Donnerstag, Oktober 05, 2006

Quo Vadis, Novus Ordo?

Inspiriert von Petra dachte ich mir, es wäre gut, wenn jemand mal im besten Sinne konstruktive Kritik am Neuen Ritus übt. Wie viele Leser vielleicht wissen, unterstütze ich die Liturgiereform total. Ich denke sogar, daß, wenn man die Möglichkeiten des Neuen Ritus vollständig ausnützen würde (nein, damit ist nicht unbedingt Klampfen, Ministrantinnen und Handkommunion gemeint) man wirklich das Meßopfer andächtig feiern könnte. Nun hat nach diesen kühnen Worten Petra mich eingeladen, mir Gedanken darüber zu machen, was das heissen kann, was ich eine sehr gute Idee finde. Im ersten Teil dieser Reihe, zu der ich in unregelmäßigen Abständen etwas posten werde, werde ich auf das einfachste eingehen: Dinge, die meiner Meinung nach ein Priester schnell ändern könnte und damit dem Neuen Ritus viel Andacht verleihen würde. Was sag ich ändern? Eigentlich könnte ich auch sagen: Woran man sich speziell halten kann, denn da gibt es inzwischen einige übliche Verdächtige.

Vorher nochwas: ich gehe zwar von Anfang bis Ende durch, erwähne dabei aber nur die Sachen, die ich in Berlin immer wieder erlebe. Bspw. wird in Berlin eigentlich immer das Kyrie und das Gloria gebetet - ok, letzteres wird oft durch "Preis und Ehre" oä ersetzt, aber immerhin durch ein halbwegs passendes Lied. Aber wozu gibt es die Kommentarfunktion; ihr könnt gerne auch Vorschläge zu einer schönen Messe im Neuen Ritus machen!

1.) "Ich bekenne..."
Confiteor... anscheinend denken manche Menschen, der Mensch von heute hätte mehr und mehr Probleme, seine Sünden zu bekennen, weshalb ich in vielen Messen nowadays erlebe, daß das allgemeine Sündenbekenntnis einfach weggelassen wird un man sofort zum Kyrie übergeht. Das ist letztendlich schade. Man antwortet darauf vielleicht, daß es doch schlecht sei, den Menschen immer wieder klarzumachen, daß sie sünder seien, daß dadurch Schuldgefühle entstehen würden etc. pp. Wenn die Botschaft des Christentums und die der Messe da stehenbleiben würde, ok, dann würde ich sagen: Punkt für Euch. Aber erstens muß man einsehen, daß eine der essentiellen Dinge im Christentum die Erkenntnis ist, daß wir ALLE sündige Menschen sind. Und jetzt kommt doch der Knackpunkt: Christus ist deshalb auf die Erde gekommen! Wir alle sind sündige Menschen, aber Gott ebnet denen, die ihn lieben, den Weg! Und das wird doch auch im weiteren Verlauf der Messe klar: Wir bekennen zu Beginn, daß wir Sünder sind, aber wenn wir nicht im Stand der Todsünde sind, werden wir am Ende den Herrn empfangen!
Vielleicht könnte auch eine Geschichte aus der Bibel wieder zu dem "altmodischen" Confiteor führen: Jesus erzählt das Gleichnis vom betenden Pharisäer und dem Zöllner. Quizfrage: Wer ging als Gerechter nach Hause zurück? Und nun weiterdenken, was das Sündenbekenntnis betrifft....

