Samstag, April 28, 2012

Inside a star-filled sky

Vor einiger Zeit habe ich mich bemüht, euch über die Grahamsche Zahl ein wenig von der Faszination Unendlichkeit zu zeigen. Wir waren ob der Darstellbarkeit und Unvorstellbarkeit der Größe begeistert. Jedenfalls ich war es.

Heut möchte ich ein Spiel vorstellen, was einen ähnlichen Effekt hat: Inside a star-filled sky. Das Spiel ist auf den ersten Blick ein Shoot em up, bei dem man Monster abknallt und Boni aufsammelt. So weit, so gut.
Das Spiel ist jedoch mehr, viel mehr: In jedem Level bewegst Du Dich in einem größeren Wesen. Wenn Du ein Level aufsteigst, wirst Du quasi zu diesem Wesen. Schon ein solcher Satz zeigt, daß das Spiel bei Kiffern sicherlich sehr beliebt sein könnte und daß es wirklich von der Konzeption mind-blowing ist.
Schon hier können wir eine einfache Rechnung machen: Sagen wir mal, das Wesen in Level eins würde einen Quadratmeter fläche einnehmen und daß das Wesen, in dem man sich bewegt, hundert mal so groß ist. Dann ist man nach Aufstieg in Level zwei 100x100m groß. Nun rechnen wir weiter: Nach fünf Leveln wird man die Größe unserer Erde schon hinter sich haben, nach acht Leveln wird man größer als das Sonnensystem sein, nach zwölf Leveln so groß wie die Milchstraße und bei Erreichen des Levels sechzehn wird man so groß wie das Universum selbst sein.

Dude...

Das Spiel selbst hat nicht wirklich ein Ende, nur durch die Implementierung wird es bei ca 2.1 Mrd Leveln einen Bug geben.

Doch es geht noch weiter: Wenn man in einem Level stirbt, wird man in der Kreatur, die man grad war, wiedergeboren. Das ist übrigens auch ein Prozess, der nur durch die Implementierung des Spiels ein Ende findet. Wie viele Level man unter Level eins fallen muß, um die Planck-Länge zu unterschreiten, überlasse ich dem Leser.

Nun geht es noch weiter: Die Gegner und die Power-Ups, die Du im Laufe des Spieles findest, sind auch Welten für sich. Du kannst in sie eindringen, um sie von innen zu verändern.

Duhuhuuuude

Ich finde das Spiel eine sehr gute Darstellung von dem Problem der Unendlichkeit. Das spiel illustriert sehr schön, wie unfaßbar dieser Begriff ist.
Desweiteren ist die Musik und die Figuren selbst allesamt durch etwas ähnliches wie Zelluläre Automaten generiert.

Hier mal ein Spielausschnitt:



Das Spiel selbst ist von Jason Rohrer programmiert, den man als einen Künstler auf dem Gebiet der Spieleprogrammierung bezeichnen kann. In einem minimalistischen Spiel namens Passage stellte er eine Art Meditation über Beziehung, Liebe und Leben dar. Rohrer selbst praktiziert Simple living, scheint, dem kurzen Mailkontakt nach zu urteilen, ein netter Kerl zu sein, seine Lebensgefährtin und er sind starke Beführworter des Stillens, und er vertritt interessante Standpunkte, die ein wenig an distributistische Gedanken erinnern.

In der Hinsicht kann ich empfehlen: Beschäftigt Euch mal mit Herrn Rohrer und seinen Ideen, speziell besagtem Spiel.

Keine Kommentare: