Samstag, Februar 23, 2013

"Schlampen", "Huren Satans", die man "ständig prügeln" solle

Ihr alle habt die "Proteste" der Femen-aktivistinnen gegen die Kirche mitbekommen, angefangen mit dem Absägen eines Kreuzes, daß an die Verfolgung der Christen unter Stalin erinnnerte, über einen blankziehenden Protest beim Angelus und nun schließlich ihrem unsäglichen Auftreten in Notre Dame.

Diese Aktionen sind - keine Frage - antichristlich, das kann und soll man auch so benennen. Zudem fand ich bei diesen Protesten oft bedenklich merkbar, wie sehr "häßlich" vom Wort Haß kommt: Da werden Frauen zu Hyänen... diese Zorn verzerrten Fratzen, die sie haben sind wirklich erschreckend. Hier müssen natürlich die Christen Haltung zeigen und ja, ggf im Zweifelsfall bei der Aktion ihnen eine knallen (wobei ich als Mann mich zurückhalten würde - da müssen die starken Katholikinnen her. Ich schlage keine Frauen, wenn sie sich auch gerade als Furien gebärden.).

Was sich jedoch auf gewissen Facebook-Seiten für ein Fünf-Minuten Haß gegen diese unselige Feministenorganisation entlädt - bitte! - das paßt doch auch auf keine Kuhhaut! Von Schlampen und Huren Satans reden oder gar Scheiterhaufen oder ständige Züchtigung fordern - wer sind wir denn? Wie war das nochmal mit "Liebet eure Feinde"? "Wenn einer Dich schlägt, halte auch die andere Wange hin"?
Ja, Jesus hat auch eine Peitsche benutzt und wie gesagt, im Moment des Protestes sehe ich es durchaus als legitim an, wenn man das Monopol der Gewalt nicht nur auf Seiten von Femen läßt, da bin ich prollig. Aber vielmehr sollte die Kirche wieder eine eindeutige Sprache finden: Aktionen wie diese sind vom Bösen und werden am selben Ort wie der Böse enden. Und eine Kultur, die dieser Form des Protest frönt, wird auch untergehen. Tacheles, meine Brüder, äh Geschwister, im Glauben! Und ja, die staatliche Gewalt hat durchaus die Pflicht, bei solchen Protesten einzuschreiten. Eine Kirche ist kein öffentlicher Ort, dementsprechend haben sich die Damen des Hausfriedensbruches schuldig gemacht - von der Sachbeschädigung des Kreuzes ganz zu schweigen (ich argumentiere hier gerade nur weltlich, da ich das Wesentliche - die Höllendrohung - schon erwähnt habe).

Aber beizeiten frage ich mich, ob Leute auf unserer Seite der Front solche Möglichkeiten nutzen, um mal so richtig schön zu fluchen. Gibt ja nicht wenige Momente im Leben eines Christen, wo man einen Scheiterhaufen fordern darf, nich? Aber hier, da muß ja der furor romanus im Herzen eines Ultramontanen brennen - wer kann da schon an Feindesliebe denken?

Christus sagt nicht einfach "seid gegen meine Gegner", er sagt "seid vollkommen, wie der Vater im Himmel vollkommen ist" - das ist unser Auftrag, unsere Berufung! Mich erinnert das an diese neue Bewegung im rechten Spektrum, diese Identitären, die quasi durch ähnliche Aktionen wie man sie von links kennt, die Multi-Kulti-Gesellschaft erschüttern wollen. Es gibt unter Konservativen einige, die diese Aktionen gut finden; ich merke dann vor allem, daß es mir anscheinend um etwas anderes als dieser Art von Konservativismus geht. Sie träumen von einem Tag, an denen die Grünen wieder endgültig unter die fünf - Prozent - Hürde rutschen und Claudia Roth Hartz IV empfangen muß. Auch wenn ich kein Freund der Grünen bin - wenn man dabei die menschlichen Ideale aufgibt und sich wie die Axt im Walde verhält - "weil die anderen das ja auch tun" - dann gibt man den Boden auf, auf dem man steht. Dementsprechend träume ich eher von dem Tag, an dem ich eine von Claudia Roth gegründete distributistische Aktionsgruppe in ihrer Pfarrgemeinde besuche (ja, ich träume von ihrer Bekehrung! ;) ).

Doch zurück zu Femen: Eine Parole, die dann immer wieder erschallt ist "Die sollen sich das mal beim Islam trauen, aber mit den Christen kann man es ja machen!". Na wow, Newsflash. Erstens haben die Femen-Früchtchen immerhin auf dem Straßenstrich demonstriert - und das Zuhälter-Milieu soll auch nicht so friedlich sein. Aber selbst wenn dem nicht so wäre: Dem Islam ist ein Gedanke wie Feindesliebe fremd, uns nicht - natürlich traut man sich das bei uns!

Nochmal: Ich sage nicht, daß wir uns alles gefallen lassen müssen, wir müssen für die Wahrheit einstehen. Und die Wahrheit ist, daß Kirchenschändungen ein Zeichen einer Dekadenz sind, ein Zeichen, daß eine Generation Dinge wie Taktgefühl vergessen hat und damit den Boden unter den Füßen verloren hat. Eine solche Kultur ist dem Untergang geweiht. Und Verfechter einer solchen Kultur werden, wenn sie sich nicht bekehren und ihre Sünden bereuen, mit dieser Kultur im wahrsten Sinne zur Hölle fahren. Aber das gibt uns keine Rechtfertigung, von "ständig prügeln", oder Scheiterhaufen zu reden. Es ist auch kein Freibrief, sich in der Öffentlichkeit in Unflätigkeiten gegenüber den Femen-Früchtchen zu überbieten.

4 Kommentare:

Der Herr Alipius hat gesagt…

Amen, Bruder!

F. M. hat gesagt…

Eine solche Kultur ist dem Untergang geweiht.

Wie wahr! Und das seit Jahrtausenden.

Ph. hat gesagt…

Zustimmung!

Cassandra hat gesagt…

Die Nackten bekleiden ist eins der Werke der Barmherzigkeit.
Das nächste Mal den FEMEN-Damen einen Schal reichen :-)
Mit Humor gewinnt man (ganz irdisch betrachtet) mehr als mit Prügeln.