... und erstmal habe ich einen inneren Gang nach Canossa (bzw. vor die Tore vom Kompendium und die vom Hardcore-Katholiken) zu absolvieren, da, Schande über mein Haupt, nichts aus einem Treffen wurde. Wirklich schade, ich hätte gern mal einige weitere Gesichter hinter dem Bloggertum gesehen. Damit drängt sich die Notwendigkeit eines Bloggertreffens förmlich auf, sollten wir mal drüber nachdenken (an der Stelle: Nach mir geht es NUR am We!)...
Kommen wir aber zum Konreß "Freude am Glauben". Der Kongreß wirkte, wie auch schon die Jahre zuvor, wie eine Frischzellenkur für meinen Glauben. Vielleicht liegt es daran, daß man hier in Bln eigentlich nur vom Heidentum umgeben ist (hähä), daß eigentlich alle meine Freunde gute Menschen, aber leider nicht gläubig sind, oder daß ich einfach ein lauet Stück bin. was auch immer der Grund ist, Freude am Glauben wirkt, ich bin wieder etwas engagierter beim praktischen Glauben und bitte um Euer Gebet für mich, auf daß es so bleibe. Wie auch sonst hab ich mal wieder viel Infomaterial, kleine Broschüren, Bücher, CD's Kassetten mitgenommen, was auch immer wieder eine feine Sache ist.
Leider habe von den Vorträgen und spez von den Messen/Eucharistischen Anbetungen weitaus weniger mitnehmen können als in den Vorjahren, was aber auch daran lag, daß ich ua. mit meinem Bruder und seiner Freundin da war, wobei letztere nicht katholisch ist. Da hieß es eine gewisse Balance wahren, was derbe anstrengend und wirklich nicht weiterzuempfehlen ist. Trotzdem habe ich auch die "weltlich" verbrachte Zeit mit den beiden genossen und danke ihnen dafür.
Am Freitag war für mich das "main-Event" der Vortrag von Jörg Splett, der mich mal wieder vollkommen ge(s)plättet hat (Kalauer galore!!). Es ging um Mann und Frau aus philosophischer Sicht; sehr schön anzuhören.
Außerdem das Beichtgespräch, was sehr aufbauend und auch unterhaltsam war.
Am Samstag waren für mich die beiden Highlights das Podiumsgespräch über verfolgte Christen und der Vortrag von Bockamp.
Zusammenfassungen von alledem folgen; werde mir dazu die Vorträge aber nochmal anhören.
Sonntags kamen wir leider recht spät und ich merkte zu allem Überfluß noch direkt vor dem Kongreßzentrum, daß ich mein Portemonaie nicht bei mir hatte, weshalb ich das nochmal suchen durfte. So bekam ich am Sonntag von den letzten Vorträgen so gut wie gar nichts mehr mit, sondern nur die von Arinze gefeierte Messe. Die war an sich sehr schön, der Akzent vom Kardinal war sehr amüsant, aber ich muß sagen, daß ich in der Predigt (es ging um die Eucharistie) nichts besonders neues gehört habe. Der Chor war an sich wunderschön, jedoch war das Agnus Dei für meinen Geschmack viel zu lange und der Orgelspieler muß auf LSD gewesen sein; anders kann ich mir sein Geklimper nicht erklären. Leider kam für mich da noch persönlich dazu, daß zwei Dinge mich immer wieder aus der Andacht rissen:
1.) mein Sitznachbar, der, nachdem er sich hinsetzte, der Welt über den Sinn von Kneippkuren und den Unsinn von Doktoren erzählen mußte
2.) mein Firmkind, daß zwar nicht physisch anwesend war, aber in meinem Kopf herumrumorte, da es, so scheint es, zur Orthodoxie wechseln will. Bei allem sinnvollen Dialog mit der Ostkirche nenne ich das Apostasie.
Trotzdem, der Kongreß war mal wieder schön. Schade, daß ich so wenig neue Leute kennenlernte, daß ich die Mitblogger nicht traf... aber hoffentlich ein anderes Mal!!
29 Kommentare:
das ist doch ganz interessant, aus dem fernen Ausland ein wenig ueber den Kongress Freude am Glauben zu erfahren.
Freu mich schon auf weitere Berichte.
Und, ohne pedatisch sein zu wollen, Apostasie ist, wenn man sich vom Christentum abwendet (z.B. Buddhismus, Islam, oder so);)
Ok, hast recht, dann will er ein Schismatiker werden :) Find ich aber trotzdem nicht gut.
ich verstehe ja gut, dass einem die orthodoxie anziehen kann, aber deswegen die universale katholische Kirche zu verlassen.
christiano von xt3 schreibt in seinem neuesten blog eintrag ueber Katholiken und Orthodoxe. sehr empfehlenswert...
http://web.mac.com/christopher.kay/iWeb/Home/Blog/Blog.html
Es sollte btw. Endlich mal ein Buch von kath. Seite herauskommen, in dem steht, was an der Orthodoxen Kirche fehlt. Wenn man immer wieder den liturgischen Reichtum der östlichen Kirche betont, fragt man sich langsam, warum wir nicht alle orthodox werden (sozusagen). Ich mein, der Westen muß doch dem Osten irgendwas zu geben haben! Was?
Petrus!!!
das sollte ja wohl genuegen.
Ausserdem einfach die Tatsache, was auch chris in seinem Blog gesagt hat, dass wir uns nicht ueber geographische Gebiete definieren...
Klar, aber was ist an unserem Ritus besser? Ich zweifel nicht daran, aber wie kann ich jemandem, der zweifelt, den Reichtum unseres Ritus, unserer Theologie und unserer Spiritualität nahebringen?
und ich glaub da wirds jetzt ein wenig problematisch. Denn vom Ritus her kann man da nicht argumentieren. Es gibt einfach verschiedene Riten (als Ritus gibt es das Orthodoxe ja in der Katholischen Kirche auch) und da entsceidet normalerweise nicht die Praeferenz, sondern wo du lebst. Sprich bei uns der Lateinische Ritus.(Wobei ich zuegegbenerweise hin und wieder kontempliere in den Libanon auszuwandern, um mich des maronitischen Ritus erfreuen zu koennen)
Uns trennt nun mal von der Orthodoxen Kirche gerade an Liturgie, Sakramenten und Spiritualitaet nicht viel, aber die Ekkleiologie ist eben verschieden. Und da muss ich eben Prioritaeten setzen. Wenn ich weiss, dss die Katholische Kirche, die wahre Kirche ist, weil sie durch Christus auf Petrus gebaut wurde, dann kann mich die Praeferenz einer Liturgieform nicht wirklich dazu bewegen, DIE Kirche zu verlassen.
Ihn schon. Weil die Orthodoxe Liturgie andächtiger, würdevoller, schöner, authentischer ... sei.
Leider Gottes kann man das ihm kaum übelnehmen, weil (jetzt nichts gegen Dich), der Westen groß darin ist, den Osten zu loben, aber klein darin, darzustellen, was am lateinischen ritus das positive ist.
Von wirklich gut meinenden kath. Autoren lese ich, wenn es um die Messe geht, immer wieder "bei den Orthodoxen ist die Andacht so wunderbar", "im Osten wird das Geheimnis Christi so würdevoll gefeiert" etc. Wenn dem so ist, und es wirklich "besser" als unsere Liturgie ist (und den Eindruck bekommt man teilweise beim Lesen von Büchern über Liturgie), dann frage ich mich doch, warum die kath. Kirche bei dem lateinischen Ritus bleibt.
mhm. Natuerlich ist unser Ritus toll, und deren ist auch toll. Ich glaub ein Grund warum viele (mich eingeschlossen) den oestlichen Ritus so schoen finden, ist weil er anders ist. Fremd, geheimnisvoller. Das ist ein natuerlich psychologischer Prozess. Aber deswegen muessen wir unseren Wurzeln treu bleiben. ich glaub wenn ich ein paar Monate Orthodoxe Kirche machen wuerde, wuerd ich mich am Ende wieder sehr nach Hause sehnen. Unsere Kultur ist durch unseren Ritus gepraegt, und unser Ritus durch unsere Kultur. Wir sind nun einfach mal Westler, Lateiner, so oder so. Und das einfache, das manchmal nuechterne und doch auf seine ganz eigene Weise so feierliche an unserem Ritus ist genauso besonders.
Gib ihm mal das erste Hochgebet, ich find das sowas von Klasse. Vielleicht hat er sich einfach noch nicht genuegend mit unserem Ritus befasst. Und wenn deren Ritus andaechtiger ist dann liegt das an den Leuten und nicht am Ritus. Der Westen ist eben einfach schon saekularisierter als der Osten (mal so pauschal...).Meinetwegen schick ihn zu ner tridentinischen Messe (gibts sowas in Berlin?), das gefaellt solchen Leuten manchmal, und du kannst ihn somit bei uns behalten.
Was dein Freund braucht ist Nachhilfe in Ekklesiologie. Versuch ihm klar zu machen, dass es in erster Linie um die Kirche geht. Der Papst ist nunmal der Stellvertreter Christi auf Erden, und es ist unsere Kirche in ganzer Fuelle, die Christus gegruendet, gewollt und mit dem Hl Geist ausgestattet hat. Sicher koennen die Orthodoxen in teil-Union mit DER Kirche sein, aber im Ernst wenn wir die Erkenntnis haben, dann muessen wir die ganze Fuelle waehlen. Rom! Aus Ende Amen!
boese wie ich bin spamme ich dir jetzt deinen blog zu.
aber ich finde das so gut ausgedrueckt und passend, dass ich es nicht eigens formulieren haette koennen.
hier der letzte Abschnitt aus dem vorhin genannten Blog
>>This theological reality was brought out beautifully by Benedict XVI during his Wednesday audience. He says quite simply “the Church of Rome and the Church of Constantinople regard themselves as sister Churches”. Let’s be quite clear: he does not say “the Catholic Church is a sister church of the Orthodox churches”, and this is where the problem for the Orthodox lies. The Catholic Church is not merely a geographically defined reality, consisting of the sum of geographically defined local churches. She is, rather, the very Church, one, holy, catholic, apostolic, constituted by Christ himself on the foundation of the Petrine ministry.
Without communion with Peter there is no fullness of catholicity, there is no complete Catholic Church. So, when Benedict removed the title “Patriarch of the West” what was he saying to the Orthodox? That as Bishop of Rome he is the brother of every other Bishop; but also that, as the successor of Peter he is the rock of unity for the whole Catholic Church, and as such has a particular ministry to strengthen his brethren, to preserve and bind them in orthodoxy. This is the heart of the Petrine ministry, that the Holy Father may “be a gentle and firm pastor of [Christ’s] Church”. As Benedict said at his election, “In choosing me as Bishop of Rome, the Lord wanted me to be his Vicar, he wanted me to be the "rock" on which we can all safely stand.”<<
Wär das eine Lösung?
Berlin
Ukrainische Personalpfarrei St. Nikolaus
Gottesdienste: Jeden Sonntag und an Feiertagen nach dem Julianischen Kalender
um 10.00 Uhr
Ort: Römisch-katholische Kirche St. Johannes Evangelist
Waldstr. 11
12487 Berlin (Johanneskirchen)
Samstagsschule: Jeden Samstag 12.00-14.00 im Pfarrheim
Zuständiger Seelsorger für Berlin und Frankfurt an der Oder:
Pfarrer Sergiy Dankiv
Waldstr. 11
12487 Berlin
Tel.: 030/283 76 911
Mobil: 0176/24 64 59 43
E-Mail: ukr-pfarrei-berlin@ukrainische-exarchie.de
Ja, es gibt in Berlin.
Ich weiß übrigens auch nicht, warum er nicht einfach zum unierten Ritus wechselt.
Was die Vorzüge der Westkirche angeht, so sei Jeff aus meinen Kommentaren zitiert (er meint wohl nicht "Eastern Catholic" sondern "Orthodoxy"):
At times, I've thought it might be nice to be an Eastern Catholic. Lovely chants, beautiful icons, traditions more nearly untouched...
But then I think of things like Benediction and Monstrances.
And Corpus Christi.
And tabernacles.
And daily Mass.
And stained glass windows.
And frequent auricular confession.
And St. Thomas Aquinas.
And mendicant orders.
And Latin.
And Pope Benedict!
And I think: "No, I like being a Roman Catholic."
Hinzuzusetzen wäre noch:
- Unbefleckte Empfängnis
- Aufnahme Mariens in den Himmel
- Transsubstantiation
- Fegefeuer (Begründung für das Gebet für die Toten!!!)
- Absolute Unauflöslichkeit der Ehe (in der Orth. kann die Kirche unter best. Umständen die Ehe wieder auflösen)
- Beichtstühle
- Häufige Kommunion
- Rosenkranz
- zölibatäre Pfarrer
- Kniebänke (und Sitzen in der Messe!)
- kein Kommen und Gehen währen der Messe
- Eigene Erstkommunions- und Firmungsfeiern (passiert im Osten schon bei der Taufe)
- Nationen- und länderübergreifende Identität (die orth. Kirchen sind ja doch sehr national organisiert)
und, und, und...
Danke @petra und @anonym! Bei meinem Firmkind ist bloß das kleine Problem, daß er in Mainz wohnt.
Das fasst es wohl ganz gut zusammen (auch wenn ich persoenlich eine Wiedervereinigung der Initiationssakramente sehen wuerde).
Die Katholische kirche ist einfach die schoenste (und die Wahre).
Sicher koennen wir von den Orthodoxen viel lernen und ich waere sehr gluecklich wenn wir auf nem Weg der Einigung vorangehen wuerden, aber...eh klar, Rom bleibt nunmal der primat
Leider einzige mir zugängliche Möglichkeit:
Frankfurt
Ukrainische Pfarrei St. Klemens von Uniw
Gottesdienste: Jeden Sonntag um 11.00 Uhr
An Feiertagen nach dem Julianischen Kalender um 18.00 Uhr
Ort: Römisch-katholische Kirche St. Raphael
Ludwig-Landmann-Str. 365
60487 Frankfurt am Main
Anfahrt: mit öffentlichen Verkehrsmitteln: U 6 Richtung Heerstraße, Haltestelle
Fischstein
mit dem Auto: Richtung Rödelheim
Zuständiger Seelsorger für die Diözesen Limburg, Mainz und Fulda:
Pfr. Roman Lirka
Kelkheimer Str. 24
65779 Kelkheim
Tel.: 06195/675 997
Fax: 06195/675 997
E-Mail: UkrainerFfm@gmx.net
Mängel der Orthodoxie? Ja, die fehlende Einheit mit Rom und die Duldung der Ehescheidung laß ich gelten. Auch die Wandlungsstille fehlt mir; und der Kommunionritus entspricht nicht meinem hygienischen Ideal. Ansonsten finde ich den orthodoxen Ritus anders, aber nicht schlechter.
Aber wenn ich mir die Sache näher ansehe: wieviel katholische Kirchen befinden sich in einem praktischen Schisma? Zum Beispiel: seit Redemptionis Sacramentum ist es klar, daß Laien nur in wirklichen Notfällen die Kommunion austeilen dürfen, und wenn man in der Summa Theologiae nachschlägt, war es eigentlich schon immer klar. Aber ich finde weit und breit keine Sonntagsmesse ohne Kommunionhelfer. Verheiratung Geschiedener mit anderem Partner wird nicht nur oft akzeptiert, sondern ich weiß von Fällen, wo ein Priester dann eine Trauungszeremonie vorgespielt hat: «Wird schon keiner merken». Da sind mir die Orthodoxen trotz ihres «Schismas» lieber. (Schisma? siehe unter www.oki-regensburg.de)
Der Unterschied zwischen Lateinern und Orthodoxen ist vor allem der, daß Glaube und Liturgie in der Orthodoxie selbstverständlich wichtig sind, in unseren Kirchen dagegen die Liturgie als Spielwiese genutzt wird, und ob der gemeinsame Glaube gilt, hängt von der jeweiligen Pfarrei ab.
Ich richte mich nach jener Bauernfrau: «Ji könnt maken, wat ji willt, ick blief kathoolsk». Aber ich verstehe, wenn jemand dazu nicht die Nerven hat.
Übrigens, wenn Messen im alten Ritus gewünscht sind: die sind zu finden unter www.pro-missa-tridentina.org
Neee, sowas lasse ich alles nicht gelten. Sowohl bei den alten Messen als auch bei den Orthodoxen Messen bekommen wir heute bzw. hierzulande nur das Hardlinertum mit. Warum? WEIL DIESE RITEN HIER NICHT (mehr) DER STANDARD SIND. Exoten haben es immer leichter.
Klar, in der Orthodoxie gibt es weniger Liturgiemißbrauch, stimmt! Dafür ist es (wie ich btw. schon aus Orthodoxen Kreisen hörte) den Laien einfach zu egal, was vorne passiert! Falls es langweilig wird, geht man halt mal raus, raucht eine (hat ja der Bach auch gemacht), um dann später wieder reinzugehen, wenn es wat zu essen gibt.
Nee, tut mir leid, da können se noch so viel Weihrauch abbrennen wie se wollen, und sich noch so stark an die "gute alte" Liturgie halten. Dann haben sie NICHTS erreicht.
Und was die Probleme in unserer Kirche angeht: Dilettantus, was unternehmen wir denn, wenn wir Kommunionhelfer sehen? Denken wir uns einfach nur "das ist falsch" und fühlen uns besser, oder handeln wir? Schreiben wir an den Priester einen Brief, wenn sich liturgische Mißbräuche häufen oder freuen wir uns nur, daß wir besser sind und gehen zur alten Messe (die btw. für mein Firmkind nicht in Betracht gezogen wird, da er sie erstens schlecht und zweitens in vielerlei Hinsicht einen liturgischen Rückschritt, der durch die Liturgiereform korrigiert wurde, findet)? Wenn letzteres, dann sind wir ja wirklich tausendmal besser als die!
ja, in meiner Gemeinde werden auch Kommunionhelfer genommen, doch ich vermute, weil sie gebraucht werden! Wir haben nur einen Priester für zwei Gemeinden, und am Sonntag will man schon irgendwann zuhause sein!
In der Hinsicht kann ich weder der Bäuerin noch meinem Firmkind (und damit, auch wenn du ein sympatischer Mensch bist, auch Dir nicht) zustimmen: Wenn der vollkommen bescheuerte Spruch "Wir sind Kirche" eine Bewandnis hat, dann hier. WIR können, nein, MÜSSEN innerhalb der Kirche für die Wahrheit einstehen - das ist auch eine Art Bekennertum. Für die Wahrheit ohne Kompromisse. Dafür, daß die katholische Kirche die von Gott gewollte Kirche ist, VOR und NACH V2. Deshalb finde ich es feige, wenn man sich in Scheinwelten von alten Riten und östlichen Riten rettet "wo die Welt noch in Ordnung ist", und das einfache katholische Fußvolk sich selbst überläßt. Nein, es ist nicht nur feige, sondern WIR machen uns dann am Sakrileg eines Liturgiemißbrauches mitschuldig, wenn wir dann einfach in eine Gemeinde, "die richtich toll ist" (weil sie von den Pius X Brüdern geführt wird oder so) , abhauen - WEIL WIR NICHTS GETAN HABEN, UM SCHLIMMERES ZU VERHINDERN.
WENN wir schon angeblich weitaus mehr Durchblick als der Priester haben, dann müssen wir das zeigen.
Verzeihung für die harschen Worte, aber mich regt so ein Eskapismus einfach auf.
@peregrinus: Sorry wegen der harschen Worte. Das ist nicht gegen Dich persönlich gemeint; es geht mir da eher um Beweggründe, die ich so ähnlich von anderen Menschen als Dir gehört habe. Du sprichst sie zwar auch an (und ich bin da anderer Meinung), aber ich denke, Du bist katholischer als die Leute, von denen ich das gehört habe.
Sicher ist jeder überzeugt, dass die Kirche, der er angehört, die einzig wahre ist (und andere Kirchen bzw. kirchliche Gemeinschaft entsprechend defizitär), aber was macht denn Kirche aus? Für mich sind das alle Menschen, die Jesus Christus nachfolgen oder nachgefolgt sind. Namens- oder Taufscheinchristen gehören m. E. (noch) nicht dazu.
@Matthias:
Da schlägt noch Dein evangelikales "Vorleben" durch... natürlich gehört jeder Getaufte zur Kirche.
Das (Liturgie- und Häresie-)Problem ist übrigens weniger eins mit den Taufscheinchristen, da die eh nicht in der Kirche auftauchen, sondern mit den sog. "engagierten Christen", die im guten Fall wirklich das sind, im schlechten Fall allerdings Leute, die die ganze Kirche auf ein "wir halten uns die Hände und grinsen und der Papst bzw. das Lehramt kann uns am Buckel runterrutschen"-Niveau herunterziehen wollen. Und das ist übrigens das, vor dem die ganzen Flüchtlinge zur Orthodoxie und SSPX fliehen.
Und damit, wie fono es sagte, nur von der anderen Seite vom Pferd fallen.
Wo kämen wir mit einer solch verzweifelten Haltung in der Mission weiter? "Ach, in Dt. wird Homoehe, Euthanasie, Abtreibung großgeschrieben, unser Glaube mit Füßen getreten, ich fliehe mal in ein Land, in dem es wenigstens etwas mehr in Ordnung ist", "Schnüff, Berlin ist ein Babylon! Ich geh in ein dorf nach Niederbayern"... Das nenne ich fliehen!
Lots Familie war die EINZIGE rechtschaffende in Sodom! Und er ist erst auf den Ruf Gottes aus Sodom gezogen! Wobei dieser Vergleich in einer Hinsicht hinkt: Gott würde niemanden aus der Kirche rufen.