2.) Der erste Zwischengesang
Ich erlebe es immer wieder, daß nach der ersten Lesung manchmal der Pslam durch ein Lied ersetzt wird, gerade bei Kinder- und Familiengottesdiensten. Das ist doch eigentlich schade. Erstens ist das buch der Psalmen das Gebetsbuch, das uns mit dem Judentum verbindet (haha, eine implitzite Faschismuskeule könnte man mir hier unterstellen), zweitens sind diese Gebete die Gebete vieler Heiliger in der Kirche, drittens sind sie eine gute Schule des Betens, viertens sind sie wunderschön und fünftens finde ich, man sollte die Lesungen aus dem Alten Testament, den Episteln, dem Psalm und dem Evangelium als eine Einheit betrachten. Mit einigen Freunden machtei ch mir mal die Mühe, nach Verbindungen zwischen den einzelnen Tageslesungen zu suchen und es gibt sie! Es ist doch schade, wenn man da einen Teil dieser Einheit einfach zugunsten eines zugegebenermaßen manchmal wirklich schönen Liedes ausläßt. Wenn man schon ein Lied aussuchen will, dann wäre es wünschenswert, ein Lied mit einem textlichen Bezug zu dem Psalm des Tages zu wählen - das wäre bei Kindergottesdiensten vielleicht eine sinnvolle Alternative. In dem Zusammenhang wäre auch zu erwähnen, daß man gerne problematische Passagen in den Psalmen ausläßt. Ok, es ist irgendwie schon seltsam, wenn in Psalm 139 der Psalmist auf einmal gegen die Frevler loslegt, in einem Psalm, der ansonsten so wunderschön ist. Ich würde auch nicht sagen, daß es eine Todsünde sei, diesen schwierigen Part einfach wegzulassen - wir behaupten im Gegensatz zu anderen Religionen nicht, daß unsere Heilige Schrift von Gott diktiert sei, wir sagen "nur" sie ist vom Heiligen Geist inspiriert - aber es ist schade, der Herausforderung, diese schwierigen Psalmen zu interpretieren einfach dadurch zu entgehen, daß man die schwierigen Parts einfach mal ignoriert. Bei Psalm 139 habe ich auch keine Antwort, aber wenn ich ihn bete, bete ich auch "Herr, daß ich sehe!".

3.) Die beiden Lesungen
Manchmal scheinen Gemeinden zu denken, es sei besser, eine Lesung zugunsten der Homilie auszulassen, wieder seh ich das besonders bei Kindergottesdiensten. Nun, sicherlich sind dabei die Absichten oft lauter; man möchte den Kindern nicht mit grausigen Geschichten aus dem Alten Testament vor den Kopf stoßen (man kann ähnliches über den Psalter sagen, s.o.), man möchte niemanden mit den teils harten Forderungen der Episteln überfordern, es gehe auf Kosten einer guten, ausführlichen Homilie - oder man erinnert sich an Zeiten, als es eben nur eine Lesung vor dem Evangelium gab.
So oder so, ich finde es schade. Gerade dadurch, daß man das Alte Testament (in einer Lesung und einem Antiphon), die Briefe und das Evangelium zur Geltung kommen läßt, wird wirklich viel der Heilsgeschichte offenbar.

4.) Zwischenrufe
Warum manchmal "Wort des lebendigen Gottes" und die Antwort darauf weggelassen wird, ist mir auch schleierhaft, genauso, wie manche Priester "Evangelium unseres Herrn Jesus Christus" weglassen. Man sollte schon im hinterkopf haben, welches Wort man gerade vorliest und daß wir hier nicht einfach in ner Vorlesestunde sind - es versammelt sich das Volk Gottes, um das Wort Gottes zu hören und danach das Meßopfer zu feiern.

5.) Predigt
Ok, da kann ich nu wirklich nicht immer in Priester reingucken bzw. allen Vorwürfe machen - ich bin normaler Laie. Was mir manchmal fehlt, ist ein Priester, der in seiner Homilie auf die Verbindung der einzelnen Lesungen mit dem Evangelium aufmerksam macht; meinem Glauben würde das sicher helfen. Aber das ist eher ein Wunsch und hat weniger mit nicht andächtiger Messe zu tun.
An der Stelle muß ich den Kaplan der Gemeinde Herz-Jesu Zehlendorf loben: Ich habe selten während eines Kindergottesdienstes eine so großartige Kinderkatechese gehört, die nicht ins putzige "Gott ist so lieb" rutschte, den Kindern gerecht wurde, und ihnen erklärte, was Messias, Christus, Gesalbter bedeutet (dasselbe, hahaha)! Nee, mehr als den obigen Wunsch kann ich grad nicht loswerden; sicherlich gibt es manchmal extremst schlechte Predigten, aber das ist ein anderes Thema.

6.) Credo
Auch wenn "Gott ist dreifaltig einer" ein recht schönes Lied ist - Sonntags sollte es schon das apostolische Glaubensbekenntnis zumindest sein, wenn nicht das große. Es wäre vielleicht eine Möglichkeit, an manchen Festen innerhalb der Woche, wo eigentlich eh kein Credo vorgesehen ist, solche Lieder zu singen.

7.) Fürbitten
Ja, ihr merkt, daß ich es auf Kindermessen abgesehen habe, hähä! Nein, ernsthaft, da sehe ich zuviel, was mir nicht so gefällt und wo ich mir denke - da geht noch mehr!
Bei Kindergottesdiensten will man ja immer wieder Kinder miteinbeziehen, so lesen sie dann manchmal die Fürbitten vor. Einerseits ist es, wenn man selten eine Kindermesse feiert, durchaus ok. Andererseits würde man ihnen, wenn man schon einen Kindergottesdienst feiert, vielleicht gerechter werden, wenn man sie zu ihren Lebenserfahrungen passende Fürbitten vorlesen läßt (über Waisenkinder, den Schulanfang etc. pp.). Manchmal taten mir die kleinen da vorn dan schon leid, wenn sie dann um die Einheit aller Christen aller Konfessionen bitten mußten - und dabei dreimal bei "Konfession" ins stocken gerieten. Es wäre doch wirklich sinnvoll, wenn diese Kinder Fürbitten vorlesen, die sie nachvollziehen können, die "heißen Eisen" können ja dan (junge) Erwachsene vorlesen. Ich denke, das wäre ein guter Kompromiß.
Außerde mist es schon schade, daß sich eigentlich niemand an die Fürbitten, die im Meßbuch stehen, hält. Klar, sie sind schon oft "liturgischen" Charakters (also haben so die gewisse je ne sais quoi-Formulierung, die halt Fürbitten so ausmacht und klingen nicht Marke "Jesus, viele Anwesende Jugendliche haben von gestern nacht einen tierischen Kater. Hilf ihnen, auf daß sie bald wieder frisch sind" (Gott bewahre uns vor so einer Fürbitte)), aber wäre es nicht was schönes, wenn man die Möglichkeit hätte, sich schon vor der Messe mit den Dingen, um die wir als Volk Gottes bitten wollen, zu befassen? Ich würds ganz nett finden.

8.) Die Kollekte
Das ist eher ein Problem der Glaubensvermittlung: Wäre es nicht sinnvoll, darauf hinzuweisen, daß die Kollekte nicht nur einfach eine karitative, soziale Sache ist, sondern letztlich auch eine Art Opfer, daß dem Herrn dargebracht wird? Ich würds ganz ok finden.

9.) Gabenbereitung
ist ja auch eine Möglichkeit zu singen. Wenn man singt, denke ich, es wäre schön, passende Lieder wie "Wir weihn der Erde Gaben" zu singen. An sich mag ich es lieber, wenn ganz schlicht das "Gepriesen bist Du..." Gebet folgt.

10.) Sanctus
Ey! Etwas wo ich kaum meckern kann! Man mag von diesem "Du bist in jedem Augenblick Heilig, Heilig, Heilig"- NGL-Lied nicht viel halten, wie ich z.B., aber immerhin besteht noch ein Zusammenhang zum Sanctus.

11.) Hochgebet
MERKE: Es gibt vier Hochgebete nicht deshalb, daß man bestenfalls zwischen Zweiten und Dritten wählt! I und IV sind auch wunderschön, und ich hab das vierte bisher erst einmal gehört, was ich recht schade finde, da es doch ganz hübsch ist.
Wäre es nicht eine Möglichkeit, das Hochgebet dem jeweiligen Hochfest passend zu wählen? Bspw. bei Maria Aufnahme in den Himmel - ein Fest, daß unleugbar einen Eschatologischen charakter mit sich bringt (find ich zumindest, erinnert es mich doch auch daran, daß wir Menschen berufen sind, mit Got in Ewigkeit zu leben), ist es da nicht sinnvoll, das Erste Hochgebet zu beten und dabei nicht nur drei Apostel zu erwähnen, sondern alle zwölfe und die ersten zwölf Päpste (als die 24 Ältesten)? Oder wenn man einem Märtyrer der Urkirche gedenkt, könnte man das zweite, stark an alten Hochgebeten orientierten Hochgebet beten. Ist jetzt nur so eine Idee.

12.) Vater Unser
Ist das Gebet des Herrn. In der Hinsicht finde ich es eine Unverfrorenheit, wenn man das durch "Nimm uns als Deine Kinder auf" ersetzt. Dieses Gebet ist so zentral, da sollte man wirklich nicht auf Alternativformen achten! Daß Außerdem das "Erlöse uns, Herr, Allmächtiger Gott..." so oft weggelassen wird, finde ich persönlich auch schade; man sollte gerade dieses Gebet in Gemeinschaft mit der gesamten Kirche beten.

13.) Friedensgruß
Ein leidiges thema. Früher fand ich den Friedensgruß wirklich scheisse, weil er mich aus der Andacht herausriß. Als aber einmal neben mir eine nicht grad beliebte Frau aus unserer Gemeinde stand, wurde mir klar: Wir werden auch im Himmel nicht einfach allein mit Gott chillen, sondern eine Gemeinschaft der Heiligen sein. Mir wurde klar, wir empfangen nicht allein die Heilige Kommunion. Seitdem hab ich ein besseres Verhältnis zum Friedensgruß.
Trotzdem muß man sagen, daß in manchen Gemeinden dann durchaus ein Tumult losbricht, in dem jeder jedem mindestens drei Reihen vor und hinter einem die Hand schütteln will. Das sollte schon eine gewisse Ordnung haben. Der Friede des Herrn, nicht die Kumpelei des Herrn sei mit uns! Schön fand ich mal bei einer griechisch-katholischen Messe, daß der Diakon den Friedensgruß des Priesters den einzelnen Reihen überbrachte, so daß man nur den beiden Banknachbarn die Hand schüttelte. Könnte man sich meiner Meinung nach abschauen...

14.) Lieder während der Kommunion
Oh, bitte, nö! Wenn, dann bitte dezent im Hintergrund. Noch besser ist jedoch an der Stelle Stimme oder ruhiges Orgelspiel angebracht.

15.)Schlußlied
Wäre schön, wenn das letzte Lied der Messe immer ein Marienlied wäre - ist nur etwas, daß ich mir persönlich wünsche.
Außerdem sollte man vielleicht die gläubigen Laien animieren, für die Kirche ein Gebet zum Hl. Erzengel Michael zu beten und die Priester sollten diesen Brauch auch wieder aufgreifen. Kann unsere Kirche denk ich mal gebrauchen.

So, das wären ein paar Vorschläge. Themen wie Latein, Hand- und Mundkommunion etc. pp. kommen in anderen Ausgaben dran.
Wär schön, wenn die Kritik konstruktiv ist und ihr mich nicht in der Luft zerreißt ;)

10 Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Danke für diesen Artikel.

Einige sehr wertvolle Gedanken sind darin zu entdecken.

Hier nur einige kurze Gedanken:

zu 1.
Das Confiteor ist im Meßbuch von 1970 eine von drei Möglichkeiten des allgemeinen Schuldbekenntnisses.
Es ist möglich, ein Wechselgebet mit den Kyrierufen als allgemeines Schuldbekenntnis zu verwenden. In dem Falle wird das Kyrie nicht ein zweites mal gebetet. Die dritte Variante ist das "Erbarme dich unser, Herr erbarme Dich ..."
Danach wird ebenso wie nach dem Confiteor das Kyrie gebetet (resp. gesungen).

zu 4.
Einleitung und Nachsatz zum Evangelium sind vorgeschrieben.
Die Einleitung zu atl. und ntl. Lesung ebenfalls. Der Nachsatz: "Wort des lebendigen Gottes" soll da beibehalten werden, wo er Brauch ist. In Rom ist das so.
Ich selber verwende diesen Nachsatz auch.

Zur Verwendung des Wortes "manchmal": Dies ist hinsichtlich mancher Priester eine zarte Untertreibung.

zu 6.
Das große Glaubensbekenntnis ist an Sonntagen und Hochfesten Bestandteil der Hl. Messe. Das apostolische Glaubensbekenntnis oder ein Lied sind gleichermaßen Ausnahmen, die leider weitgehend zur Regel geworden sind.

zu 11.
Ich bin ja schon froh, wenn ich nicht schweizer oder selbstkomponierte Hochgebete erleiden muß.
Priester, die mit dem 1. und/oder 4. nicht klarkommen, mögen das 2. und das 3. verwenden. Sie berauben sich einer geistlichen Quelle. Besonders das 1. Hochgebet ist eine Sache für sich, doch das ist eines eigenen Artikels wert (*merk*).

zu 12.
Das Vater unser auszulassen ist frech. Zu einer weiteren Aussage möchte ich mich hier nicht versteigen. Das habe ich allerdings noch nicht erlebt. Priester, den Embolismus auslassen, kriegen dafür jedesmal Mecker von mir. Es ist eine Irrtum, es sei ein ökumenischer Akt, die Doxologie direkt ans Vater unser anzuhängen. Außerhalb der Liturgie der Kirche (d.h. im privaten Gebet) gerne. N.B. im Stundengebet der Kirche wird die Doxologie nie ans Vater unser anehängt.

zu 15.
Schlußlied ... Hardliner, der ich bin, bin ich der Ansicht, daß es Privatsache des Organisten und der Gemeinde ist, wenn sie nach dem "Ite Missa est" noch ein frommes Lied singen wollen. Ein Gruß an Maria ist an der Stelle gute Tradition.
Es ist jedoch ein Lied !!!nach!!! der Hl. Messe. Freundlicherweise bleiben die meisten Priester und Ministranten und singen mit.



