Samstag, August 25, 2012

Paul the Apostle



Nein, ich möchte jetzt nicht über den Apostel Paulus reden, sondern über einen anderen wichtigen Paul, über Paul Anderson. "Wer ist Paul Anderson?" Nun, lassen wir den grandiosen Powerlifting Film Power Unlimited sprechen:

Paul Anderson was the godfather of Powerlifting.

Einen Vorgeschmack auf das, was es heißt, sieht man hier:


1956 ging er, wenn auch knapp, mit der Goldmedallie von den Olympischen Spielen heim und auch ansonsten lesen sich seine Strength feats phantastisch, so hat er insgesamt elf Weltrekorde aufgestellt (siehe Wikipedia).

Das ist ja alles interessant, aber warum erzähle ich das hier? Nun, weil Paul Anderson selbst mit einem Wimp wie mir was gemeinsam hatte: Er war gläubiger Christ. Nach seiner Sportkarriere haben seine Frau und er ein Jugendheim gegründet, daß sich um gestrandete Jugendliche kümmerte (Don bosco ick hör Dir trapsen), wie diese Kurzdoku schildert:


Dieses Paul Anderson Youth home existiert noch heute und ist um die Paul Anderson ministries erweitert worden. Diese bietet auch Eltern Hilfe und arbeitet daran, daß Amerika wieder verstärkt eine von Familien (und nicht Individuen) getragene Gesellschaft wird. Ganz im Geiste der Ökumene dachte ich, mach ich mal auf diese Organisation aufmerksam, die sich auf einen modernen Christopherus zurückführt.

Freitag, August 24, 2012

St. HILARIOUS bitte für uns!

Gutgemeint ist bekanntlich nicht immer gut: Eine ältere Dame hat in Spanien, sicherlich mit den besten Intentionen, das Ecce Homo-Bild, was dem Verfall anheimgefallen war, restauriert.

Und wie einst aus Raider Twix wurde, wurde aus dem leidenden Christus mit Dornenkrone ein Typ mit vollem Mund und komischen Haaren:


Ich weiß, das ist übelster Kunstverlust, der hoffentlich rückgängig gemacht werden kann. Und ich möchte nicht in der Haut der älteren Dame stecken, ich finde, wir alle sollten für sie beten, daß sie sich nicht zu viele Vorwürfe macht und nicht vor Scham im Boden versinkt. Sie, im Gegensatz zu den Liturgie-freelancern, die ich heute morgen postete, hatte es denke ich wirklich gut gemeint.

ABER, DUDE, THAT TOTALLY CRACKED ME UP!

Ich kam gestern kaum aus dem Lachen raus, und immer noch muß ich, wenn ich beide Bilder sehe, wieder lachen. Zum einen, weil mich das Bilderpaar an diese Bilderserie hier erinnert (leider nur sehr, sehr klein, ich hoffe, man sieht, was ich meine):



Zum zweiten ist die ganze Geschichte imho ein Bilderbuch-Beispiel für Tragikomik im Sinne einer sowohl tragischen als auch komischen Geschichte.

Aber eine wirklich ernste Lektion kann man hier doch lernen: Wirkliche Kunst dauert. Ich habe, auch wenn man diese Pappmarchefiguren im letzten Post betrachtet, den Eindruck, daß das manche Künstler vergessen haben. Ich weiß nicht, wie lang der Originalmaler gebraucht hat und wie lang im Vergleich dazu die Restauratorin, aber oft habe ich den Eindruck, daß man heute sich weniger Zeit für Kunst nimmt. Ein Bild darf ruhig Jahre dauern, wenn es gut werden will!

"Sakral""kunst"

Die amerikanische Blogosphäre schreibt zur Zeit recht viel über die Puppets of doom, Statuen, die angeblich sakrale Kunst sein sollen. Betrachten wir sie doch mal (ein Klick auf die Bilder führt zu den Quellen und noch mehr infos):





Wir sind ja multimedial, deshalb hier ein youtube-video, was quasi den Höhepunkt unserer Ausstellung bildet:

Das ist nun die moderne "Kunst"? Hier stehen wir also, am angeblichen Höhepunkt unserer Kultur, und das ist es? Das ist alles, was wir zustande bringen? Pappmarche-Figuren, seltsame Balletteinlagen und das alles in einem ungeschmückten Saal?

Samstag, August 18, 2012

Unter Kindstötern...

Vor einiger Zeit hab ich hier etwas zu einem Artikel im Journal of medical ethics geschrieben, in dem das Töten von Kindern nach der Geburt diskutiert wird. Der Editor besagten Journals ist Herr Savulescu, seines Zeichens Protegée eines Peter Singer.

Hier kann man lesen, warum man den Savulescu im Auge behalten sollte.
So ist es nicht nur ethisch vertretbar, nein, ethisch gutes Verhalten, eine embryonale Selektion durchzuführen.

Brave new world...

Sonntag, August 12, 2012

Beginn Rosenkranz-App

Ich dachte mir "es gibt nichts gutes, außer man tut es" und so habe ich schonmal ohne irgendein Programm im Hintergrund einen ersten Schritt in Richtung Rosenkranz-App getan: Hier habe ich nun einen Weblog eingerichtet, auf dem Betrachtungstexte oä bereitgestellt werden können. Bisher kann man nur zwei von mir lesen, mal sehen, wie viele noch kommen.

Remember: Sport is fun!!!

Auf der ohnehin grandiosen Seite Dark Roasted Blend bin ich auf einen Haufen interessanter und oft höchst amüsanter Sportlerphotos gestoßen.

Einer meiner Favoriten ist der Typ rechts:



Für weitere Bilder aufs Bild klicken!

Samstag, August 11, 2012

Aufnahmen von christlichen Liedern

Liebe Blogozese,

sagt mal, gibt es (mit Präferenz "gut klingender Männerchor") Aufnahmen von klassischen Christlichen Liedern? Speziell suche ich "Unüberwindlich starker Held" und "Tröst die Bedrängten". Für ersteres fand ich bisher eine dieser "Huzzah - welcome to the renaissance festival"-Typ Aufnahmen (wenn man von der grandiosen Seite Cäcilia absieht, die aber auch nur die Melodien bietet) und Orgelmeditationen. Gibt es da vielleicht doch etwas mehr?

Freitag, August 10, 2012

Wie wenig Gerechte es braucht

Vor kurzem las ich in einem Artikel, daß die Frau von Billy Graham, Ruth Graham (Gott hab sie selig)sagte Wenn Gott Amerika jetzt nicht straft, muss er Sodom und Gomorra um Entschuldigung bitten..
Das fand ich eine erschreckende Aussage. Sicherlich, die Abtreibung, die vorgeburtliche Selektion etc - das sind Sünden, die buchstäblich zum Himmel schreien. "wer diesen kleinen auch nur ein Haar krümmt..." Ich kann nicht nur das Entsetzen über diese Gesellschaft des todes verstehen, ich teile es sogar.
Aber deshalb eine Strafe Gottes "fordern"? Erstens können wir das von Gott kaum fordern. Zweitens wissen wir nicht viel davon, wie es in Sodom und Gomorrha zuging. In der Hinsicht können wir kaum sagen, ob es jetzt schlimmer oder weniger schlimm ist. Zum dritten erinnert mich das an ein weltliches Pendant, was ich in Zeiten der Wirtschaftskrise schon öfter hören mußte: "Es ist Zeit, daß es mal wieder einen richtigen Krieg gibt". Wirklich? Man meint doch in beiden Fällen einen Krieg/Strafe Gottes möglichst weit weg. Und das ist ein wenig dreist, mit Verlaub.

Jedoch möchte ich nicht nur rumschimpfen, sondern eher Hoffnung machen.

Betrachten wir doch die Geschichte von Sodom und Gomorrha nochmal: Wie ich schon hier andeutete, ist die Geschichte von Sodom und Gomorrha unvollständig erzählt, wenn man nur sagt "GOT SMITES THEM DOWN!". Nein, Gott hätte Sodom und Gomorrha wegen zehn Gerechten stehen lassen. Und wenn ich in die katholische Szene (und auch die anderen christlichen Szenen) in Amerika blicke, dann sehe ich eine ziemlich blühende Szene mit vielen, vielen guten, ordentlichen Menschen, die sich darum bemühen (und zwar besser als ich), ihren Glauben im Alltag zu leben. Gott kann doch nicht den Gerechten mit den Ruchlosen dahinraffen!

Und so rufe ich denen, die brimstone and fire auf die Welt/die US of A/die moderne Zeit werfen wollen, dann doch zu "etwas hoffnungsvoller, bitte!".

Bis dann!

Seit geraumer Zeit ringe ich mit mir, meinen Facebook-Account lahmzulegen. "Contradicitur" höre ich schon meine Frau rufen, aber es ist einfach so, daß dieses Potpourri, was die Timeline füllt, wirklich von produktiveren Tätigkeiten ablenkt und meiner Erfahrung nach dem konzentrierten Denken nicht förderlich ist. Ich habe noch meinen Account, aber mal sehen, wie lang noch. (DUNH DUNH DUNH!)

Mein Bruder, nicht nur in Sachen Geburt mir zuvor gekommen, hat nun seinen Account lahmgelegt. Bei ihm war der Hauptgrund, daß ihn die Hoffärtigkeit der Atheisten angekotzt hat. Er ist dabei nicht ein Mensch, der kampflos aufgibt; ich konnte viele Debatten - feurige, sachliche, ironische, wütende - zwischen ihm und arroganten Idioten verfolgen. Ich kann ihn in beiderlei Hinsicht sehr gut verstehen.

Er verabschiedete sich mit Worten, die nun auf seinem Blog zu finden sind, in einem anständigen, aber herausfordenden Ton. Grandios ausgedrückt, weshalb ich das teilen mußte.

"Wir sehen uns!" - nach dem "in paradisum" ein grandios freundlicher Abschied. Ich werde ihn eh sehen, spätestens, wenn wir papistische Filme gucken werden.

Dienstag, August 07, 2012

Mini-Bloggertreffen


... nachdem man 90 min das Konzil verleugnet hat.

War hübsch gewesen! (also nicht nur der Meßbesuch, auch das geschwisterliche Mahl im Gemeindecafé und an der Currywurstbude danach)

Samstag, August 04, 2012

Projekt Rosenkranz-App

Ich habe in letzter Zeit mal wieder angefangen, den Rosenkranz häufiger (möglichst täglich) zu beten. Dabei kam mir schon öfter folgende Idee: Dank mobiler devices könnte man immer einen Haufen Meditationstexte/bilder mit sich tragen. Letztlich würde man eine App haben, in der man zum jeweiligen Rosenkranz fünf Texte bzw. Bilder, die aus einem Fundus, der auf einer Internet-Seite zu finden ist, genommen werden. Dieser Fundus kann - moderiert natürlich - von Leuten, die gewillt sind, meditationen und Bilder beizusteuern, erweitert werden. Man hätte dann die möglichkeit, bspw. jedes Mal, wenn man die glorreichen Geheimnisse betet, Betrachtungen von anderen Leuten vor den Geheimnissen zu lesen.

Das Skelett des Projektes würde also aus folgendem bestehen:

- einer schniken Oberfläche auf smartphones und tablets
- einer online-Seite, auf die das Programm zugreift.

Schwieriger ist, das Projekt mit Leben zu füllen. Mindestens 20 Texte sollten für am Anfang vorhanden sein, damit wenigstens jede der drei großen Geheimnisgruppen plus die lichtreichen abgedeckt sind. Und hier darf man natürlich nicht copypasten, da die Betrachtungstexte noch deutlich übler als die Texte eines Studenbuches , unter Copyright-Rechten stehen. Würde aber natürlich auch ein wenig dem Urgedanken widersprechen, daß einfache Katholen andere einfache Katholen an ihren Meditationen teilhaben lassen.

