Ich halte mich zu wenig für einen Experten, als daß ich wirklich sinnvolles zum leidigen Dialogprozess sagen kann. Man meint also, es sei wichtig "im heute" zu glauben, die Bischöfe müssten von den Laien lernen (ist das nicht umgekehrt) und generell sei es besser, eine "arme" Kirche zu sein. Diese "arme" (man nehme die Anführungsstriche wahr!) Kirche ist schließlich eine Kirche, die in durchaus komplexen, z.T. undurchschaubaren Strukturen gegliedert ist, die viel diskutiert und für die eine "verflachung" der Hierarchie bedeutet, daß man nun alles in Gremien organisiert. Mir war immer etwas unklar, ob dies nun wirklich eine Verflachung der Hierarchie oder einfach eine neue ist - aber egal.
Nun hat der Heilige Vater von einer wirklich armen Kirche gesprochen. Einer Kirche, die sich entweltlichen muß, die durchaus klein sein kann und ein zu viel an ggf unnützen Ballast abwerfen müsse. Nun stellt sich die Frage, was dieser unnütze Ballast sei. Ist es der "Pomp" in der Kirche (womit dementsprechend Zollitsch recht hätte, wenn er meint, der Hl. Vater hätte den Dialogprozeß vollkommen bestätigt) - oder spricht er in Deutschland vielleicht als Ballast etwas an, was sich nicht in Gold messen läßt?
Ich denke, daß der heutige Tagesheilige bei dem zukünftigen Weg der Kirche eine Hilfe sein kann. Der heilige Franziskus lebte auch zu einer Zeit, in der manche Kirchenfürsten vllt ein "zu viel" lebten. Was war nun seine Lösung? Hat er eine neue, "arme" Kirche gegründet? War er ein Feind der Kirche? Eben nicht! Papst Innozenz III. sah in ihm einen Mönch, der die berstenden Mauern des Lateran stützt.
Ich denke, dieser große Heilige, der erste Zeuge Christi, der mit seinen Wundmalen geehrt wurde, ist uns auch heute, gerade hier in Deutschland ein Zeichen: "Reform" der Kirche geht nur mit der Kirche. Und zwar nicht, indem die Kirche einer bestimmten Lobby hinterherläuft, sondern indem Heilige, die sich als Kinder der Kirche sehen, in Gebet und Gehorsam ihrer Berufung folgen.
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