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Samstag, April 25, 2009

Sagt mal...

... kann es sein, daß, wenn man heutzutage noch provozieren will (und zwar mit etwas neuem!), man sich eigentlich nur noch bewußt entscheiden kann, ein dummer, nerviger, Trottel zu sein? Am besten mit einem Fleck Rührei auf dem T-Shirt, daß kein Logo einer bestimmten Ideologie zum Besten gibt (das gabs schon alles... wie ernüchtert murmelte ein Punkerfreund - der in seinem Dress auch nicht mehr schockiert - "Ach kacke, das werden hier echt immer mehr" als er eine Glatze mit Thor Steinar - Shirt sah), nein, wenn, dann muß ein No-Name-Brand Marke "Beach Surfer" oder so das halbe Shirt zieren. Sicher werden einige fellow-Christians nun sagen, daß die Wahrheit provoziert - richtig, das tut sie und wird es immer tun. Die Wahrheit wird immer als anmaßend empfunden werden imho. aber kein 16-jähriger, der seine Umwelt provozieren und schocken will, wird deshalb sich für die Wahrheit entscheiden. Und um ehrlich zu sein, vermute ich eine relativ kurze Halbwertszeit bei Leuten, die Christen werden, um zu provozieren.

"Being happy and nice to people is FAR more transgressive, shocking and anti-establishment than any amount of violent/racist/misogynistic imagery these days anyway." - so sagte mal jemand passend auf einem Message Board (wo es übrigens über Noise geht - ja, ich habe immer noch einen schrecklichen Musikgeschmack). Er hat schon teilweise recht. Durch das ganze Rebellentum einerseits und die Empörungsrethorik diverser Ideologen andererseits ist man glückliche, freundliche Menschen gar nicht mehr gewöhnt. Trotzdem würde ich sagen, daß das größte Anti-Establishment der genuine Dork in sich vereint.

Ich als Physiker überlege nun, Pionier dieser neuen rebellischen Bewegung zu sein, um mich später davon zu distanzieren, weil die Szene "zu kommerziell wurde und ihre Ideale negiert hat".