Sonntag, Oktober 02, 2011

Nu kidz on the blog

So, ich muß mich doch vielen anderen Bloggern anschließen und zwei neue Blogs empfehlen:

Divus Thomas Monacensis, ein Weblog, der sich mit Thomismus beschäftigt. Für mich als jemanden, der etwas tiefer in diese Denkschule eindringen wollte, natürlich wahnsinnig interessant.

Etwas mehr down to earth und, soweit ich es sehe, sehr persönlich, fängt Ecce ancilla domini an. Akademikerin, Mutter von drei Söhnen und Katholikin - das kann für einen hoffentlich baldigen Ehemann wie mich nur von Interesse sein.

Herzlich willkommen!

Neulich, beim NGL-Hören




Ansonsten war die Papstmesse aber klasse!

Eine Premiere!

Man hätte es nie für möglich gehalten, aber St. Dymphna empfiehlt mal Sakro-Pop. Anscheinend kann ich es grad nicht einbetten, aber Die Priester - Spiritus Dei kann ich echt empfehlen.

Freitag, September 30, 2011

Musik!

Ich muß meinem Ruf als Kirhcenmusikerin der Blogozese mal wieder gerecht werden. In dem Sinne wollte ich auf drei Sachen aufmerksam machen, die zur Zeit bei mir auf heavy rotation laufen. Die ersten zwei Empfehlungen sind katholisch, die letzte weltlich (aber trotzdem cool):

- Akalyte. Leider hat der Rapper, den man als MC Just vllt von den beiden massmatics-Samplern kennt, nun seit ca zwei Jahren nichts gemacht. Aber das Album "Ultramontane" und die EP "The Truth" kann ich wirklich empfehlen!



Gerade das Lied "The Bible come from" hat es mir sehr angetan. Hier stimmt der Beat, die Stimme (oh, sogar die Gesangsstimme im Chorus, und das will was heißen) und die Lyrics - wow!

- Etwas ruhiger ist Fr Pontifex auf seinem Debut "Ordained". Ihn sollte man auch von den massmatics-Samplern kennen.

Generell finde ich es schön zu sehen, daß es im katholischen Hip Hop langsam einige richtige Größen gibt (da fällt mir ein, daß ich Righteous B mal wieder hören sollte). Zu oft im christlichen Musikbereich gibt es freundliche Lobpreis-Sachen oder schlechte Kopien weltlicher Musik, da ist es echt toll zu sehen, daß es Leute gibt, die Musik machen, die sich durchaus mit weltlichen Standards messen kann. In dem Sinne btw.: AKALYTE, MAKE MORE SONGS!

- So, nun zur letzten Empfehlung. Diese ist zwar nicht christlich, dafür jedoch männlich hoch drei. Ehrlich, ich glaube, daß der Drop des dritten Lieds ( Excision & Skism - Sexism) das Brusthaarwachstum signifikant beschleunigt. Excision macht seit Jahren Dubstep vom feinsten; ich persönlich freue mich jedes Jahr auf seinen Shambhala-Mix, ist er doch nicht nur meiner Meinung nach dann eine gute Zusammenstellung der Creme de la creme des Dubsteps härterer Gangart.
Auf Facebook natürlich fi umme erhältlich.

WRONG Miss Andrews!

Manchmal liest man Spruchweisheiten, die einfach nur dumm sind. Eine solche ist "wenn Treue Spaß macht, ist es Liebe".

Sorry, but WRONG! Dann ist es Verliebt sein, es muß, wenn dann heißen: "Treue trotz Spaßlosigkeit ist Liebe"

Nur mal als kleine Randnotiz, weil ich den Spruch etwas zu häufig gelesen hab.

Mittwoch, September 28, 2011

Das katholische Abenteuer geht weiter!

Unter der Schirmherrschaft unseres Weihbischofes Matthias gibt es am 08.10. eine äußerst exquisite Veranstaltung im Cine Motion Berlin ab 14h. Unter dem im Titel genannten Motto trifft sich die creme de la creme der deutschsprachigen katholischen Laienszene und damit meine ich

- Matthias Matussek referiert über "das katholische Abenteuer"

- Michael Heesemann stellt sein und Georg Ratzingers neues Buch "mein Bruder der Papst" vor

- Peter Seewald wird als wohl einer der besten Kenner des Hl. Vaters referieren

- Bernhard Meuser stellt das Projekt Youcat vor.

Moderiert wird das alles von Michael Ragg, dem Chefredakteur von K-TV.

Das ganze kostet vier Euro, für Jugendliche ab 14 und Studenten sogar nur zwei. Kinder bis 14 Jahren kommen fi umme rein.Falls das euch noch nicht nach einem klasse Deal vorkommt sei noch gesagt, daß JEDER Teilnehmer einen kostenlosen(!!!) Youcat bekommt - thx 2 Kirche in Not!

Also, auf, auf, meldet euch (bitte verbindlich) hier an: info[at]deutschland-pro-papa.de


(Oh, und ihr werdet mich da treffen! Wenn das nichts ist ;))

Freitag, September 23, 2011

Deo gratias!

Drei ereignisreiche, anstrengende, nervenaufreibende wunderbare Wochen liegen hinter mir, mit verschiedenen Ereignissen, auf die ich hoffentlich (ehm, ihr kennt und liebst - jawoll! - meinen trägen bloggerstil) noch näher eingehen werde. An dieser Stelle muß ich dem Herrn danken, für so vieles!

- Für die angenehmen Begenungen beim Kongress Freude am Glauben. Ich denke und hoffe, daß ich oder Christinas Ofenbank darüber noch ein wenig mehr schreiben werden. Jetzt kann ich erstmal Peter Winnemöller, Sabine Beschmann, Barbara Wenz, Monika Metternich, Regina Steinert, Astrid und Stefan Rochow und Vater Francois Reckinger dafür danken, daß ich sie nach virtueller Bekanntschaft endlich mal traf oder, im Fall von Francois Reckinger nachdem ich seine Bücher mit viel geistlichem Gewinn las. Und dem Herrn dafür, eben bei dem Kongreß Freude am Glauben dabei gewesen zu sein.

- Ich wohne nun eine Woche in einer blogozesanen WG mit meiner Verlobten und einer meiner besten Freundinnen zusammen. Es ist wunderbar, mit diesen beiden Damen, wunderbaren Katholikinnen eine keusche, artige (na ja... ehm...), witzige, mobile, stressige, Zeit zu verbringen. - Am letzten Wochenende war der Marsch für das Leben. Auch hier war es wieder wunderschön, einige virtuell bekannte zu treffen; Tiberius kannte ich zwar schon vorher, ist aber immer wieder eine Freude, zu treffen, ansonsten noch . U . , Gregorius Braun und viele andere, nicht bloggende kennen zu lernen. Dafür danke ich sehr! Oh, und sehr, sehr danke ich für den Afrikaner, der strahlend am Rand des Marsches stand, applaudierte und "Leben, Leben!" rief!
Außerdem, wie ich schon öfter erzählte, ist es für den Glauben eine meiner Meinung nach wichtige Erfahrung, zu spüren, was es heißt, für seinen Glauben verhöhnt zu werden. Auch dafür danke ich dem Herrn, und dafür, zu sehen, wie mutig (ca tausendmal mutiger als ich) meine Verlobte ist....

- Und nun die letzten Tage! Nightfever als Vorbereitung auf den Besuch des Heiligen Vaters - und wieder merkte man, wie sehr man sich in der katholischen Community kennt und schätzt! Hier traf ich Bee das erste mal und verstand mich gleich prima mit ihr. Dort feierte ich eine wunderschöne Heilige Messe mit Erzbischof Woelki, und dafür danke ich dem Herrn!

- Ich denke, daß ich keinem Leser sagen muß, wie viel mir der gestrige Tag, die Messe im Olympiastadion bedeutete! Die Rede des Heiligen Vaters im Bundestag, die Messe mit ihm (und z.T. komischen Liedern...), der Moment, als er ca zehn Meter entfernt an mir vorbeifuhr... wunderbar, deo gratias! Das Zusammentreffen mit dem Heiligen Vater war jedes mal ein breath of fresh in meinem Glaubensleben, also danke, danke, danke! Ich danke dafür, daß ich mit besagter blogozesanen WG, meinem Vater, meinem Bruder und meinem kleinen dreijährigen Neffen, der nun auf jedem Bild den Papst erkennen wird, dort war.

