäbe viele Themen, über die man sich entweder aufregen könnte (bspw ein abgefackeltes JOBMOBIL in Berlin...), aber na ja, darüber nun zu schreiben.... na ja.
Eigentlich wollte ich was zu Halloween schreiben, frage mich jedoch nun, ob es nicht eher peinlich wäre, das nach Halloween zu tun. Vielleicht schreibe ich einfach den Artikel, setze aber die Post-Option auf 31.10.2013, höhö... Ernsthaft: da nicht nur das Brauchtum der Helloween-Befürworter, sondern auch das der Kritiker, vorhersehbar ist, kann der Artikel ein Jahr warten.
Wahrscheinlich werde ich einfach etwas öfter mal wieder die einschlägigen Blogs besuchen, dann weiß ich wieder, was es zu bloggen gibt :) Problem ist sicherlich, daß ich nicht, wie zu Zeiten der Doktorarbeit, tagsüber, wenn eine Messung läuft, locker-flockig meine Bloglist durchstöbern kann. Aber ich werd schon was schreiben, versprochen!
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