Who's with me, fellas? haupz, ich zähl auf Dich ;)

Mittwoch, August 01, 2012

Everybody loves Rabbi Tolerance


Dieses Bild wird zur Zeit von einigen sehr katholischen Facebook-Freunden von mir geliket. Vielleicht verpasse ich den Punkt, vielleicht bin ich zugespitzt und bewerte das "liken" über, aber - I don't get it. Nicht nur die Quelle (Mal wieder pseudointellektuelle Gegner der Republikaner), auch das meme an sich scheint ziemlich gegen Christen in Amiland gerichtet zu sein.
Zugegebenermaßen, bei dem einen oder anderen kann man durchaus aus ironischer Selbstbetrachtung schmunzeln, einige sind aber imho ziemlich dicke, faule Fische, bei deinen es mich dann doch wundert, wieso das Katholiken gefällt. Vielleicht sehen das einige im Kontrast zu irgendwelchen muslimischen Hasspredigern oder so und vielleicht geht es nur mir so, aber irgendwie habe ich den Eindruck, daß das auf das Zerrbild der miesen, miesen Christen gerichtet ist. Warum? Nun, ich werde mal jedes der sechs Bilder kurz kommentieren.

Religion doesn't allow pork - doesn't try to make it illegal

Das ist so ziemlich auf die ganze Abtreibungsdebatte gemünzt. Wie oft konnte man auf irgendwelchen liberal-Foren lesen "Na, wenn ihr Abtreibung scheiße findet, dann treibt halt nicht ab. Aber haltet uns nicht auf!" Obiges Argument übrigens auch.

Cashier says "merry christmas" - doesn't complain about a "war on hanukka"

hier mußte ich doch etwas lachen. Manche machen echt aus einem "Frohe Feiertage" den Untergang des Christentums. Trotzdem muß ich zugeben, daß ich mich bemühe, öfter sowas wie "gesegneten Sonntag" oä in die Smalltalks mit Kassierern einfließen zu lassen.

Walks into a bar - doesn't mind a joke or two

Ein Witz oder zwei? Wird man nicht inzwischen fast ständig mit irgendwelchen blöden Zoten beballert?
Zugegebenermaßen, es hatte einen Grund, warum ich nicht brimstone and fire auf meinem Weblog über eine einst gute Satirezeitschrift gespien habe, aber es ist eine dieser typischen "is doch alles nur Spaß"-Taktiken der Relativisten, daß man ja angeblich jeden noch so flachen Witz hinnehmen müsse.

Thinks differently than you - doesn't tell you you're going to hell

Und das ist ja auch wieder auf die Abtreibung gemünzt. Ja, Abtreibung ist nicht Ansichtssache. Nicht, weil es unsere "religiösen Gefühle verletzt" - die sind mir in dem Zusammenhang eigentlich ziemlich fumpe - sondern weil hier Menschen umgebracht werden. Weil eine Selektion stattfindet und letztlich Leben zur Ware wird. Und ja, ich denke, daß ist so eine der Sünden, die zum Himmel schreit.

Sees money on the ground - donates it

Inwiefern das auf andere gemünzt sein kann weiß ich nicht, aber... öhm, jepp, ich würde wahrscheinlich den Euro auf dem Boden behalten. Ich mieser Goj.

Finds out you're not jewish - thats cool bro, want a sandwich?

Hm. Ich kenne hier natürlich nicht die Situation in Amiland. (Ein wenig klingt das nach einer Anspielung auf Chick-Fil-A) Ich kann mich jedoch nicht über nicht katholische oder (DUNH DUNH DUNH) nicht christliche Freunde beklagen. Ich hab davon einige und find das eigentlich ganz ok. Aber wie gesagt, hier weiß ich nicht, auf was sich dieses Bild bezieht.

Die Moral bei Tolkien am Beispiel Luthiens

Vor kurzem habe ich von einem Buch von Kirill Eskov gelesen, daß quasi den Herrn der Ringe (und einiges, was später passiert) "mal von einer anderen Seite" beleuchtet, nämlich aus Sicht Mordors.

"Mal von einer anderen Seite"... das ist für mich so eine Unfloskel wie "Ich denke selber" oder "kritisch hinterfragen". Oft ist das, was folgt, einfach Grütze.

Na ja. Ich habe das Buch nicht gelesen, vielleicht werde ich es noch tun. Rezendenten haben sich jedenfalls riesig gefreut, da die "Moral bei Tolkien ja recht simpel gestrickt" sei. So dualistisch und so. HM.

Also erstens: Tolkien hat nicht einfach Fantasy-Unterhaltungsliteratur geschrieben. Es ist kein Fan-Roman in den Gefilden von Aventurien, so spannend und gut das auch sein mag. Der Romanzyklus über Mittelerde ist ein Mythos. Das war Tolkiens Ziel, was mit den kurzen Skizzen schon in den frühen Jahren des 20.Jhs begann - wenn ich mich recht entsinne, mit einer Fassung Earendels Fahrt nach Valinor, einer Geschichte über Aelfwine aus England (Cottage of the Lost Play?). Aber egal - jedenfalls: Ein Mythos. Und in diesem Mythos gibt es, wie so oft in Mythen, gute und böse. Da es sich hier um Archetypen handelt. Wäre es eine einfache, diesseitige Geschichte, würde man natürlich zurecht "beide Seiten" betrachten. Hier aber sind Morgoth und Sauron die Bösen schlechthin, die Nazgul auf der einen und die Orks auf der anderen Seite Wesen, die von der Macht des Bösen so weit korrumpiert sind, daß sie "gefallen" sind. Nein, in Tolkienscher Mythologie sind die Orks nicht einfach ein Volk wie die Elben oder Zwerge.

Zum Zweiten: Einfache, dualistische Moral? Oh, I beg to differ. Wie ist es denn mit Figuren wie Feanor, dem Erschaffer der Silmaril? Höchstbegabter der Noldor fing er in diesen Kristallen das unbefleckte Licht der zwei Bäume ein. Doch der Stolz auf sein Werk hat ihn korrumpiert, so daß er einen letztlich blasphemischen Eid schwor, ein Massaker an den Gestaden Valinors zu verantworten hat und einen großen Teil seines Volkes verriet, als er die Schiffe, in Mittelerde angekommen, anzündete. Wirklich, sehr eindimensional.

