Mittwoch, September 10, 2008

Wehe uns, wenn uns die Welt nicht für anmaßend halten muß!

So sagte Hans Milch, ein mit einem Schisma sympathisierender, aber dieser Satz hat mir in letzter Zeit desöfteren zu denken gegeben.

Ich weiß nicht, wie Euch es geht. Was denken eure nicht gläubigen Freunde über Euch? Habt ihr überhaupt solche? Oder meiden Euch die Atheisten wie der Teufel das Weihwasser?
Ich habe jedenfalls bei mir bemerkt, oder eher: ich vermute, daß meine ungläubigen Freunde die ganze Christus-Sache für einen Spleen halten. Keinen schlimmen; die shopping-Süchtige hat zwanzig paar Schuhe zuhause, der Bodybuilder trinkt rohe Eier - der Phil geht halt Sonntags in die Messe! "Man hat sich abgemacht, man hat sich arrangiert", wie Reinhard Mey singt.
Da ich ja auch irgendwie, auch wenn ich doch beizeiten für jene Freunde bete und ihnen rede und Antwort stehe, bei mir einen ähnlichen Trend festgestellt habe, komme ich ins Grübeln...
Ich mein, die Gefahr der heutigen Zeit ist, sich mit der Welt zu arrangieren. Entweder, wie manche Traditionalisten vorwerfen, indem man auf "Dialog" und lieb Kind macht, oder, wie manche Modernisten ihrerseits behaupten, indem man der Welt den Rücken zudreht. Denn letztlich ist beides ein arrangieren mit der Welt. Diese Religion ist missionarisch. Nicht, daß Dialog oder zurückgezogenes Leben hier keinen Platz hätten - Gott bewahre! - aber beides sollte auf die Mission zugeordnet sein (bei der Weltabgewandtheit zumindest durch ein Leben des Gebetes und der Buße für die Sünder).

So gibt es welche, die leben zurückgezogen ihr Leben und andere - wie mich, die leben unauffällig mitten in der Welt; fasten vllt manchmal oder gehen in die Kirche. Dabei sollte unser Lebensstil aufrütteln! Die Leute sollten doch irgendwie entsetzt sich fragen, was mit uns los ist! Josemaria Escriva hat von den Leuten im Opus Dei ab & an als "verrückt für den Herrn" gesprochen. Wir müssen wieder mehr auffallen.
Und ich weiß, daß es mit diesen Worten überhaupt nicht getan ist, ich weiß nur noch nicht, wohin ich weitergehen soll diesbezüglich.
Eine Sache, die ich an mir ändern muß und Gottes Hilfe gebrauche, ist, daß ich zu stark auf Gottes Barmherzigkeit baue - "Die kommen schon alle in den Himmel, sind ja nette Kerle!". Das würde ich gerne abstellen und etwas mehr Respekt vor dem Gericht bekommen.

Na ja, die Gedanken eines müden Kriegers am Abend ;)

2 Kommentare:

Giorgio hat gesagt…

....vielleicht Gedaken eines "müden Kriegers am abend" ---aber sehr lebensnah und realistisch. Ich stell mir diese Fragen auch sehr häufig. antwort habe ich auf die Schnelle keine; *grübel-grübel-und studier'*

Thomas Matterne hat gesagt…

Ich kann mich Georg da nur anschließen, vielleicht nur herausgeflossene Gedanken am Abend, aber doch interessante und wichtige Gedanken.