Tragikomik pur: 1970 schrieb jemand im Alter von 16 Jahren eine Geschichte, die in einem einfach aufgemachten Fanzine. Die Geschichte erlangt zweifelhafte Berühmtheit durch grandiose Sätze wie "Small rodents scampered about, occupying themselves in the daily accomplishments of their dismal lives.", gilt als Heiliger Gral der Trash-Szene, vergleichbar mit Surf Nazis must die, The Room oder Pudelmützenrambos (um ein paar Beispiele aus der Welt des Films zu nennen). Sie verbreitet sich mehr und mehr, es entwickeln sich Trinkspiele um diese Geschichte. Es gibt eine MST3K-Version. All is fun and games.
Der Autor, Jim Teis, geboren 1953, hat eine einzige Fantasy-Geschichte geschrieben, eben "The Eye of Argon". Danach hat er sich nie wieder als Schriftsteller versucht, vermutlich aus Unsicherheit. Auch wenn ihm die Berühmtheit der Geschichte nicht lieb war, hat er manche Lesungen veranstaltet. Er wurde Journalist und starb 2002 nach nicht einmal fünfzig Jahren.
So sehr ich auch bei einigen Formulierungen schmunzeln muß, bleibt mir doch das Lachen im Hals stecken. Es zeigt einem, daß Lachen auch Wehtun kann, daß sehr oft es dann doch Menschen sind, auf dessen Kosten man sich amüsiert.
Nicht, daß ich das per se verbieten will, aber mir hat diese Episode dann doch gezeigt, daß man, bei allem Schmunzeln über schlechten Stil, unverständliche Plot Twists und ähnliches man im Hinterkopf haben sollte, daß ein lautes Lachen ob der Unbeholfenheit eines Autors auch eine Art sein kann, seinen Bruder "Du Dummkopf" zu nennen. So wie man den Sünder lieben, die Sünde aber hassen sollte, zeigte mir diese Episode, daß bei den ganzen Ed Woods, Tommy Wiseaus, Jim Teissens und so weiter man über die Qualität ihrer Ergüsse, jedoch nicht über die Macher, lachen sollte. Man kann sich auch bei sowas an die eigenen Schwächen erinnern und überlegen, wie weit man mitlachen wollen würde.
Ruhe in Frieden, Mr. Teis! "I hope you embraced our creator in the elysian plains of heaven, scribe."
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