Aber ich wollte eigentlich auf ein, meiner Meinung nach deutlich interessanteres Beispiel aufgreifen: Luthien Tinuviel, das schönste Wesen, was in den irdischen Gefilden jemals gesehen war, Tochter von Thingol, dem König der Sindar und Melian, einer Maia, sozusagen einer höheren Macht, mit einem Engel vergleichbar. Wenn Carcharoth, auch Anfauglir ("the Jaws of Thirst") genannt, versucht, Beren und Luthien aufzuhalten, verzaubert ihn Luthien, so daß er schläft. Das klingt jetzt erstmal nach irgendso ner Fantasy-Druiden-Trulla oder so, die einfach mal so nen Zauber macht, der böse Wesen in den Schlaf schickt, aber lesen wir, was Luthien zu Carcharoth sagt: "O woe-begotten spirit, fall now into dark oblivion and forget for a while the dreadful doom of life". Jetzt stellt sich dieser "Schlafeszauber" schon ganz anders dar: Dem ewig durstigen Werwolf, der von seiner eigenen Bosheit getrieben ist, dieser letztlich verdammte Seele schenkt Luthien einige Minuten Ruhe. Man könnte sagen, daß die Leidenschaft oder Sünde ihn für einige Zeit nicht weiter umhertreibt.
Diese Interpretation wird später noch einmal forciert, nämlich, wenn Luthien vor Morgoth tanzt: "She cast her cloak before his eyes and set upon him a dream, dark as the Outer Void where he once walked alone". Hier wird an den Ursprung Morgoths erinnert: Als Melkor, höchster aller Ainur, der Geister Illuvatars wanderte er vor der Erschaffung der Welt durch die Leere, auf der Suche nach der Ewigen Flamme. Dort war er zwar schon eitel, aber noch gut, er war nicht einfach Herr der Sklaven, der er später wurde, sondern war von einem sicherlich stolzen, aber nicht in sich bösen Eifer (wie später die Geschichte der Erschaffung der Zwerge zeigt) besessen, Leben zu erschaffen. Diese Erinnerung schenkt Luthien ihm im Schlaf, das Thema wiederholt sich: Sie zeigt ihm, wer er einst war und schenkt ihn in seiner Selbstgeschaffenen Hölle einen Moment der Ruhe.
Nun könnte man noch auf das Lied, was Luthien vor Mandos singt und dabei letztlich an den dritten Gesang des Großen Liedes vor Illuvatar erinnert eingehen - aber der Punkt, den ich klar machen will, ist klar: Die Moral ist keineswegs einfach gut/böse. Es gibt mit Leuten wie Feanor und, sicherlich nicht so deutlich, mit seinen Söhnen, Gestalten, die nicht einfach böse, sondern gefallen sind (und, wie im Fall von Maedhros zu sehen, durchaus umkehren können). Und auch die Behandlung der Bösen ist nicht einfach "hau drauf, is böse"; selbst dem Urvater des Bösen selbst wird ein Moment der Ruhe geschenkt.

Vielleicht würde es schon viel helfen, wenn die Leute die Werke Tolkiens nicht einfach lesen würden wie eben einen drei Euro Fantasy-Schinken. Gegen die ist nichts zu sagen, aber es ist halt falsch, so heranzugehen. Ein ansatz für ein tieferes Tolkien lesen (und letztlich Quelle von allem hier geschriebenen, so klug bin ich ja nicht) ist das Seminar vom Tolkien Professor, Cory Olsen.

Blasphemieparagraph

Nach Mosebach und Spämann spricht sich nun Erzbischof Ludwig Schick für ein Blasphemieverbot aus. Dabei scheint es allen dreien um ein generelles Gesetz betreffs Gotteslästerung, d.h. ein Gesetz zum Schutz vor der Beleidigung religiöser Gefühle zu gehen.

Hm.

An sich klingt es ja erstmal prima. Und ich stimme gewissen ziemlich chemisch aussehenden Damen nicht zu, daß es ein Recht auf Gotteslästerung geben würde. Selbst wenn es sich nur um Gefühle handelt, hat man hier dasselbe Recht wie darauf, ein dummes Arschloch zu sein. Dafür kommt man nicht in den Knast, aber auch sonst ist es nicht toll.

Was mich jedoch eher stört ist diese interreligiöse Betonung. Ich mein, aus christlicher Überzeugung ist der Islam falsch und hat das Judentum, mal krass ausgedrückt, den Messias verpasst. Aus islamischer Sicht weigern wir Christen und die Juden sich, den Propheten Allahs und seine unverfälschte Offenbarung im Koram für wahr anzusehen. Und aus jüdischer Sicht verehren speziell wir Christen einen falschen Messias, haben eine krude Vorstellung von einem monotheistischen Gott und maßen uns darüber hinaus noch an, unsere Legitimation unter anderem aus der Thora zu ziehen. Können wir wirklich ein Subset an Meinungen, so wichtig und heilig diese auch den einzelnen sind, unter Strafe stellen? Vor allem dann, wenn wir andererseits darum kämpfen (wie oft betont), daß man doch das Recht haben müsse, betreffs Lebensschutz und Homosexualität eine andere Meinung als der Mainstream vertreten zu können? Ick weeß nich... Denn, so könnten FeministInnen, Gender*trans-Leute etc. sagen (korrektur, das tun sie!), wir würden mit unserem Marsch für das Leben, mit unserem Gebet für Homosexuelle, mit Fagottspielen am CSD (ok, der war platt) etc. die sexuelle Identität der betroffenen Personen verletzen.

Dazu kommen, wenn man darüber nachdenkt, doch interessante Konstrukte zustande: Könnte nicht ein etwas sehr militanter Jude gegen die Kirche wegen Verunglimpfung Heiliger Schriften klagen? Könnten nicht wir Christen gegen Moslems wegen Verunglimpfung des Namens Jesu klagen?

