Sonntag, März 06, 2011

Wer gehört zu Deutschland?

Nicht nur in der Blogozese wird darüber debattiert, ob der Islam zu Deutschland gehöre oder nicht. Wulff sagte, er würde dazu gehören, bekräftigte das nun noch einmal, einige widersprachen, andere fabulierten, daß Aleviten (=Islam?) besser integriert wären als die Katholiken... Da dachte ich, daß ich mal meine Meinung dazu kundtue.

Ich stimme Herrn Friedrich zu: Historisch gesehen gehört, so weit ich es sehen kann, der Islam nicht zu Deutschland. Ich sage es mal ganz scharf: Der papstfressende Atheist und der Party machende Homosexuelle am CSD gehören meiner Meinung nach mehr zu Deutschland als der Islam, schlicht und einfach, weil der Atheismus und die Emanzipationsbewegung der Homosexuellen durchaus Wurzeln in unserer Kultur haben (auch wenn diese es vllt verleugnen würden).

Merkt ihr nebenbei gesagt an dieser Stelle etwas? Eine Sache ist nicht per se gut, weil sie "zu Deutschland gehört". Es ist also auch umgekehrt kein automatisch negativ wertendes Urteil, wenn man sagt, daß der Islam nicht zu Deutschland gehöre.

Es ist schlicht und einfach eine Feststellung, daß, nach Friedrich, die gemeinsamen historischen Wurzeln fehlen, und nach Matussek , daß bspw. Herr Erdogan auch nicht gerade dazu aufruft, "zu Deutschland zu gehören". Und als gemeinsame Wurzeln zählt leider keine Schlacht von Wien (BÄM!). Es zählt auch nicht, daß ein Getränk, daß früher Türkentrunk genannt wurde, nun wirklich zu unserer Kultur gehört.

Nach der Wullfschen Rede hat ein atheistischer Freund von mir mokiert, daß anscheinend der Atheismus und die Konfessionslosigkeit laut Wulff nicht zu Deutschland gehöre. Ich muß sagen, daß ich bei aller Ablehnung des Atheismus meinen Freund gut verstehen kann; der westliche Säkularismus gehört meiner Meinung nach mehr zu Deutschland als der Islam, kann er doch auf historische Wurzeln hierzulande blicken und aufzeigen, daß die Atheisten durchaus integriert sind. Übrigens auch besser integriert als die Aleviten, die man doch bitte nicht als Vorzeigemoslems immer wieder aus dem Hut ziehen sollte; das ist wirklich diskriminierend gegenüber anderen Moslems, vor allem, weil diese Aleviten im Islam durchaus nicht überall als volle Moslems akzeptiert sind (freundlich gesagt).

Was bleibt zu sagen? Was ist der Islam in Deutschland? Er ist wie in jedem pluralistischen Land wie jede andere Weltanschauung willkommen (jedenfalls sollte er "wie jede andere" willkommen sein und nicht als ein positiver Spezialfall, der er nun mal nicht ist, betrachtet werden) und natürlich sind die Anhänger des Islams zuallererst Menschen und als solche herzlich willkommen. Und ja, ich finde es auch schön, daß bspw. Berlin eine wunderbar vielfältige Stadt ist und als solche das Potential hat, daß hier diverse Kulturen aufeinander treffen (daß es hierbei gravierende Probleme gibt, ist noch ein anderes Faß, was ich jetzt nicht öffnen will). Das ist aber was ganz anderes, als historisch zu irgend etwas zu gehören.

So, jetzt gehe ich mir einen Backlava kaufen.

Keine Kommentare: