Mittwoch, März 26, 2008

"Bleibe bei uns, Herr"

Ich muß ja sagen, daß das heutige Evangelium mir zu den liebsten gehört... (Lk. 24,13-35. )
Man merkt hier an zwei Stellen, daß sich die Liebe Jesu nicht aufdrängt. Erstens gibt er sich nicht sofort zu erkennen. Gut, das mag auch daran liegen, daß die Jünger "wie mit Blindheit geschlagen" waren, aber Jesus hat sich einem Saulus, dessen Herz wie Blind für die Wahrheit schien, zu erkennen gegeben. Hier wählt Jesus jedoch einen anderen Weg. Er führt im Beispiel dieses Gesprächs imho wirkliche Mission vor. Er nimmt an ihrem Gespräch teil, fügt sich demütig ein (ich mein, ein Gott könnte auch sagen "Ich, Jesus, weiß, wovon ihr redet und das ist Blödsinn") oder so, er zeigt ihnen einen für sie neuen Gesichtspunkt auf, der sie anscheinend begeistert (ihnen brannte das Herz). Und schließlich wendet er sich am Abend um, um zu gehen - auch hier drängt der Herr sich nicht auf. Interessant ist hier die Formulierung in der dt. Übersetzung - ich weiß lieder nicht, ob dieser Sinn auch im Originaltext zu erkennen ist: Jesus tat, als
wolle er weitergehen... Jesus TAT so. Er selbst möchte gern bei uns sein, aber bescheiden drängt er sich nicht auf sondern wartet auf unsere Bitte.
Daß dann die Jünger Jesus beim brechen des Brotes erkennen, ist ein Hinweis auf das Erkennen Jesu in der Eucharistie.
Jedenfalls, was ich an diesem Evangelium so mag, ist Jesu "understatement". Er bringt unsere Herzen zum Brennen, er weckt wieder Hoffnung, vertreibt die Trauer - und das alles in tiefster Demut und Bescheidenheit - eben, ohne sich aufzudrängen. Wirklich ein Vorbild in Sachen Mission.

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