Sonntag, Januar 31, 2010

Zum Gleichnis vom Verlorenen Sohn

Ich habe mich sehr gefreut, daß der Hl. Vater hier betont hat, daß man auch vom "Gleichnis des barmherzigen Vaters" sprechen muß. Denn der Vater, auf den ersten Blick eine Nebenfigur, spielt hier wie immer die Hauptrolle. Betrachten wir doch mal, wie sich der verlorene und der zurückgebliebene Sohn ohne den Vater verhalten würden:

Der ältere Sohn: Sagen wir, er hat bei allem Streß, bei allem Alltag, den die Mithilfe auf dem Hof des Vaters nun erfordert, den Vater aus dem Blick verloren. Die Arbeit kann für ihn zur Routine werden, etwas, daß eigentlich gar nicht mehr um den Gutshof des Vaters geht, sondern eigentlich nur noch um die Verwaltung irgendeines Gutshofes. Da wunderts nicht, wenn er keine Freude mehr hat... Trockenheit ist die Folge.
Eine weite Folge könnte Überheblichkeit sein: "Ich bin nun schon seit xyz Jahren im Dienst des Vaters, und deshalb weiß ich, was wichtig ist." Man hört nicht mehr auf Impulse, die zurückgekehrte oder gerade erst dazugestoßene Brüder liefern können. Denn man selber weiß ja, "wie das geht".

Der jüngere Sohn: Voller neu gefundener Liebe zum Vater wird er bei der Arbeit am Hof geradezu glühen! Aber nach einiger Zeit könnten die edlen Gewänder, in die er gekleidet wurde und der Ring am Finger - wieder, wenn der Alltag zuschlägt und der Vater aus dem Blickfeld verloren wird - ihm zu Kopf steigen. Er erzählt dann in glühenden und illustrativsten Worten von den Nutten und dem Wein, von den Schweinen und schließlich vom großen Fest beim Herrn. Älteren Söhnen, die dieses Fest nicht miterlebten, kann das angeberisch vorkommen.
Außerdem kann der Frische Wind, den sie auf den Hof des Vaters tragen, genährt von Selbstliebe leicht zu einem zerstörerischen Sturm werden. Schließlich weiß der zurückgekehrte Sohn doch viel mehr, wie gut der Vater ist, er ist viel, viel begeisterter dabei und so weiter und so fort.

So kann, wenn der Vater mal auf Reisen ist, schnell ein Streit zwischen den Söhnen - auch bei der Arbeit am Hof! - ausbrechen. Was kann uns hier helfen? Der Vater allein. Und darf es um nichts anderes als den Vater gehen, nicht um Unsere Gespräche mit dem Vater, unsere Ideen des Hofes oder unsere Erfahrungen mit der Außenwelt (und schon gar nicht um die großen Feste :) )
Wir brauchen also Demut, Demut, Demut. Dazu gehört der gegenseitige Respekt, das Einräumen der Möglichkeit, daß der heißköpfige Jungspund von Konvertit bzw. der verzauselte Amtskirchenvertreter Recht haben kann. Es mag nicht so sein, und es ist auch richtig und wichtig im Geist der Liebe mit den Brüdern zu reden, aber was ich bei mir oft sehe, ist, daß aus "Vertreten der Wahrheit" schnell nur noch arrogantes Beharren auf meinem Standpunkt wird. Damit das nicht passiert, ist wichtig, daß es einem um die Wahrheit geht, und nicht um die eigene Sicht der Wahrheit. Da nun Christus und der Vater eins sind, Christus wiederum der Weg, die Wahrheit und das Leben ist, sind wir, wenn es uns um die Wahrheit geht, und zwar derart radikal, daß wir auch bereit sind, eine Beschämung in Kauf zu nehmen, beim barmherzigen Vater.

Mittwoch, Januar 27, 2010

Die sieben Gemeinden (I)

Weiter geht es mit der Reihe über die Offenbarung: Christus fordert Johannes auf, an die Engel der sieben Gemeinden zu schreiben. Diese sieben Gemeinden waren, soweit ich gehört habe, in der damaligen Zeit Zentren christlichen Glaubens.

Was mir bitter aufstößt, ist, daß keine dieser sieben Gemeinden mehr ein solches Zentrum darstellt; die Türkei ist weit davon entfernt, ein christliches Vorzeigeland zu sein. Damit möchte ich nun keine anti-muslimischen Ressentiments schüren oder ähnliches, sondern auf etwas zentrales hinweisen: Schon der erste Engel, der Engel von Ephesus, wird gewarnt, daß, wenn er nicht zu seiner alten Liebe zurückkehrt, der Leuchter von seiner Stelle gerückt wird. Ist das vielleicht das Schicksal, was jeder dieser sieben Gemeinden bestimmt war?
"Kehr zurück zu deinen ersten Werken! Wenn du nicht umkehrst, werde ich kommen und deinen Leuchter von seiner Stelle wegrücken."
Was für eine eindringliche Mahnung auch an uns einzelne, nicht nur an Gemeinden! Die erste Liebe - kann sie uns nicht im Streß des Alltags und in den Schicksalsschlägen des Lebens irgendwo abhanden kommen? Mir geht es desöfteren so.
Was ist da zu tun? An der stelle bin ich etwas dreist und behaupte frei (im widerspruch zu dieser konkreten Bibelpassage), daß es hier nicht nur auf unser Handeln ankommt, viel wichtiger, und ein Zeichens der Sehnsucht nach der ersten Liebe, die uns zum Herrn brachte, die uns mit der Kirche verband (ja, hier spreche ich als Konvertit) , sprich ein Gebet. Nicht nur wenn ich in der Kirche bin merke ich, daß von meinem früheren Elan und Eifer für die Kirche manches erstorben bzw. anderes einer Routine gewichen ist. Freilich ist nicht jede kindliche Begeisterung aus den Anfangstagen zu erhalten - manches, was einem damals wie Eifer im Glauben erschien war nicht mehr als Arroganz -, aber anderes merkt man doch fehlt einem inzwischen. Man wurde "reif" im Glauben, in einem Glauben, der uns sagt, daß wir wie die Kinder sein sollen.
Was ist also dann zu tun? Tja, ich weiß, daß ich das nicht allein schaffen kann. Deshalb bete ich zu Gott, daß er mir helfen soll, ihn wieder mit der Begeisterung der ersten Tage zu lieben. Das Gebet des Bruder Klaus hilft mir hier immer wieder:

Mein Herr und mein Gott, nimm alles mir, was mich hindert zu Dir
Mein Herr und mein Gott, gib alles mir, was mich führet zu Dir
Mein Herr und mein Gott, nimm mich mir und mache mich ganz zu eigen Dir.

Sonntag, Januar 10, 2010

Trashy, trashy flicks

Es gibt ja die so-called Exploitation-Filme . Diese Trashy, trashy flicks, die manchmal Pionierarbeit waren, extrem gute Low Budget-Filme, die immer noch Regisseure inspirieren, manchmal extrem schlecht, und sehr oft einfach amüsante Billich-Filme. Im Film Kentucky Fried Movie sind die ganzen "Samuel L. Bronkowitz"-Produktionen sowas.
da es bekanntlich für alles ein christliches Pendant gibt, wollte ich mal in die Runde fragen, ob Euch Filme einfallen, die in die Richtung gehen.

Also mir fällt ganz spontan die Left Behind-Reihe ein. Ich wollte die eigentlich immer mal sehen, jedoch war der erste Teil so langweilig, daß ich nicht weiterkam.

Passend dazu gefragt: Hat unser allseits geliebter Jack Chick filme gedreht?

Die Offenbarung, revisited

Wie im letzten Post versprochen, werde ich in einigen Beiträgen etwas zur Offenbarung sagen. Kurz zur Organisation: Ich gehe natürlich plottechnisch vorwärts. Ich werde jedoch sicherlich nicht alles besprechen, sondern nur die Dinge, die mich persönlich berühren. Ich hoffe, das ist recht. Falls Euch etwas zu von mir nicht erwähnten Gesichtspunkten einfällt, gibt es dafür natürlich die Komentarfunktion :)

Ich, euer Bruder Johannes, der wie ihr bedrängt ist, der mit euch an der Königsherrschaft teilhat und mit euch in Jesus standhaft ausharrt, ich war auf der Insel Patmos um des Wortes Gottes willen und des Zeugnisses für Jesus.


"Der wie ihr bedrängt ist...." nun, bedrängt im Sinne von verfolgt sind wir in Deutschland ja gottlob (noch?) nicht. Sind deshalb Leute wie ich, der ich grad gemütlich auf meinem Sofa liege, bald 'Töte, Django, töte' gucken wird und eben nicht von einem wilden Mob verfolgt werde, von der Anrede ausgeschlossen? Haben wir an der Königsherrschaft, die hier erwähnt wird, teil?

Vielleicht ist es jedoch nicht so, daß man unbedingt als Zeichen für Bedrängung imer gleich an Diskriminierung etc. denken muß; ich denke, jeder Christ ist zumindest auf zwei Weisen bedrängt. Einerseits ist man doch oft eine Art Sonderling in Freundes- oder Kollegenkreisen. Sicherlich, man wird nicht verfolgt - wie gesagt, Gott sei es gedankt - doch man wird für einen Sonderling gehalten. Im doch schon recht freundlichen Dialog mit dem Gegenüber sieht der andere in unserem Glauben halt nur eine unserer Macken. "Oh, Phil, guter Kollege. Hört gern abnorme Musik, ja, sogar puren Krach wie borbetomagus, ereifernder achewood-fan... hm... hat ein Godzilla-Poster im Wohnzimmer hängen. Ist kirchentreuer Katholik." Die Glaubenszugehörigkeit wird zu einem Label wie die erwänte Band, der Webcomic und das Monster. Ab und an beim Stammtisch wird dann doch gegen den Glauben gepöbelt, aber auch da bewegt man sich eher auf dem Level, daß man ein Hobby von mir verulkt als daß man wirklich meinem Glauben am Zeug flicken will. Bedrängt fühlt man sich eher von der Banalität. Das Feuer des Hasses, mit dem man die Kirche verfolgte, ist einem warmen Kaminfeuers der Geselligkeit mit doch so oft eher leerem Gerede gewichen.
Andererseits ist man natürlich tagtäglich von allerlei Versuchungen bedrängt. Ich will mich auf eine beschränken, die zu der obingen "Bedrängnis" paßt, oder nein, die der wirkliche Angriff des Teufels in dieser Banalität ist: Daß man nämlich auch aus dem Glauben eine Banalität macht, einen Spleen, den wir haben. Daß wir uns diesem Diktat der Stammtischkumpanei unterwerfen, so daß der Glauben auf dasselbe Niveau wie meine Vorliebe für Stetson-Hüte reduziert wird. Kurz: Daß das Feuer erkaltet.
Ich muß ehrlich sein, daß ich das die größte Bedrängnis in meinem geistlichen Leben finde, und auch die, bei der ich immer wieder merke, daß ich das Feuer neu entfachen muß. Bisher war unter der Asche des Alltages, der Faulheit und mancher Depression jedoch immer die Glut des Glaubens verborgen, dessen neu entflammtes Feuer nach einer Beichte wieder, und sei es auch nur für kurze Zeit, hell leuchten konnte. Falls es dem Leser ähnlich geht, können wir ja gemeinsam dafür beten, daß dieses Feuer nicht erkaltet, daß wir standhaft in Christus es am brennen halten.

Sonntag, Januar 03, 2010

2010

Wow.... irgendwie gehts mir mit diesem Jahr viel mehr als in den Jahren davor, daß allein die Jahreszahl futuristisch klingt. Voll nach Science Fiction und so. Deshalb wurde nun auch ein Kalender mit retro-futuristischen Bildern bestellt. Eine Freundin von mir beschwerte sich, wo die Antigrav-Motoren, die Raumflüge zum Mars etc. seien. Na ja, irgendwie hat sie schon recht, auf der anderen Seite hat kaum eine Science Fiction-Vision aus dem golden Age des SF diese kulturschaffende Immanenz des Internets vorhergesehen.
Aber genug davon. Bischof Friedhelm Hofmann sagte zu Sylvester , daß wir seit der Geburt Christi in der Endzeit leben - und daß es mal wieder Zeit sei, auch das letzte Buch der Bibel in den Mittelpunkt der Betrachtungen zu rücken.
Works for me, da dieses Buch einen nicht unbeträchtlichen Einfluß darauf hatte, daß ich mich mehr dem Christentum zuwandte. Das ist zwar weniger meiner prophetischen Gabe als vielmehr meinem Faible fürs mystische, unverständliche, obskure zuzurechnen.
Wie dem auch sei, ich werde mich in Zukunft bemühen, immer mal wieder etwas zur Offenbarung zu schreiben. Was mir persönlich dieser und jener Abschnitt sagt. Dabei erhebe ich keinen Absolutheitsanspruch, hoffe jedoch, Euch, werte Leser und Mitblogger(Innen, wie mensch in der durchgegenderten Endzeit sagen muß) etwas mit auf den Weg zu geben und vielleicht auch Eure Eindrücke zu den dann erwähnten Offenbarungspassagen zu lesen.
Ihr kennt mich und mein Blogging-Stil: Mal sehen was aus diesem hehren Vorsatz wird. Beten wir alle, daß diesmal mehr als nur eine Absichtserklärung wird.