So wie es für mich ausschaut, gibt es zwei Lösungen: Eine, die meiner Meinung nach die beste aber nicht realisierbar ist und eine liberale. Zuerst zur liberalen: Für den Preis, daß ich Abtreibung weiterhin Mord nennen darf, daß ich weiterhin "gleichgeschlechtliche Ehe" ein Oxymoron finde, kann man gerne "Gott ist tot" rufen und umgedrehte Kreuze tragen. Sicher: Kirchen schänden geht nicht, aber da müßte man doch schon über Sachbeschädigung was tun können, oder?
Sicherlich gibt es hier viele Probleme: Was darf der Lehrer in der Schule sagen? Ist er, wie z.Zt. die Regelung ist, im Recht, gegen Gott und die Kirche zu lästern, aber im Unrecht, wenn er von Kindstötung spricht? Ich denke, wenn man die liberale Lösung verfolgt, sollte man hier eine eigene Lösung finden.

Die Zweite Lösung ist intolerant, überhaupt nicht dem Zeitgeist angepaßt und in diesem Staat, in dieser Gesellschaft nicht realisierbar. Was wir Katholiken glauben ist die Wahrheit. Dementsprechend wäre (ha! jetzt werde ich gemein) Abtreibung Mord, es gibt keine Gleichgeschlechtliche Ehe (was mit eingetragenen Lebenspartnerschaften ist, ist ein anderes Thema) und gegen die Artikel des Credos darf nicht gelästert werden. Warum? Nicht, weil jemand sich beleidigt fühlen könnte, sondern weil Abtreibung Mord ist, weil Blasphemie nicht so gut fürs Afterlife sein soll etc. Das wäre natürlich das Beste, Wahrste letztlich. Aber ich denke, daß die Realität, in der wir leben, eher die liberale Lösung zuläßt. Und letztlich auch mit dem freien Willen des Menschen etwas verwebbarer ist.

Soweit meine 2cent.

Freitag, Juli 27, 2012

Gebetsbitte

Ich kann mit einigem ironischen Stolz von mir sagen, daß ich Quantenmechanik quasi doppelt toll kann.

Na ja, anders: Ich hörte die Vorlesungen "Quantenmechanik I" und "Quantenmechanik II" beide zweimal, da ich jeweils durch die Klausuren durchfiel. Das führte im positiven zu einem halbwegs fundierten Wissen über Quantenmechanik (Und einer Leidenschaft bei der Nutzung von - Vektoren). Einen Großteil der Vorlesungen, nämlich das erste Mal QM I und beide Male QM II hörte ich bei einem großartigen Menschen und Professor, nämlich Herrn Schrader. Ein Mensch, der nicht so eine sehr formalistische Quantenmechanik mir beibrachte, sondern durch eine angenehme Mischung aus Strenge und Humor glänzte: Als ich Quantenmechanik II das zweite Mal hörte, betonte er, daß zum Verständnis dieser Veranstaltung die Teilnahme an Quantenmechanikvorlesung I unerläßlich sei. Um sich einen ÜBerblick über sein Publikum zu verschaffen bat er um Handzeichen, wer QM I schon gehört hätte. Ich hebte (mit fast allen) meine Hand und sagte grinsend zu meinem Nachbarn "Höhö. Zweimal". Das bekam Herr Schrader mit, mußte laut auflachen und fragte schmunzelnd "Nun , wollen Sie sich nicht an dieser Stelle gleich etwas mehr offenbaren?", wissend, daß er mich schon einmal bei QM II gesehen hat. Neben seinem herzlichen Wesen zeigt diese Episode, daß die Studenten für ihn nicht nur irgendwelche austauschbaren Köpfe waren, er schien sich an jeden einzelnen von ihnen zu erinnern.

Später, während meiner Doktorarbeit, arbeitete ich in einem Labor recht nah an seinem Büro. Oft, wenn man sich traf, sagte er mit erhobenen Zeigefinger "Herr Giese! Sie haben zugenommen!". Wir haben uns auch ansonsten immer recht freundlich unterhalten, er erzählte mir, daß er sich, nachdem er eremitiert war, in die theoretischen Grundlagen der Dichtefunktionaltheorie einarbeitete, um mit Herrn Groß, Begründer der zeitaufgelösten Dichtefunktionaltheorie noch was zu erarbeiten. So wie die Katze das mausern nicht läßt, läßt der Professor nicht vom Forschen abhalten.

Warum erzähle ich das alles? Um klar zu machen, daß dieser alte Professor Emeritus mir was bedeutet. Heute traf ich ihn nach langer Zeit, die FU besuchend, mal wieder. Er ist extrem abgemagert und erzählte mir, daß er eine Chemotherapie hinter sich hatte. Er meint zwar, es ist wieder auf dem Weg der Besserung, aber vielleicht auch, weil ich bei meiner Mutter die Chemo miterlebte - betet doch für diesen guten Menschen.

Mittwoch, Juli 25, 2012

"Wäre ich die katholische Kirche...."

Hier macht sich ein Atheist Gedanken darüber, was er ändern/tun würde, wenn er die katholische Kirche wäre. Ich war echt positiv überrascht, sind die Punkte doch mehrheitlich nicht das übliche Gebashe. In der Hinsicht dachte ich mir, daß man mal wirklich freundlich auf die Punkte eingehen kann:

Wäre ich die katholische Kirche, ich würde eine Webseite bauen lassen, auf der man die ganze Bibel lesen kann, schön übersichtlich gestaltet, mit einzelnen Kapiteln, Zusammenfassungen, Illustrationen und teuflisch schicker Typographie. Man könnte einzelne Textstellen markieren und twittern oder bei Facebook und sonstigen Social Networks posten.

Ein wenig in die Richtung - wenn auch nicht allein katholisch, geht das Projekt Bibleserver . Ich mag das eigentlich recht gern, da, gerade wenn man schnell ein bestimmtes Zitat sucht (Sollte ich mit einer Gitarristin was anfangen?). Sicherlich könnte hier in Sachen Zusammenfassungen, Illustrationen und Font sich was tun, aber ein Anfang ist es.

Wäre ich die katholische Kirche, ich würde dem Papst bei seinem nächsten öffentlichen Auftritt (dezent, aber sichtbar) eine Flasche Fanta auf den Schreibtisch stellen lassen, kommentarlos. Das Internet würde den Rest erledigen.

Da mußte ich doch, auch wenn bei der Causa Titanic auf Seiten des Hl. Vaters stand, doch schmunzeln.

Wäre ich die katholische Kirche, dann würde ich einmal im Jahr einen Wettbewerb ausrufen, bei dem zeitgenössische Schriftsteller meine besten Stories (Mose und das Meer, Die Apokalyse, Adam und Eva etc.pp.) neu schreiben und vortragen, ohne irgendwelche Vorgaben. Die Texte gäbe es im Bundle mit den zugehörigen Originalen für jedermann kostenlos als Print- und eBook-Version.

Das ist doch mal eine Idee. Letztlich läßt sich das doch bspw diesjährig mit dem National novel writing month verknüpfen. Ich verstehe das nun einfach mal ganz dreist als einen Appell an uns Blogger, schnieke Gschichtle, inspired by the bible, zu schreiben. Auf, auf!

Wäre ich die katholische Kirche, dann wäre die einzige inhaltliche Änderung, die ich direkt vornehmen würde, die Aufhebung des Zölibats, was dafür sorgen würde, dass sich bei mir nicht nur Psychopathen und Kinderficker um Stellen bewerben. Ein paar Jahre später würde ich auch Frauen zulassen, die können den Job mutmaßlich sowieso deutlich besser, weil bei mir soziale Kompetenz gefragt ist.

Es mag nicht überraschen, daß das der Punkt ist, wo ich nicht mitgehen kann. Aber der Author hat schon gesagt, daß das ein unqualifizierter Kommentar war, weshalb ich nun auch bitte, hier nicht wild zu shitstormen.
Zu letzterem, dem Priestertum für die Frau, weil Frauen sozial kompetenter sind, möchte ich nur anmerken, daß das am Sinn des Priestertums vorbeigeht. Leider hat sich in modernen Zeiten so mancher Priester als ein Kumpelpfarrer, der eben nur noch für soziales da ist, breit gemacht. Wenn das die alleinige Aufgabe des Priesters wäre, hätte der Schreiber irgendwie recht. Aber Priester sind Männer Gottes, Geweihte Gottes, dessen primäre Aufgabe in meinen Augen die Feier der Sakramente, allen voran die Feier des Meßopfers ist.

Wäre ich die katholische Kirche, ich würde alle meine abgefahren beeindruckenden Kirchen, Klöster und sonstigen Bauwerke weltweit in 3d photographieren und ne iOS-App bauen lassen, mit der man sie alle virtuell besichtigen kann. Android würde ich erstmal weglassen, mit der Begründung, dass Gott das noch nicht “approved” hat und dahinter einen Link zum passenden Kickstarter-Projekt für die Android- und Windows-Portierung packen, das innerhalb von zwei Minuten zwanzigfach finanziert wäre, wozu ich natürlich schon eine entsprechende Pressemitteilung vorformuliert in der Schublade liegen hätte.

WORD! Sollte man auf JEDEN FALL tun. (Meinetwegen auch gleich für Android, da bin ich postkonziliar und denke, daß man Nostra Aetate in die richtung interpretieren kann)Ein wenig in die Richtung geht vielleicht das Projekt hier

Wäre ich die katholische Kirche, ich würde sofort mehrere Kampagnen starten, in denen ich den Leuten klar machen würde, dass in der Vergangenheit zwar einiges schief gelaufen ist, aber dass meine Kernbotschaft von Nächstenliebe und sich nicht wie ein Scheißasi benehmen eigentlich ziemlich zeitlos gut ist, egal, ob man an den alten Mann in Himmel glaubt oder nicht.

Letztlich gabs hier ja einiges. Nicht nur das große Mea Culpa im Jahre 2000, auch schon vorher wurde viel von Naturrecht -freilich aus christlicher Warte - gesprochen, zuletzt hat der Heilige Vater hier in Deutschland bei der Bundestagsrede darüber gesprochen.
Punkt ist hier, daß man als Katholik die Botschaft nicht auf ein "seid nett zueinander" reduzieren kann. Ein Katholik, ja, sicherlich genauso wie ein Hindu, Moslem oder Neuheide, meint nicht nur, daß es Gott gibt. Ganz brutal, arrogant und unökumenisch gesprochen sind wir der Überzeugung, daß unser Glaube die Wahrheit ist. Daß die Erkenntnis Gottes dem seid nett zueinander vorangeht. Deshalb ist das erste Gebot "Du sollst Deinen Gott lieben", und das zweite in diesem Doppelgebot "Liebe deinen Nächsten".

Wäre ich die katholische Kirche, ich würde den Gottesdienst interaktiver und mit viel mehr Humor gestalten und würde jeden neu eingestellten Prediger dazu verpflichten, neben dem üblichen Beichtkram für die älteren Gläubigen einfach permanent für die Leute übers Netz erreichbar zu sein und bei Problemen aller Art zu helfen oder einfach nur zuzuhören.

Dazu ist zu sagen, daß nicht nur ich (kein älterer Gläubiger), sondern viele andere (man kann sich hier in der nationalen und internationalen Bloggerszene umgucken) eben nicht wegen Interaktivität zur Messe gehen. Wir gehen auch nicht wegen Humor hin, wegen irgendwelchen Neuerungen. Messe ist kein Happening. Messe ist ein Kunstwerk, ein Schauspiel (wenn man mal das wichtigste, das Meßopfer und die reale Begegnung mit dem Herrn beiseite läßt). Wenn nun bei Dirigenten anfangen würden, dem Publikum Trillerpfeifen, Maracas und Glockenspiele in die Hand zu drücken, damit sie bei Beethovens Neunter doch mitmachen, würde das ziemlich peinlich sein und am äußeren Sinn dieser Messe total vorbeigehen.
Es hat einen Grund, warum die außerordentliche Form des römischen Ritus sich einer gewissen Beliebtheit erfreut, obwohl dort noch weniger mit Interaktivität ist als in der ordentlichen Form: Ich besuche die Messe nicht, um neues zu erleben, ich besuche die Messe, um mich in einem Fluß treiben zu lassen. "Der Herr sei mit Euch" "und mit Deinem Geiste..." - die Antworten, auch wenn bewußt gesprochen, erfolgen schon fast automatisch. Man ist teil dieses Schauspiels. Wenn ein Priester (was leider in der ordentlichen Form vorkommen kann) irgendwelchen neuen Kram einbaut oder gar zur "Interaktivität" aufruft, dann bin ich genervt. Ja, eine formlose, "spannende", "humorvolle" und "interaktive" Messe ist langweiliger, als sich diesem Schauspiel (daß, wenn man sich mit den Bedeutungen der jeweiligen Parts auseinandersetzt, apokalyptische Maße hat) hinzugeben. Interaktivität und Humor passen nicht in die Messe, die passen eher ins Wirtshaus. Und dort verlangt auch niemand umgekehrt etwas mehr liturgisches Empfinden nach dem sechsten Bier. Würde auch nicht passen.

