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Sonntag, September 28, 2008

Mein Neffe

Ich habe ja noch ein paar Bilder versprochen:


So, hier ist mein Neffe im Vergleich zur Hand seines Vaters zu sehen. Die ist doch etwas groß im Vergleich zu dem Kleinen!



Hallo Welt! Jedenfalls würde das ein Nerd sagen. Und ich werde meinen Teil an der Erziehung leisten....



So schön es ja auch ist im Krankenhaus - mit den Schläuchen in der Nase und überhaupt - zuhause ist es am schönsten. Und so geht es auf den Weg ins Zuhause...



Und zuhause läßt sich es anscheinend leben! Das Bett scheint jedenfalls zu gefallen!



Und der Papa scheint ja auch ein cooler Kerl zu sein! Jedenfalls scheint Joschi glücklich zu sein. Wenn er nicht grad hunger hat/müde ist/gewickelt wird/ihm langweilig ist.

Sonntag, September 21, 2008

Das Wunder der Geburt

Seit gestern, 22.20 bin ich Onkel. Ich kam quasi gerade von einem gemütlichen und wiederholenswerten Umtrunk mit Tiberius nach Hause, lag im Bett und da klingelte das Telefon - um 2:30h! Mein Bruder erzählte mir, daß der kleine Joschua unter recht dramatischen Bedingungen zur Welt kam - künstlich eingeleitete Geburt, Notfallkaiserschnitt aufgrund einer Infektion - und daß der Kleine erstmal auf der Intensivstation zur Beobachtung liegt.
Heute war ich im Krankenhaus, um mir mal meinen kleinen Neffen anzugucken. Er liegt in einem wohltemperierten Brutkasten, schläft zwar, macht aber einen guten Eindruck (sein Greifreflex hat in sich die Anlage für einen ordentlichen Händedruck!).
Ich bin natürlich gerührt und glücklich, daß weder dem Kleinen noch meiner Schwägerin etwas passiert ist - die ist nur auch hundemüde und trägt die Schmerzen und die Erschöpfung einer Operation mit sich. Schön ist auch, wie durch Glück/Gottes Eingreifen mein Bruder und seine Frau sich kurzfristig gegen das Krankenhaus Maria Heimsuchung und für das Virchow-Klinikum entschieden - ersteres hat keinen OP-Bereich für Neugeborene und mit dem passierten hätte das alles im Pankower Krankenhaus ein dramatisches Ende nehmen können. Danke Gott!
Trotzdem bitte ich um Euer Gebet für die kleine Familie, daß sie Ende der Woche glücklich nach Hause zurückkehren können (bis dahin müssen Mutter und Kind noch im Krankenhaus bleiben).
Bilder vom Kleinen werden folgen, da ich aber nicht im Besitz einer Digitalkamera bin, sind die noch auf der Meines Bruders.

Mittwoch, September 17, 2008

Rekonstruktion antiker Blogs....

... gibt uns neue Einsichten, wie das Leben im Jahre 2004 war.

Ich bin gerade über meinen ersten Blogversuch gestolpert, der hier zu bewundern und zu bestaunen ist.

Mittwoch, September 10, 2008

Wehe uns, wenn uns die Welt nicht für anmaßend halten muß!

So sagte Hans Milch, ein mit einem Schisma sympathisierender, aber dieser Satz hat mir in letzter Zeit desöfteren zu denken gegeben.

Ich weiß nicht, wie Euch es geht. Was denken eure nicht gläubigen Freunde über Euch? Habt ihr überhaupt solche? Oder meiden Euch die Atheisten wie der Teufel das Weihwasser?
Ich habe jedenfalls bei mir bemerkt, oder eher: ich vermute, daß meine ungläubigen Freunde die ganze Christus-Sache für einen Spleen halten. Keinen schlimmen; die shopping-Süchtige hat zwanzig paar Schuhe zuhause, der Bodybuilder trinkt rohe Eier - der Phil geht halt Sonntags in die Messe! "Man hat sich abgemacht, man hat sich arrangiert", wie Reinhard Mey singt.
Da ich ja auch irgendwie, auch wenn ich doch beizeiten für jene Freunde bete und ihnen rede und Antwort stehe, bei mir einen ähnlichen Trend festgestellt habe, komme ich ins Grübeln...
Ich mein, die Gefahr der heutigen Zeit ist, sich mit der Welt zu arrangieren. Entweder, wie manche Traditionalisten vorwerfen, indem man auf "Dialog" und lieb Kind macht, oder, wie manche Modernisten ihrerseits behaupten, indem man der Welt den Rücken zudreht. Denn letztlich ist beides ein arrangieren mit der Welt. Diese Religion ist missionarisch. Nicht, daß Dialog oder zurückgezogenes Leben hier keinen Platz hätten - Gott bewahre! - aber beides sollte auf die Mission zugeordnet sein (bei der Weltabgewandtheit zumindest durch ein Leben des Gebetes und der Buße für die Sünder).

So gibt es welche, die leben zurückgezogen ihr Leben und andere - wie mich, die leben unauffällig mitten in der Welt; fasten vllt manchmal oder gehen in die Kirche. Dabei sollte unser Lebensstil aufrütteln! Die Leute sollten doch irgendwie entsetzt sich fragen, was mit uns los ist! Josemaria Escriva hat von den Leuten im Opus Dei ab & an als "verrückt für den Herrn" gesprochen. Wir müssen wieder mehr auffallen.
Und ich weiß, daß es mit diesen Worten überhaupt nicht getan ist, ich weiß nur noch nicht, wohin ich weitergehen soll diesbezüglich.
Eine Sache, die ich an mir ändern muß und Gottes Hilfe gebrauche, ist, daß ich zu stark auf Gottes Barmherzigkeit baue - "Die kommen schon alle in den Himmel, sind ja nette Kerle!". Das würde ich gerne abstellen und etwas mehr Respekt vor dem Gericht bekommen.

Na ja, die Gedanken eines müden Kriegers am Abend ;)

Montag, September 01, 2008

Buße im Alltag

"Das ist mein Recht!" - wie häufig ich mir das auf dem Fahrrad denke. Irgendein Sonntagsfahrer schneidet mich und kurz vor mir wird die Ampel rot. "Das ist mein Recht!" - und rüber da.
Interessanterweise bin ich mit der Haltung als Radfahrer nicht gerade alleine - gottlob wäre ich es, soweit ich es hier in Bln beurteilen kann, als Autofahrer schon.
"Das ist mein Recht!" "Das hab ich mir verdient!" Wie wenig verkrampft wäre das Leben, wenn man das etwas weniger denken würde! Denn schöne Dinge, die einem widerfahren, obwohl man sie nicht verdient - das nennt man Geschenke. Was man verdient ist nur der gerechte Preis für ein Tauschgeschäft jedweder Art.
Jedenfalls dachte ich mir auf dem Fahrrad, ich tu mir und meinen VerkehrsmitnutzerInnen (das Wort alleine ist ja wohl schon Buße) einen Gefallen und halte an roten Ampeln. Gerade, wenn ich denke, daß das doch jetzt keinen Sinn hat - na, dann opfer ich das halt auf. Etwas wofür ich das aufopfern könnte, hab ich ja auf jeden Fall.

Sonntag, August 31, 2008

Wo sind eigentlich die Stöckchen/Memes geblieben?

Is irgendwie aus der Mode gekommen oder bin nun auch am Ende ich auch noch erwachsen geworden? Eigentlich schade, durch Memes konnte man die mitblogger eigentlich ganz gut kennen lernen.

Samstag, August 23, 2008

Lieder des Martyriums

Sodele, verbinden wir doch mal meine Musikempfehlungen mit Gedanken an das Martyrium.


The Hangman and the Papist
Wie man vermuten kann, geht es um die Verfolgung der Katholiken in England. Ich finde die Perspektive interessant, daß man mehr aus der Sicht des Henkers das betrachtet, der am Ende in Tränen ausbricht (Forgive me God, we hang him in thy name!)


El Martres me Fusilan
Das Lied klingt zwar für unsere Ohren nach Burritos, die man mit Tequila herunterspült, ist jedoch ein trauriger Text über einen Christero, der für seinen Glauben hingerichtet wird. Und wie so viele damals Gefallene Gläubige, ruft der Todgeweihte vor seinem Tod laut VIVA CHRISTO REY!


Royalist Marseillaise
Leider Gottes habe ich nur eine Strophe davon gefunden. Dieser Text wurde von den kirchentreuen Royalisten Vendees gedichtet.

Dienstag, August 12, 2008

die springende Platte

Kennt ihr das? Ihr hört ein Lied und die Platte/CD springt. Das kann nervig sein. Ok, zugegebenermaßen, einen Freund von mir hat es mal erstaunt, wie lang die Soli von Paradise Lost sein können, so hat er sich gefreut, bis er nach einer halben stunde merkte, daß die CD springt. Aber dieser Freund war auch bekifft (wilde Zeiten und so weiter).

Vielleicht ist das das schlechte Beispiel. Deshalb ein anderes: Ihr hört ein tolles Lied. Na ja, an sich ist das Lied großartig. Aber ein Instrument spielt ein ständiges dröges du-dum du di. Du dum du di, du dum du di, du dum du di - Ist's dumm? Endet nie.

Vielleicht bin ich so ein Musiknerd, aber das kotzt mich dann irgendwann tierisch an. Ich höre dann ein anderes Lied bzw. lege eine andere CD ein. So einfach gehts. (Jaha! Tipps von Philman!)

Wenn jedoch das Leben einen solchen Charakter bekommt, wirds irgendwie teilweise etwas dröge. Auch wenn dann alles stimmt, ist man in Versuchung, mit Funny van dannen "Enttäuscht vom Leben" zu singen. Was übrigens einen tollen Text hat, aber den musikalisch gesehen den Charakter eines solchen Lebens dann hat. Nicht deprimierend, aber öde. Es muß nichts wirklich schlimmes sein - kann es aber - es ist jedoch ziemlich leidlich, wenn eine Melodie, dessen Änderung im Lied, daß unser Leben bildet, sehr ersehnt wird, diese Melodie aber keinerlei Variation aufzeigt, oder zumindest immer denselben Charakter.

Und so starte ich die aktion "Philmän hilft gegen Eintönigkeit" und bitte damit um Gebet für solche Leute, vor allem Leute, die bei sich eine gewisse Nüchternheit feststellen, die langsam, aber bedrohlich auch auf den Glauben überschwappt. Daß Gott, der Herr, mal auf den Plattenspieler schlägt, daß das Lied weiter erklingt. Oder dem tumben Bassisten mit seinem du-dum du di mal die Leviten liest - oder ihm eine Lektion in Sachen Bass-Spiel gibt! Denn Gott ist nicht der Herr der Eintönigkeit.

Falls ihr es bis jetzt nicht erraten habt - genau dafür könnt ihr auch bei mir beten. Und um allgemein etwas mehr vom Feuer des Heiligen Geistes.

Ich danke euch und wünsche euch allen einen hoffentlich noch schönen Restsommer! (und ich hoffe, daß ich mal wieder mehr schreibe. Das wollt ihr auch, ne?)

Sonntag, Mai 04, 2008

Mein Baby

Wie ich versprach, zeige ich mal ein Bild von dem Ort, an em ich z.Zt. den Großteil meiner Zeit verbringe. Und von dem Baby, was ich in der Zeit hege und pflege:

Samstag, Mai 03, 2008

Namenstag




ICK APPLAUDIERE MIR SELBST.

Nein, natürlich nicht. Ich wünsche allen Philipps, Jakos, Philippas, Jakobas, Jankerls, Philmans, Pillemännern und allen, dessen Namenstag heute ist, alles gute, Gottes Segen und natürlich die Fürsprache unserer Patrone! Ich mein, nicht jeder kommt in den Genuß, einen Apostel als Namenspatron zu haben.

Aber folks, ich muß trotzdem sagen, daß ich mich ärgere. Nun habe ich (dank Bee ) meinen Namenstag nicht vergessen, aber ich muß Zettel korrigieren, mein Tutorium vorbereiten und als lauer Konvertit weiß ich natürlich ohnehin nicht, wie man so zünftig den Namenstag feiert.

Freitag, Mai 02, 2008

Frontbrief

Liebe Mitleser und Mitblogger,

es meldet sich Philipp von der Laborfront.

Ach quark. Jedenfalls, sorry, daß ich im augenblick so einsilbig bin. Ich bin halt fast meine ganze Zeit in meinem Labor (was ich echt toll finde! Ich werde noch ein Photo uploaden) und versuche grad, herauszufinden, wie hoch der Druck in meiner Kammer ist. Das hat dann eher ingenieurstechnische denn physikalische Stolpersteine (Filament kaputt, COntrol-Unit auf Balzers-Filamente geeicht und nicht auf Varian-Filamente blablabla) und macht wirklich Spaß. Im Augenblick ist eh mein Beruf auch irgendwie etwas meine Freizeit (schon allein deshalb, weil ich ansonsten kaum Freizeit habe, haha).
Letzte Woche habe ich einen Vortrag über meine Thematik gehalten - oxidative Dehydrogenisation von Methan an Lithium-dotierten Magnesiumoxid-oberflächen (auf Ag 100 - Substraten). Oder auch kurz: Katalyse von Methan in sinnvolleres mit Li/MgO. Tolle Thematik!

Ja, ich wollte eigentlich hier schon immer wieder mal etwas schreiben, ich habe auch Ideen, aber irgendwie kann ich mich z.Zt. nicht ausdrücken - finde ich... Es wird weiteres kommen, ich hoffe, ich schaffe es, wenigstens im wöchentlichen Takt was von mir zu geben, aber dazu brauche ich euer Gebet. Und nen kumpelhaften, ermutigenden Schlag auf die Schulter. Oder so.

Donnerstag, April 17, 2008

Herzlichen Glückwunsch!

An diesem Tag möchte ich drei wichtigen Menschen zum Geburtstag gratulieren:

1.) Meinem Vater (Herzlichen Glückwunsch, Papa!)

2.) Dem Heiligen Vater

3.) Pierre Littbarski

(Ja, etwas zu spät)

Dienstag, März 18, 2008

Zwietracht

Kurz: Bitte betet doch mal für meine kleine Family. Was den Haussegen betrifft, der hängt nicht schief, sondern liegt z.Zt. eher auf dem Boden.

FingO, der langsam ein schlechtes Gewissen (aber viele Ideen!) hat, was den Postmangel in diesem Weblog betrifft. Ich hab halt viel zu tun und bin extrem faul :P Aber falls ihr fragt: Wenn man von obiger Gebetsbitte und einigen zusätzlichen Kilos auf meinen Rippen absieht (langsam werden es viele!), geht es mir echt gut.

Freitag, Januar 25, 2008

Antarktis

Da mir grad nichts so schreibenswertes einfällt und ich als PhD so langsam mich immer mehr mit dem Gedanken des Nerd-Seins anfreunden kann, da ich im Hintergrund gerade Dagda Mor höre, Musik, die primär aus eisigen Winden zu bestehen scheint, und, ich auf Nerdling etwas rumsurfte, dachte sich Gott, daß man die Leibe für Kälte und Nerdtum miteinander doch verbinden könnte und ich fand folgendes Web-Tagebuch über einen Forschungsaufenthalt in der Antarktis .

Das ist schon lang, lang ein Traum von mir gewesen und ich kann den Schreiberling nur um seinen Aufenthalt beneiden. Ich hoffe und bete immer noch, auch wenn die momentane Arbeit mich niemals an das südliche Ende der Welt führen würde, daß ich irgendwie doch noch mal darunter komme. Irgendwie sind dort so viele Dinge so reizvoll.... nicht nur die ewige Kälte, sondern vor allem der Gedanke, daß das der einzige nicht wirklich von Menschen bewohnte Ort ist... das ist alles echt interessant. Daß auf Südgeorgien letztlich eine wirkliche Geisterstadt steht (ok, zwei Leute wohnen dort) macht die Sache für mich noch attraktiver.

Vielleicht ist das eine Art, wie ich mein Leben verbringen könnte: Einsiedler für Gott, seine Schöpfung und die Forschung werden. Jedenfalls - interessant wärs.... andererseits sind Menschen schon auch tolle Gesellschaft! Na ja, der Herr wird mich schon leiten.

Jedenfalls beginne ich mich, für das Leben als Physiknerd zu begeistern. Sicherlich, zehn und mehr Stunden im Labor verbringen, wie es in der letzten Woche drei mal vorkam, ist verdammt anstrengend und noch nicht mal das Ende der Fahnenstange. Ich hab jetzt schon vor wirklich krassen Meßzeiten Angst... aber andererseits betritt man mit jedem Tag eine Welt, in der es so viel zu entdecken und zi lernen gibt. Da ist die Oberflächenphysik, ein großes, sehr interessantes Gebiet der Physik, daß für mich noch vollkommenes Neuland ist. Und daß es in sich hat - wie hat Wolfgang Pauli gesagt? " God made solids, but surfaces were the work of the devil" Der Punkt ist hier, daß bei der Oberflächenphysik wir uns im Bereich der Grenzflächen bewegen. Plump ausgedrückt: einen unendlich ausgedehnten Festkörper kann man ganz gut beschreiben. Ein großes Vakuum auch. Was aber, wenn man einen (wie es in der Realität ja vorkommt) endlich ausgedehnten Festkörper hat, der im Vakuum ist? Nun will man eine Schicht untersuchen, die in Wechselwirkung mit dem Vakuum steht, und das theoretisch zu formulieren ist verdammt schwer. Aber freakin interessant.
Doch da ist noch mehr zu entdecken; ich arbeite an einem Aufbau mit einem Laser, der Femtosekundenpulse emittiert und einer Vakuumkammer, die einen Druck von 10^-11 mbar erreicht. Daß diese beiden Vehikel etwas komplexer sind, ist klar, und es ist wirklich interessant, nach und nach alle versteckten Tricks in ihrer Bedienung herauszufinden.


Oh, und wer an Geisterstädten interessiert ist Hier ist ein wikipediaprojekt bzgl dieser.

Und feiert mich! Ich habe es nun endlich geschafft, die Mitgliedschaft bei der Deutschen Physikalischen Gesellschaft zu beantragen!
Na ja, ich muß gestehen, daß machte ich vor allem aus zwei Gründen endlich mal:

1.) Es ist vllt für einen Wissenschaftler nicht das schlechteste, über die aktuellen Entwicklungen allg. in der Physik auf dem laufenden gehalten zu werden. Und da mal nach dem Studium über eine zufriedenstellende Allgemeinbildung verfügt, denke ich mal, daß es jetzt mehr bringt, das Physik-Journal zu lesen als im ersten Semester.

2.) Falls die Universität den Besuch der DPG-Tagung nicht ohnehin bezahlt, würde ich als Mitglied der DPG eine Bonifikation erhalten.

Da fällt mir ein, daß ich alter Internet-Junkie mir noch einen Bookmark-Folder für wissenschaftliche Links einrichten muß...

Das war jetzt alles etwas chaotisch, aber ich denke, es vielleicht gefällt dem einen oder anderen, mal einen Schwank aus meinem Leben zu hören.
Ich mein: es ist besser, als mal wieder über übertriebene Befürworter des Alten Ritus zu meckern! (Dafür hab ich doch jetzt einen Tritt in den Hintern verdient - bis zum Ende konnte ich es lassen und nun doch noch!)

Freitag, Januar 11, 2008

Einiges aus Berlin

- Vor kurzem sah ich beim guten alten scipio folgendes Bild, was er bei Curt Jester gefunden hat:

Eigentlich hätte ich es da kommentieren können, aber ich wollte generell was betreffs einer Sache aufschreiben.
Ok, ich denke, daß es klar ist, daß es auf diesem Planeten immer wieder Menschen geben wird, die auf den ersten - und manchmal sogar noch auf den zehnten - Blick dümmer und sogar ferner von Gott erscheinen als unsereins. Es wird noch schlimmer: Das gilt anscheinend nicht nur für Laien, sondern auch für Priester und Bischöfe. Das kann nicht nur deprimierend sein, das ist natürlich deprimierend, wenn gerade aus dem Episkopat eine Gute, Heilige Sache unterdrückt wird. Am Rand bekam ich das mit, als jemand vom Opus Dei - übrigens erst nach Nachfrage - davon erzählte, wie sich Bistümer, dessen Bischöfe Jesuiten sind, der Arbeit des Opus Dei entgegenstellen. Konkreter bekomme ich das bei einem Schulprojekt im Berliner Umland mit, wo sich unser Erzbischof nicht gerade immer kooperativ verhält.
Was jedoch interessanter ist, als menschliches und christliches Unvermögen im Episkopat auszumachen, ist, die Reaktion der Leute des Opus Dei, die ich kenne, darauf zu sehen: Bischöfe bleiben Bischöfe, über die man mit Respekt redet (wenn schon der Gründer über Priester sagt, daß sie immer ein zweiter Christus sind, wie sehr gilt das für die Menschen, denen die Fülle des Weihesakrament gespendet wurde!). Und überhaupt bleibt bei ihnen das präsent, was der Hl. Franz von Sales über die üble Nachrede schrieb. Daß man nämlich selbst über einen öffentlichen Sünder, wenn man als Christ dazu aufgerufen ist, Stellung zu beziehen, im Geist der Liebe sprechen soll. Ich sage nicht, daß man dem immer folgen muß, noch weniger mache ich scipio jetzt einen Vorwurf. Aber mir fällt mit etwas Sorge (nicht mit brennender Sorge) auf, daß immer mehr Menschen sich im Geist des Katholizismus im Ton vergreifen - nicht zuletzt zu oft ich selbst. Herrscht dann nicht eine Unausgewogenheit zwischen der Liebe zu Gott und der Liebe zum Nächsten?
Es ist vollkommen in Ordnung, mit dem Finger auf Mißstände zu zeigen, sie zu kritisieren, aber manchmal scheint man zwischen Sünde und Sünder nicht mehr unterscheiden zu wollen, was mich etwas mit Besorgnis erfüllt. Das fiel mir auch bei mancher Berichterstattung betreffs des Generalkapitels der Jesuiten auf (da muß ich übrigens scipio loben!), die manchmal arg ins polemische abrutschte. Noch mehr fiel mir das schon bei den Neokatechumenalen auf, wo sich manche durchaus guten Katholiken genötigt sahen, ausfallend und beleidigend einer Dame vom Neokatechumenat gegenüber zu werden, weil dieser Weg angeblich nicht über eine gute Eucharistische Frömmigkeit verfügt (ich finde ihre Sicht der Eucharistie auch falsch und begrüßte das Schreiben aus Rom an sie, aber das gab und gibt mir nicht das Recht, den Menschen dieses Weges, die oft in Sachen Mission weitaus mehr als ich geleistet haben, den Glauben abzusprechen).
Nur so nebenbei... Bei aller meinetwegen auch berechtigten Kritik am Episkopat, sollte man doch zwei Dinge nicht vergessen: Die Bischöfe sind auch Menschen, die Fehler machen ("der ohne Sünde werfe den ersten Stein") und die Bischöfe bleiben Bischöfe, gottgeweihte Personen. Ist nicht Kirchentreue, Liebe zur Kirche mit ihrer Hierarchie (=heilige Ordnung!) auch, daß man wenigstens vor der Position des Bischofs Respekt haben sollte?


- Kinder, Kinder, betet mal für mich :) Nein, nicht wegen irgendwelcher Depressionen, die verschonen mich zur Zeit ganz gut. Zwar sind sie weiterhin ein kleines Kreuz teilweise, aber es geht um wichtigeres..."Master... what is my purpose?" (Und wer jetzt im Geist des Kultfilmes Kung Pow "train, Chosimba One... you have to reach the next level" antwortet, kriegt eine gewischt ;) )
In letzter Zeit stell ich mir und Gott immer wieder die Frage, wo er mich haben will. Sicherlich jetzt erstmal hier an der Uni, das ist klar, aber wie es dann weitergeht. Ich danke ja dem Guten Gott, daß er einen für mich und eben diese Frage sehr wichtigen Wunsch erfüllt hat, nämlich, daß er mir die Angst vor seinem Willen, was mein Leben betrifft, nimmt (na ja, wenn mein Weg der eines Märtyrers ist... aber das ist was anderes, hier geht es um banalere Fragen). Dafür danke ich ihm.
Oh, wenn ihr schon im Gebet an mich denkt, dann betet doch (wie einst Michael Tolkien für seinen Vater JRRT) für mich um etwas Zeit! :) Ich komme im Augenblick neben der Uni zu recht wenig anderem Zeugs, was ich schade finde. Meine Wochentagsfreizeit läßt sich mit dem Begriff Couch-Potatoe umschreiben (was mit einem Sitzsack , meinem Weihnachtsgeschenk an mich selbst, auch nicht gerade verhindert wird :D :D :D), mein Sport liegt recht flach und ich wiege mal wieder amtlich viel ;)


- A propos Couchpotatoe: Ich hab ne neue Lieblings-Sitcom!

Es geht um einen Typen, der sein Leben längere Zeit mit Diebstählen etc. durchgebracht hat und der eines Tages beim Rubbeln 100000$ gewinnt. Um kurz darauf von einem Auto angefahren zu werden (und dabei sein Rubbellos zu verlieren). Im Krankenhaus fragt er sich dann, ob das die gerechte Strafe für sein Tun ist und überlegt, was er alls schlechtes in seinem Leben getan hat, um das dann nach und nach wieder gut zu machen. Ok, negativ ist, daß er das mit Karma erklärt (also diese Gschicht, daß man mit bösen Tun böses Schicksal auf sich lädt oder so). Mir gefällt aber der Gedanke, daß er nach und nach sein Leben ändern will und ziemlich viel Demut zeigt (so z.B., wenn er einen dreizehnjährigen Jungen einen Tag lang dient), und noch mehr, daß er wirklich den Menschen helfen will. Mir als Proleten gefällt zusätzlich, daß die Serie im white-trash-Milieu angesiedelt ist und allgemein die Charaktere bringen mich immer wieder zum lächeln, seien es Randy, Earls dicker, simpel denkender Bruder, sei es Catalina, die rassige Mexikanerin, oder sei es Crapman, der schwarze neue Ehemann von Earls Exfrau Joey (die auchn Knaller ist). Wenn man also zwar teilweise wirklich moralische, aber im Vergleich zu anderen Sitcoms eine wirklich versöhnliche Serie ohne irgendwelche Quotenarschlöcher sehen will, ohne Lachkonserve, manchmal mit etwas derben Humor, sollte man zugreifen.

So, nun beginnt balt das Seminar, und ich will davor noch nen Kaffe trinken. Ich wünsche Euch allen einen schönen Tag und ein schönes Wochenende!

Mittwoch, Oktober 31, 2007

Lebenszeichen, die zweite

Ich weiß ja gar nicht, ob der/die/das Blog überhaupt noch gelesen wird. Wenn nicht, bin ich nicht sauer, so selten, wie ich z.Zt. poste ist das verständlich.

Jedenfalls, was treibt der kleine Katholik so in Bln?

Gerüchten zufolge hab ich abgenommen, da ich aber keine Waage in meiner Kemenate habe, kann ich das nicht beurteilen.

Am 6.9. hatte ich meine letzte Diplomprüfung. Das war ein harter run, member mi tell you, folks... Ich hatte über ein Jahr eigentlich keine Pause in Sachen physikalisches Zeug lernen, und es GING NICHTS MEHR. Ich konnte pro Tag vllt drei Seiten über Molekülphysik lesen, sonst waren es locker vierzig Seiten. Es ging einfach nicht mehr, die Bockfrage stellte sich kaum, es war keine Kraft mehr da. Dazu kam, daß so eine Dame, die mir einen Korb gab, sich ständig mit mir treffen wollte, was mich ziemlich anpisste... erstens: Was zum Geier will ich mich mit der treffen, sozusagen, zweitens entschied sich grad, ob eines der wichtigsten Abschlußzeugnisse meines Lebens gut oder schlecht wurde.

Schließlich kam der Tag der Prüfung, der natürlich von viel Gebet begleitet war. Und dudes! Es war eine unglaublich tolle Prüfung! Zwar kam am Ende "nur" eine 1.7 raus, womit ich aber mehr als nur zufrieden war - schon allein wegen dem kleinen Burnout. Was aber das tolle war, war, daß die Prüfung einen unglaublich entspannenden Charakter hatte. Es war mehr ein Gespräch über Physik - freilich eines, wo ich die Fragen zu beantworten hatte - denn eine Prüfung im Stil der "peinlichen Befragung", wow! Das war wirklich ein wunderschöner Abschluß dieser interessanten, anstrengenden Abschlußzeit des Studiums, sage Gott meinen Dank!

So, dann war ich erstmal arbeitslos. Hartz IV ist ja eine ziemliche Scheiße, muß ich sagen. Dazu kam ich zu einem vollkommen inkompetenten Sachbearbeiter, der mich auf Teufel komm raus so behandeln wollte, wie jeden Langzeitarbeitslosen. Ich sollte bspw. zu einem viertägigen Ganztagsseminar, wo ua. ein Leistungsprofil erstellt worden wäre, damit ich weiß, was ich kann. Hallo??? Ich habe sieben Jahre Physik studiert, habe ein Diplom von immerhin 1.9 bekommen, meine Diplomarbeit wird in den fraglichen Kreisen diskutiert und gelesen, ich habe eine englischsprachige Postersession auf der Frühjahrstagung der deutschen physikalischen Gesellschaft vorzuweisen - was also werde ich gut können? Dazu habe ich mich von Anfang an bei diversen Doktorantenstellen beworben und bei einer Ausbildung zum Patentanwalt. Was soll also der Scheiß!?
So, der Bewerbungsmarathon ging los und war eigentlich nicht wirklich schlimm. Mein erstes Bewerbungsgespräch war bei der Patentanwaltschaft, die sich jedoch dann für einen anderen entschied. Das war mir dann eigentlich auch recht, denn, was ich im Laufe des Bewerbungsgespräches hörte, war zu meinem Leben inkongruent.
Dann kamen einige Bewerbungen bei Doktorantenstellen, wo mich zwei Arbeitsgruppen gleich zu Gesprächen bzw. einem Bewerbungsvortrag einluden.
Die Stelle am FHI (Fritz Haber- Institut, vor kurzem in die Presse durch Herrn Ertl gekommen, der im Bereich der Oberflächenphysik einen Nobelpreis bekam) wurde dann erstmal nichts, weil anscheinend zw. meinem Ansprechpartner und dem Direktor des Instituts kleine Differenzen vorlagen. Ok. Dann hatte ich am Max Born-Institut (am Arsch der Welt in Adlershof) einen Bewerbungsvortrag. Boah, die Diskussion danach war übel. Ich wurde noch nie so zerlegt. Danach habe ich den Vortrag als Erfahrung eingestuft, woran ich lernte, was ich nächstes Mal anders machen muß.
Nun, die Zeit geht ins Land, es ist ein kleiner Uni-umtrunk und ich treffe auf dem Gang Herrn Frischkorn, einem Habilitanten meiner Uni. Ach, denke ich, frag ich mal, was er so macht und ob die Arbeitsgruppe einen jungen, engagierten Doktoranten brauchen kann. Er stellt mir die Arbeitsgruppe vor und das, was sie tun. und da wurde mir einiges klar:

- Oberflächenphysik ist eine extrem geile materie, an der ich arbeiten will (damals war noch die Frage, ob ich in molecular switches oder in der heterogenen Katalyse arbeite, ich habe mich dann für letzteres entschieden)
- Die Arbeitsgruppe macht einen echt interessanten Eindruck
- FU Berlin - ich liebe Dich!

Also habe ich mich, obwohl ich wider Erwarten vom Max Born-Institut eine Zusage (was heißt eine? eigentlich zwei) erhielt, da beworben, weil das die Stelle war, die ich unbedingt haben wollte. Ich wurde recht schnell zu einem Bewerbungsvortrag eingeladen. Und boah... das war ein toller Vortrag. Wenn Eigenlob stinkt, muß ich jetzt sicher gleich lüften, aber das ist mir egal! Es hat einfach ALLES gestimmt! Und es war während es Vortrages eine wunderbar fruchtbare Diskussion, wo ich nie "Keine Ahnung" sagen konnte, YEAH!
Na ja, und nun habe ich die Stelle, die ich haben wollte, toll :)
Montag werde ich nun mein neues büro beziehen, an der FU Berlin und mich in den nächsten drei Jahren der Oberflächenphysik in Gasumgebung widmen. Cool, ich freu mich so!!!


Ansonsten mach ich wieder mehr Sport und ärger mir gerade den Arsch wund, daß ich von montag so einen Muskelkater habe. Ich wollte montag, mittwoch und Freitag Krafttraining machen - jeweils mit einem anderen Fokus, aber anscheinend muß ich meinen Trainingsplan ändern. Jedenfalls weiß ich seit gestern, daß ich in Zukunft 13 min für 100 Liegestütze toppen muß. In Ordnung, wird schon gehen. Was mich aufregt, ist, daß ich heute eben nicht das geplante Programm machen kann, schließlich wollte ich heute Tabata-Intervalle machen, ein recht extremes Workout, was pro Übung nur vier Minuten dauert - ich aber maximal zwei der Übungen in einer Session schaffe.
Ich habe gemerkt, daß ich recht eitel geworden bin! Ich hoffe, nun kommt kein Katholik mit der Moralkeule, ich bemühe mich im Augenblick, sehr stark auf mein äußeres zu achten und die ersten Dinge, die ich mir von meinem Gehalt, wenn das dann kommt, kaufen werde, sind einige Dinge, die meine Wohnung schöner machen - ok, die ALLERERSTEN zwei Dinge für die Wohnung werden ein großes Bett und eine Klimmzugstange sein. Vielleicht kommt noch ein Sandsack dazu, denn ich will ja eigentlich mit Mixed Martial Arts anfangen.

In den letzten Monaten ist mir klar geworden, daß ich viel zu oft meine Probleme auf die Situation geschoben habe, bzw. auf Gott, aufs Leben, auf die Welt blablabla. Das war blöd und nun versuche ich, sozusagen Gott aus meinen Problemen herauszuhalten. Nein, das ist falsch. Ich sehe, daß Gott einem gerne die Gebete erhört, aber auf das eigene Tun auch pocht. Wenn ich für meine Prüfungen nicht gelernt hätte, wenn ich den Bewerbungsvortrag nicht oft geübt hatte - welchen Grund hätte Gott gehabt, meine Gebete zu erhören, wenn ich faul in der Sonne liege (oder jetzt im herbstlichen Nieselregen)?
Mir ist daran aufgefallen, daß - ohne jetzt strengen Aktionismus predigen zu wollen - Demut viel mit Tun zu tun haben kann.
Was ist denn Demut? Ein Leiter des Opus Dei sagte mal bei einem Kreis, daß Demut die Tugend ist, die den Trieb des "Ichbezogenseins" in gesunde Bahnen lenkt. Ein Freund von mir, Atheist seines Zeichens, aber ein intelligenter Mensch, sagte mal, daß Demut für ihn das Bewußtsein über seine eigenen Grenzen bedeutet.
Das beides stimmt. ich finde jedoch, man kann noch mehr sagen. Sehen wir uns so viele Heilige der Kirchengeschichte an. Sie alle waren demütig, aber im Vertrauen auf Gott oft auch aktiv und selbstbewußt. Sehen wir uns Mutter Theresa an; sehr demütig, aber nicht (im negativen Sinn) beschieden. Ich habe bei mir gemerkt, daß meine Selbstverachtung in sich eigentlich ein Hochmut war. Das zeigte sich darin, daß ich mir auch nach der Beichte oft nicht vergeben konnte. Solche Gedanken haben eigentlich nichts mit Demut zu tun; Wenn Gott, der höchste Richter Dich begnadigt hat - und was anderes ist die Beichte? - wer bist dann Du, Mensch, daß Du dieses Urteil anzweifelst? Gott hat sein Urteil gesprochen und das hieß et ego te absolvo....
Desweiteren hat Demut auch mit Demütigung zu tun. Man muß bereit sein, sich eine Blöße zu geben, zu akzeptieren, nicht akzeptiert zu werden.
Eigentlich - wie so viel anderes in unserem Glauben - eine Weisheit, die auch ungläubigen helfen könnte: Wenn man bereit ist, zu agieren, jemandem bspw. die Meinung zu sagen und damit zu riskieren, nun nicht mehr so toll angesehen zu sein, ist das kein Hochmut und keine Arroganz, jedenfalls nicht mehr Arroganz, als wenn man um des lieben Frieden willens die Klappe hält. Das betrifft das zeugnis des Christen in der Öffentlichkeit, das betrifft allgemein seine Meinung zu sagen und ja, das betrifft auch weltliche Dinge wie mit Leuten ins Gespräch zu kommen. Es erfordert Überwindung - Demut - mit einem bis dato unbekannten Leuten zu sprechen - ok, das ist bei mir so, da ich von Natur aus etwas verschlossener bin. Man muß auch wagen können, vielleicht mal bei Leuten wie ein Idiot dazustehen.

Ok, so weit ein Lebenszeichen von mir, ich hoffe, ich kann nun mal wieder "stay tuned" sagen. Ich wünsche euch allen Gottes Segen!

Donnerstag, September 20, 2007

Sport und Spiel überall

Vor kurzem saß ich mit meinem Bruder, einem Zeloten unter den Eintrachtfans (oh, Herr Philipp, sie meinen zu übertreiben) in der schönen Berliner S-Bahn und er fragte mich, warum meiner Meinung nach Fußball so ein universeller Sport ist. Ich schlug vor, daß der Grund dafür ist, daß jedes Land (selbst der Vatikan) eine Nationalmannschaft hat. Es gibt KEIN Land auf Erden, wo nicht Fußball gespielt wird (so weit ist es schon mit dem Verfall der Welt gekommen, Freunde!)!

Er aber widersprach mir und sagte: "Nein, das tolle an Fußball ist, daß man dazu kaum etwas braucht. Einige Leute, einen Ball, etwas, um Tore zu markieren und eine freie Fläche - schon hat man seinen Spaß!
Ich, nicht müde zu kontern, fragte ihn, ob denn dann nicht fangen noch besser geeignet ist.

Hier setzte eine leichte Fokusänderung des Gesprächs ein. Wir fragten uns, warum in Zeiten von Parkour und Free Running noch nicht Fangen oder Versteck spielen zu einer Art Szenesport wurde. Ok, es hat den Mief des Kinderspiels an sich, aber... hmmm... und Onkel Philipp is ja ne Internet/Wikipedia-Leiche, hat sich über diverse Fangen-Varianten informiert und herausgefunden, daß in Asien sogar zwei dieser Varianten Sportarten sind, juche!

Mir ist dabei etwas aufgefallen, was ich z.Zt. auch im Krafttraining (Stichwörter Body Weigt Exercises oder Low Budget Training) beobachte: Es gibt einen Trend zum einfachen hin im Sport. Man möchte, so weit es geht, möglichst einen von der Umwelt und vor allem vom Equipment unabhängigen Sport machen. Nachdem die Fitnessindustrie für diverseste Ergometer, Crosstrainer, Laufbänder, Multipressen, Latzüge und natürlich Hantelbänke sich langsam eine goldene Nase verdiente, setzt sich anscheinend immer mehr in den Köpfen der Leute die Frage nach dem "Wozu" durch. Der eigene Körper und die Umgebung, sei es die Stadt, sei es der Park oder Wald oder seien es die eigenen vier Wände sind mit kaum Hilfsmitteln das billigste Fitness-Center, was man haben kann.
Letztlich ist es auch ein imho guter Trend in Richtung "natürlicher Sport". Ok, nun könnte man den Parcous vorhalten, daß die ja eben nicht in der Natur sind, sondern in der Stadt, aber sehen wir es doch mal so: Viele der werten Leser werden sicherlich wie ich in der Großstadt leben. Und da lebe ich fast mein ganzes Leben bisher! So ist meine natürliche Umgebung, so schön ich ihn auch finde (und so sehr er das krasseste Fitness-Studio ist, in dem ich bisher war), der Wald ist nicht meine natürliche Umgebung!
So frage ich mich (etwas angsterfüllt), wann das erste mal in Fußgängerzonen Xtreme-Tagging oder verstecken gespielt wird. Und ich alter Kindskopf muß gestehen: Ich wär dabei.

Dienstag, September 18, 2007

Europapokaaaal, Europapokaaal.... schalalalalalalala

So, ich bin wieder back on track. Inoffiziell dürft ihr mich schonmal Diplom-Physiker nennen, doch, na ja, was Verwaltung angeht, brauche ich hier nun keinen Trauerpsalm anzustimmen. Ich hoffe nur, daß ich diese Woche wenigstens ein vorläufiges Diplom bekomme.
ABER: Das tolle ist, ich habe alle Prüfungen hinter mir (Oleoleole) und die Diplomarbeit ja schon vor längerem abgegeben. Sehr tolle sache. Dann dachte ich, ich kann ja mal wieder hier was schreiben.

Darüber wollte ich schon länger was schreiben, und zwar über diesen Artikel hier. An sich ist es eine gute Idee gegen dieses ganze Hool-tum ("kommt ne Toilette geflogen, fällt nieder auf das Gras, ja wir sind voll verzogen und fühlen nur Haß" oder so). Erstens muß man nicht total hacke sein, um sich ein Spiel anzusehen, außerdem kämpfen die da unten auf dem Feld schon um den Europapokal, da brauch man nicht deren Fans zu zerlegen.

Was ich jedoch schade finde (ja, ich muß ja nicht betonen, daß ich ein Berliner Prolo bin), ist der vollständige Verzicht auf Beleidigungen. Hmm. Wie soll ich das erklären?

es gehört irgendwie für mich mit zum Spiel. Ich betone: SPIEL.Mein Bruder sieht das genauso, obwohl er häufiger mit seinem Eintracht-Trikot bei Spielen von Fans der Gegenseite mit Spottliedern bedacht wurde. Hey- er hat halt geantwortet, beide Seiten grinsten sich einen ab und wußten, daß es nicht um die Person geht.

Mich erinnert das ganze an die Clash-Cultur in der Reggae-Szene, gerade die in den achtzigern. Man hat den anderen Sound oder Artist wirklich respektiert, aber es gehörte zum Spiel eben dazu, daß man eben "Mi kill disya sound and bring him to di cemetary" (Ich töte den Sound und bringe ihn zum Friedhof) posaunte, es macht den Reiz daran aus. Ich erinnere mich da an die Aufnahmen der echt legendären Clashes zw. Shabba Ranks und Ninjaman und den echt großartigen Clash zw. Papa San und Lt. Stitchie. Letztere zwei sangen vor dem Clash noch zusammen, und erst bei Beginn des Clashes haben sie sich beharkt. Und es waren, muß ich sagen, kreative Beleidigungen, woran man eben auch merkte, daß es ein Spiel war.

