Dienstag, September 18, 2007

Europapokaaaal, Europapokaaal.... schalalalalalalala

So, ich bin wieder back on track. Inoffiziell dürft ihr mich schonmal Diplom-Physiker nennen, doch, na ja, was Verwaltung angeht, brauche ich hier nun keinen Trauerpsalm anzustimmen. Ich hoffe nur, daß ich diese Woche wenigstens ein vorläufiges Diplom bekomme.
ABER: Das tolle ist, ich habe alle Prüfungen hinter mir (Oleoleole) und die Diplomarbeit ja schon vor längerem abgegeben. Sehr tolle sache. Dann dachte ich, ich kann ja mal wieder hier was schreiben.

Darüber wollte ich schon länger was schreiben, und zwar über diesen Artikel hier. An sich ist es eine gute Idee gegen dieses ganze Hool-tum ("kommt ne Toilette geflogen, fällt nieder auf das Gras, ja wir sind voll verzogen und fühlen nur Haß" oder so). Erstens muß man nicht total hacke sein, um sich ein Spiel anzusehen, außerdem kämpfen die da unten auf dem Feld schon um den Europapokal, da brauch man nicht deren Fans zu zerlegen.

Was ich jedoch schade finde (ja, ich muß ja nicht betonen, daß ich ein Berliner Prolo bin), ist der vollständige Verzicht auf Beleidigungen. Hmm. Wie soll ich das erklären?

es gehört irgendwie für mich mit zum Spiel. Ich betone: SPIEL.Mein Bruder sieht das genauso, obwohl er häufiger mit seinem Eintracht-Trikot bei Spielen von Fans der Gegenseite mit Spottliedern bedacht wurde. Hey- er hat halt geantwortet, beide Seiten grinsten sich einen ab und wußten, daß es nicht um die Person geht.

Mich erinnert das ganze an die Clash-Cultur in der Reggae-Szene, gerade die in den achtzigern. Man hat den anderen Sound oder Artist wirklich respektiert, aber es gehörte zum Spiel eben dazu, daß man eben "Mi kill disya sound and bring him to di cemetary" (Ich töte den Sound und bringe ihn zum Friedhof) posaunte, es macht den Reiz daran aus. Ich erinnere mich da an die Aufnahmen der echt legendären Clashes zw. Shabba Ranks und Ninjaman und den echt großartigen Clash zw. Papa San und Lt. Stitchie. Letztere zwei sangen vor dem Clash noch zusammen, und erst bei Beginn des Clashes haben sie sich beharkt. Und es waren, muß ich sagen, kreative Beleidigungen, woran man eben auch merkte, daß es ein Spiel war.

Wichtig ist hier (=Reggae) wie da (=Fußball), daß die Grenzen des Spiels nicht übersehen werden. Ein Clash hört nach dem Tune fi Tune auf, ein Fußballspiel nach 90 minuten plus vllt Verlängerung etc. Dann kann man imho auch mit den Fans der gegnerischen Mannschaft einen trinken gehen. Aber für die neunzig Minuten - wieso nicht "Was für Eltern muß man haben, um so verdorben zu sein einen Vertrag zu unterschreiben bei diesem Scheiß Verein" singen? Wenn klar ist, was die Grenzen sind, ist alles ok. Jedoch vollständig auf leicht offensive Lieder, auf ein lautes "NA UND" bei Verlesung der Spielernamen der gegnerischen Mannschaft - also bitte, der vollständige Verzicht wäre gerade beim Fußball das einzige, was mich daran interessiert :) Ja, ich bin wirklich so ein Musikdepp, daß ich Fangesäange auf meiner Platte habe.

2 Kommentare:

Bee hat gesagt…

"Ihr seid nur ein Karnevalsverein."
"Jawolljawolljawoll!" Vielleicht machen das diese Fan-Clubs ja nur, damit sie sich nicht den üblichen Spott ihrer Frauen zuhause anhören müssen.
Wie:"Liebelein nimm Taschentücher mit. Du musst doch immer flennen, wenn die anderen gewinnen." Oder "Liebchen, nimm noch drei Schals mit, wenn Du mit den anderen Jungs zum Singeabend gehst. Nicht dass Du Dir deine zarte Stimme verkühlst." Oder ein aus der Küche angestimmtes "Emozione dopo Emozione", wenn im Wohnzimmer mal wieder die Fußballwelt untergeht.

FingO hat gesagt…

LOL!!