Montag, September 01, 2008

Buße im Alltag

"Das ist mein Recht!" - wie häufig ich mir das auf dem Fahrrad denke. Irgendein Sonntagsfahrer schneidet mich und kurz vor mir wird die Ampel rot. "Das ist mein Recht!" - und rüber da.
Interessanterweise bin ich mit der Haltung als Radfahrer nicht gerade alleine - gottlob wäre ich es, soweit ich es hier in Bln beurteilen kann, als Autofahrer schon.
"Das ist mein Recht!" "Das hab ich mir verdient!" Wie wenig verkrampft wäre das Leben, wenn man das etwas weniger denken würde! Denn schöne Dinge, die einem widerfahren, obwohl man sie nicht verdient - das nennt man Geschenke. Was man verdient ist nur der gerechte Preis für ein Tauschgeschäft jedweder Art.
Jedenfalls dachte ich mir auf dem Fahrrad, ich tu mir und meinen VerkehrsmitnutzerInnen (das Wort alleine ist ja wohl schon Buße) einen Gefallen und halte an roten Ampeln. Gerade, wenn ich denke, daß das doch jetzt keinen Sinn hat - na, dann opfer ich das halt auf. Etwas wofür ich das aufopfern könnte, hab ich ja auf jeden Fall.

3 Kommentare:

Giorgio hat gesagt…

interessanter Hinweis auch für mich (Wien-)Radler und notor. Rot-ignorierer.... wenn man das so sieht,.. naja, da ist was dran; für mich ist das übrigens ein verdammt schweres opfer; aber umso besser; ich probier's mal

Tiberius hat gesagt…

Ich finde das gut! Vorgestern unterhielt ich mich an der Bar mit einem echten Rocker-Typen, der mir erzählte es gäbe leider viel zu wenig Menschen: vom Politiker bis zum Radfahrer, die Prinzipien ernst nehmen würden. Das hat mich von dieser Seite genauso überrascht, wie sein Bekenntnis, katholisch zu sein. Gefreut hat es mich allemal.

FingO hat gesagt…

@Georg: Der Liebe Herrgott scheint ja die eigenen Vorsätze gerne mal augenzwinkernd zu testen. Und nachdem ich mir das "bei Rot halten" vornahm, kam ich gleich in eine Situation, die, würde ich mich nicht an die Regel halten, viel bequemer zu lösen gewesen wäre. Na ja, ich habs trotzdem mal ausprobiert und bin grad stolz wie Oskar :)

@Tiberius: Ich denke ohnehin immer, daß gerade Leuten aus den extremeren Musikbereichen (Rock, Metal, Gothic) in der Kirche mehr finden werden als sie auf den ersten Blick vermuten.