Ja, vielleicht leben wir in Zeiten, in denen Mission und Bekennertum in der eigenen Gemeinde anfangen müssen. Aber ist es das nicht wert? Ist es uns nicht der Herr wert, aufzuklären, wenn ein Liturgiemißbrauch vorliegt? Sind es uns nicht die Menschen wert, sie über die befreiende Wahrheit der Realpräsenz aufzuklären?
@petra: habe meines Wissens kein evangelikales Vorleben - im übrigen teile ich mein Leben eher in "vor der Bekehrung" und "nach der Bekehrung" ein. Viele gute Einflüsse, die ich hatte, von Charismatikern (auch katholischen!), Taize, action 365, Navigatoren, um nur mal ein paar Gruppen zu nennen. Einflüsse von Freunden und Bekannten, die mir wertvolle Gesprächspartner waren und sind, natürlich auch.
Es ist natürlich richtig, dass man (auch nach evangelischem Verständnis übrigens) immer in eine Kirche hineingetauft wird, aber ich glaube an die Kirche, welche nach unserem gemeinsamen Glaubensbekenntnis die Gemeinschaft der Heiligen (der durch Gott Geheiligten, die, so möchte ich hinzufügen, sich dessen auch bewußt waren bzw. sind und danach zu leben trachten). Kirche ist nach dieser Lesart kein Abstraktum, sondern immer bezogen auf Menschen.
Die Formulierung
wir halten uns die Hände und grinsen und der Papst bzw. das Lehramt kann uns am Buckel runterrutschen
halte ich für unangemessen, in jedem Fall aber simplifizierend und irgendwie auch despektierlich.
Wenn man zur römisch-katholischen Kirche gehört bzw. gehören will, dann muss man sich auch mit dem Lehramt und mit dem Papst auseinandersetzen. Was einen jedoch nicht davon abhalten muss und sollte, kritisch zu bleiben.
Und wer sich in irgendwelche Kleingruppen flüchtet (ob katholisch, evangelisch oder sonst irgend etwas) mit dem Argument, dort werde das einzig wahre Christentum gelebt und / oder zelebriert, der ist in meinen Augen leider Sektierer. Auch wenn man formal innerhalb der Kirche bleibt.
Ich halte die Formulierung "wir halten uns die Hände und grinsen und der Papst bzw. das Lehramt kann uns am Buckel runterrutschen" für sehr witzig.
Einen gewissen Eskapismus kann ich im übrigen sogar nachvollziehen. Es soll ja Pfarrer geben, die orthodoxe Gemeindeglieder offen mobben und von der Pfarrarbeit fernhalten. Oder regelmäßig liturgiefreie Gottesdienste feiern. Daß man irgendwann die Nase voll hat und (je nach Vorliebe) zu den Petrusbrüdern, dem Opus oder einer normalen Pfarrei mit (mehr oder weniger) vorschriftsgemäßer Liturgie wechselt, halte ich für durchaus vertretbar.
Zu den Piusbrüdern sollte man vielleicht besser nicht wechseln...
Und die Gemeinde wadert dann in die Hölle, das Altarssakrament wird weiterhin mit den Füßen getreten... sry, aber das ist doch irgendwie erbärmlich! Eskapismus kann nur die Lösung sein, wenn man merkt, man kann nichts mehr machen. Und selbst dann sollte man, bevor man geht, den Fall publik machen und beten, daß sich mächtigere Kreise dem Annehmen.
FingO, als Glaubender ist man ja nicht unantastbar in seinem Glauben. Wenn es in einer Gemeinde so zugeht, dass man befürchten muss, dass der eigene Glaube drunter leidet, kann es sinnvoller, den Gottesdienst in einer anderen Pfarrei zu besuchen. Allerdings könnte man auch sagen: "Auf zwei Beinen steht es sich besser, als auf einem." Also: Nicht die eine Gemeinde verlassen, aber sich irgendwo anders (Gemeinschaft, Kloster, etc.) ein zweites Standbein verschaffen.
Dagegen ist gar nichts zu sagen! Geht mir ja ähnlich; das Umfeld eines Physikers ist nicht grad das christlichste, da muß ich einfach (haha, back 2 thread) einmal im Jahr mir die volle Dröhnung Katholizismus bei Freude am Glauben geben.
Dagegen ist sogar weniger als nichts zu sagen, das ist wirklich sinnvoll, teilweise sogar notwendig! Um im Glauben stark zu sein, um "den wahren Glauben" mitzubekommen, um das Erfahrene ggf an die in der Gemeinde heranzutragen... das ist super!
@Fingo:
Darf ich anmerken, daß Dilettantus und Peregrinus nicht identisch sind!
Gruß
Sorry!
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