Sonntag, September 07, 2008

Neues Meme

Wie hälst du es mit der Religion , gefunden bei Thomas Matterne.


1. Wozu braucht der Mensch sowas wie Religion und Glaube?
Das sind zwei verschiedene Fragen. Glaube, Vertrauen ist etwas, daß der Mensch braucht. Nicht nur Vertrauen in andere Menschen, sondern vor allem mußt Du auf Dinge vertrauen können, um darauf aufzubauen. Ich weiß von der Energiequantelung des Wasserstoffatoms, weil ich den Meßdaten des Spektrometers vertraue. Ich vertraue diesen, weil ich den Aufbau und die Funktion des Spektrometers kenne. Glaube und Vernunft gehen Hand in Hand.
Zur Religion: Gerade heutzutage ist es en vogue, sich von der Religion loszusagen, um "sich sein eigenes Bild von Gott zu machen". Das, was man dann aber findet, ist kein lebendiger Gott der Religion, sondern nur eine übergroße Version von sich selbst.

2. Welchen religiösen Einflüssen warst du in der Kindheit ausgesetzt?
Ich wurde atheistisch erzogen. Da aber meine Eltern tolerante Atheisten waren und vor allem mein Vater wollte, daß wir das Christentum kennen, kam ich in einen katholischen Kindergarten. Das einzige, was ich von da noch weiß, ist, daß ich sehr oft in der Ecke sitzen mußte. In der Grundschule saß ich im evangelischen Religionsunterricht, der ganz in Ordnung war. Ich hab, ohne zu wissen, bei der Erstkommunion eines Freundes ein Sakrileg begangen und ungetauft den Leib Christi empfangen.

3. Wie würdest du deinen persönlichen Glauben beschreiben (falls vorhanden)?
Auf den ersten Blick recht sachlich und kopflastig. Ich wurde vom Opus Dei in den Glauben eingeführt und dementsprechend ist meine Sicht der Dinge nüchterner als bspw. die der Charismaten.
Aber "gefühlskalt" ist auch falsch: Es ist eher so, daß das Verständnis das Gefühl vergrößert. Man kann es mit Musik vergleichen: Sicher ist es schon schön, einfach so Bach zu hören, aber wenn man das Stück auf einer Partitur verfolgt oder vorher eine Analyse des Stückes gelesen hat, ist es für mich schöner.

4. Welche Religionen siehst du positiv und warum?

Das Christentum, vor allem in seiner katholischen Ausrichtung (und hier vor allem seit dem Zweiten Vatikanum) natürlich, als jemand, der daran glaubt, wäre jede andere Meinung auch komisch, oder?
Der Gedanke der Demut und der Gedanke der Nächstenliebe ist, denke ich, eine Bereicherung für jede Kultur, generell war die Kirche sehr kulturprägend. Das heutige Europa mit seiner Aufklärung, ja, auch mit seinem Säkularismus ist ohne die Kirche nicht vorzustellen. Und natürlich sind die ganzen seltsamen Details in der Kirche wie Reliquienverehrung (den Finger eines Heiligen verehren! Sowas von krank und cool!), gewisse Bräuche der Ars Moriendi oder manche Heiligenlegenden sind einfach cool!
Das Judentum finde ich auch noch positiv als die Religion, die auf das Christentum hinführt.

5. Welche Religionen siehst du negativ und warum?
Den Islam auf jeden Fall. Eine Religion, die sich auf einen Menschen beruft, der eine neunjährige Frau hatte, eine Religion, die Polygamie gut heißt, eine Religion, in der es keine Trennung zwischen dem Kult und dem Staat gibt - und das alles als eine Religion, die angeblich auf dem Christentum aufbaut halte ich gelinde ausgedrückt für bedenklich. Ähnliches läßt sich über Rastafari sagen.
Der Hinduismus mit dem Kastensystem ist auch was krankes.

6. Ist der Glaube etwas rein Persönliches oder sollte er öffentlich ausgelebt werden?
Sagen wir es so: Ich bin dafür, daß die öffentliche religiöse Praxis repsektiert wird. Es ist vielleicht kein Muß, und für das Gebet sind Zeiten der Einsamkeit recht sinnvoll.

7. Hilft oder schadet es Kindern, wenn man sie religiös erzieht?
Es kommt doch hier sehr auf die richtige Erziehung an! eine gute christliche Erziehung läßt die Kinder in Freiheit und im Glauben groß werden.


8. Wer ist glaubwürdiger: Jesus, der Papst, Buddha oder Mohammed?
Glaubwürdiger sind der Papst, Buddha und Mohammed: Zwei normale Menschen, die halt viele Leute mit ihrem Gerede beeindruckten und ne Religion gründeten und ein Vorsteher einer Religion sind glaubwürdiger als jener, der sich als der Sohn Gottes bezeichnete, meinte, man müsse sein Fleisch essen und sein Blut trinken und der schließlich am Kreuz starb.
Doch das ist gerade das faszinierende an dem Glauben.


9. Braucht der Mensch Religion zur ethischen Orientierung?
Ja, auf jeden Fall. Nur so kann es ethische Regeln geben, die vom Menschen losgelöst sind.


10. Was ist dir lieber: Wiedergeburt, Auferstehung, Nirvana oder keinerlei Fortsetzung nach dem Tod?
Auferstehung. Wiedergeburt? Ich will doch den ganzen Quatsch nicht noch mal! Nirvana? Wieso sollte ich in einem diffusen Nichts aufgehen sollen? Nichts? Na hör mal, das wäre etwas langweilig.

4 Kommentare:

Thomas Matterne hat gesagt…

Da haben wir offenbar eine gemeinsame Kindheitserinnerung gefunden, wenn ich mir deine Antwort auf die 2. Frage durchlese. Allerdings war es bei mir nicht die Erstkommunion eines Freundes, sondern ein Gottesdienst auf einem Zeltlager.

Bei der Verlinkung oben scheint übrigens etwas schief gelaufen zu sein, man kann den HTML-Text sehen.

FingO hat gesagt…

Ja, hab ich auch grad bemerkt, wird korrigiert!

dilettantus in interrete hat gesagt…

Ich lobe ja äußerst ungern, aber die Antwort auf Frage 8 ist - aber jetzt will ich Deine Demut nicht weiter gefährden

FingO hat gesagt…

:) Freut mich!