Montag, März 16, 2009

"Es gibt mit an sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit keinen Gott"

So und ähnlich wollen Atheisten unter anderem der Giordano Bruno-Stiftung an deutschen Bussen zu kleben haben. Ich copypaste hier mal was hin, was ich anderorts (www.katholon.net) geschrieben hab, weil es meine Gedanken doch ganz gut in Worte kleidet.
Mal ganz modernistisch gesprochen: Als eine Weltanschauung, von der deren Vertreter den Eindruck haben, sie wäre die einzig richtige, ist es durchaus legitim, daß der Atheismus durch solche Werbungen missionieren will. - Klar, diesen Ausdruck werden sie sich verbitten, da der Atheismus ja angeblich nicht missioniert, sondern aufklärt. Wo besteht da eigentlich der Unterschied? Mission ist doch - und das sollten Atheisten mal jenseits ihrer geliebten Polemik anerkennen (als die Menschen, die die Vernunft und Aufklärung für sich gepachtet haben) - auch nichts weiteres als eine Aufklärung in den "Grenzen" der jeweiligen Religion. Ein Christ, Moslem, Jude, Buddhist, ja, selbst ein Neuheide, Rastafari oder Okkultist, der Leute zu seinem Glauben führen will, wird höchstwahrscheinlich vom Wahrheitsgehalt seines Glaubens überzeugt sein, womit Mission und Aufklärung fast synonym zu verwenden sind. Ich sage fast, da die christliche Mission nicht nur aus großen Worten - meinetwegen auf deutschen Bussen - sondern zu einem großen Teil auch aus aktiver Nächstenliebe besteht. Aber wie gesagt: Werbung/Aufklärung/Mission für ein Credo, von dessen allgemeingültigkeit man überzeugt ist, ist legitim.
Was sich jedoch langsam mal die "missionswütigen" Atheisten überlegen sollten, ist eine Botschaft, die nicht nur aus Negation des Glaubens besteht. Es ist ziemlich erbärmlich, doch noch aufs Christentum in diesem Land angewiesen zu sein, um überhaupt etwas einer Definition nahekommendes zu haben. Der Vollidiot Anton Szandor LaVey sagte mal, daß die Kirche dem Teufel dankbar sein sollte, da dieser sie so lang im Geschäft hielt - tja, ähnliches kann man auch über diese Form des Atheismus sagen: Ohne die Präsenz des Transzendenten fehlt ihnen überhaupt eine Möglichkeit zur Selbstdefinition und sie können einpacken. Wenn das Credo dieser Form vom Atheismus ein kurzes "Wir glauben nicht" ist, ist das ganze recht schwach. Klar, ich weiß/denke, daß der Atheismus nicht viel mehr zu bieten hat, aber hey - wenn die werten Herren der Giordano Bruno-Stiftung das auch denken, sollten sie ohnehin sofort einpacken.
Diese Erbärmlichkeit wird nur noch durch den Vorschlag des "Evolutionstages" getoppt: Bitte, werte Gottlose, das ist alles, was ihr zu feiern habt? Da finde ich die "Grav-Mass" von Stallman sinnvoller.

PS: Bitte liebe Atheisten: Wenn ihr Euch nicht vollkommen lächerlich machen wollt, dann verhindert diesen Vorschlag doch mit allen Mitteln: "Gott ist eine Behauptung. Menschenrechte sind real. Auf uns kommt es an"
Wie real sind denn die Menschenrechte ohne eine höhere Instanz - und selbst mit der, wie lang ist bspw. die Frau schon gleichberechtigt (Anm.: Materialisten im 19.Jh. wiesen noch nach, daß die Frau dümmer als der Mann sei, Irre wurden durch Lobotomie kaltgestellt - beides im Zeichen des Materialismus. Das soll nicht heißen, daß Atheisten/Materialisten per se schlecht sind, sondern vor allem, daß die Menschenrechte auch in jüngerer Zeit sich noch etwas entwickelt haben. )? Kann man wirklich von "realen Menschenrechten" sprechen, wenn in der Hand des Menschen liegt, diese zu ändern? Oder sind die Menschenrechte eines der wenigen (sind es so wenige?) Dogmen, die ihr habt? Was unterscheidet Euch dann von den Religiösen Menschen der Welt?