Sonntag, Dezember 06, 2009

God loves my iphone

Ich muß Euch ja eine Story erzählen. Vor einiger Zeit habe ich recht lang in der Uni gearbeitet. Und weil ich müde war, habe ich mir ein Taxi gegönnt (man gönnt sich ja sonst nichts). Die positive Überraschung war groß, bin ich doch schonmal mit demselben Taxifahrer unterwegs gewesen und habe mich mit ihm sehr gut über die politische Situation in Berlin unterhalten. So war es auch diesmal.

Just als ich ausstieg, griff ich reflexartig an meine Hosentaschen. Irgendwie ist das in meinem Blut, daß ich nach dem Vorhandensein von Handy, Portemonnaie und Schlüssel immer mal wieder nachgucke. Mein Handy - iphone vom Typ, mit vielen für die Arbeit wichtigen Dingen drauf, war nicht in der Tasche. Ich bin dem Taxi sofort hinterhergerannt, aber im dunkeln konnte man mich nicht mehr sehen. Oben habe ich dann gleich probiert, das Taxi anzurufen (will heißen, mein Handy), aber niemand ging ran. Man kann sich vorstellen, wie fertig ich mit den nerven war... aber dazu kommen wir noch.
Ich habe schließlich die Taxizentralen in Berlin angerufen - und zwei Stunden später erfuhr ich, daß jemand ein verloren iphone gemeldet hat! Es war derselbe Taxifahrer (der sich erstmal über meinen bekloppten Klingelsound mokierte^^), ich verabredete mich am nächsten Tag und habe nun wieder ein iphone. Mein persönliches Wunder der Woche. Danke Gott!

Ich schreibe das nicht, um zu prollen, sondern um zwei Dinge zu betonen.

1.) Ich war unglaublich glücklich, einen derart ehrlichen Menschen getroffen zu haben. Heutzutage findet man das nicht häufig in unserer Pfennigfuchsergesellschaft. Man gewinnt ja manchmal den Eindruck, daß ehrlich sein sich nicht lohnt und so, um diesen Eindruck etwas zu korrigieren, habe ich den Taxifahrer eine ordentliche Prämie bezahlt (worauf er meinte, daß die nächsten drei Fahreten aufs haus gehen würden)

2.) Hier was persönlich wichtiges: Wenn ich solchen ausweglosen Situationen gegenüberstehe, neige ich zu einer... nennen wir es mal verzweifelten Raserei. Darunter hat dann die Beziehung zu Gott zu leiden - oder sagen wir mal lieber gott selbst. Das tut mir natürlich extrem leid, eigentlich immer sofort, nachdem der Rauch sich verzieht. Das muß nicht unbedingt gleich die positive Auflösung des Problems sein, aber irgendwas, was anzeigt, daß es weitergeht. Danach komme ich mir natürlich dann lächerlich vor, es ist mir dann etwas unangenehm vor Gott, daß ich ihn derart beharkt habe etc.
Das möchte ich natürlich ändern! Aber wie trainiere ich den Grenzfall? Sicher, in der Gemütlichkeit der Kapelle oder nun, abends, nach einem angenehmen Adventssonntag, ist es ein leichtes, sich in Gott geborgen zu fühlen, zu wissen, daß der Herr mein Hirte ist und mir ein Mahl im Angesicht meiner Feinde bereitet. Wie komme ich zu der Gewissheit, zu der sicherheit in Notsituationen?
Klar, ich werde nicht von heute auf morgen stoisch mit streßsituationen umgehen können, aber daß ich wenigstens etwas ruhiger bleibe... was kann ich da machen? Rat und Gebet sind erwünscht :)

Wie dem auch sei: Ich danke dem Herrn dafür, daß er meine Vergeßlichkeit in dem Moment durch seine Wachsamkeit ausglich! (ob er das auch mit einem Android-Handy getan hätte? ;) )

2 Kommentare:

Johannes hat gesagt…

Nein, ganz bestimmt differenziert der Herr zwischen einem Iphone und einem ganz gewöhnlichen mobile telephone. Aber das mit der - nennen wir es unumwunden so, wie es ist - Panik, krieg ich auch nur in den Griff, wenn ich einen Rosenkranz dabeihabe. Habe immer einen in der Tasche. Wenn Dich die Panik packt, zieh Dich in eine Ecke zurück und murmele - ganz leise - Deine Gebete. Ziehe dich in die Welt des Gebets zurück und lerne das Innere Gebet. Der Rosenkranz ist eine sehr gute Methode, das innere Gebet zu lernen. Laß die Bilder, die das Gebet hervorrufen soll, an dir vorüberziehen. Sieh sie dir an, bald wirst du merken, daß du in einer anderen, besseren Welt bist.

Theresia Benedicta hat gesagt…

Die Panik um das iPhone kenne ich auch... Bis auf den Kalender, den ich immernoch "analog" (also auf Papier mit Kugelschreiber ;-) ) führe, ist da wirklich ALLES Wesentliche drauf... Gott sei Dank, dass Du es wieder bekommen hast!