Ich hatte ja vor einiger Zeit nach Chorälen gefragt, und diese Frage wurde ja zu meiner Zufriedenheit beantwortet - auch wenn es niemanden aufhalten soll, mir weitere Empfehlungen zu geben.
Was mich nun interessieren würde, wäre, ob es gute Aufnahmen von geistlichen deutsprachigen Evergreens wie den Liedern von Friedrich von Spee, Angelus Silesius oder den Thurmairs gibt.
4 Kommentare:
Findst Du die Thurmairs etwa gut? Mir geht die LichtKraftGeist-Metaphorik der Eheleute T. eher auf den Geist. Speziell die Thurmairin ist ja nicht etwa nur Dichterin sondern gehörte auch der "Chefredaktion" des Gotteslobs an, das ich für das schlechteste, geistloseste, belangloseste Kirchenliederbuch halte, daß ich in meinem langen Leben in Händen hielt. Gibt es ein interessantes, sehr lesenswertes Buch darüber. Das Geistliche Wunderhorn (C.H. Beck) wirklich die beste Sammlung christlicher Lieder, die ich kenne. Ich habe schon vor längerem begonnen, eine kleine Sammlung christlicher Kirchenlieder zusammenzustellen, vielleicht gibts ja mal ein Liederbuch der Blogozese? Eines findest Du auf meinem gestrigen Blog.
Ich mag nicht so sehr die Gebete im Gotteslob, aber die Lieder sind schon in Ordnung.
Ich habe nicht von den Gebeten gesprochen. Im Geistlichen Wunderhorn wirst du zahlreiche Beispiele für die Verunstaltung von alten und neuen Kirchenliedern finden, die auf Thurmairs zurückgehen. Beispiel: das Kommunionlied "Oh heilge Seelenspeise" heißt nun "oh wunderbare Speise"(GL 503). Nichts mehr mit heilig und Seele. Spees Wallfahrtslied, das ich auf meinem Blog für den heutigen Tag wiedergegeben habe, ist um den entscheidenden letztenVers gekürzt, es gibt so gut wie kein altes Kirchenlied, das dem nachkonziliaren Trend der Entspiritualisierung entgangen ist. Was an neuem dazugekommen ist ist meist belanglos, teilweise peinlich (Mein absolutes NONOLied: Wenn das Brot, das wir teilen, als Rose blüht. Das ist nicht geheimnisvoll, sondern Nonsens.) Mittlerweile ist die Redaktion dabei, alles im Sinne der Gendermainstreamingideologie Inkorrekte umzudichten (brüderlich wird zu österliche, Brüder zu Kindern etc.) Nach der "Bibel in gerechter Sprache" folgt also auf katholischer Seite das Gesangbuch in gerechter Sprache.
Das ist das Buch mit dem ich fast jede Woche als Scholasänger arbeiten muß, und ich find es gräßlich.
Trotzdem, man mag mich Dickkopf nennen, vielleicht liegt es auch daran, daß ich einerseits das geistliche Wunderhorn (noch) nicht kenne, andererseits aber wirklich schreckliche Gesangsbücher bei Kindergottesdiensten in der Hand hielt - ich mag sowohl das Gotteslob mit allen Schwächen, die es hat (und ärger mich schon jetzt über die Gender-Mainstreamerei etc. , die anscheinend im Neuen Gesangsbuch Einzug hält).
Verstehe mich bitte nicht falsch oder boshaft; mir kommen solche Diskussionen teilweise so vor wie die, die ich mit blutjungen Tolkienfans führe (Sie: "Der Herr der Ringe ist so toll!" Ich:"Na jaaa.... erstmal ist das Silmarillion allein um längen besser. Überhaupt waren das Erste und das Zweite Zeitalter weitaus spannender als das Ende des dritten...." Sie:";("). Dabei sollte ich mich freuen, daß diese nicht Harry Potter und ähnlich seichte Fantasy lesen ;). Analog ist das Gotteslob immer noch um längen besser als diverses, was von "Jugendbeauftragten" Stellen etc. herausgegeben wird.
Außerdem sollte man doch vom Michaelslied wenn dann den lateinischen Text zitieren, oder? :)
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