Ich hoffe, Du betrachtest diesen Kommentar als Ergänzung, nicht als Verriß. Außerdem hoffe ich, daß er nicht zu lang ist. Merkt man, daß mir Liturgie sehr viel bedeutet?
Ich muß wohl mal etwas über Pius Parsch schreiben (*merk2*)

FingO hat gesagt…

Das ist nicht nur eine Ergänzung, sondern eine gute! Danke!

FingO hat gesagt…

So, nach meiner eher kurzen "zur Kenntnisnahme" zu ein paar Punkten was:

zu 1: Stimmt, man darf das confiteor auch auslassen. Find ich persönlich aber schade, wenn daraus eine Reglemäßigkeit wird. Es ist ähnlich wie mit den Hochgebeten: Die Wahlmöglichkeiten sollen imho bereichern und nicht straffen, d.h. man kann doch zw. den drei erlaubten Formen variieren, oder?

zu 6: Wieder eine Sache, die sich ändern sollte! Niemand würde sich einen Zacken aus der Krone brechen, wenn er am Sonntag das große Glaubensbekenntnis beten würde, oder ;) Danke für die Anmerkung, daß das große Glaubensbekenntnis vorgeschrieben ist.

zu 12: Ok, direkt ausgelassen wurde das nicht, es wurde durch folgendes Lied:
Du, unser Vater, der Du bist im Himmel.
Nimm Du uns als Deine Kinder an.

Heilig sei Dein Name und die Welt Dein Reich des Friedens
Nimm Du uns als Deine Kinder an.

Dein Wille soll geschehen und auch unser Wille sein.
Nimm Du uns als Deine Kinder an.

Gib uns unser Brot und was wir sonst zum Leben brauchen.
Nimm Du uns als Deine Kinder an.

Wir drücken uns um Dein Gebot, vergib uns unsre Schuld.
Nimm Du uns als Deine Kinder an.

Vergeben wollen wir einander, was wir uns getan.
Nimm Du uns als Deine Kinder an.

Und führe uns, wenn wir alleine zu versagen droh'n.
Nimm Du uns als Deine Kinder an.

Vertreib aus uns das Böse, denn nur Du allein bist gut.
Nimm Du uns als Deine Kinder an.

Ich mein, ok, es ist wirklich vom Vaterunser inspiriert, aber kann man denn nicht einfach das Gebet des Herrn sprechen?

zu 15: Wie gesagt, das wünsche ich mir persönlich. Wenn stattdessen Großer Gott, wir loben dich ertönt, höhrt man mich aber trotzdem im Brustton der Überzeugung mitröhren ;)

Nebenbei, wo Du grad das mit "Ite Missa est" erwähnst, wurde ein Freund von mir mal von einem peruanischen Priester angeranzt, weil er "wie so viele" nach der Messe sofort abhaut, statt noch beim Herrn zu verweilen. Sicherlich ist es wunderschön, nach der Messe die Stille (wenn sie denn vorhanden ist, unser Organist hämmert nach dem Abschlußlied etwas Avantgarde dann in die Tasten) und ide Gegenwart des Herrn noch zu genießen, aber, mal kraß ausgedrückt: Wenn man sich darüber aufregt, daß die Leute nach der Entlassung und dem Schlußlied gehen, sollte man bei der von vielen so erhofften "Reform der Reform" das Ite missa est" bzw. "gehet hin in Frieden" streichen und durch "Bleibet beim Herrn" oder so ersetzen. Ich mein, wenn man mir sagt, ich soll gehen, tu ich das ;)

Anonym hat gesagt…

Zu "Ite Missa est"

Ein Pfarrer sagte mal in der Predigt:

"Der Schluß der Messe heißt >Gehet hin in Frieden< und nicht >es ist Feueralarm<."

