Am Samstag war ich wie jeder anständige Mensch beim Marsch für das Leben. Ich habe hier keine Photos oder Videos gemacht, aber verweise hier gerne auf Tiberius , der in einem Video mit großartiger Qualität einige Impressionen einfing (und ich nun frech hier mal einbinde). Vielen Dank an der Stelle!
Der Marsch ist, ja, wie ich schon vor einem Jahr sagte, neben dem eigentlichen Demonstrationszweck auch mal eine gute Gelegenheit, für den Glauben wirklich gerade zu stehen, und einige Schmähungen in Christi Namen zu ertragen. Letztendlich geht es mir ja oft so, daß man sich halt mit seinen ungläubigen Freunden und Kollegen unbewußt arrangiert hat, hier jedoch merkt man mal wieder ungeschönt und unverblümt, wie das Kreuz doch ein Zeichen des Anstoßes ist.
Was mir bei den Diskussionen der Gegner auffiel, war, daß eigentlich nie über das eigentliche Thema geredet wurde. Wenn man nicht eifrig am provozieren war, betonte man lieber, daß
a.) Sooo viele ja doch nicht abgetrieben werden.
b.) Gegen Abtreibung zu sein ja gleichbedeutend mit sexistisch sein wäre.
c.) bei illegalen Abtreibungen sterben Frauen.
Welcher Punkt vollständig ausgelassen wird, ist die eigentliche Frage, der Grund, weshalb wir auf die Straße gehen:
Ist das, was abgetrieben wird, nicht lebendig?
Selbst wenn wir es nur nicht genau sagen können, können wir wirklich riskieren, zu Mördern zu werden? Letztlich ist das die alles entscheidende Frage. Die anderen Fragen mögen wichtig sein, gehen aber an der eigentlichen Thematik vorbei.
Aber widmen wir uns doch mal punkt b.) - Punkt a.) spare ich aus, weil es lächerlich ist, über Zahlen zu streiten. Ist Abtreibung eine große Hilfe zur Selbstverwirklichung der Frau? Die Argumentation der Abtreibungsbefürworter ist gerne, daß die Frau am Herd gehalten und zu einer Gebärmaschine reduziert werde, wenn sie nicht abtreiben dürfe. Ist das nicht bestenfalls die eine Seite der Medallie? Kann man nicht - wie Alice Schwarzer über die Pille sagte - auch behaupten, daß die Abtreibung die Frau auf ein Objekt der Befriedigung des Mannes reduziere? Es kommt immer wieder vor, daß Männer auf Frauen Einfluß nehmen, daß die abtreiben - weil eben jene Männer nicht die Verantwortung des Vater seins auf sich nehmen wollen (und zu knickrig für die Alimente sind). Familien üben Druck auf junge werdende Mütter aus, daß sie das Kind nicht zur Welt bringen sollen, weil paradoxerweise eine Junge Mutter nicht überall - leider auch in angeblich christlichen Gegenden - hoch angesehen ist. Ist das nicht viel frauenfeindlicher?
Und nun noch zu Punkt c.) und ganz allgemein: Was die Abtreibungsbefürworter doch gerne ignorieren, ist, daß es den Lebensschützern eben nicht nur darum geht, daß Abtreibung mit höheren Strafen versehen wird oder so! Es geht jedenfalls mir um das hehre Ziel, dahingehend zu wirken, daß in dieser Gesellschaft JEDES Leben respektiert wird. Das gilt für das Ungeborene Kind UND auch für die Mutter! Dementsprechend geht es uns nicht darum, abtreibende Mütter zu brandmarken und noch weniger darum, verzweifelte Frauen allein stehen zu lassen. Die Bewegung für das Leben ist ihrem Wesen nach frauenfreundlich.
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen