Montag, Januar 26, 2009

Labor, Labor, Labor....

Meine Güte, es ist still geworden! Ich muß auch sagen, daß ich im Augenblick kaum am Bloglesen bin; alle Tage gucke ich mal in den einen oder anderen, oft, ohne einen Kommentar zu hinterlassen.

Ich bin halt im Augenblick ordentlich am Arbeiten. Und schlimmer noch: Ich fühle mich dabei so pudelwohl, daß ich der Arbeit kaum durch im Internet surfen - es sei denn, es nutzt meiner Arbeit - entfliehen will. Kurz gefaßt: Ich bin ein ziemlicher Physikernerd.

Hier sieht man mal ein Bild meines Labors, in dem ich viel, viel Zeit verbringe, Momente des Triumphes wie der Verzweiflung erlebe etc. Was ich da mache? Nun, vor allem solche Bilder erstellen:

Das Bild ist etwas nachbearbeitet, um die sogenannte four-fold-symmetry (diese Pyramidalstruktur) einiger Punkte zu betonen. Es ist ein Bild einer Magnesia-Oberfläche auf Silber; ein Beugungsbild, was Informationen über die Struktur der Oberfläche gibt. Damit ist es ein Monitor für bspw. Strukturänderungen oder (wie die Pyramiden, auf die ich hier hinweise) für einen bestimmten "Wachstumsmodus".
Gut, das ist eigentlich nicht, was ich im Augenblick tu; die Messungen sind ca schon einen Monat alt. Zur Zeit kämpfe ich darum, möglichst kalt an meiner Probe werden zu können. Dazu nutzt man flüssiges Helium, was einen Siedepunkt von ca -269°C hat - das ist 4 Grad über der geringst möglichen Temperatur!
Soweit runter brauche ich an der Probe nicht zu kommen, doch -253 bis -243 °C wäre schon wünschenswert. Und na ja, darum kämpfe ich gerade mit meinem Laborpartner, der mir zweimal pro Woche mich an seiner dreißigjährigen Erfahrung - und an seinem Handwerkerslang - teilhaben läßt. Wenn dieser Kampf hinter mir liegt, kann man endlich, nach zehn Monaten diverser Pannen, Flüchen ob den Horsten, die vor mir an der Kammer arbeiteten (es waren ca zehn Sachen ohne mein Zutun daran von Anfang an im Eimer) und doch einigen Momenten des Triumphs doch mal anfangen zu messen. Ein meiner Meinung nach gutes Konzept für die Messungen, die da kommen mögen, hab ich inzwischen ausgearbeitet und ich bin mal gespannt, ob ich die Ideen, die ich bisher habe, dann auch realisieren kann.
Na ja, und da ich nach dem durchschnittlichen Arbeitstag irgendwie nur noch in meiner Wohnung herumfaulen will, hört man kaum noch was von mir - auch wenn Themen wie das Schreiben des Heiligen Vaters zu den neuen Kommunikationsmöglichkeiten etc. auf der einen und die Aufhebung der Exkommunikation der Bischöfe der Piusbruderschaft auf der anderen Seite eigentlich tolle Themen für den einen oder anderen Post wären.