Ich stöbere gerade, mich um Arbeit an Paper bzw Canopy drückend (hallo, es ist Sonntag morgen!) die alten Blogbeiträge durch und stolperte dabei über einen Beitrag über den linksaußen-Liedermacher Quetschenpaua. Da ich vor ca einer Woche ein Zitat von selbigem an einer Lobedaer wand gesprüht gefunden habe, ist das doch allein ein Zeichen, daß ich mal wieder über ihn bloggen soll.
Das Zitat an der Wand war aus dem Lied Silvio, in dem es um den Mord an Silvio ("von stolzen Deutschen, die sich später selber stelln") und die Antwort der Autonomen.
Nun standen die ersten zwei Zeilen der letzten Strophe an jener Wand in Lobeda:
"Die die sterben, die werden weiter leben / in unseren Kämpfen, unseren Herzen sowieso"
Das Lied geht an sich noch weiter, und den wichtigen Part werde ich gleich mal fett drucken:
"und die, die leben, die müssen weiterkämpfen / bis zum Sieg, vielleicht mal irgendwann, irgendwo.
doch gilt es auch darauf zu achten / und ich hoff, daß das noch so viele kapiern'
daß wir nicht mal so skrupellos werden / wie diese Nazis oder die, die uns regiern'
Ich fand es bezeichnend, daß das in Tagen, in denen Autonome ziemlich dreiste Drohbriefe schreiben, in denen Verbindungsstudenten nachts verprügelt werden (übrigens von mehreren Leuten), daß dann diese Zeile weggelassen wird. Ein Schelm, wer arges dabei denkt!
3 Kommentare:
Hilfe, ich bin ein Verbindungsstudent, und meine politische Meinung sage ich heutzutage besser auch nur, wenn ich mal wieder einen lebensmüden Tag habe.
Verbinder zu sein ist mittlerweile ein Rezeot für Probleme.
Ich bin ja Göttingerin und nur im Bremer Exil (unfreiwilligst!)
In Göttingen werden Dinge traditionell ein bißchen radikaler ausgefochten. Das gehört ein Stück weit zum Lokalkolorit, aber mit dem Wissen, daß beide Seiten Folklore betrieben, war man so was wie respektierte Gegner. We love to hate us- oder so, da konnten Verbinder in den 1990ern noch versuchen, ihre geklaute Fahne von Punks mittels eines Kastens Bier auszulösen.
Das ist mittlerweile vorbei, die "Vorfälle" in Göttingen, bei denen man sich nicht nur an den Kopf faßt, häufen sich.
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