Sicherlich liebt uns der Allmächtige, aber meiner Meinung nach tut man damit dem Dekalog Gewalt an. Erstens ist der vollständige Beginn des Dekaloges (laut EÜ) "Ich bin IHVH, der Herr Dein Gott" - "Ich bin... Dein..." ist da schon recht verkürzt. Mit derselben Logik behaupten Moslems gerne, Jesus hätte folgendes gesagt:
"in seinem Zorn übergab ihn der Herr den Folterknechten". Das wird dann genutzt, um Christen aufs Glatteis zu führen und zu behaupten, der Jesus hätte Folter gutgeheißen. Jedoch kommt es hier wie dort auf den Kontext an.
Außerdem verlieren die Worte für mich an Dramatik, wenn man sie als zarte Liebesgeschichte deutet. Vielleicht ist es der Mann oder der Proll in mir, aber eine Aussage wie "Ich bin IHVH, dein Gott, der dich aus Ägypten geführt hat, aus dem Sklavenhaus." hat für mich deutlich mehr Dramatik. Sie drückt nicht ein statisches Vertrauensverhältnis aus, sondern ein Dynamisches Handeln, was aus diesem Vertrauensverhältnis erwächst. Es ist der Gott, der nicht nur sagt, er sei "mein", es ist der Gott, der mich aus der Sklaverei befreite. Er tut auch was dafür. Er ist auch leidenschaftlich.
Zu dem allgemeinen "Problem" eines "zu" netten Gottes werde ich hoffentlich es schaffen, die Tage was längeres zu schreiben, aber erstmal das.
2 Kommentare:
seltsam - vermutlich ist mein östrogenspiegel zu niedrig, aber ich habe diese softie- interbretation bislang noch nicht gehört- Gott sei Dank, denn das hätte meinen Adrenalinhaushalt wieder über Gebühr strapaziert- und das ist in meinem Alter nicht gesund...
Na ja der Text spricht schon gegen die Deutung
"Ich - ich bin derHErr, dein Gott!"
Nähere Auskunft erteilt Deine WG-Semitistin!
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