Wichtig ist hier (=Reggae) wie da (=Fußball), daß die Grenzen des Spiels nicht übersehen werden. Ein Clash hört nach dem Tune fi Tune auf, ein Fußballspiel nach 90 minuten plus vllt Verlängerung etc. Dann kann man imho auch mit den Fans der gegnerischen Mannschaft einen trinken gehen. Aber für die neunzig Minuten - wieso nicht "Was für Eltern muß man haben, um so verdorben zu sein einen Vertrag zu unterschreiben bei diesem Scheiß Verein" singen? Wenn klar ist, was die Grenzen sind, ist alles ok. Jedoch vollständig auf leicht offensive Lieder, auf ein lautes "NA UND" bei Verlesung der Spielernamen der gegnerischen Mannschaft - also bitte, der vollständige Verzicht wäre gerade beim Fußball das einzige, was mich daran interessiert :) Ja, ich bin wirklich so ein Musikdepp, daß ich Fangesäange auf meiner Platte habe.

Samstag, September 01, 2007

Lebenszeichen

Ja, ich lebe immer noch, olé! Wenn am Do die letzte Diplomprüfung hinter mir liegt, werde ich hoffentlich wieder mal dazu kommen, was zu posten. Würde mich jedenfalls freuen, der alten St. Dymphna mal etwas Staub abzuklopfen.

Im Augenblick ist alles etwas stressig, wenn ich nicht lerne (was leider zu oft passiert, die Luft ist langsam ein bissel raus), häng ich rum und versuch mich zum lernen zu motivieren oder mache Sport. Yeah! Im Augenblick habe ich die Body Weight Exercises für mich entdeckt und werde wohl bald beim Fitness-Studio kündigen. Spartan Workouts hauen so derbe rein, daß es trotz des Schweißes und der Atemlosigkeit einfach süchtig macht!

So. Bis man mal wieder was sinnvolles von mir liest, hinterlasse ich Euch nen theologischen Witz (vom ironic catholic):

Karl Barth, Rudolf Bultmann and Paul Tillich are taking a break together, fishing on Lake Geneva. They are having a lovely time, smoking their pipes, chatting idly.

It's hot and they are getting thirsty. So Karl Barth gets up, steps out of the boat, and walks across the water to the shore, gets some beers and returns.

It's quite hot so the beer doesn't last long. Barth tells Tillich: "your turn, Paul". Tillich gets up, steps outside the boat, walks across the water, and fetches some beer.

It is getting really hot now, and the beer is finished once again. Bultmann is beginning to sweat particularly profusely... and finally Barth asks him too: "Come on, Rudolf, your turn now." With a slight tremor in his knees, Bultmann gets up, steps out of the boat, and sinks like a stone. Fortunately he is a good swimmer; he drags himself back into the boat and sulks at the far end.

Tillich turns to Barth and says: "Do you think we should have told him where the stepping stones are?"
Barth looks at him in astonishment and replies: "What stones?"

Donnerstag, Juli 26, 2007

Adams Äpfel

Ich empfehle ja hier eigentlich keine Filme, aber da dieser Film micht persönlich (und irgendwie auch religiös) sehr, sehr berührt hat, kann ich nicht anders.
Der werte Leser muß wissen, daß die Berg- und Talfahrt meines Lebens mal wieder in einem Tal gelandet ist, in dem die Sonne nicht scheint. Daß damit dann auch Fragen an den Lieben Gott verbunden sind, kann man sich sicherlich vorstellen. Man fragt sich einfach bei manchen Tiefschlägen, was die ganze Scheiße soll, was das liebe am Lieben Gott ist.
Vielleicht ist es göttliche Fügung, daß ich grad heute auf die Idee kam, mir endlich diesen Film auszuleihen, denn er paßte wie die Faust aufs Auge.

Es geht um den Neonazi Adam, der seine Bewährungszeit bei dem Pastor und Gutmenschen Igor verbringen soll. Dieser Igor glaubt fest an das Gute in der Welt und in jedem Menschen, und man kann sagen, daß er etwas zu krampfhaft dran glaubt: Im Verlauf des Filmes merkt man, daß er sich die Welt um ihn herum ständig schönredet, im Paradies seiner Phantasie wohnt. Er meint, er würde aus den Menschen, die bei ihm die Bewährung absitzen, etwas erreichen, aber, wie man an Gunnar, einem Alkoholiker und Vergewaltiger, und Khalid, einem Tankstellenräuber sehen kann; sie sind nicht wirklich geheilt. Adam sieht das und als verbitterter Neonazi versucht er, Igor zu brechen.

Ich werde jetzt nicht die ganze Geschichte hier erzählen, nur, daß der Film eine wunderbare Parabel auf die unergründlichen Wege Gottes.
Wenn man recht weit unten ist, können Filme wie dieser einem wieder Hoffnung geben, denk ich mal. Das kann ich nicht hundertprozentig von mir behaupten, ich sehe nicht das Ende des Tales, aber auf jeden Fall hat der Film mich zum Lachen, fast zum Weinen und auf jeden Fall zum Nachdenken gebracht, ob es denn nicht sinnvoll wäre, wenigstens die Möglichkeit eines neuen Sonnenaufgangs in Erwägung zu ziehen. Denn die Welt ist voller kleiner Wunder - ich meine jetzt nicht die kirchlich anerkannten von Lourdes, sondern die des Alltages -, vielleicht wird mal das eine Wunder, wonach ich mich so sehne, Wirklichkeit.
Na ja, genug von mir. Es sollte bzgl. des Filmes noch erwähnt werden, daß Anders Thomas Jensen (Drehbuchautor & Regisseur) es mal wieder geschafft hat, wirklich vielschichtige Charaktere zu entwickeln, eine Geschichte zu schreiben, die einen eben zum lachen, weinen und nachdenken bringen kann (ja, auch Dänische Delikatessen ist empfehlenswert! Wenn auch nicht so persönlich wie eben Adams Äpfel). Und die Musik, ohhh... toll!
Na ja, irgendwie aufgestellt hat mich der Film schon.

Außerdem hab ich jetzt neben Schmock nen weiteren Lieblingsausdruck: LALLO