Spricht für sich.

In der Regel gehe ich nach dem Schlußlied auch recht zügig jedoch nicht fluchtartig. Zumindest verlasse ich die Bank in Richtung Marienaltar.
Im lat. Ite Missa est wird es etwas deutlicher.
Ich bin jetzt in die Welt hinaus gesandt. Ein nicht zu unterschätzener Aspekt der Liturgie. Nicht stehen bleiben, statt dessen das, was wir gefeiert haben, in die Welt hinaustragen. Aus der Liturgie heraus sind wir Missionare.

Im Gegensatzt dazu bin ich oft (leider nicht immer - der Alltag :( )sehr lange vor Beginn er Hl. Messe in der Kirche. Außer einem wuselnden Küster absolute Stille -> Zeit für Ankommen und Anbetung.

Für mehr bin ich jetzt zu müde ...

Petra hat gesagt…

Danke FingO, fuer die Gedanken! Bin praktisch mit allem ganz Deiner Meinung. Man sollte die Liturgie wirklich in allen Details "geniessen"...

Als ein Priester mir mal sagte, man koenne (in der Osternacht etc.) den Leute "heute nicht mehr so lange in der Kirche halten", antwortete ich ihm, die Leute blieben so lange, wie die Messe eben dauert... Ausserdem sind Gruendonnerstag, Karfreitag usw. ja der genaue Gegenbeweis: gerade eine schoene, ausfuehrliche liturgische Feier ist das, was die Leute in der Kirche holt. Sie wollen etwas "Besonderes" erleben - und dafuer geben sie auch Zeit her.

Zum Gesang bei der Gabenbereitung: da gibt es sehr schoene Lieder, etwa in den in Oesterreich oft gesungenen Deutschen Messen von M. Haydn und Schubert (die ich ja schon oefters erwaehnt habe): "Nimm o Herr die Gaben/aus deines Priesters Hand/die wir gesuendigt haben/weihn dir dies Friedenspfand..." (Haydn-Messe: 'Hier liegt vor deiner Majestaet')

Diego hat gesagt…

Was ich in der Messe meistens vermisse ist der Mut zu wenigstens ein paar Augenblicken der Stille; passend zum Beispiel wäre es, nach das Evangelium, der Konsekration, und der Kommunion ein, zwei vielleicht sogar drei Minuten Stille zu halten; und zwar wirklich Stille- nicht wieder Orgelgespiel-so schön das auch sein kann.
Ansonsten hat mich Petra ja auch inspiriert, mich näher mit dem alten Ritus life auseinanderzusetzen und bin seither weitesgehend geheilt, irgendeiner Romantik zu huldigen. Die Liturgiereform war und ist notwendig.
Das "ist" scheint mir aber auch wichtig.
Denn die Zelebrationsrichtung, ab der Gabenbereitung Richtung Osten,scheint mir doch die passendste, symbolträchtigste ("... wird uns besuchen das aufgehende Licht aus der Höhe" siehe Laudes tgl) und angemessenste zu sein und befreit v.a. die Liturgie von jedem falschen Klerikalismus.
Wobei J. Ratzinger im "Geist der Liturgie" auch gute Alternativen zur Zelebrationsrichtuung gibt, die weniger radikal sind aber in die selbe Kerbe schlagen...
Aber diese Spezialfrage (versus orientem) hast Du ja (noch?)nicht andiskutiert, insofern verzeih, wenn ich dir da vorgreife......

FingO hat gesagt…

Ich kann dir kaum verzeihen *schmoll* ;)
nein, ernsthaft, mit dem Bezug auf den Geist der Liturgie hast Du, was ad orientem betrifft, schon recht viel gesagt... Du sprichst Ratzingers Vorschlag an, ein Kreuz auf den Altar zu stellen? Machen hier die werten Herren vom Opus Dei und macht sich imho recht gut.

Diego hat gesagt…
Der Kommentar wurde von einem Blog-Administrator entfernt.
Diego hat gesagt…

ja genau daran hatte ich gedacht und halte das für eine sehr praktikable Idee;
allerdings muss es schon ein gut sichtbares und schönes Kreuz sein- ein richtiger Blickfang eben
und kein zusätzlicher "Altarschmuck" neben den üppigen Gärtnereiprodukten und ein paar Kerzchen......

FingO hat gesagt…

Ketzer, dies lass ich stehen als Beweis Eurer Geisteskrankheit ;)