Es ist zwar nicht so, daß jeder eingestellte Priester auf Nutzung des Internets verpflichtet wird, aber es gab vom Heiligen Vater durchaus schon Verlautbarungen zum Thema Nutzung des Internets, in den USA gab es schon die katholischen Social Media-Konferenzen, in Deutschland gibt es mit Sende-Zeit eine stark internet-orientierte Medienpastoral im EB Freiburg und es gibt mit Alipius oder Pfarrer Jolie (nur zwei Beispiele) durchaus internetaffine Priester. Diese sind sicherlich mit Problemen übers Netz erreichbar. Aber generell stimme ich zu, da kann sich durchaus noch mehr tun. Father Robert Barron aus Amiland ist auch der Meinung und hat deshalb mit Word on Fire durchaus was geschaffen.

So, das waren meine Kommentare. Was mich freute war, wie schon gesagt, der größtenteils freundliche Ton. Man merkte an einigen Punkten, daß der Schreiber kein Katholik ist und dementsprechend die Rolle der Messe mißversteht, aber das ist in Ordnung. Andere Vorschläge wiederum waren sehr, sehr gut.

Was vielleicht ein generelles Mißverständnis des Schreibers war, war der Ansatz "Wäre ich die katholische Kirche....". Auch wenn es Menschen außerhalb der katholischen Kirche so vorkommen mag, sind wir kein uniformer Block, der willenlos (oder nicht "selberdenkend") das Wort unseres Papstes umsetzt. Es ist auch nicht so,daß der Papst bei allen Dingen seinen Senf dazugibt. Das hat Vorteile (wir sind eben ein freundlicher, bunter Haufen), aber sicherlich auch den Nachteil, daß Dinge, die zum Teil schon da sind, ein Nerd-Nischendasein im Internet fristen (so vielleicht die Blogozese, ich weiß es nicht). Aber ich denke, daß hier man generell einen Aufruf an alle Menschen mit Internetanschluß nowadays richten kann: Nutzt Suchmaschinen Eurer Wahl, klickt Euch durchs Internet, beschäftigt Euch mit Social Media! Dann werdet ihr sehen, was es alles für Subkulturen gibt, was sich in der Kirche tut, was es da auch für sicherlich manchmal verschwurbelte, krude Typen gibt, aber - wie groß die Welt ist. Wir haben über das Internet viele Möglichkeiten und ich stimme dem Schreiber des Kommentars zu, daß die Kirche da noch mehr tun kann und möchte das nur dahingehend erweitern, daß manche dieser Möglichkeiten schon da sind. Man muß sie nur im Internet finden.

Noch einmal vielen Dank an den Schreiber!

Dienstag, Juli 24, 2012

Los Wochos - "Ferien"lektüre

Pulchra et Luna fragt, was wir so in der aktuellen Sommerferienzeit lesen.

Das ganze ist mit Regeln versehen:

1. Bei mindestens einem Buch sollte der OCC (obligatory catholic content) gegeben sein.

2. Die bibliographischen Angaben müssen soweit stimmen, daß man das Buch danach finden kann (denn darum, den Austausch geht es ja eigentlich…)

3. Jeder Teilnehmer verpflichtet sich, einmal den Ps. 16 (15…) zu beten, mit dem wunderbaren Vers 7: „Ich preise den HErrn, der mir Einsicht verliehen und mich beraten hat * ja mehr noch, bis in die Nacht mahnt mich mein Inneres“

Da gerade das Damoklesschwert der Berufssuche über mir schwebt, ist bei mir nicht viel mit Ferien, aber Lektüre gibts natürlich trotzdem:

1.) Hilaire Belloc - the servile state
Eines der wegweisenden Bücher in Sachen Distributismus. Letztlich eine Abhandlung, wie es zum britischen Kapitalismus kommen konnte und damit zu einem Staat, in dem die Produktionsgüter in den Händen von wenigen sind und die Masse der Menschen quasi als Lohnsklaven für diese minorität arbeiten. Kapitalismuskritik auf katholisch, inspired by Rerum Novarum

2.) Chesterton - der Mann, der zu viel wußte
Wieder was von einem der Urväter des Distributismus! I see a pattern! ;)
Eine Reihe von Kriminalgeschichten um Horne Fisher und Harold March.

3.) Manfred Müller - St. Michael, "der Deutschen Schutzpatron"?
ein Buch über Michaelsverehrung gestern und heute. Wollte ich schon lang mal lesen.

4.) WERDEN WA MAL PROFAN: Zork I (ok, ich weiß noch nicht ob Zork oder Adventure...). Nun könnte jemand aufstehen und sagen "DAS IST DOCH ABER EIN SPIEL!" - Richtig, aber es ist ein Textadventure. Also werde ich viel lesen. Und außerdem redet man auch von "interactive ficition" in diesem Zusammenhang.

5.) Perry Rhodan - 2457 onwards. Ich muß unbedingt mal endlich herausfinden, wie die Negasphäre in Hangay besiegt wird.

Dienstag, Juli 10, 2012

Gebärt doch, ihr Bratzen!

Vor kurzem gab es einen gar vorzüglichen Artikel einer Frau Berg, an dessen Titel sich der Artikel dieses Posts nicht nur ganz locker orientiert. Verlinken tu ich darauf nicht, da der geneigte Leser entweder googeln (*ähm*, oder auch nicht ;)) oder einfach mal in der Nachbarschaft herumgucken kann.

Nun schien Frau Bergs gerechter Zorn an Kindern, die Schilder mit der Aufschrift "Danke, daß ich leben darf" (oder so) sich zu entzünden. Die Kinder liefen an der Hand ihrer Mutter, der Vater warf einen etwas strengen Blick zurück.

Nun. Dit is ja schrecklich. Da werden ja Kinder voll indoktriniert. Kinder sollen doch selber später entscheiden können! Und so weiter und so fort. Man kennt ja den üblichen Sermon.

Ich frage mich dabei, wie das ganze bei Anti-Atom-Demos, bei "Mit uns gegen rechts"-Veranstaltungen, bei "Keine Nachtflüge über Buxdehude", Friedensdemos, Freie Heide etc pp ist. Ich hab damals mit drei, vier Jahren von einem freundlichen Hippie ein Hanuta (ähnliches Noname-Gebäck, wenn ich mich recht erinnere. Kinder können Süßigkeiten-Markenwaren instinktiv erkennen. Auch so ein Beispiel für Indoktrination!). Das ganze war an einem angenehmen Abend, meine Mutter und einige ihrer AL-Mitstreiter besetzten ein Stück Wald (for whatever Reason, ich glaube, es war die Jagd eines Politikers).

Ist das jetzt schlimm? Nö! Erstens ist trotz frühkindlicher Infiltrierung seitens einer Vor-Organisation der Grünen kein Öko aus mir geworden (denn es gibt immer noch etwas called "Freier Willen"), zweitens ist es ganz normal, Korrektur, löblich, wenn Eltern ihren Kindern Werte mit auf den Weg geben, die sie für wichtig erachten. Ich bin kein Atomkraftgegner, würde mich aber über Anti-AKW-Eltern wundern, die ihren Kindern da eine "freie Meinung" lassen. Noch verstörter wäre ich über Antifa-Eltern, die mir erklären würden, daß sie ihr Kind in ein NPD-Camp schickten, "damit es eine breitere Perspektive erfährt". Es soll sich ja später (wann und wie eigentlich genau?) dann entscheiden, ob es Ausländer oder Verbindungsstudenten verkloppt. Schließlich finde ich es wunderschön, wenn man Kinder zu Demos der jeweiligen Couleur mitnimmt, macht man ihnen doch klar, daß man für etwas (in allen genannten Fällen UND auch im Fall von Lebensschutz) für eine bessere Welt kämpft.

Aber trotzdem, darüber wird herumgegeifert. Man könne doch nicht die Kinder mit Glauben/"Chauvinismus"/Lebensschutz indoktrinieren! Das würde doch nicht gehen! Jungs und Mädels: Es sind nicht eure Kinder. Natürlich geht das. Deshalb folgende Idee: Wenn ihr das nächste Mal über eine Abtreibung nachdenkt, merkt, daß die Pillenpackung leer wird oder man für ne schnelle Nummer grad kein Kondom zur Hand hatte - dann bringt doch einfach das Kind zur Welt (auch wenn es schon das Zweite ist). "Indoktriniert" (d.h. erzieht) das Kind, bringt diesem Kind eure Ideale bei, auf das es mit Euch und mit Gleichgesinnten an einer Eurer Meinung nach besseren Welt arbeitet.

In diesem Sinne, ganz einladend zu verstehen:

Gebärt doch, ihr Bratzen!

Samstag, Juli 07, 2012

Die Robusta wird verliehen!

Wie schon die letzten Jahre wird dieses Jahr der Schwester-Robusta-Preis verliehen. Also, auf auf, zum Pater Robustus!

Vor einigen Jahren wurde ich im Bereich Trägheit nicht nur nominiert, sondern auch mit einem ZWEITEN PLATZ beschenkt. Leider habe ich in den letzten Monaten für meine Verhältnisse recht viel geschrieben, weshalb ich diesem Preis nicht mehr gerecht werde.... schnüff. Aber sicherlich gibt es einige andere Blogs, die sich hier anbieten. In der Combox zu verlinkten Artikel sind einige Nominerungen von anderen Bloggern und yours truly zu finden.

Freitag, Juli 06, 2012

Lebenszeichen

Hallöchen, ich dachte, ich melde mich mal wieder (was daran liegt, daß ich an einer anderen Baustelle grad eine kleine Schreibblockade hab, argh). Ich lebe noch und es wird hier natürlich weitergehen.

An sich hat sich in der Politik genügend getan, was Kommentar verdient (ESM, Betreuungsgelddebatte, Beschneidungsurteil) aber ich muß ehrlich sein: Die ganze Situation lastet auf mir wie ein Alpdruck. Man möchte gar nicht so viel essen, wie man kotzen will. Ich merke, daß ich, je mehr ich mich mit sowas beschäftige, desto mehr an Hoffnung verliere - und Hoffnungslosigkeit ist keine christliche Haltung!

Was also tun? Nun, einerseits lenke ich mich ab, weshalb ich auf Nebenblogs eher heiteres behandle. Zum zweiten hoffe ich, daß ich endlich mein geplantes Projekt, die Philothea mal in Form von Kommentaren etwas durchzuarbeiten, in die Tat umsetze. Ich denke, das würde meinem Glauben in diesen stürmischen Zeiten sehr gut tun und hilft einem, die Basis für alles berechtigte Gemecker über die Politik etc. sinnvoll aufzubauen: Unseren christlichen Glauben.

Ich sag das nicht quasi als Akt letzter Verzweiflung: Letztes Jahr ging es mir ähnlich, vllt noch schlimmer, was das angekotztsein gewisser Entwicklungen betrifft. Irgendwann ist mir mal klargeworden, daß Christus nicht am Ende siegen wird, sondern schon gesiegt hat. Alles, was wir jetzt mitbekommen, sind letztlich Rückzugsgefechte des Teufels, der schon verloren hat. In der Hinsicht können wir in eine glückliche Ewigkeit blicken. Und diese Basis möchte ich gerne vertiefen und den Leser daran teilhaben lassen.

Heißt das, daß es kein Gemecker, kein Rumgealber etc. mehr geben wird? Nö, keine Angst. Ich möchte bloß nicht nur noch rummeckern.