Nach der Heiligen Messe traf ich noch bei einem kleinen Bloggertreffen mit Thomas, seiner TochterMaxistrant, Johannes, braut des lammes, . U ., Admiral und, eh, wen ich immer noch vergessen habe. Ich fand es wunderschön die Menschen, dessen Beiträge ich oft lese, nun endlich mal life zu sehen. Dafür danke ich auch wieder dem Allmächtigen! Das Treffen mit der Blogozese, auch wenn drei Crepes uns von dem Rest der Gruppe trennten, war kurz aber wunderschön!
Vielleicht merkt man einen roten Faden bei meinem danken. Ich habe schon früh in meinem Glauben mich danach gesehnt, einen großen katholischen Freundeskreis zu haben, ja, teil einer katholischen Subkultur zu sein. Diese Sehnsucht hat der Allmächtige mit der Blogozese erfüllt. Es ist phantastisch zu sehen, wie wir immer mehr vernetzen, und dafür danke ich dem Herrn, denn dieses Netzwerk gibt mir im Glauben Sicherheit. Und dieses Netzwerk ist letztlich an meiner Verlobung schuld ;) Also nochmal: Dank sei Gott dem Herrn!

Mittwoch, September 14, 2011

St. Conan

Between the time when the oceans drank Atlantis, and the rise of the sons of Aryas, there was an age undreamed of. And unto this, Conan, destined to wear the jeweled crown of Aquilonia upon a troubled brow. It is I, his chronicler, who alone can tell thee of his saga. Let me tell you of the days of high adventure!
Ich gedenke heute mit der Kirche jedem Conan ("To crush your enemies, to see them driven before you, and to hear the lamentations of their women."). Es gibt Momente im Leben eines Mannes, da kann er nur glücklich sein, Katholik zu sein. Das ist einer dieser Momente. Ich denke jedoch auch, daß neben allem Conan-rumgeprolle man dem wirklichen Conan (oder John Mac Connan oder John Oonnan) gedenken kann. Er war Zisterziensermönch und wurde aufgrund seiner Zugehörigkeit zur katholischen Kirche 1618 hingerichtet.

Dienstag, September 13, 2011

Radio Vatikan bloggt

.... und da muß ich doch mal ein herzliches Willkommen loswerden!

Rom und Econe

Nun ist morgen der Höhepunkt des Dialoges betreffs der FSSPX und Rom. Natürlich brodelt die Gerüchteküche wie sonstewas, Le Figaro vermutet, daß die FSSPX quasi schon drin ist , egal, was noch vor einiger Zeit gesagt wurde , während andere durchaus objektiver berichteten. Ich muß gestehen, daß ich nicht fähig wäre, über diese Organisation objektiv zu berichten, da ich von der FSSPX nicht viel halte - anders als von der FSSP. Letztlich fabuliert man hier über gerade noch nicht gelegte Eier. Falls jedoch, wie Le Figaro behauptet, das Konzil letztlich aus den Debatten entfernt wird weil " der Vatikan anerkennen werde, dass es sich bei den Streitpunkten nicht um «essenzielle» Fragen des katholischen Glaubens handele", würde mich echt der Kopf rauchen. Dann soll man lieber ehrlich sein und das Zweite Vatikanum für ungültig erklären (was ganz andere Probleme der Konsistenz nach sich ziehen würde), es aber zur Ansichtssache zu erklären, würde erstens den Bedenken der FSSPX überhaupt nicht entgegen kommen (denn ihrer Meinung nach ist es eben keine Ansichtssache, sondern falsch), zweitens würde ich mich fragen, was das dann soll... Aber gut, ich spekuliere zu viel. Überhaupt frage ich mich, was so viele bspw auf kath.net (im Kommentarbereich von kath.net) an dieser Gruppierung, die meinen, es besser als die Kirche zu sein, finden. Ich höre dann ständig was von "haben die Liturgie über die Jahrzehnte bewahrt" - was einfach nicht stimmt! Wie denkt denn die Petrusbruderschaft über sowas? Haben die nix bewahrt? Oder kann mir jemand einen anderen Grund sagen, warum man eine Gemeinschaft, die sich der Kirche entgegenstellte, ihr den guten Geist ausredete, bewußt ohne Erlaubnis seitens Roms Bischöfe weihte, nun auch nach der Rücknahme der Exkommunikation ohne Erlaubnis Priester weiht, ein Konzil für ungültig erklärte, an der Seligsprechung von Johannes Paul II. etwas auszusetzen hatte und es zum Teil mit dem Holocaust nicht so genau nimmt, warum man eine Gemeinschaft, die sich als katholisch begreift, zur Romtreue aber keinen Akt der Demut zu zeigen bereit ist, für derart toll hält? Und bitte - man soll nun nicht darauf abheben, daß es innerhalb der Kirche Memorandisti, das ZdK etc. gibt. Den Augiasstall der Kirche sollte man ausmisten, es wäre klasse, wenn man das mal tun würde. Aber weil es auf der modernen Seite genügend Dreck gibt, gibt es keinen Grund, sich ein anderes Problem in die Kirche zu holen.

Mittwoch, September 07, 2011

How you do not make science

Laut einem Artikel auf Discovery Magazine wurde "festgestellt" wo sich die neurologischen Unterschiede zw. Liberalen und Konservativen finden lassen.

Dieser Artikel wurde auf Nerdblog verlinkt, auf dem ich auch etwas gehässige Kommentare dazu schrieb (wofür ich mich auch entschuldige). Aber ich denke, daß ich mal ein paar Worte als Wissenschaftler zu besagter Studie verlieren soll, nicht, weil ich mich als Konservativ verstehe (und zwar eben weil ich dinge hinterfrage), nicht, weil suggeriert wird, wissenschaftliches und religiöses Denken würde sich ausschließen, sondern vor allem, weil dieser Artikel ein gutes Beispiel an tendenziöser Crackpot-Science ist. Ich empfehle dem werten Leser, den Artikel auf discovery mag zu lesen, man kann meiner Meinung nach gut lernen, wie man Wissenschaft nicht betreiben soll. Wie schon gesagt, störe ich mich nicht an einer Überhöhung von Liberalen oder ähnlichem. Was mich stört, ist das Naturwissenschaftsbild, was anscheinend dieser Studie zugrunde liegt.

Erstens ist die Definition von Liberalen und Konservativen eher fragwürdig. Ein Demokrat in New York, der inmitten seiner Parteikollegen gegen die Ehe von gleichgeschlechtlichen Paaren ist, wem ist der dann zuzurechnen? Wie steht es mit einem Tea-Party-Anhänger in derselben Gruppe? Sicher, im Artikel wird darauf hingewiesen, daß man Menschen nicht in Raster einteilen kann - aber was ist dann der Sinn dieser Studie, wenn sie genau das nicht kann? Ich mein, ich kann auch nicht sagen: "Ich hab das Higgs-Boson gefunden, man kann es eindeutig an meinen Daten erkennen, aber die Peaks können auch für alles andere stehen." Und letztlich wird eben doch ein Raster vorgegeben, indem man Begriffe wie liberal und konservativ nutzt, die in Amerika noch deutlich mehr politische Bedeutung haben als hier. Letztlich (achtung, Faschismuskeule) erinnert es doch an stark pauschalisierte "Erkenntnisse", daß Türken einen Hang zur Agressivität haben, wie man in Wedding sehen könne. Sicher seien auch viele Deutsche in Wedding aggressiv, jedoch sei das der Einfluß der Türken (denkt über die beiden Aussagen mal nach! Sind diese wirklich falsifizierbar?). Der Sinn dieser Studie scheint im Tendenziösen zu liegen.

Die These ist weiterhin, erstens durch die schwammige Definition der beiden Menschentypen, zweitens durch den Zusatz, daß das Gehirn sich ändern kann, nicht falsifizierbar; und da bin ich dann doch ein Freund von Popper und Lakatos und frage mich, was die These dann für einen wissenschaftlichen Mehrwert hat.

Letztlich war das auch der Punkt, der mich störte. Mich würde es auch stören, würde in der These der Begriff "Liberal" durch "Phil" ersetzt werden, würde es heissen "Alle intelligenten Leute, die selbstkritisch sind, sind wie Phil". Jedenfalls hoffe ich das. Ich mag es schließlich auch nicht, wenn meine eigene Arroganz mich ad absurdum führt.

Dienstag, September 06, 2011

Donnerstag, September 01, 2011

Die befreite Verklemmtheit der heutigen Zeit

Gestern habe ich mich mit meinem Bruder über Sex unterhalten (DUNH DUNH DUNH). Uns ist aufgefallen, daß die angebliche Enttabuisierung die Gesellschaft verklemmter machte, quasi über das Trojanische Pferd der angeblichen Natürlichkeit. So wird darüber debattiert, ob zwei männliche Stoffpuppen, die sich eine Wohnung teilen, nicht endlich heiraten sollten, ein anständiger Katholik, der sich über gutes Rasierwasser, Holzfällerei, Mixed Martial Arts und Schnelle Autos informieren will, nicht nach einem "Herrenmagazin" fragen sollte, Kollegen bei der Formulierung "Auf zu neuen Ufern" gleich an "HURR DURR, ANDERES UFER" denken müssen und schließlich Priester nicht Jungen nach einem töften Fußballspiel in den Arm nehmen können.
Ist da nicht einiges verloren gegangen?

Es geht mir nicht darum, daß nun wieder alles vollkommen tabuisiert im Sinne von "man darf nicht drüber sprechen" oder gar "das alles ist böse" wird - der Kirche ja auch nicht. Aber kann man nicht Sexualität wieder als etwas, sagen wir mal etwas sakraleres betrachten, eine Sache, die absolut nicht schlecht ist, aber eben nicht alltäglich? Vor allem nicht so alltäglich, als daß jeder gleich erstmal an Sex denken muß - das wäre schon mal was.

Dienstag, August 30, 2011

"Und er ging hinaus und weinte bitterlich" oder Freundschaften in der Welt

Mal etwas eher persönliches.

Gestern traf ich mich mit einem atheistischen Freund, meiner, sagen wa mal, (Ex)Punkerconnecte. Er ist ein netter, nicht dummer Kerl, der, was sein politisches Weltbild betrifft, durchaus solide und intelligente Vorstellungen hat, überraschend für einen Punk. Fernab des Steineschmeißens oder des Gutmenschentums kann man mit ihm wirklich gut über die Situation in Berlin reden (ok, Ausnahme Polizei).

Jedoch über Religion haben wir lange Zeit nicht gesprochen. Ich war (vllt nicht bewußt) feige und dachte, daß er ja ohnehin nicht offen über Papst und Kirche lästert, so daß ich meinen Mann stehen muß. Und schließlich, so sagte ich mir, ist ja bei der Mission auch ein gewisses Taktgefühl zu beachten. So lavierten wir quasi lange Zeit um die Frage.

Nun, nach den Protesten in Madrid kam es dann doch zu besagtem Thema, wo ich mich recht feurig outete. Das war vllt auch etwas zu aggressiv, aber das ist jetzt nicht der Punkt (wobei, letztlich hat er damit zu tun). Wir haben uns lange über Religion unterhalten - wobei man eher sagen muß, daß er, typisch Atheist, darüber monologisierte, was Religion seiner Meinung nach sein soll, aber egal - jedenfalls nimmt er mir quasi nicht ab, daß ich die Zeit über, die wir uns kennen, Katholik war. Er läßt sich auch nicht umstimmen, was sicherlich auch an seinem dickköpfigen Charakter liegt (oh ja, er ist ein anstrengender Mensch...) und behauptet, ich hätte nie etwas dementsprechendes vorher gesagt (na ja, ich habe ihm mal mein Skapulier gezeigt, aber egal) und meint, meine Äußerungen wären ja auch nicht katholisch. Das mag er tun, um mich zu ärgern, aber betrüben tut es mich trotzdem...
Des weiteren frage ich mich, ob ich mich so schlecht verhielt, daß er den Christen in mir nicht sah, oder ob sein Bild von Katholiken derart verquer ist, daß er nicht glauben kann, daß eine coole Socke wie ich dieser Kirche angehört.

Das traurige daran ist, daß man sicher nicht nur diesem Menschen einen Vorwurf wie das eben genannte "dickköpfig" machen kann: Ich war feige. Ich bin in dieser Freundschaft, mehr oder weniger bewußt, im Schutz einer Fadenscheinigen Entschuldigung names "Taktgefühl", der Gretchenfrage entflohen. Die Konsequenz: Ein Freund von mir will mir nicht glauben , daß ich Katholik bin. Ich fühlte mich selten in meinem Glaubensleben schlechter. Ich weiß nun, warum Petrus nach dem Hahnenschrei bitterlich weinte.

Ich frage mich, wie es dazu kam. Zwar ist es auch ansonsten so, daß ich nicht überall herausposane, daß ich Katholik bin, aber letztlich stehe ich dazu und sage das auch, durchaus auch in Plauderei-Momenten. Ich weiß nicht, warum ich hier in solch schwache Verhaltensmuster fiel. Sicherlich stört es mich, nein, man ist beizeiten einfach müde, den katholischen Mann in der atheistisch dominierten Öffentlichkeit zu stehen. Ständig von irgendwelchen Ungläubigen gesagt zu bekommen, wie man doch zu glauben habe, daß einem deshalb die und die Freikirchen besser gefallen weil sie ja keine Dogmen haben und so weiter. Heute abend treffe ich mich mit ehemaligen Kollegen (die alle wissen, daß ich Katholik bin) und ja, ich hoffe, daß "mein" Thema nicht zur Sprache kommt. Ich bin da einfach oft nur müde.

Das ist aber keine Ausrede. Irgendwie geht es mir so, daß Christus mich gestern ansah, und ich schäme mich. Also könnt ihr gerne für etwas mehr Starkmut und Bekennertum beten, ja?

Hach, in Zeiten des "Dialogs"...

.. sind diese Worte von Matussek wirklich wunderschöne Musik in meinen Ohren:

Ja, die Protestkatholiken, die sind wie das Stuttgart 21 Milieu, gehobener Mittelstand, Demonstrationsschickeria, die sind an die Tradition der Spruchbänder gewöhnt, diese „Hey-Du“-Sprache, die Stuhlkreise, und jetzt noch mal über das Rollenverständnis reden, das kann doch nicht sein, dass du als Priester da oben stehst, wir sind doch irgendwie alle gleich, und Hierarchien hinterfragen, und dieser ganze 70er-Diskussionpapierschrott.

Selten habe ich das, was mich an den aktuellen Volksbegehren etc. vom rein subjektiven Standpunkt, ganz abgesehen von meiner religiösen Position, seit Jahren tierisch ankotzt, besser in Worte gefasst gelesen.

Montag, August 22, 2011

Bloggertreffen

Nu ist es schon eine Woche her, ich sollte wenigstens mal Tiberius danken, das alles organisiert zu haben! Ich hoffe, es gibt eine Neuauflage, es war schön, mal etwas mit Josef Bordat , braut des Lammes und ultramontanus. zu reden und sich mal so kennen zu lernen. Ich bin zuversichtlich, daß wir uns desöfteren wiedersehen!

Außerdem herzlichen Dank und Gottes Segen an St. Afra und das Institut Philipp Neri für das wunderschöne Ambiente!

Montag, Juli 25, 2011

Aussagen eines "christlichen Fundamentalisten"

Eigentlich wollte ich zu dem Drama in Oslo nichts schreiben. Wir Christen sind aufgerufen, für die Verstorbenen und die Hinterbliebenen zu beten. Vielleicht auch, speziell wenn wir die Möglichkeit dazu haben (bspw. wenn wir in Norwegen wohnen), den Hinterbliebenen tatkräftig beizustehen. Falls jemand der Leser weiß, wie wir von unseren jeweiligen Wohnorten den Menschen in Oslo noch helfen können, bitte ich, einen Vorschlag in der Combox zu machen.

Ich möchte auch dem Täter hier kein Forum bieten, auch wenn jetzt einige Zitate von ihm folgen. Ich denke jedoch, es ist wichtig, daß wir Christen unseren Freunden und Bekannten, die meinen, Anders wäre ein christlicher Fundamentalist gewesen, sinnvoll entgegen treten können. Und hier ist es sinnvoll, nicht nur darauf zu verweisen, daß ein Christ der Nächstenliebe folge und dementsprechend niemanden umbringen könne, oder daß ein (katholischer) Christ nicht gleichzeitig Freimaurer sein kann - es ist viel wichtiger, auf die Selbstdefinition des Täters zu verweisen, sprich aufzuzeigen, wie ER sich sah.
Und wenn man folgendes in seinem Machwerk liest, gewinnt man einen eindeutigen Eindruck von seinem Christsein:

"Religion is a crutch for many weak people and many embrace religion for self serving reasons as a source for drawing mental strength (to feed their weak emotional state f example during illness, death, poverty etc.). Since I am not a hypocrite, I’ll say directly that this is my agenda as well. "

"I’m not going to pretend I’m a very religious person as that would be a lie. "

“Religion is a crutch for weak people. What is the point in believing in a higher power if you have confidence in yourself!? Pathetic.”

"It is likely that I will pray to God for strength at one point during that operation, as I think most people in that situation would."

"If praying will act as an additional mental boost/soothing it is the pragmatical thing to do. I guess I will find out... "

"I am pursuing religion for this very reason and everyone else should as well, providing it will give you a mental boost."

Das sind alles Sätze aus dem Kapitel "There are no atheists in foxholes", Seite 1344.

Fassen wir also zusammen: Er bringt das typische "Religion ist für Schwache" Argument. Er sieht sich nicht als religiös. Er meint, Gebet würde Dir einen "Mental boost" geben, und DAS sieht er als Grund ,weshalb es sinnvoll wäre, an Gott zu glauben.

Ich werd bei Gelegenheit mal christliche Fundamentalisten fragen, was sie davon halten, sich an heiligen Dingen wie dem Gebet zu bedienen wie ein esoteriker auf dem spirituellen Jahrmarkt.

Montag, Juli 18, 2011

Wider dem Normalen!

Bei kath.net gab es vor kurzem Ausschnitte eines Interviews mit Bischof Ackermann. Das Interview selbst ist auch eher streitbar (an manchen Stellen jedenfalls), aber mir geht es um einen anderen Punkt.

Nebenbei wird er gefragt, ob er im Urlaub auch als Bischof erkennbar wäre, was er verneint. Etwas vom eigentlichen des Interviews ablenkend wird folgendes Zitat auch als Überschrift verwendet: "Denken Sie, ich gehe mit der Soutane ins Meer?"

Was mich daran stört, ist eine Haltung, die sich als Unsitte verbreitet hat: Man will auf jeden Fall "normal" sein. Jeder Bischof ist ein Mensch wie Du und ich, geht ganz normal mit seinem Sekretär einkaufen (Bäm, wie man so sagt) und ist auf keinen Fall etwas besonderes oder gar besseres als der einfache Laie. Dasselbe gilt für Priester, weshalb sie bloß nicht moralisch von Kanzeln herabpredigen sollen, man auch einsehen muß, daß Priester ganz normale Menschen sind und schonmal man sich ohne Kragen präsentiert, da dieser die Leute verschrecke.

Natürlich ist ein Priester, ein Bischof und natürlich auch ein Bischof von Rom ein Mensch wie Du und ich, ein sündiger Mensch, der ganz normale Hobbies hat, der im Urlaub auch gern schwimmen gehen kann etc. Aber kann nicht mal wieder öfter betont werden, was der Unterschied ist? Daß man zwar einerseits ganz normal ist, andererseits aber eben eine Gott geweihte Person, respektive ein Kirchenfürst (! Das klingt doch gar nicht mehr so normal!) oder gar ein Stellvertreter Christi auf Erden ist? Mich würde es sehr freuen, wenn Bischöfe bei allen durchaus zu respektierenden Betonungen, normal und nicht besser zu sein, auch darüber sprechen würden, was eben nicht normal ist. Wie fühlt es sich an, die Fülle des Weihesakramentes erhalten zu haben? Wie schwer ist die Last auf den Schultern? Was kann ich, ein einfacher Laie tun, um ihm diese Last zu erleichtern? Das sind Fragen, die mich interessieren.

Letztlich ist das, was ich immer wieder an geweihten Personen mag, dieser Widerspruch, der am besten in Bildern von Bischöfen in Cappa Magna, die mit Arbeitern auf einem Baugerüst ein Bier trinken, Priestern, die in Soutane die Weltmeisterschaft gucken (oder Basketball spielen) oder ein Heiliger Vater, der ganz in Weiß behauptet, er würde Rock hören. Hier treffen dann nämlich in Gestalt dieser kirchlichen Würdenträger zwei Welten, die sichtbare und die unsichtbare aufeinander.

Und zum Teil, und das ist doch auch nicht unwichtig, in einer durchaus amüsanten Form.

Vielleicht kann man meine Gedanken so zusammenfassen: Das Heilige muß nicht profanisiert, banalisiert werden, sondern neben das profane und banale gestellt werden, so daß selbst dieses banale einen Hauch des sakralen erfährt.

Und darin ist die Kirche doch eigentlich Meister!

Dienstag, Juli 12, 2011

Helfer mit Herz!


Liebe Lesende,

solche Aufrufe verbreite ich natürlich gerne:

In der Erzdiözese Freiburg werden viele, viele Helfer benötigt. Es geht darum, bei etwas großen, nämlich dem Besuch des Heiligen Vaters nicht nur dabeizusein, sondern mitzumachen. Ich mein, das ist schon ne klasse Sache und beiß mir ehrlich gesagt in den Allerwertesten, daß das Datum mit meiner heißen Phase meiner Doktorarbeit zusammenfällt; ein solches Abenteuer zu Ehren der Kirche wäre doch mal was unglaublich cooles.

Es geht um:


Unterstützung bei der Betreuung der jungen und alten Gäste
Fahr- und Essensdienste
Infoservice für die Besucherinnen und Besucher
Unterstützung der Ordnungskräfte
Und nicht zuletzt geht darum, Herzlichkeit und Gastfreundschaft zu zeigen.

Wir daheimgebliebenen können die mächtigste Hilfe des Christenmenschen bemühen und zum Herrn beten (Was ich auf jeden Fall tun werde), für alle anderen gibt es die Seite Papsthelfer.de und in modernen Zeiten natürlich auch eine Facebook-Page .

Also, liebe Freuburger und Freiburgerinnen, und liebe Leute, die planen, nach Freiburg zu fahren: Es gibt was zu tun ;)

Montag, Juli 04, 2011

Quizfrage zu Berlin

??? Wer hat in der katholischen Kirche in Berlin das Sagen?

Hören wir mal einige Leute aus der Politik:

"Der kirchenpolitische Sprecher der Grünen, Josef Winkler, sagte dem Tagesspiegel, es werde sich unter anderem am Umgang mit dem Thema Homosexualität entscheiden, ob Woelki als Bischof in der Hauptstadt bestehen könne."

"Das wird den Dialog mit der katholischen Kirche erschweren“, sagte der Schwuso-Vorsitzende Ansgar Dittmar. Für alle in der Katholischen Kirche engagierten Schwulen und Lesben seien Woelkis Äußerungen „ein Stoß vor den Kopf“. - Kleine Anmerkung meinerseits: Für alle... fünf? zehn? fünfzehn?

"Die Katholische Kirche ist schlecht beraten, jemanden in die Hauptstadt zu schicken, der offenbar ein Problem mit Homosexuellen hat“, sagte der SPD-Bundestagsabgeordnete Johannes Kahrs dem Berliner Tagesspiegel. „Die katholische Kirche tut sich keinen Gefallen, wenn sie den Vertreter einer rückständigen Glaubensrichtung in Berlin zum Bischof macht, da dies dem Lebensgefühl der Menschen widerspricht.“

"Die Berliner CDU-Bundestagsabgeordnete Monika Grütters äußerte sich angesichts der Gerüchte um Woelkis Mitgliedschaft in der erzkonservativen Vereinigung Opus Dei skeptisch. Sollte dies zutreffen, wäre es "verheerend", sagte sie dem "Tagesspiegel". Der Berliner Erzbischof brauche "Offenheit für eine so heterogene Gesellschaft" wie die der Bundeshauptstadt."

WRONG. Das hat immer noch Gott!

Ich jedenfalls heiße meinen neuen Erzbischof hier herzlich willkommen!

(Auch wenn ich meinem Bruder recht gebe, der meint, er würde komisch aussehen. Aber hey - erstens kann nicht jeder so wahnsinnig schön wie ich sein, zweitens kommt es auf die inneren Werte an und drittens sagen manche, ich würde dick aussehen. So ist halt die subjektive Wahrnehmung)