
Trägheit ist eine Eigenschaft von Körpern. Sie bedeutet, daß Körper stur sind und, falls kein Einfluß von außen kommt, stur in dem Zustand bleiben, in dem sie sind. ("Ich will so bleiben wie ich bin") In der Hinsicht ist die Trägheit der Masse eng mit dem lex prima des Herrn Newton verwandt: "Corpus omne perseverare in statu suo quiescendi vel movendi uniformiter in directum, nisi quatenus illud a viribus impressis cogitur statum suum mutare.“ Für Euch die Alte Messe feiernden Blogozesanen sollte die Übersetzung kein Problem bereiten ;) Nein, ernsthaft, auf deutsch heißt das ganze dann: "Ein Körper verharrt im Zustand der Ruhe oder der gleichförmigen Translation, sofern er nicht durch einwirkende Kräfte zur Änderung seines Zustands gezwungen wird.“ Übrigens einer der Sätze, die ein Physiker so auswendig können sollte wie wir Katholen das Credo, ist doch dieser Satz letztlich der erste wissenschaftliche Satz, den man lernt.
Trägheit ist von zentraler Bedeutung, nicht nur beim lex prima, daß auch als Trägheitsprinzip bekannt ist, sondern auch bspw. bei der Relativitätstheorie: in allen gleichförmig bewegten Bezugssystemen, d.h. den Inertialsystemen sind die physikalischen Gesetze identisch. Das bedeutet auf gut deutsch "allet schmort in einem Saft". Desweiteren sagt das so genannte Äquivalenzprinzip aus, daß es die Trägheit ist, die es schwieriger macht, einen Körper aus seinem aktuellen Zustand zu bewegen: Je fauler der Schüler ist, desto verzweifelter ist der Nachhilfelehrer. Es ist übrigens interessant, daß dieses ziemlich einleuchtende Prinzip in der klassischen Mechanik keine Erklärung findet; erst in der Allgemeinen Relativitätstheorie findet es eine solche Erklärung.
Dieses Universum, meine Lieben, erscheint faul, das sieht man an solchen Prinzipien. Wenn man dann noch das Hamiltonsche Prinzip sich bewußt macht, daß das Universum immer den energetisch günstigsten Weg wählen wird, dann bestätigt sich diese Sicht.
Faulheit ist vielleicht der falsche Ausdruck; es ist konservativ. Dinge, die sich bewähren, werden behalten. Manchmal scheint es auch "ultrakonservativ" zu sein, wenn es bspw. kaum möglich ist, einen Körper aus seinem Zustand zu lösen, auch wenn es besser für ihn wäre :klassisches, dramatisches Lebensende eines Meteors, der sich nicht von seiner Bahn abbringen lassen wollte und auf dem Mond zerscholl. - Nebenbei gesagt: Tolle Vorstellung als Motivation bei der Nachhilfe: "Du mußt fleißiger werden, sonst endest du wie die Meteoriten?" "Wie endeten die denn?" "IN ZEHNTAUSEND STÜCKE ZERTRÜMMERT AUF DEM MOND."
Was sich bewährt, daran sollte man nichts ändern. Ist auch zu mühsam und, je nachdem, wie groß der Grad der Trägheit auch ist, fast unmöglich. Also ist es gut, alles beim Alten zu belassen, vor allem wenn
(Tadaaah!)
man dafür einen PREIS bekommt! Und zwar nicht irgendeinen schnöden Emmy oder so, sondern die echte und einzige Schwester Robusta! Ich danke allen, die mich bei der Kategorie "Trägheit" gewählt haben, ebenso allen, die mich bei der Kategorie "Cocktail" wählten (ihnen widme ich diese doch etwas unübliche Herangehensweise an diese Thematik). Bei letzterer reichte es zwar nicht, um in die ersten drei Plätze zu kommen, aber hey, anscheinend wollt ihr mehr bei mir lesen!
Das freut mich natürlich und ich hoffe, der Gefahr bewußt, nächstes Jahr den Preis damit zu verspielen, diesem Wunsch entgegen zu kommen. Das große Problem ist nur das ausgeführte: Hier vor Euch steht ein sehr träger Klotz. Ich kann Euch also nur versprechen, mein bestes für eine Änderung in Richtung mehr Beiträge zu tun und bitte um Euer Gebet, daß der Liebe Herrgott diesem alten, trägen Meteoriten mit viel Krafteinwirkung auf einen anderen, beständiger schreibenden Weg bringt.



